Box-Blog

Der DBV und seine Schiedsvereinbarung auf vertraglicher Basis

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Es ist gut möglich, dass ich mich irre – das ist eigentlich zu jeder Zeit möglich. Es ist auch gut möglich, dass mir nur von Kaderboxern berichtet wird, die Angsthasen, Warmduscher, Feiglinge, Schlappschwänze und Weicheier sind. Die Amateurboxer, welche der DBV, der Deutsche Boxsportverband e.V., unter Vertrag nehmen will, sind nämlich wohl nicht begeistert von der 17-seitigen „Schiedsvereinbarung auf vertraglicher Basis“, den sie unterschreiben sollen. Der DBV, ein eingetragener Verein, hat durch die Unterstützung des DOSB, des Deutschen Olympischen Sportbundes, praktisch das Monopol auf das Amateurboxen in Deutschland. Dieses Monopol nutzt der DBV auch offenbar weidlich, wenn nicht gar hemmungslos, aus.
Wenn meine Informationen richtig sind, drohen DBV-Vertreter den Kaderboxern unverhohlen. Wer nicht unterschreibt, bekommt keine Förderung, sei es in Form von mehr Sporthilfe, in Form von Turnierteilnahmen (WSB, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Olympischen Spiele, Militärweltmeisterschaften usw.), Sportschulen oder anderem. Es kann natürlich immer noch sein, dass die Jugendlichen, von denen ich gehört habe, Angsthasen, Warmduscher, Feiglinge, Schlappschwänze und Weicheier sind.
Den Boxern des DBV werden Verträge zur Unterzeichnung vorgelegt, mit denen sie sich langfristig an den DBV binden. Ist sich eigentlich das Bundesinnenministerium (BMI) darüber im Klaren, welche Ziele der Präsident des DBV, Jürgen Kyas, und dessen Sportdirektor, Michael Müller, verfolgen? Weiß der parlamentarische Staatssekretär im BMI Christoph Bergner von dem Vertrag und davon, dass der DBV seine Athleten offenbar massiv unter Druck setzt? Wissen die Verantwortlichen im Ministerium, welche Summen der DBV einzunehmen gedenkt? Sind sich die Förderer des olympischen Sportes darüber im Klaren, dass der DBV praktisch Steuergelder dafür nutzt, um zusammen mit der AIBA, der International Boxing Association, das Profiboxen unter Kontrolle zu bekommen? Wieso werden überhaupt deutsche Steuergelder dafür ausgegeben, dass die AIBA, eine Organisation mit Sitz in der Schweiz, und deren Präsident Dr. Ching-Kuo Wu aus Taiwan, der übrigens bisher nicht gerade durch einen besonders demokratischen Führungsstil aufgefallen ist, in naher Zukunft noch reicher zu werden gedenken. Denn machen wir uns nichts vor, das Ziel der AIBA ist es, alles Boxen zu kontrollieren. Muss dieses Ziel wirklich mit deutschen Steuergeldern unterstützt werden?
© Uwe Betker

2 Antworten

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  1. Bisher haben sich Profi-Boxställe immer ungeniert bei den Amateuren bedienen können.
    War das in Ordnung?
    Jahrelange Aufbauarbeit in Vereinen wurde niemals honoriert!
    Die Boxer wurden abgegriffen, ausgenutzt – und fallengelassen, wenn sie nicht ausreichend „vermarktet“ werden konnten.
    Wer hat die Aufbauarbeit dieser hier als „Weicheier“ und „Warmduscher“ betitelten Boxer denn bezahlt? Das Vereinsmitglied im Amateurboxverein, oder etwa nicht?
    DAS war die Ungerechtigkeit gegenüber allen engagierten Trainern und Funktionären im Amateurbereich!
    Sich gegen diese Machenschaften zu wehren, war längst überfällig.

    Joachim Raeder

    19. Februar 2013 at 23:59

    • Der DBV versuchte nur sehr halbherzig sich „die Ausbildung der Boxer“ von den Veranstaltern im Profiboxen vergüten zu lassen.
      Problematisch ist, dass die Boxer wieder nur als Ware behandelt werden. Nur 10% des Geldes, was der DBV einnehmen will bekommen die Vereine, der Rest stecken sich die Verbände und Funktionäre in die Tasche.
      Problematisch ist weiter, dass die AIBA versucht das ganze Boxen; Orofi- und Amateurboxen zu monopolisieren. Und die Herren der AIBA sind nach meiner Einschätzung „nlütenreine Demokraten“. Da sind mir ehrlich gesagt die Profiveranstelter lieber. die behandeln ihre Boxer besser.

      betker

      20. Februar 2013 at 23:59


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