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Wiederholungstäter: Marco Huck

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Was treibt Muamer Hukic, der sich Marco Huck, oder auch manchmal Käpt’n Huck nennt, und seinen Veranstalter Sauerland Event nur dazu, eine solche, wie ich finde, äußerst geschmacklose PR-Kampagne zu fahren? Es begann damit, dass der WBO-Weltmeister im Cruisergewicht Marco Huck (31 Kämpfe, 30 Siege, 23 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) bei einer Pressekonferenz seinen Pflichtherausforderer Denis Lebedev (21 Kämpfe, 21 Sieg, 16 durch KO), so meine ich, übel beleidigte: „Ich wundere mich über mein Team, das sonst alles möglich macht, aber dem hässlichen Russen konnten sie für heute kein Visa besorgen. Lebedev hat nichts zu verlieren, er kann durch meine Schläge nur schöner werden. Auch wenn es Zweifel an meinem Sieg gibt, in der Schmeling Halle werde ich den Russen vor den Augen meiner Fans aus dem Ring prügeln.“
Lebedev reagierte auf diese verbalen Tiefschläge souverän mit Ironie und schenkte Huck einen kleinen Strauß Blumen. Dies konnte wohl der in Ugao, Gemeinde Sjenica, Jugoslawien, dem heutigen Serbien, geborene Huck nicht auf sich sitzen lassen. Es gelang ihm nun allerdings nicht, seinerseits mit feiner Ironie oder mit einer geschliffen Replik zu reagieren. Vielmehr legte er schlicht nach: „Ich wusste von Bildern bereits, dass er hässlich ist, aber in echt ist er noch viel hässlicher.“ Es scheint fast so, als hätte er Gefallen an verbalen Tiefschlägen gefunden.
Gut, sprechen wir also über die Schönheit von Menschen. Lebedev ist mit seiner Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte wohl kaum als gut aussehender Mann zu bezeichnen. Aber ist Huck denn eine so umwerfende Schönheit, dass er sich so über einen anderen erheben dürfte?
Hier ist ein Foto, entscheiden sie selber:

Danach versuchte Huck mit einem Scherz-Geschenk weiter zu punkten. Er überreichte bei der letzten offiziellen Pressekonferenz Lebedev einen kleinen Plastik-WM-Gürtel. „Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Und Du sollst ja nicht mit leeren Händen nach Hause fahren“, erklärte Huck launig. „Der richtige Gürtel gehört mir. Den bekommst Du auf gar keinen Fall.“
Da ich nicht davon ausgehe, dass Huck vor seiner Titelverteidigung so viel Zeit gehabt hat, einen solchen Gürtel besorgen zu gehen, muss man wohl davon ausgehen, dass sein Management, Sauerland Event, diese PR-Kampagne entweder initiiert hat oder mit trägt. Ich persönlich finde diese Replik nicht übermäßig witzig. Aber Humor ist etwas sehr Individuelles, und das Überreichen des Plastik-Gürtels war immer noch um sehr viele Klassen niveauvoller als seine Reflexionen über die Schönheit seines Gegners.
Gutes Benehmen ist definitiv nicht etwas, was individuell ist, sondern etwas, das auf einem gesellschaftlichen Konsens beruht. Die Mutter von Herrn Hukic hat ihrem Sohn offensichtlich nicht beigebracht, dass man sich nicht über andere Menschen lustig macht. Wenn es seine Familie, seine Freunde, sein Management, seine Berater, sein Trainer, sein Masseur, sein Friseur, seine Teamkollegen, sein Veranstalter, seine Groupies und seine PR-Berater nicht machen, so will ich es denn machen: Herr Hukic! Herr Huck! Herr Käpt’n Huck! Man macht sich nicht über die Gebrechen von anderen lustig! Das macht man nicht!
© Uwe Betker

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