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Rezension: „Fighting men of London“ von Alex Darley

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„Fighting men of London – Voices from inside the ropes“ von Alex Darley, ist ein Buch über sieben Boxer aus London, die zwischen 1939 und 1962 als Profis in den Ring gestiegen sind. Die meisten dieser Boxer dürften fast allen hiesigen Lesern unbekannt sein: Der Bantamgewichtler Sid Nathan (16 Kämpfe, 14 Siege, 7 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO), der Leichtgewichtler
Ted Berry (19 Kämpfe, 19 Siege, 15 durch KO), der Halbschwergewichtler Jock Taylor (46 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 19 Niederlagen, 6 durch KO, 4 Unentschieden), der Mittelgewichtler Jack Streek (23 Kämpfe, 14 Kämpfe, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden), der Weltergewichtler Albert Carroll (56 Kämpfe, 38 Siege, 5 durch KO, 17 Niederlagen, 8 durch KO, 1 Unentschieden), der Leichtgewichtler Teddy Lewis (38 Kämpfe, 29 Sieg, 12 durch KO, 8 Niederlagen, 5 durch KO 5, 1 Unentschieden) und der Federgewichtler Sammy McCarthy (53 Kämpfe, 44 Siege, 26 durch KO, 8 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden). Die meisten haben „nur“ kleine regionale Titel errungen. Nur einer, Sammy McCarthy, wurde Britischer und Commonwealthmeister. Trotzdem ist das Buch durchaus lesenswert.
Grundlage des Buches von Alex Darley sind Interviews, die er mit den Boxern führte. Der Autor versucht nicht, klüger zu sein als seine zum Teil schon sehr alten Gesprächspartner, was eine besondere Stärke des Buches ist. Er ergänzt deren Bericht schon mal durch Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel. Das macht er aber nicht besserwisserisch – und vor allem er respektiert stets die Grenzen der Interviewten.
„Fighting men of London“ ist ein Buch, in dem sieben Männer erzählen, wie sie als Kinder und junge Männer den Bombenkrieg erlebten, wie sie in einem der unzähligen Boxklubs mit dem Boxen anfingen, wie sie sich an ihre Profikarriere erinnern und was sie später machten. Man hört Geschichten vom sozialen Aufstieg, vom Abrutschen in die Kriminalität und alles dazwischen. Es tauchen immer wieder die berüchtigten Zwillinge Reginald und Ronald Kray auf.
Darley schafft es, mit Hilfe seiner Boxer eine Welt, die verschwunden ist, wieder aufleben zu lassen. Stadtviertel werden lebendig, in denen heute Immobilen Millionen kosten, die damals aber Armeleutegegenden waren, in denen die Menschen um ihr Überleben kämpften.
Im London der Nachkriegszeit gab es an jedem Tag in der Woche Profiboxveranstaltungen. Überall gab es Veranstaltungsorte und Gyms. Die sieben interviewten Boxer waren alle in ihrer Zeit, der nicht TV-Zeit, Stars, in ihrem Viertel, in London oder in Großbritannien. – Ein lesenswertes, unterhaltsames Buch.
© Uwe Betker

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