Box-Blog

„… es hat aber nicht geklappt.“

with 3 comments

Der letzte Kampf von Arthur Abraham lässt mich ratlos zurück. Es ist nicht die Tatsache, dass Abraham nach Punkten verloren hat – ich bin sowieso nur von einer fifty-fifty Chance ausgegangen -, sondern die Art und Weise wie die Niederlage zu Stande kam.
Vor dem Kampf musste jedem klar gewesen sein, dass Carl Froch (28 Kämpfe, 27 Siege, 20 durch KO, 1 Niederlage) aus Nottingham der bessere Boxer ist. Dass er unangenehm zu boxen sein würde und dass er versuchen würde, seinen Reichweitenvorteil auszuspielen, das waren alles bekannte Faktoren.
Was mich aber überraschte, das war, dass Abraham (33 Kämpfe, 31 Siege, 25 durch KO, 2 Niederlagen) sich so scheinbar kampflos geschlagen gab. Die Punktrichter werteten sehr zutreffend 109-119 und zweimal 108-120. Ein einziger Punktrichter gab Abraham eine einzige Runde.
Vor dem Kampf konnte ich mir nicht vorstellen, dass am Ende die Punktrichter entscheiden würden. Beide Boxer haben schließlich einen guten bis sehr guten Punch. Abraham konnte einen so guten Boxer wie Froch nur durch Kampf besiegen. Genau das ist es auch, was mich so ratlos macht, denn Abraham hat diesen Kampf nicht gesucht. Das, was seine Stärke ist und was ihn, bei all seinen technischen und boxerischen Unzulänglichkeiten, über andere Boxer hinaushebt, ist normalerweise sein unbedingter Wille zu siegen. Den aber zeigte er in Helsinki überhaupt nicht. Seine Erklärung nach Verkündung der Niederlage bringt keinen wirklichen Erkenntnisgewinn: „Ich habe immer auf dem Knockout gewartet, es hat aber nicht geklappt.“
© Uwe Betker

Written by betker

28. November 2010 um 23:59

3 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Ich meinte, als ich den Kampf vor dem TV gesehen habe, durchaus mitempfinden zu können, wie AA sich in dem Kampf hat hineinfinden wollen, aber nicht können. So find ich es durchaus nachvollziehbar, wie er es gesagt hat: „Es hat nicht geklappt.“

    Die ersten 4, 5 Runden übte er sich in seinem üblichen geduldigen, fast schmerzlich passivem Kampfstil. Dann hat er in jeder Runde versucht, in den Rhythmus zu kommen, seine harten Schläge anzubringen. Nach den Ansprachen seines Trainers vor der 11. und 12. Runde besonders. Aber niemals fand er den Rhythmus.

    Dadurch schlug er zu wenig und hatte auch bis zum Ende der 12. Runde sich kein Gefühl für die Schlagdistanz erarbeitet. So blieben seine wenigen Attacken wirkungslos. Daneben finde ich es als einen taktischen Fehler, so spät mit dem Erfühlen der Schlagdistanz anzufangen. Denn wir hier zu sehen war, kann es sein, dass die restliche Zeit nicht reicht.

    Benno Roick

    28. November 2010 at 23:59

  2. Lieber Uwe,

    We were all wounded at Helsinki… und haben uns nur wundern können. Da hinten in Berlin dürfte man sich im Sauerland-Stall nun auch zwei entscheidende Fragen stellen. Die zweitwichtigste: Ist King Arthur zu klein bzw. nicht durchschlagskräftig genug für das globale Königreich des Supermittelgewichts? Und die wichtigste: Gibt es zwischen dem Boxlehrer Ulli Wegner und dem Preisboxer Arthur Abraham überhaupt noch einen funktionierenden Draht? Man darf gespannt sein, demnächst aus der Hauptstadt Neues dazu zu hören. Let´s stay tuned!
    Bertram Job

    Bertram Job

    29. November 2010 at 23:59

    • Lieber Bertram,
      das sind die Fragen auf deren Antwort wir warten. Sehe ich auch so. Wobei ich eigentlich die Frage hinsichtlich Trainer-Boxer für die wichtigere halte.
      Uwe

      betker

      29. November 2010 at 23:59


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: