Box-Blog

Archive for April 2011

Wilfried Sauerland – ein Kämpfer für ein sauberes Boxen

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Ich habe meine Meinung revidiert. Als ich las, dass der Manager und Veranstalter Wilfried Sauerland seinen Schützling Arthur Abraham (34 Kämpfe, 32 Siege, 26 durch KO, 2 Niederlagen) nicht in die USA fliegen lässt, um ihn am 14. Mai gegen Andre Ward (23 Kämpfe, 23 Siege, 13 durch KO) boxen zu lassen, dachte ich zuerst: Das kann er doch nicht machen. Er kann doch nicht das Halbfinale des Super Six ausfallen lassen, nur weil die kalifornische Boxkommission es nicht schafft, die Mitglieder des Kampfgerichts so wie vorher vertraglich fixiert aufzustellen. Meine Vorstellung war: Erst hinfliegen und dann mit der California Boxing Commission verhandeln, um danach gegebenenfalls zu protestieren. – So dachte ich zunächst.
Dann begriff ich: Wilfried Sauerland kämpft nicht nur für die Einhaltung von Verträgen. Nein, Wilfried Sauerland kämpft für ein sauberes Profiboxen! Er kämpft dafür, dass die Kampfgerichte nur mit unabhängigen Punktrichtern besetzt werden sollen. Er kämpft gegen den Betrug von Boxern, der oft als „Heimvorteil“ und als „Weltmeisterbonus“ verkleidet einherkommt. Es gibt wohl kaum jemanden in der Welt, der zurzeit nicht auf der Seite von Wilfried Sauerland wäre.
Damit dürfte ja nun auch sichergestellt sein, dass Punktrichter, die sich schon mal bei Veranstaltungen von Sauerland Event diskreditiert haben, in den nächsten Jahren nicht mehr bei Sauerland-Veranstaltungen zum Einsatz kommen werden. Sollten sie wider Erwarten aber doch wieder eingesetzt werden, so würde das dann wohl zweierlei bedeuten: 1. Es ist Sauerland Event vollkommen egal, ob der Verdacht entstehen könnte zu betrügen. Sauerland Event legt hauptsächlich Wert darauf, Punktrichter einzusetzen, auf die sie sich verlassen können. 2. Der jetzige Protest gegen die California Boxing Commission ist zu einem großen Teil Heuchelei.
Ich möchte daran glauben, dass Wilfried Sauerland für ein sauberes Boxen kämpft.
© Uwe Betker

Foto: Asiye Özlem Sahin vs. Evgeniya Zablotskaya

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30. April 2011 at 23:59

Foto: Yakup Saglam vs. Michael Wallisch

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30. April 2011 at 23:59

Gibt es eine Kollektivschuld beim Boxen?

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Zwei Aspekte von Wilfried Sauerlands Vorwürfen gegen die California Boxing Commission hinsichtlich der Zusammensetzung des Kampfgerichts zum Super Six Halbfinale zwischen Arthur Abraham (34 Kämpfe, 32 Siege, 26 durch KO, 2 Niederlagen) und Andre Ward (23 Kämpfe, 23 Siege, 13 durch KO) erscheinen mir bemerkenswert. Sauerland sagte: „Wir verlangen ein neutrales Kampfgericht, so wie vereinbart. Wir haben unsere Lektion aus der verlorenen WM zwischen Mikkel Kessler und Andre Ward gelernt. Damals bestand die kalifornische Box-Kommission auf einem kalifornischen Ringrichter. Seine Leistung war – milde gesagt – ein Witz.“
Der erste Aspekt, den ich für bemerkenswert halte, ist, dass Herr Sauerland wie vereinbart ein neutrales Kampfgericht verlangt. Vermutlich hat er sich hier nur etwas undeutlich ausgedrückt. Denn würde man seine Äußerung wörtlich nehmen, könnte man auf die Idee kommen, dass man nur neutrale Punkt- und Ringrichter bekommt, wenn man das vorab vereinbart. Damit sind wir dann in gewissem Sinne schon bei dem zweiten Aspekt, den ich für bemerkenswert halte. Herr Sauerland verweist auf die Leistung eines Ringrichters, um damit alle Mitglieder der kalifornischen Boxkommission abzulehnen. – Es geht mir hier nicht um die Absprache zwischen Herrn Sauerland und Herrn Goosen. – Ich persönlich bin gegen solche Art von Pauschalurteilen, die mich ein wenig an Kollektivschuld erinnert. Es liegt mir fern, alle Mitglieder eines Boxverbandes mit einem Mitglied und dessen Leistung gleichzusetzen. Ich würde mir wünschen, dass Herr Sauerland nur einen winzigen Bruchteil seiner Skepsis und seines Anspruchs auf Neutralität auch auf seine eigenen Veranstaltungen anwenden würde. Wie kann es sein, dass der Promoter Wilfried Sauerland sich offensichtlich um die Neutralität und Unabhängigkeit der Punkt- und Ringrichter auf Veranstaltungen in den USA bemüht, aber bei seinen eigenen Shows Punktrichter immer und immer wieder zum Einsatz kommen lässt, die bei seinen Shows unter Beweis gestellt habe, dass sie diesen, nämlich seinen Kriterien nicht genügen?
© Uwe Betker

Foto: Ring

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28. April 2011 at 23:59

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Foto: Murat Öner vs. Andy Thiele

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28. April 2011 at 23:59

Arthur Abraham in der Gerüchteküche

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Vor dem Halbfinale des Super Six Turniers am 14. Mai in Kalifornien zwischen Arthur Abraham und Andre Ward erleben wir ein seltsames Vorgeplänkel der Manager, hören aber auch böse Gerüchte. Wilfried Sauerland, der Manager von Arthur Abraham (34 Kämpfe, 32 Siege, 26 durch KO, 2 Niederlagen), warf über Medien der California Boxing Commission, der zuständigen lokalen Boxkommission, vor, sich über die Vereinbarungen der Manager hinwegzusetzen und das Kampfgericht mit einem kalifornischen Ringrichter, sowie einem kalifornischen Punktrichter zu besetzen. Implizit äußerte er damit den Verdacht, dass ein anders besetztes Kampfgericht als das abgesprochene nicht neutral werten könnte. Dan Goosen, der Veranstalter von Andre Ward (23 Kämpfe, 23 Siege, 13 durch KO), weist diese Vorwürfe als komplett unbegründet zurück.
Nun könnte man die Vorwürfe von Sauerland und die Replik von Goosen als übliches Ballyhoo vor einem großen Boxkampf ansehen. Was mich an der ganzen Sache dann aber doch sehr wunderte, war die Tatsache, dass Sauerland dabei noch verkündete, er hätte bereits die gebuchten Flüge von Deutschland nach Los Angeles „bis auf weiteres ausgesetzt … .“ Zeitgleich mit dieser Meldung, kam mir das böse Gerücht zu Ohren, dass das Team Abraham gar nicht mehr in seinem Trainingslager Zinnowitz (Usedom) sein soll, um sich auf die WBA Weltmeisterschaft im Super Mittelgewicht nach Version WBA vorzubereiten. Es soll vielmehr bereits wieder in Berlin sein. Angeblich hat sich Abraham die Hand verletzt. Diese Verletzung soll er sich zugezogen haben, weil er gezwungen ist, Boxhandschuhe einer bestimmten Marke zu benutzen, nämlich …
Arthur Abraham ist mitten in der Gerüchteküche.
© Uwe Betker

PS: Der Pressesprecher von Sauerland Event, Frank Bleydorn, hat mich angerufen und das Gerücht dementiert. Er berichtete, dass Abraham gerade ein sehr gutes Sparring in Berlin beendet hat.

Foto: Arthur Abraham

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28. April 2011 at 23:59

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Foto: Selcuk Aydin vs. Dzmitry Lubachkin

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28. April 2011 at 23:59

Die traurige Geschichte des Wilfred Benítez (4)

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Nach dem Sieg über Hope verteidigte Benítez am 14.11.1981 durch einen Punktsieg seinen Titel erfolgreich gegen den ungeschlagenen Carlos Santos, der später Weltmeister im Junior Mittelgewicht werden sollte. Danach maß er seine Kräfte mit der Boxlegende aus Panama Roberto Duran. Die „Manos de Piedra“, die „Hände aus Stein“, hatten vorher schon Sugar Ray Leonard seine erste Niederlage beigebracht und ihm den Titel abgenommen. Benítez zeigte noch ein letztes Mal sein boxerische Klasse. Er gewann einstimmig nach Punkten. Die Punktrichter werteten 143:142,145:141 und 144:141.
Einen Kampf später, am 03.12.1982 traf er auf Thomas Hearns. Hearns war gegen den sehr guten Pipino Cuevas (02.08.1980, TKO 2) Weltmeister der WBA im Weltergewicht geworden, um dann, vier Titelverteidigungen später, gegen Sugar Ray Leonard (16.09.1982, TKO 14) zu unterliegen. Benítez unterlag Hearns nach Punkten. Die Wertung war 137:146, 139:144 und 142:142. Hearns sagte danach: „Nobody makes me miss like that.“
Benítez war erst 24 Jahre alt, aber er war bereits am Ende. Er konnte bis zu seinem Karriereende 1990 nie wieder auch nur annähernd solche Leistungen wie in seiner Jugend bringen. Praktisch gegen alle guten Boxer unterlag er in der Folgezeit. Er versuchte sein Glück im Mittelgewicht unter der Führung seiner neuen Trainer Victor Machado und Cus D´Amato. Aber er unterlag Mustafa Hamsho (16.03.1983, L 12). Wieder mit seinem Vater in der Ecke verlor er gegen und Davey Moore (14.07.1984, TKO 2), wobei er sich den Knöchel brach, und dann noch gegen Matthew Hilton (15.02.1986, KO 9). Kurze Zeit später hängte er die Handschuhe ganz an den Nagel.
Da Benítez aber sein ganzes Geld verschwendet hatte, startete er 1990 ein Comeback, diesmal mit Emanuel Steward in seiner Ecke. Von 4 Kämpfen konnte er nur 2 gewinnen. Hiernach war dann endgültig Schluss. Er war 32 Jahre alt und hatte 14 Jahre als Profi geboxt. Sein Kampfrekord: 62 Kämpfe, 53 Siege, 31 durch KO, 8 Niederlagen, 4 durch KO, 1 Unentschieden. Er war ein technisch guter und aggressiver Boxer mit einem sehr schnellen Jab und herausragenden Defensivfähigkeiten. 1996 wurde er in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. Der Hall of Fame Matchmaker Teddy Brenner nannte ihn: “The best fighter in the world.”
Heute ist Wilfred Benítez ein kleines unstet lächelndes Kind, das seine Körperfunktionen nicht unter Kontrolle hat, im Körper eines 52 Jahre alten Mannes, der auf Almosen angewiesen ist. Eine traurige Geschichte.
© Uwe Betker