Box-Blog

Archive for September 2011

Der Westen leuchtet

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Wer das Profiboxen nicht nur wahrnimmt, wenn es als Mega-TV-Event daherkommt, wird feststellen, dass es regional eine sehr rührige Boxszene mit lokal verwurzelten Veranstaltern gibt, die den Sport am Leben halten. Eine sehr rührige Region ist der Westen der Republik.
Der ehemalige Internationale Deutsche Meister im Schwergewicht, Mario Guedes, veranstaltet schon seit langem in und um Aachen Boxshows und hat mittlerweile schon so etwas wie Kultstatus. Seine besten Boxer sind zurzeit: Jessica Balogun (21 Kämpfe, 20 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage), die wohl von der Weltergewichtsweltmeisterin Cecilia Braekhus gefürchtet wird, der Junior Weltergewichtler Erve Mbongo (12 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und sein im Cruisergewicht boxender Sohn Mario Guedes Jr. (6 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO).
Der ehemalige Super Mittelgewichtler Jerry Elliott veranstaltet in seinem Gym in Köln regelmäßig Shows. Elliott hat wohl im Augenblick keinen Boxer, der heraussticht. Jedoch sind seine Boxveranstaltungen immer gut besucht. Zum einen wegen des Boxens und zum anderen wegen seiner berühmten After-Show Partys.
In den letzten Monaten gab es immer mehr Profiboxveranstaltungen in Essen, wie zuletzt im Punch Fitness Alive. Jedoch hat sich noch kein Ort herauskristallisiert, an dem das Boxen in Essen seine Heimat finden könnte.
Erst letzten Samstag veranstaltete Manni Faber vom South Side Boxing Gym in Krefeld zum ersten Mal. Der umtriebige Faber hat zwei Boxerinnen am Start, die man im Auge behalten sollte: Derya Saki und Sarah Louise Peters. Es sieht danach aus, als hätte das Profiboxen in Krefeld eine dauerhafte Heimat gefunden.
In Düsseldorf finden im Freudenreich Professional Boxing Gym regelmäßig Veranstaltungen mit Profibeteiligung statt. Auch am Freitag steigen wieder Profis in den Ring. Hauptkämpfer ist der viel versprechende Junior Weltergewichtler Robert Tlatlik (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO). Er wird es mit dem sehr erfahrenen Suleyman Dag (34 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 27 Niederlagen, 19 durch KO) zu tun. Für Tlatlik dürfte dies ein erster Härtetest sein.
© Uwe Betker

Foto: Sanin Samil Sam

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(c) Uwe Betker

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28. September 2011 at 23:59

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Foto: Arthur Abraham

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28. September 2011 at 23:59

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Das deutsche Fachblatt und die englischen Fachblätter für Boxen

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Vor kurzem flog ich nach England. Am Flughafen in Deutschland kam ich auf die Idee mir einen BoxSport, das deutsche „Fachblatt“ für Boxen zu kaufen. Ich konnte aber in keinem der vielen Buch- und Zeitschriftenläden die Zeitschrift finden. Ein Mitarbeiter von BoxSport, den ich später darauf ansprach, meinte hierzu mit bitterer Ironie: „Vermutlich war er schon ausverkauft!“ In England gibt es, soweit ich weiß, zwei Boxzeitschriften, die Boxing Monthly, die, wie der Name schon sagt, monatlich erscheint und die Boxing News, die jede Woche rauskommt.
Offensichtlich sind beide Zeitschriften nicht so ausverkauft wie der BoxSport, denn selbst die kleinsten Zeitschrifthändler auf U-Bahnstationen führen sie meist.
Wenn man die englischen Zeitschriften dann liest, nachdem man bislang den Boxsport gewöhnt war, erlebt man einen wahren Schock. Diese Zeitschriften schreiben tatsächlich übers Boxen, und das auch noch kritisch und mit Sachverstand. Sogar über kleinere nationale Veranstaltungen wird berichtet und über Vorkämpfe. Auch die großen internationalen Kämpfe bekommen natürlich ihren Platz in den Zeitschriften eingeräumt. Was mir weiter auffiel war, dass man dabei auch nicht das Gefühl bekam, dass die Redaktionen den großen nationalen Veranstaltern nach den Mund schreiben. Es gibt da beispielsweise keine Berichte über After-Show Partys und darüber, was irgendwelche Prominente über irgendwelche Kämpfe so denken – womit ich natürlich nichts über oder gegen den Boxsport gesagt haben möchte. Der Deutsche Sportverlag und der Herausgeber und Chefredakteur Hans Reski werden wohl ihre Gründe haben, den BoxSport so zu gestalten wie sie es nun mal machen. Mir persönlich ist die „englische“ Art über Boxen zu berichten lieber.
© Uwe Betker

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26. September 2011 at 23:59

Foto: Oktay Urkal

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25. September 2011 at 23:59

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Foto: Alexander Abraham und Ulli Wegner

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(C) Uwe Betker

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25. September 2011 at 23:59

Wie schwach und alt muss ein Gegner sein, damit er um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht boxen darf?

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Für Alexander Povetkin (22 Kämpfe, 22 Siege, 15 durch KO), den Internationalen Deutschen Meister – falsch, den Weltmeister im Schwergewicht der WBA (World Boxing Association), wird ein Gegner gesucht. Nun ist es allgemein üblich, dass ein frischgebackener Weltmeister in seiner ersten Titelverteidigung einen relativ leichten Gegner vorgesetzt bekommt. Ob man dies auch anwenden muss, wenn der Weltmeister nicht der „richtige“ Weltmeister ist, sei dahin gestellt. Tatsache ist, für den am 17. Dezember 2011 in Zürich (Schweiz) geplanten Kampf sucht der berliner Veranstalter Sauerland Event einen Gegner, gegen den sein neuer Weltmeister möglichst nicht verliert.
Natürlich will Sauerland Event noch lange Geld mit Povetkin verdienen und die Bezeichnung Schwergewichtsweltmeister hört sich wirklich furcht- und restspekteinflößend an. Nun kann man sich fragen, was es bedeuten kann, wenn ernsthaft Evander „The Real Deal“ Holyfield (57 Kämpfe, 44 Siege, 29 durch KO, 10 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) als Gegner in Betracht kommt. Hat die Mannschaft um Wilfried Sauerland so wenig Zutrauen in die Fähigkeiten ihres Boxers, dass sie einen 49 Jahre alten Boxer in Erwägung zieht, dessen beste Zeit 15 Jahre zurückliegt.
Ich hätte da ein paar Vorschläge: Wieso versucht Sauerland Event nicht Jürgen Blin, Karl Mildenberger oder Muhammad Ali aus dem Ruhestand zurück in den Ring zu holen. Unser „zaghafter Zar“ Povetkin wird vermutlich gegen sie eindrucksvoll gewinnen und er kann dann für sich in Anspruch nehmen, einen großen Namen besiegt zu haben. Denn darum geht es doch wohl bei dem möglichen Holyfield-Kampf.
© Uwe Betker