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Sebastian Tlatlik: Ein Salto Rückwärts und fünf Schritte vor

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Die Geschichte hört sich etwas schräg an. Da will ein Mann, der schon eine erfolgreiche Amateurkarriere hinter sich gebracht hat und hiernach ein ebenso erfolgreicher Trainer wurde und inzwischen auch noch diverse Box- und große MMA-Events veranstaltet, wieder in den Ring steigen, um seine Profikarriere zu starten. Der Mann, von dem hier die Rede ist, heißt Sebastian Tlatlik.
Tlatlik begann 2001 erst spät, mit knapp 19 Jahren, mit dem Boxen. Er bestritt 76 Kämpfe, von denen er 50 für sich entscheiden konnte. Zweimal endete der Kampf unentschieden und 24-mal musste er sich geschlagen geben. Zu seinen größten individuellen Erfolgen zählte der Vize Deutsche Meistertitel (2006, 51kg) sowie der 3.Platz bei den Deutschen Meisterschaften (2004, 57kg). Er gewann 2004 beim Internationalen Turnier in Krakau „Goldener Boxhandschuh“ den 1.Platz (57kg). 2006 war er Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft, u. a. mit Einsätzen beim Chemie Pokal (51kg). Hinzu kommen drei deutschen Mannschaftsmeisterschaften mit dem Velberter Boxclub in der 1.Bundesliga (2008, 2009, 2010). Insgesamt boxte er sieben Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga mit Stationen bei Ringfrei Mülheim, MBR Hamm und dem Velberter Boxclub.
Nach dem Ende seiner Amateurkarriere blieb er dem Kampfsport verbunden. Zum einen arbeitete er als Trainer und zum anderen als Veranstalter. Zwei seiner Schützlinge (U 15) wurden 2012 deutsche Meister. Ein Jahr später wurde wieder einer seiner Boxer deutscher Meister, dieser erreichte dann auch noch einen 5.Platz bei der Europameisterschaft. Seit 2007 organisiert er Kampfsport-Veranstaltungen, Events sowohl im Bereich Boxen als auch im Bereich MMA. Seine MMA Events, Respect FC, dürften jedem in Deutschland inzwischen ein Begriff sein.
Seit sein Bruder Robert Tlatlik (14 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO) 2011 Profi wurde, beschäftigt er sich auch intensiv mit der Profiboxszene in Deutschland. „Nach zweieinhalb Jahren Inaktivität bin ich der Meinung, immer noch in der Nationalen Szene ohne Probleme mithalten zu können. Ich bin sogar fest davon überzeugt, im Profibereich mehr erreichen zu können als im Amateurbereich. Mein Ziel ist jetzt, mein Debüt am 23.03.2014 in Essen zu gewinnen. Ich bin davon überzeugt, dass ich Internationaler Deutscher Meister im Super Federgewicht werden kann. Dann sehen wir weiter.“ Weiter führt Tlatlik aus: „Im Profibereich bin ich für Freudenreich Professional Boxing aus Düsseldorf aktiv. Mit meinem Team, bestehend aus Stefan Freudenreich, meinem Trainer und den Betreuern Ramy Kassab und meinem Bruder Robert Tlatlik bin ich bestens dafür aufgestellt, meine Ziele als Profi zu erreichen.“ Der Schritt in Profilager fällt Tlatlik nicht leicht. „Leider entwickelt sich der Deutsche Amateur Boxverband so gut wie gar nicht, weil die Führungsebene entweder total verschlossen, perspektivlos oder gar schlimmeres ist. Es gibt nur wenige Vereine, Trainer und Funktionäre, die wirklich den Sport im Vordergrund sehen und fördern. Diese werden jedoch leider nie die Möglichkeit bekommen aufzusteigen. Denn nicht die Leistung zählt, sondern die Kontakte. Dass es auch anders geht, zeigen uns unsere Nachbarländer, in denen Profis und Amateure zusammen kooperieren und sogar gemeinsam veranstalten. In Deutschland dagegen arbeitet der Amateurverband gegen den Profibereich und droht seinen jungen Sportlern mit lebenslangen Sperren, sollten Sie bei Profis trainieren. Durch meinen Wechsel in den Profibereich, bin ich gezwungen dem Deutschen Boxverband den Rücken zu kehren und somit das Profiboxen zu meinem neuen Zuhause zu ernennen.“ Wir dürfen gespannt sein, wie weit Sebastian Tlatlik als Profiboxer kommt.
Ich persönlich drücke ihm die Daumen.
(C) Uwe Betke

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