Box-Blog

Archive for Februar 2011

Foto: Özlem Sahin

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Written by betker

23. Februar 2011 at 23:59

Repräsentiert der BDB noch das Profiboxen in Deutschland?

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Es sind bis Ende März zehn Profiboxveranstaltungen in Deutschland angekündigt. Von diesen zehn werden nur drei vom Bund Deutscher Berufsboxer sanktioniert. Schaut man sich die angekündigten Veranstaltungen aber einmal an, dann kann man den Eindruck gewinnen, dass nur die Klitschkos, Felix Sturm und Universum Box-Promotion überhaupt noch mit dem BDB zusammenarbeiten. Nahezu alle anderen Veranstalter ziehen ausländische Verbände oder die German Boxing Association vor. Seit Wilfried Sauerland 2004 aus dem BDB austrat und von da an mit österreichischer Lizenz veranstaltet, verliert der BDB immer mehr an Bedeutung. Einer der Hauptvorwürfe, die damals im Raum standen, lautete: Der BDB macht nur das, was Universum Box-Promotion will.
Rufen wir uns nur die Umstände der letzten Präsidentenwahl nochmals in Erinnerung! Dem designierten neuen Präsidenten, Jean-Marcel Nartz, wird kurz vor der Wahl die Unterstützung von Klaus-Peter Kohl entzogen, weil dieser sich vorher kritisch in einem Interview über den hamburger Veranstalter geäußert hatte. Dann präsentiert Kohl Thomas Pütz, den Inhaber einer Sicherheitsfirma, als seinen neuen Kandidaten. Dieser wird dann in einer ungültigen Wahl zum Präsidenten gewählt. Danach fungiert der nicht rechtmäßig gewählte Präsident Pütz als kommissarischer Präsident und wird dann in einer zweiten Wahl nun endgültig, mit der geballten Macht der an Universum übertragenen Stimmen, böse Zungen sprechen hier von gekauften Stimmen, inthronisiert. Allein die Umstände dieser Wahl lassen vermuten, dass sich an dem alten Vorwurf, der BDB sei von Universum dominiert, wohl immer noch etwas dran ist.
Wenn die Mehrheit der Veranstaltungen und Kämpfe in Deutschland unter der Aufsicht der GBA und ausländischer Verbände stattfindet, muss man sich schon fragen, ob der BDB überhaupt noch das hiesige Profiboxen repräsentiert.
© Uwe Betker

Foto: Rafael Bejaran

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Written by betker

22. Februar 2011 at 23:59

Foto: Arthur Abraham

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22. Februar 2011 at 23:59

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Boxen und Fernsehen

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Es ist offensichtlich, dass durch die Verbindung von Boxen und Fernsehen beide Seiten profitieren. Das Fernsehen bietet ausgewählten Promotern die Möglichkeit langfristig zu planen, Boxer langsam und vorsichtig aufzubauen, große Veranstaltungen auf die Beine zu stellen und teure Titelkämpfe zu veranstalten. Die TV-Sender können im Gegenzug Sportveranstaltungen oder Events übertragen und erzielen gute Einschaltquoten. Trotzdem ziehen sich immer wieder TV-Sender, wie zuletzt das ZDF und Pro 7, enttäuscht vom Boxen zurück. Und die großen Fernsehsender, die dabei bleiben, müssen sich immer wieder herbe Kritik gefallen lassen.
Der Verbindung von Boxen und Fernsehen haftet offensichtlich ein Geburtsfehler an, den keiner sehen will oder keiner beheben will. Wenn in Deutschland ein großer Fernsehsender Boxen zeigt, geht er weit über die bloße Übertragung von Boxkämpfen hinaus. Er wird vielmehr sozusagen zum Mit-Veranstalter. Wer erinnert sich nicht an die Einblendung: Das ZDF und Universum Box-Promotion präsentieren Ihnen…“
Genau hier liegt aber meiner Meinung nach auch das Grundproblem der Beziehung zwischen TV-Sender und Promoter. Fernsehsender binden sich z. T. langfristig an einen einzelnen Promoter und übertragen dessen Veranstaltung exklusiv, so dass sie von einem einfachen Berichterstatter zum Mit-Veranstalter werden. Das schränkt dann wiederum die Möglichkeiten der Berichterstattung erheblich ein. Jeder, der Boxen im Fernsehen schon gesehen hat, erinnert sich an Übertragungen, bei denen Schlagstatistiken irgendwann einfach nicht mehr weiter geführt wurden, weil sich das Geschehen im Ring zu Ungunsten des Heimboxers entwickelt hatte; oder Kommentatoren hörten auf weiter mit zu punkten, weil der Heimboxer nicht mehr gewinnen konnte oder sie fingen plötzlich an, nicht mehr das Geschehen im Ring, sondern eher eigenes Wunschdenken zu beschreiben. Andersherum kann ich mich aber an kein einziges Mal erinnern, jedenfalls nicht bei einem der großen TV-Sender, bei dem ein Kommentator gesagt hätte: Unser Boxer hat zu Unrecht gewonnen.
Wenn es aber einem TV-Sender nicht möglich ist, einen Betrug einen Betrug zu nennen und einen schlechten Kampf einen schlechten Kampf, dann bleibt über kurz oder lang die Glaubwürdigkeit auf der Strecke. Und dann wird auch das Profiboxen für Fernsehanstalten immer uninteressanter. Den deutschen TV-Sendern mangelt es, so sehe ich es jedenfalls, im Gegensatz zu den US-amerikanischen, schlicht an Durchsetzungsvermögen bzw. -willen. In den USA ist das offenbar anders. Von dort liest man immer wieder Meldungen, dass sich Fernsehsender weigern, bestimmte Kämpfe zu übertragen. Z. T. finden sie deshalb auch nicht statt, weil die TV-Station den Gegner für zu schwach oder zu uninteressant hält.
Der Unterschied zwischen amerikanischen und deutschen Fernsehsendern scheint mir darin zu liegen, dass die amerikanischen sich offensichtlich einen Experten leisten, der auch mal Nein sagt und den Veranstalter dazu drängt, attraktive Kämpfe zu arrangieren. Hinzu kommt noch, dass der Experte am Ring kein bezahlter Claqueur, wie in Deutschland, sondern ein Experte ist, der Tachles redet. D. h. hier kann ein Fehlurteil auch als ein solches bezeichnet werden.
Wenn in Deutschland die TV-Sender nicht weiter an Glaubwürdigkeit verlieren wollen, dann müssen sie sich emanzipieren. Das bedeutet, sie sollten sich aus der Umklammerung der Promoter lösen. Ich kann mich jedenfalls nur wundern, was für unglaublich schlechte Kampfansetzungen akzeptiert werden. Ich dachte immer, wer bezahlt, der bestimmt auch die Musik. Vielleicht trauen sie sich aber auch nicht den Sachverstand zu, den Veranstaltern Paroli zu bieten. Aber die Blöße, einen externen Experten hinzuzuziehen, möchten sie sich dann wohl auch nicht geben.
© Uwe Betker

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22. Februar 2011 at 23:59

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Foto: IBF Gürtel

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21. Februar 2011 at 23:59

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Foto: Murat Öner vs Andy Thiele

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Written by betker

21. Februar 2011 at 23:59

Felix Sturm und Leonidas

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Als der Super Champion der WBA im Mittelgewicht noch Amateur war, hieß er Adnan Catic. Als er dann Profi wurde, nannte er sich in Felix Sturm um, um sich besser vermarkten zu können. Nun hat sich Catic/Sturm einen Kampfnamen gegeben: Leonidas.
Leonidas (der Löwengleiche) war König von Sparta, der berühmt wurde durch die Schlacht bei den Thermopylen, bei der die Spartaner das zahlenmäßig überlegene persische Heer aus strategischen Gründen aufhielten und bis zur eigenen Vernichtung kämpften. Ich frage mich nun, was Sturm (38 Kämpfe, 35 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) uns damit sagen will, dass er sich ausgerechnet den Kampfnamen Leonidas gibt. Will er uns sagen, dass er sich einer riesigen Übermacht gegenübersieht, die ihn vernichten wird? Oder bewundert er die archaische menschenverachtende Haltung des Königs? Ist Sturm als frischgebackener Familienvater ein Freund der, nennen wir sie mal, robusten Erziehungsmethoden der Spartaner? Oder will Sturm uns nur sagen, dass er ein Freund von belgischen Pralinen ist. Ich kann mir einfach keinen Reim darauf machen.
© Uwe Betker

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21. Februar 2011 at 23:59

Foto: Rola El-Halabi

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Written by betker

20. Februar 2011 at 23:59

Rückblick auf ein Event

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Der Ring ist abgebaut, die Arena in Stuttgart ist bereit für “Müzik Benim Sahne Benim“, ein Unterhaltungsprogramm, bei dem in Europa der türkische Superstar gesucht und gefunden werden soll. Anlass genug einen Blick zurück auf die zweite Veranstaltung von Sturm Box-Promotion zu werfen.
Der übertragende Sender SAT 1 tat sein Bestes, dem Event Glanz zu geben. Es wurden Fußballer, die aktiv sind und solche, die im Ruhestand sind, am Ring gesichtet und um ihre Meinung gebeten. Jede Menge Bespaßer vom Privatfernsehen taten ihr Bestes witzig und originell zu sein – so weit so gut.
Sportlich allerdings war unübersehbar, dass Felix Sturm weit hinter seinem Anspruch zurück blieb. Wie ein Mantra hat er im Vorfeld immer und immer wiederholt, dass er die Besten boxen will. Präsentiert hat er dann aber nur einen Gegner, der an Platz Nummer 50 der unabhängigen Weltrangliste rangiert. Und ganz genau so hat dann auch Hearns Jr. geboxt; dementsprechend einseitig war dann auch der Kampf. An dieser Stelle muss Sturm sich schon die Frage gefallen lassen, warum nicht ein anderer Gegner gefunden werden konnte. Hinzu kommt die banale Erkenntnis, dass der Sohn eines großen Boxers nicht automatisch auch selber ein guter Boxer sein muss. Felix Sturm bleibt Super Champion im Mittelgewicht nach Version WBA, hat aber an Glaubwürdigkeit erheblich eingebüßt – was beides zu erwarten war.
Die Auswahl von Gegnern, bzw. das Matchmaking, scheint ein Grundproblem von Sturm Box-Promotion zu sein, was sich auch im Vorprogramm deutlich zeigte. Sturm oder sein Matchmaker (Hat Sturm überhaupt einen Matchmaker und wenn ja, wen?) wollten doch allen Ernstes Werner Kreiskott als Aufbaugegner für Adnan Redzovic holen. Mich gruselt bei dem Gedanken, dass dies das Boxen ist, das Felix Sturm und sein Team wollen.
Leider wurde derjenige Kampf, der wohl der beste des Abends war und ganz anders ausging, als er wohl geplant war, vom TV-Sender weder erwähnt noch, und sei es in Ausschnitten, gezeigt. In der „Kölner Stadtmeisterschaft“ im Super Mittelgewichtler unterlag nämlich der bis dahin ungeschlagene Patrick Dobroschi überraschend gegen Mounir Toumi durch TKO in Runde 4. Toumi (jetzt 12 Kämpfe, 5 Siege, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 4 durch KO), der bis dahin noch nicht einmal in der unabhängigen Weltrangliste geführt wurde, vermöbelte Dobroschi regelrecht. Man könnte jetzt sagen: So ist das Boxen. Man könnte aber in dieser Niederlage auch einen weiteren Beleg für Probleme im Matchmaking sehen.
Die glamouröse und bunte Show von SAT 1 kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der 32-jährige Wahlkölner Sturm in atemberaubendem Tempo an Glaubwürdigkeit verliert. Jedenfalls hatte ich persönlich schon einige Schwierigkeiten, seinen selbst formulierten Anspruch mit seiner selbst inszenierten Wirklichkeit irgendwie zu vereinbaren. Sein Matchmaking ist, so finde ich, unprofessionell und gruselig. Sein Vorprogramm verdient wohl eher den Namen Prä-Event, denn um Boxen ging es da weniger.
© Uwe Betker