Box-Blog

Susianna Kentikians Fähigkeit zur Selbstkritik (1)

with 2 comments

Alles deutete darauf hin, dass Susianna Kentikian die Nachfolgerin von Regina Halmich werden könnte. Die schwierige Lebensgeschichte der in Armenien geborenen Boxerin wurde gerne und ausführlich von den Medien kolportiert. Ihre Flucht von Armenien nach Berlin, dann nach Moldawien, endete schließlich in Hamburg. Der Rest ihrer Geschichte wird gerne zusammengefasst unter der Überschrift „Boxen fürs Bleiberecht“. Nach ein paar Jahren als Amateurin nahm sie der größte und einflussreichste Veranstalter von Frauenboxkämpfen, Universum Box-Promotion/Spotlight Boxing, unter Vertrag. In der Folge war wohl kein Klischee abgeschmackt genug, um es auf sie anzuwenden. So wurde sie mit dem „Million Dollar Baby“ verglichen. Dann wurde sie kurzerhand zur „kleinsten Profiboxerin Deutschlands“ erklärt, was vermutlich, wie fast immer, wenn Superlative verwendet werden, auch nicht wahr ist. Der WDR drehte eine Dokumentation über sie. Sie durfte auch Stefan Raab auf seinen Rückkampf mit Regina Halmich vorbereiten. Sie nahm an der Wok-Weltmeisterschaf 2007 teil und gewann sogar den Wettbewerb im Vierer-Wok. Kentikians Aufstieg schien unaufhaltsam.

Ihr leicht, ich nenne es mal quietschiges Jungmädchen-Gehabe kam gut an. Der TV-Sender ProSieben machte mit seiner so genannten „ProSieben Fight Night“ eine Zeitlang auch in Boxen und Kentikian trat mehrmals bei TV total auf. Der Flüchtling aus Armenien hatte es geschafft. Sie bekam einen Werbevertrag und wirbt seitdem für „Milch-Schnitte“. Sie durfte sogar die Laudatio auf Michael Wendler halten bei der Preisverleihung zur Krone der Volksmusik. Dann ist aber da noch das Boxen …

© Uwe Betker

2 Antworten

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  1. Kentikian wird nur von Medien sowie Politikern benutzt. Es ist schon bemerkenswert, wie geschmack und stillos sie sich verkauft. Der Vorbericht ihres letzten Kampfes zeigte sie in einem extrem teueren Motorboot auf Berliner Seen herumfahren, als Beispiel für „Integration“.
    Was für ein Schwachsinn. Stattdessen hätte sie sich besser im Training für techniken gegen Rechtsausleger konzentrieren sollen.
    „Quietschiges Jungmädchen-Gehabe“ ist absolut passend.
    Halten uns die Schauspieler, die jetzt Journalisten spielen, für sooooo blöd?????

    Benno Roick

    24. Oktober 2010 at 23:59

    • Den Blog-Eintrag hätte ich auch nennen können: „Eine Frage des Stils.“

      betker

      24. Oktober 2010 at 23:59


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