Box-Blog

Wladimir Klitschko gegen Jürgen Brähmer

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Der IBF und WBO Weltmeister im Schwergewicht Wladimir Klitschko will seinen Titel nicht gegen Dereck Chisora und David Haye verteidigen, sondern gegen Jürgen Brähmer, dem WBO-Weltmeister im Halb Schwergewicht. – Eine absurde Ankündigung? Mag sein. Aber Ankündigungen dieser Art gibt es wirklich.
Die Weltmeisterin nach Version WIBF, WBA und WBO im Fliegengewicht Susianna Kentikian (27 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO) boxt am 29. Januar 2011 in Hamburg gegen Teeraporn Pannimit (18 Kämpfe, 13 Siege, 5 durch KO, 3 Niederlagen). Die 18jährige Pannimit, die sich Female Rambo nennt, ist Weltmeisterin der WBO jedoch im Minimumgewicht, also zwei Gewichtsklassen unterhalb der Gewichtsklasse, in der Frau Kentikian boxt. An diesem Punkt ist der Vergleich Klitschko/Brähmer mit Kentikian/Pannimit zutreffend. Denn in den niedrigen Gewichtsklassen wirkt sich der Gewichtsunterschied genau so aus, wie in den höheren. Das heißt Frau Kentikian ist größer, hat eine größere Reichweite und vor allem eine sehr viel größere Schlaghärte.
Hier aber hören auch schon die Gemeinsamkeiten auf. Brähmer hätte nämlich gegen einen Klitschko größere Chance als Pannimit gegen Kentikian. Obwohl Pannimit Weltmeisterin ist, hat sie bis jetzt nur gegen No-Names geboxt. Die Thailänderin errang ihren Titel (02.04.2010) gegen Eun-Young Huh aus Korea, die einen Kampfrekord von 7 Kämpfen, 6 Siegen, 1 Unentschieden hatte. Sie verteidigte den Titel (22.11.2010) gegen Jujeath Nagowa von den Philippinen, die einen Kampfrekord von 18 Kämpfe, 9 Sieg2, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden hatte.
Die selbsternannte Killer Queen konnte im letzten Jahr in keinem ihrer beiden Kämpfe auch nur ansatzweise sportlich überzeugen. Wir erinnern uns: Sie verdankte den Erfolg der Titelverteidigung gegen Nadia Raoui aus Herne (24.04.2010) sehr viel mehr den deutschen Punktrichtern Werner Kasimir und Franz-Michael Maaß als ihrer eigenen boxerischen Leistung. In ihrer zweiten Titelverteidigung gegen Arely Mucino aus Mexiko (17.07.2010) verdankte sie dem Ringarzt ein No Contest, der den Kampf aufgrund einer Cutverletzung im Haaransatz abbrach, die bei einem Männerboxkampf wohl nie zu einem Abbruch geführt hätte.
Ich gebe zu, ich hatte gehofft, dass Frau Kentikian und ihr Veranstalter Universum Box-Promotion den Mut aufbringen würden, ihre „Altlasten“ vom letzten Jahr abzuarbeiten. D.h. ich hoffte, es würde einen Rückkampf mit Arely Mucino und Nadia Raoui geben. Aber das Vertrauen in die sportlichen Fähigkeiten von Frau Kentikian ist wohl so stark gesunken, dass es inzwischen, wie es aussieht, nur noch darum geht, ein Opfer zu finden.
© Uwe Betker

2 Antworten

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  1. Die „Killer Queen“ hat ja gar nicht die Nerven, gegen irgendeine wirkliche Gegnerin anzutreten. Der winzige Cut im Kampf gegen Mucino kam gerade zur rechten Zeit. Denn sie hätte folgende harte Runden mit der Mexikanerin nicht durchgehalten. Total outpsyched! Denn Mucino war gekommen, um zu KÄMPFEN. Kentikian reagierte verzögert auf den Cut. So ein kleiner Riß schmerzt im Kampf ja auch kaum. Aber man merkt, wenn man darauf achtet, wenn es blutet. Und so zögerte sie kurz, um dann völlig theatralisch die verletzte Boxerin zu spielen.
    Keine Würde, keine Achtung vor dem Boxen, den anderen Boxern und eine Verarschung der Zuschauer.
    Lächerlich!

    Benno Roick

    5. Januar 2011 at 23:59

    • „Keine Würde, keine Achtung vor dem Boxen, den anderen Boxern.“ – Tolle Formulierung, schade dass sie nicht von mit ist.

      betker

      6. Januar 2011 at 23:59


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