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Seltsames Klappern

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Klappern gehört zum Geschäft und will man in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, so muss man sehr laut klappern. Aber manchmal kann das schon seltsame Blüten treiben, wie bei dem jetzt anstehenden WM-Kampf der WBO im Super Mittelgewicht.
Es begann damit, dass der WBA-Champion Dimitri Sartison (28 Kämpfe, 27 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) kurzfristig verletzungsbedingt ausfiel. Dadurch musste für die Veranstaltung in der magdeburger Bördelandhalle ein neuer Gegner für Robert Stieglitz (41 Kämpfe, 39 Siege, 23 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) gefunden werden. Den fand man dann in Khoren Gevor (36 Kämpfe, 31 Siege, 16 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO).
Der Rechtsausleger Gevor ist die Nummer 11 der WBO und die Nummer 25 der unabhängigen Weltrangliste. Stieglitz ist die Nummer 6 in der Welt. Gevor kämpfte und verlor in WM-Kämpfen gegen Arthur Abraham (18.08.2007, L KO 11), Felix Sturm (11.07.2009, L 12) und in seinem letzten Kampf gegen Dimitri Sartison (31.07.2010, L 12).
Nun beginnt das Klappern. Wenige Tage vor seinem vierten Versuch Weltmeister zu werden ging das Management des armenischen Herausforderers an die Öffentlichkeit und forderte ein neues Kampfgericht. Gevors Manager Peter Schulze: „Wir wollen niemandem irgendetwas unterstellen, aber ich denke, im Sinne des fairen und ehrlichen Sports sollten nicht immer dieselben Punktrichter am Ring sitzen, wenn Robert Stieglitz in den Ring steigt. Das Kampfgericht, das für Samstag vorgeschlagen wurde, ist mit dem von Roberts letztem Kampf nahezu identisch. Da sollte die WBO eigentlich besser darauf achten, dass unterschiedliches Personal zum Einsatz kommt. Es geht hier schließlich um die Glaubwürdigkeit des Verbands und des Sports an sich. Wie gesagt, wir unterstellen keine bösen Absichten. Wir sprechen das Thema jetzt – im Vorfeld des Kampfes – an, damit es nicht hinterher zu Diskussionen kommt, falls es eine knappe Punktentscheidung geben sollte.“ Abgesehen davon, dass Schulze prinzipiell mit allem, was er gesagt hat, Recht hat, schwingt hier natürlich schon eine unausgesprochene Unterstellung mit.
Der Titelverteidiger Robert Stieglitz schlägt als Erwiderung martialische Töne an. Er verkündet: „Ich bin der Weltmeister und werde es auch bleiben. Ich werde Khoren Gevor seine Grenzen aufweisen. Ich kann ihn mit meiner Schlagkraft vernichten.“ – Klappern gehört zwar zum Geschäft, aber muss man seinen Gegner direkt vernichten wollen? Reicht es nicht ihn einfach zu schlagen?
© Uwe Betker

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