Box-Blog

Archive for Oktober 2010

Foto: Markus Beyer

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(C) Uwe Betker

Written by betker

26. Oktober 2010 at 23:59

Ein stallinternes Duell

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Wenn zwei Boxer aus dem gleichen Boxstall gegeneinander antreten, so bedeutet das meist, die beiden Boxer stehen an einem Scheideweg ihrer Karriere.
Am 12. November treffen die Schwergewichtler Konstantin Airich (20 Kämpfe, 16 Siege, 13 durch KO, 2 Niederlagen und 2 Unentschieden) und Yakup Saglam (26 Kämpfe, 26 Siege, 23 durch KO) in Stralsund aufeinander. Dabei geht es um den vakanten PABA Titel im Schwergewicht. Der Titel selbst hat keinen besonderen Wert, aber der Sieger des Duells soll, laut Arena Boxpromotion, in die Top 15 der WBA-Weltrangliste vorstoßen. Die Karriere des Verlierers wird wohl im Dunkel verschwinden.
Der in Astana, Kasachstan geborene Airich konnte in den letzten drei Jahren nicht wirklich überzeugen. Erst erreichte er gegen Oleksiy Mazykin (14.03.2008) nur ein Unentschieden, und auch den Rückkampf (23.10.2010) konnte er nur sehr knapp und nicht unumstritten nach Punkten für sich entscheiden. Niederlagen gegen den alten Haudegen Danny Williams (30.05.2008) und Ondrej Pala (06.03.2009) vervollständigen das Bild.
Bei dem in Arsin, Türkei geborene Yakup Saglam liegt die Sache etwas anders. Saglam ist zwar ungeschlagen, aber auch weitestgehend ungetestet.
Mit Airich und Saglam treffen die Nummer 134 der unabhängigen Weltrangliste bzw. die Nummer 7 in Deutschland und die Nummer 89 der Weltrangliste bzw. die Nummer 3 in Deutschland aufeinander. Dies ist eine Konstellation, die einen spannenden Kampf verspricht, zumal die Boxstile der beiden vermutlich gut zueinander passen. Airich boxt eher einen an der osteuropäischen Amateur-Boxschule angelehnten Stil und Saglam liebt es, mit weiten Schwingern auf seine Gegner loszugehen.
Man darf gespannt sein, welche Karrierenkurve nach oben führen und welche sich nach unten entwickeln wird.
© Uwe Betker

Ein hinkender Vergleich

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Man kennt die Situation zur Genüge: Kaum hat der Athlet seine sportliche Leistung beendet, so wird ihm auch schon ein Mikrofon vor den Mund gehalten und er muss irgendetwas sagen. Dass dabei selten etwas Vernünftiges herauskommt, ist geschenkt. Man kennt natürlich auch die Situation, wo man sich sagt: na ja, aber boxen/Fußball spielen/Rhythmische Sportgymnastik kann er/sie ja.
Aber bei Vitali Klitschko und Emanuel Steward liegt die Sache wohl etwas anders. Wenn beide nach dem sehr einseitigen Kampf, der mit einem schweren KO von Samuel Peter in Runde 10 endete, Wladimir Klitschko mit Muhammad Ali vergleichen, dann ist dies nicht Erschöpfung und mangelnder intellektueller Fähigkeit geschuldet, denn beides ist definitiv nicht zutreffend.
Steward sagte: „Wladimir hat geboxt wie Ali im dritten Kampf gegen Frazier. Er hat Samuel Peter systematisch zerbrochen.“ Man kann natürlich jeden Boxer mit jedem anderen Boxer vergleichen, einfach weil beide Boxer sind. So könnte man also Wladimir Klitschko mit Svetla Taskova vergleichen. Beide sind gute und harte Boxer. Es gibt aber einen kleinen Unterschied zwischen den Beiden. Taskova ist eine Frau, boxt im Fliegengewicht und hat von ihren 36 Kämpfen 30 verloren. Na ja und Wladimir Klitschko ist ein Mann, boxt…
Also was sagt ein Vergleich von Klitschko mit Taskova? Nichts.
Wenn es denn sein muss, vergleichen wir also Wladimir Klitschko mit Muhammad Ali. Ich mache es kurz, Ali wird deswegen „der Größte“ genannt, weil er in einer Zeit Weltmeister im Schwergewicht war, in der diese Gewichtsklasse so gut besetzt war niemals vorher oder nachher. Ali ist keinem aus dem Weg gegangen, und er war „der Weltmeister“. Er war nicht ein oder ein zweiviertel oder ein dreiviertel Weltmeister. Nein, Ali war einfach nur Weltmeister und musste sich diesen Titel nicht teilen, zumindest für die meiste Zeit, auch nicht mit irgendwelchen Brüdern und anderen Boxern. Bei aller Wertschätzung für die Fähigkeiten eines Wladimir Klitschko: Er ist nicht „der“ Weltmeister im Schwergewicht, er ist lediglich einer von dreien.
Und was den Vergleich von Samuel Peter mit Joe Frazier betrifft, der ist einfach nur noch so lächerlich, dass ich mir weitere Worte spare.
Ein Vergleich von Wlademir Klitschko mit Muhammad Ali hinkt, er hinkt sogar gewaltig. Wenn Klitschko weiter gegen solche Gegner boxt, wie zuletzt, ist er, für mich einer Svetla Taskova näher als einem Muhammad Ali.
Ich weiß: Auch dieser Vergleich hinkt.
© Uwe Betker

Henry Maske ist kein Schauspieler

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Bei jedem Film über Boxen stellt sich die gleiche Frage: Wie gut hat der Schauspieler boxen gelernt? Diese Frage stellt sich natürlich bei dem neusten Film über Max Schmeling nicht. Henry Maske kann boxen. Bei ihm stellt sich die Frage anders: Kann er auch schauspielern?
In Boxerfilmen wird maximal gefühlte 25% geboxt. Die restliche Zeit muss der Darsteller schauspielern. Nun ist Henry Maske in die Fußstapfen von Til Schweiger getreten. Nach Schweiger durfte nun auch Maske Max Schmeling spielen. Der Film von 2002, Joe & Max – Rivalen im Ring, gehört, meiner Meinung nach nicht gerade zu den besten Boxerfilmen.
Was kann man über Max Schmeling – Eine deutsche Legende sagen? Henry Maske kann boxen, dementsprechend sind die Kampfszenen gut. Über den Rest kann man nur sagen: Henry Maske ist kein Schauspieler.
© Uwe Betker

Foto: Sanin Samil Sam

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Written by betker

23. Oktober 2010 at 23:59

Wofür steht Vitali Klitschko?

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Im Durchschnitt sahen 13,29 Millionen Zuschauer, also 57,2 Prozent, wie der Schwergewichtsweltmeister Vitali Klitschko seinen Titel gegen den US-amerikanischen Herausforderer Shannon Briggs verteidigte. Warum?
Warum schauen sich so viele Menschen ausgerechnet einen Boxkampf an, der sportlich ein Muster ohne Wert ist? Der Mann aus Brooklyn war die Nummer 48 (!) der unabhängigen Weltrangliste. Kaum ein Mensch glaubte ernsthaft an seine Chance: Zu langsam, zu alt, zu klein, zu schwach, zu…
An Briggs kann es also nicht liegen.
Was hat Vitali Klitschko an sich, dass die Deutschen ihn so sehr mögen, dass sie in Scharen in die Arenen strömen, um ein oft, so finde ich, grottiges Vorprogramm über sich ergehen zu lassen, wenn sie denn überhaupt was sehen, da sie in einer so großen Arena viel zu weit weg sitzen. Und dann sehen sie sich einen Kampf an, in dem ein Ukrainer die ganze Zeit über seinen langen linken Arm wie eine Lanze ausgestreckt lässt, um möglichst jeden Annäherungsversuch seines Gegners zu unterbinden. Oder er würgt den Infight buchstäblich ab, indem er sich auf seinen Gegner legt. Beide Aktionen könnte ein nicht wohlwollender Ringrichter auch unterbinden.
Aber auch ganz abgesehen von diesen beiden Aktionen finde ich persönlich seinen Stil langweilig. Um es noch mal deutlicher zu sagen, was Klitschko im Ring macht, macht er gut. Aber er macht es so gut und ist dadurch so überlegen, dass es mich nur noch langweilt. Außerhalb von einigen europäischen Ländern scheint meine Meinung auch allgemein geteilt zu werden. Aber wie kommt es nun, dass die Deutschen diesen ukrainischen Boxer so lieben. Bei Henry Maske kann ich die Begeisterung ja noch verstehen. Maske stand für die vollzogene und geglückte Wiedervereinigung Deutschlands. Aber wofür soll Vitali Klitschko stehen?
© Uwe Betker

Written by betker

23. Oktober 2010 at 23:59

Eines meiner Lieblingsfotos – Oezlem Sahin

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Mein Lieblingsboxer …

Written by betker

22. Oktober 2010 at 23:59