Box-Blog

Archive for Mai 2014

Foto: Adam Gadajev vs. Ihar Karavaeu

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Profiboxen eins 488
(C) Reinhard Zillmer

Written by betker

30. Mai 2014 at 23:59

Über die Stunde des größten sportlichen Erfolgs von Adnan Catic

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Am 07.12.2013 wurde Adnan Catic (45 Kämpfe, 39 Siege, 18 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden), der auch unter dem Künstlername Felix Sturm bekannt ist, zum vierten Mal Weltmeister. Er ist nun Weltmeister im Mittelgewicht nach Version IBF. Damit wurde eine zukünftige Aufnahme in die International Boxing Hall Of Fame wahrscheinlicher. Er besiegte den amtierenden Weltmeister der International Boxing Federation, Darren Barker (28 Kämpfe, 26 Siege, 16 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Sein Sieg war beeindruckend. Eigentlich sollte man meinen, dass nach einer so großartigen boxerischen Leistung die Kritik an ihm nun verstummen würde. Dem ist aber nicht so. Catic schaffte es in der Stunde seines größten sportlichen Erfolges, viele gegen sich aufzubringen.
Als Catic ins Profilager wechselte, gab er sich den Namen Felix Sturm. Ich persönlich hatte immer Probleme mit diesem Namen, denn ich habe ihn vermutlich häufiger unter dem Namen Catic boxen sehen, als unter dem Namen Sturm. Deshalb benutzte ich auch in meinen Berichten über ihn immer wieder seinen Geburtsnamen, also den Namen, den ihm seine Mutter gegeben hat. Das gefiel aber wohl nicht immer allen aus seinem Umkreis. Man kann wohl davon ausgehen, dass Catic sein Glück gemacht hat. Er dürfte einen zweistelligen Millionenbetrag in Deutschland erboxt haben.
Was also ist nun schon wieder passiert, dass Catic trotz seines großartigen Sieges angegriffen wird? Nach seinem Sieg gegen Barker versuchte ihn eine Dame von SAT1 im Ring zu interviewen. SAT1 hat als übertragender TV Sender und damit auch als die Haupteinnahmequelle von Catic doch wohl jedes Recht dazu, seinen Boxer, den er schließlich mit seinen Geld bezahlt, zu interviewen. Wer zahlt, bestimmt auch die Musik.
Ich persönlich finde es zwar eine Unart, Sportlern nach vollbrachter Leistung ein Mikrofon unter die Nase zu halten. Es ist aber nun mal üblich, auch wenn selten etwas Vernünftiges dabei herauskommt. Bei Catic kam eine Rede auf bosnisch heraus: „Bosnien ist Champion und wird immer Champion bleiben.“ Danach sprach er Englisch und danach dann auch Deutsch. Im Internet brach eine heftige Diskussion los. Viele sahen es als Affront an, dass Catic nicht die Frage beantwortete, sondern erst ein Statement auf Bosnisch abgab. Es ist natürlich relativ leicht, diejenigen, die sich darüber aufgeregt haben, in die rechte Ecke zu schieben oder ihnen Nationalismus vorzuwerfen.
Aber vielleicht wäre es ja gar nicht schlecht, wenn Adnan Catic – oder Felix Sturm – erst mal für sich selber die Frage nach seiner Nationalität beantwortet und eventuell diese Antwort dann auch den Boxfans und seinem Fernsehsender mitteilt. Vor seinen Kämpfen erheben sich schließlich alle Zuschauer in der Halle, weil für ihn, den in Leverkusen geborenen deutschen Staatsbürger, die deutsche Nationalhymne gespielt und gesungen wird. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich von Menschen, die sich als seine Freunde ausgaben bedroht wurde, weil ich in Artikeln über Felix Sturm seinen Geburtsnamen nannte.
Man könnte argumentieren – und einige Verteidiger von Catic haben das auch getan -, dass er sich eben im Überschwang seiner Gefühle erst an seine „Landsleute“ gewendet hat. Man könnte hier jetzt auch noch das furchtbare Schicksal Bosniens im jugoslawischen Bürgerkrieg anführen. Die Verteidigung stützt sich also genau betrachtet auf zwei Erklärungsansätze: sie führt seinen emotionalen Stress und seine bosnische Identität an.
Dem 34-jährigen Vierfachweltmeister Catic zu unterstellen, dass er nach einem Kampf nicht weiß, was er tut und was er sagt, erscheint mir persönlich allerdings eher beleidigend. Er ist seit Jahren im Boxgeschäft und seit Jahren hat er intensiv mit Medien zu tun. Er ist ein Profi. Man muss ihm somit schon unterstellen, dass er genau wusste, was er tat. Nur seine Motive hat er uns leider noch nicht offenbart.
Was nun seine angebliche bosnische Identität angeht, so verwirrt sie mich. Ist Catic nicht ein in Leverkusen geborener und aufgewachsener Deutscher? Änderte er nicht seinen Namen in Felix Sturm, um sich damit besser vermarkten zu können und besser von seinen Landleuten, damit meine ich die Deutschen, akzeptiert zu werden? Lässt er nicht die deutsche Nationalhymne vor seinen Kämpfen absingen?
Er ist nicht nach dem Barker Kampf hingegangen und hat der SAT1 Moderatorin gesagt: „Ich beantworte ihre Frage gleich, aber mir ist es aus diesen und jenen Gründen ein Bedürfnis erst etwas meinen bosnischen Fans zu sagen“. Hätte er sich so verhalten, dann hätte ihn wohl kein Mensch wohl kritisiert.
Man muss dem Medienprofi Catic wohl unterstellen, dass er ganz bewusst getan hat, was er tat, nämlich die Bedürfnisse seines TV-Senders und somit seines Arbeitgebers ignorieren. Vermutlich bewusst ignorierte er auch die Wünsche der deutschen Fernsehzuschauer. Die Gründe hierfür hat er uns bis heute nicht mitgeteilt.
Am 31.01.2014 boxt Adnan Catic alias Felix Sturm in Krefeld gegen Sam Soliman (55 Kämpfe, 43 Siege, 18 durch KO, 11 Niederlagen, 1 durch KO). SAT1 überträgt den Kampf.
(C) Uwe Betker

Foto: Omar Siala vs. Pavel Hermann

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Boxen Lübeck 1 235
(C) Reinhard Zillmer

Written by betker

29. Mai 2014 at 23:59

Plakat: Alexander Povetkin vs. Manuel Charr

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PovetkinCharr_Plakat

Written by betker

28. Mai 2014 at 23:59

Foto: Adam Gadajev vs. Ihar Karavaeu

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Profiboxen eins 453
(C) Reinhard Zillmer

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28. Mai 2014 at 23:59

Foto: Samir Nebo vs. Henadzi Daniliuk

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Profiboxen drei 191
(C) Reinhard Zillmer

Written by betker

27. Mai 2014 at 23:59

Gastbeitrag von Jean-Marcel Nartz: Die Klasse aller Klassen

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Seit 1892 gab es stets in der Klasse aller Klassen Ausnahmeboxer, die die Szene beherrschten. Es gab immer einen Superstar, der als unbesiegbar galt, was allerdings nicht immer stimmte, denn so manch unbekannter Herausforderer sorgte mit einen Schlag für eine Sensation. Das ist das, was das zahlende Publikum so liebt am Schwergewichtsboxen.
Kommen wir zu einigen Stars, die als unschlagbar galten, aber alle dann doch, außer Rocky Marciano, irgendwann mal verloren. Es begann 1899 mit dem Amerikaner James J. Jeffries, der bis 1904 sechsmal den Titel verteidigte. Damals gab es noch keine Rundenzahlen. Es ging immer bis zur Dunkelheit – immer bis zur totalen Entscheidung. 25 Runden waren damals nicht unüblich und wenn es Flutlicht gegeben hätte, dann wäre es auch länger gegangen!
Später war es dann von 1919 bis 1923 Jack Dempsey, der fünfmal den Titel verteidigte und dann sensationell gegen Gene Tunney verlor. Dann kam Max Schmeling, der einmal den Titel verteidigte und dann wechselte alles nach jeden Kampf, bis 1937 Joe Louis kam, der bis 1948 25 (!) mal den Titel verteidigte. Dann kam der einzige Schwergewichtsweltmeister, der ungeschlagen abtrat, Rocky Marciano, der von 1952 bis 1955 sechsmal den Titel verteidigte.
Zu bedenken ist bis 1962, dass es immer nur einen Verband gab und nicht 17 wie heute! 1964 kam Cassius Clay (später Muhammad Ali), der Liston stoppte und bis zu seiner Verhaftung wegen Fahnenflucht 1967 achtmal seinen WBC-Titel verteidigte und erst 1974 wieder Champion wurde, wo er bis 1978 neunmal den Titel verteidigte. Er war und ist der Größte aller Zeiten! In Abwesenheit von Ali dominierte der Strassenfighter Joe Frazier von 1969 bis 1973 als Titelträger mit acht Titelverteidigungen. Es folgte George Foreman von 1973-1974 mit zwei Titelverteidigungen, bevor in den Kampf gegen Ali antrat und vorzeitig verlor.V on 1978 bis 1985 war Larry Holmes der neue Superweltmeister, der zwanzigmal den Titel verteidigte, ehe ihn Michael Spinks über 15(!) Runden auspunktete. 1986 kam, sah und siegte nur noch der damals jüngste Weltmeister aller Zeiten im Schwergewicht, Mike Tyson, der bis 1990 zehnmal den Titel verteidigte. Evander Holyfield verteidigte bis 1994 dreimal den Titel, den er dann an Michael Moorer verlor, diesen sich 1996 von WBA-Weltmeister Tyson wieder holte und 1999 nach drei Titelverteidigungen an Lennox Lewis wieder verlor. Lewis war mit kurzer Unterbrechung von 1993 bis 2003 WBC-Weltmeister und hat den Titel 22 mal verteidigt.
WBO-Weltmeister war Vitali Klitschko von 1999 bis 2000 und verteidigte zweimal den Titel. Dann wurde er von 2004-2014 WBC-Weltmeister mit 11 Titelverteidigungen.Von 2000 bis 2003 war dann Wladimir Klitschko WBO-Weltmeister mit 5 Titelverteidigungen.2006 holte er sich den IBF-Titel. Es folgten bis zum heutigen Tag den Titelgewinne von WBA-und-WBO und insgesamt 15 Titelverteidigungen. Der achtunddreißigjährige Klitschko hat die Weltranglisten rauf und runter geboxt und außer Überheblichkeit und Unachtsamkeit kann ihn keiner stoppen.
(C) Jean-Marcel Nartz