Box-Blog

BDB spielt mit dem Leben eines Boxers

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Dem seit Jahren krisengeschüttelten Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) droht ein neuer Skandal, der für mich schlicht seine Existenzberechtigung in Frage stellt. Hauptanliegen eines Boxverbandes muss es doch wohl sein, darüber zu wachen, dass Boxveranstaltungen im Rahmen von vorher festgelegten Regeln stattfinden. Dies macht man, um das Boxen sicherer zu machen und die Boxer zu schützen. Genau dies macht der BDB aber nicht.
Am Samstag, dem 19.02.2011 soll Felix Sturm in der Arena in Stuttgart gegen Ronald Hearns boxen. Dabei wird er seinen Titel des WBA Super Champions wohl ohne wirklich viel Arbeit und Mühe verteidigen können. Die ganze Veranstaltung steht unter der Aufsicht des BDB. Im Vorprogramm versteckt sich nun aber ein Kampf, der gar nicht stattfinden dürfte. Der Schwergewichtler Adnan Redzovic (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) aus Sarajewo trifft auf Werner Kreiskott (25 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 16 Niederlagen, 6 durch KO) aus Wuppertal. Das ist ein üblicher Aufbaukampf. Das Unübliche daran ist allerdings, dass hier der mir unbekannte Matchmaker – und das offenbar wohl bewusst, was ich nun wirklich übel finde – gegen international gültige Regeln im Boxer verstößt. Der BDB unterbindet dieses skandalöse und, wie ich meine, auch skrupellose Verhalten nicht, was doch wohl seine Pflicht wäre, sondern sanktioniert dies auch noch.
Was den Kampf Kreiskott gegen Redzovic zu einer Ungeheuerlichkeit macht, ist nämlich die Tatsache, dass Kreiskott vor zwei Wochen, am 05.02.2011 in Brentwood/Essex in Großbritannien gegen Tom Dallas in der ersten Runde KO ging. Im Regelwerk des BDB steht nun unmissverständlich:

Artikel 24
Jeder Boxer, der auf diese Art oder durch KO aufgrund von Kopftreffern einen Kampf verloren hat, muss eine Zwangspause von drei Monaten absolvieren. Innerhalb dieser Zeit oder unmittelbar nach der Zwangspause ist eine erneute ärztliche Untersuchung durch den Vertrauensarzt des BDB erforderlich. Hinsichtlich der durchzuführenden ärztlichen Untersuchungen entscheidet der BDB nach Rücksprache mit dem Vertrauensarzt. Bei einem Körper-KO bzw. einem TKO beträgt die Zwangspause 6 Wochen.

Egal, ob Kreiskott durch einen Kopf- oder Körpertreffer KO gegangen ist, er darf nicht boxen. Jeder, aber auch wirklich jeder, der mit Boxen zu tun hat, weiß, dass es nach einem KO eine Zwangspause gibt. Der BDB verstößt dadurch, dass er diesen Kampf sanktioniert, gegen die eigenen und auch gegen internationale Regeln. Um es noch mal ganz deutlich zu sagen: Damit spielt der BDB mit der Gesundheit und letztlich mit dem Leben eines Verbandsmitglieds. Wenn Herrn Kreiskott jetzt im Ring etwas passiert, übernimmt dann der BDB die Verantwortung? Bezahlt er seine Arztkosten oder zahlt ihm eine Rente, wenn er zum Pflegefall werden sollte? Nein. Das kann der BDB nämlich gar nicht, weil der Verband praktisch keinerlei Rücklagen hat.
Worauf ich hinweisen möchte, ist, dass das Verhalten des BDB mindestens verantwortungslos und pflichtvergessen ist, wenn nicht sogar mehr. Man muss sich die Frage stellen, ob ein Verband, der so verantwortungslos und pflichtvergessen handelt, überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat.
© Uwe Betker

Eine Antwort

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  1. Leider kann ich dem nur zustimmen! Interessant inde ichnoch, wer da welche finanziellen Interessen hat, bzw. wie hoch diese sind.

    Benno Roick

    18. Februar 2011 at 23:59


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