Box-Blog

Archive for April 2016

Foto: Eimer

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(C) Uwe Betker

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Written by betker

20. April 2016 at 23:59

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Eine Annäherung an das Phänomen Granit Shala

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Wer zum Profiboxen geht, d.h. zum Profiboxen außerhalb der Eventkultur der Arenen und Stadien, stolpert irgendwann über „Don“ Granit Shala. Er ist Veranstalter. Einem Artikel von 2013 zufolge ist er der jüngste Box-Promoter Europas. Er ist Gastronom im Ruhrgebiet und wird bald sein fünftes Restaurant eröffnen. Er ist Profiboxer. Er boxt im Super Weltergewicht und ist ungeschlagen. Alle seine sechs Profikämpfe hat er durch KO gewonnen. Und er ist so etwas wie ein Star in Albanien. Schon zweimal spielte er in albanischen Filmen mit, das eine Mal als „Don“ Granit, einen Boxer, und das andere Mal als Flüchtling. Unlängst war er Juror bei der Wahl der Miss Albanien und Miss Kosovo. Am 29.10.2016 wird er in Essen um zwei WBC Titel kämpfen, um den Europa Titel und den International Titel. Ein albanischer TV Sender überträgt. – Soweit die Fakten.
Die nackten Fakten erklären aber nicht, warum ein Boxer, der laut boxrec nur die Nummer 30 in Deutschland und die 1009 in der Welt ist, so viel Aufmerksamkeit bekommt. Um das Phänomen Granit Shala zu verstehen, muss man ihn in einen seiner Restaurants besuchen und ihn dort beobachten. Shala ist Vollblutgastronom. Er umsorgt sein Gäste, gibt ihnen, was sie möchten und vermittelt ihnen, dass er das, was er tut, gerne macht. Genau so ist er auch im Boxring.
Shala gibt seinen Zuschauern das, was sie möchten – nämlich eine Show. Welcher Boxer kommt schon zu einem Vierrunder in einem folkloristischen Kostüm in den Ring und lässt dann noch vorher ein Lied live singen? Wer würde so etwas überhaupt wagen? Aber genau so ist „Don“ Granit Shala. Die Zuschauer, die für ihn in die Halle kommen, wollen gar nicht sehen, wie zwei Boxer ihre Kräfte aneinander messen. – Das interessiert sie überhaupt nicht. Nein, sie kommen, um Shala seine Show machen zu sehen – und er gibt seinen Zuschauern auch, was sie wollen.
Nun gibt es jedoch wohl auch einige in der Profiboxszene, für die Shala ein rotes Tuch ist.
Ich kann mich an eine Veranstaltung erinnern, bei der Shala gegen einen Gegner boxte, den ich mir selbst auch zugetraut hätte. Nach dem Kampf kam ich mit einem Ehepaar ins Gespräch. Sie erzählten mir, dass sie öfter in ein von Shalas Restaurants zum Essen gehen, weil sie ihn persönlich mögen. Zum Boxen würden sie nur sehr selten gehen, aber für Shala würden sie es eben machen, weil sie ihn mögen. – Die Qualität des Gegners war denen vollkommen egal. Sie wollten eine Show mit Shala, und die bekamen sie. Also waren sie zufrieden. – „Don“ Granit Shala ist ein Phänomen.
© Uwe Betker

Foto: Wanik Awdijan

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(C) Uwe Betker

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19. April 2016 at 23:59

Foto: Özlem Sahin (mit Trainer Frank Lubitz und Brigitte Gassert)

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(C) Uwe Betker

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19. April 2016 at 23:59

Foto: Sascha Arsumanjan vs. Josef Obeslo

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(C) Uwe Betker

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19. April 2016 at 23:59

Foto: Tyrone Spong vs. Emre Altintas

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(C) Devad Handanovic

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19. April 2016 at 23:59

Über Felix Sturm, Doping im deutschen Profiboxen und über Doping im Allgemeinen

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Felix Sturm (49 Kämpfe, 40 Siege, 18 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO, 3 Unentschieden) hat ein Problem. Der amtierende Super Champion der WBA war laut Presseberichten bei seinem letzten Sieg über Fedor Chudinov (14 Kämpfe, 14 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage) am 20.02.2016 in Oberhausen, der nicht einmal unumstritten war, gedopt. In seiner Dopingprobe fand man die verbotene Substanz Hydro-XY-Stanozolol. Stanozolol ist, laut Wikipedia „ein synthetisches anaboles Steroid, das sich vom Testosteron ableitet. Der Besitz von nicht geringen Mengen Stanozolol (gemäß Dopingmittel-Mengen-Verordnung über 150 mg) zu Dopingzwecken steht laut Arzneimittelgesetz in Deutschland unter Strafe.“
Ich muss zugeben, dass ich kein Spezialist für Doping bin, daher kann ich auch nichts sagen über den Nutzen von Stanozolol beim Boxen. Thomas Pütz, der Präsident des BDB, wird wie folgt zitiert: „Dieses Mittel bringt einem Boxer noch nicht einmal was – es kommt aus dem Bereich des Bodybuilding.“ Viele schreibende Kollegen haben diese Information aufgegriffen und kolportieren sie. Wenn man aber Stanozolol googlet, kann man den Eindruck bekommen, dass dieses anabole Steroid im Leistungssport aber doch immerhin sehr weit verbreitet ist. Positiv getestet auf Stanozolol wurden u. a. der Leichtathletiksuperstar Ben Johnson. Aber auch Langstreckenläufer, Gewichtheber, Ringer, Baseballspieler und natürlich nicht zu vergessen Radsportler. Wie gesagt, ich bin kein Dopingspezialist, und natürlich kann ich mich irren. Aber mir scheint Stanozolol nun kein Mittel vor allem für Bodybuilder zu sein, sondern eher so was wie ein Universalmittel für alle Doper in allen Sportarten.
Eine Anmerkung vom Präsidenten des Bundes Deutscher Berufsboxer ist noch bemerkenswert. Er sagte wohl: „Mich hat das auch völlig überraschend getroffen. Die WBA hat uns nicht informiert. Sturm ist lizenzierter Boxer des BDB, der Kampf hat in Deutschland stattgefunden und nach den Regeln des BDB. Wir haben den Kampf beaufsichtigt. Das ist für mich alles komisch und undurchsichtig. Die WBA hätte zunächst uns informieren müssen. So einen Vorgang habe ich noch nie erlebt.“
Seltsam ist es schon, dass das Ergebnis acht Wochen nach dem Kampf erst herauskommt. Auch das Verhalten der World Boxing Association ist seltsam. Andererseits meine ich mich dunkel erinnern zu können, dass es da auch schon mal einen nationalen Verband gab, der ein Dopingvergehen nicht an den internationalen Verband gemeldet hat. Meine Erinnerung kann mich aber auch täuschen.
Sturm, der Hauptbetroffene, zeigte sich geschockt. Es sagte gegenüber einer Boulevardzeitung: „Ich kann beschwören, dass ich wissentlich solch ein Mittel nicht genommen habe.“ Und dann weiter: „Ich bin sicher hundertmal getestet worden, mit Blut und Urin. Nie hat es was gegeben. Ich habe ein absolut reines Gewissen. Ich werde jetzt einen Anwalt nehmen.“
Auch für Profisportler gilt die Unschuldsvermutung und daher sollte man Sturm auch zubilligen, dass er bis zum Beweis seiner Schuld als unschuldig zu gelten hat. Aber gerade das mit dem Beweis ist so eine Sache. Sturm kann natürlich die B-Probe öffnen und analysieren lassen. Aber an wie viele Dopingfälle kann ich mich erinnern, bei denen die B-Probe ein anderes Ergebnis erbrachte als die vorangegangene? – Keinen.
Man kann natürlich auch hingehen, was ziemlich in Mode gekommen ist, und die Genauigkeit der Testverfahren von Urinproben in Frage stellen. Dadurch würde dann jede Dopingprobe zur reinen Makulatur verkommen. Wie gesagt, ich bin kein Spezialist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass durch eine Blutprobe, die mehr als acht Wochen nach dem Kampf genommen wird, eine verbotene Substanz genauer festzustellen ist als durch eine Urinprobe direkt nach dem Kampf.
Ein Problem jedenfalls scheint sich mir immer wieder zu zeigen: Die verschiedenen Verbände und Länder haben in der Regel nur ein sehr schwaches Interesse daran, überhaupt gegen Doping vorzugehen. Wir erinnern uns an den Fall Fuentes. Solange die Überführten nur Radfahrer waren, wurde fleißig ermittelt und wurden Dopingsünder überführt. Kaum wurde sichtbar, dass auch Fußballer dopen, wurden die Akten schnell versiegelt. Die spanische Justiz wollte offensichtlich keine Beweise gegen Fußballer, schon gar nicht spanische, wahrnehmen.
Der von uns doch so verehrte Trainer von Bayern München Josep „Pep“ Guardiola i Sala war tief in einen Dopingfall verwickelt. 2001 wurde er positiv auf Nandrolon getestet, einem anabolen Steroid. Er wurde sogar für vier Monate (!) gesperrt. 2005 wurde er als erster Spieler wegen Dopings zu einer Haftstrafe von sieben Monaten und einer Geldstrafe von 9.000 Euro verurteilt. Er legte Berufung ein und blieb bis zur Verhandlung in Freiheit. 2009 wurde er dann von sämtlichen Dopingvorwürfen freigesprochen. Interessant finde ich vor allem, dass niemals öffentlich die Frage gestellt wurde, ob man einen Mann, der bis zu den Hüften in eine Dopingaffäre verwickelt war, denn überhaupt als Trainer – als „Vorbild für die Jugend“ – nehmen kann.
Die Dopingskandale im deutschen Profiboxen häufen sich. Es stand oder steht der Verdacht im Raum, dass der Schwergewichtler Erkan Teper (15 Kämpfe, 15 Siege, 10 durch KO) am 17.07.2015 gegen David Price zum zweiten Mal gedopt war.
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Europameister im Halbschwergewichts Igor Mikhalkin (19 Kämpfe 18 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage) am 12.03.2016 gegen Patrick Bois positiv auf Meldonium getestet worden ist. Das Herz- und Kreislaufmedikament steht seit Anfang des Jahres aber auf der WADA-Liste für verbotene Substanzen. Mikhalkin gibt die Einnahme von Meldonium zu. Gibt aber zu bedenken: „bis vor wenigen Monaten war das ja auch erlaubt und in Russland absolut gängig. Ich habe nicht mitbekommen, dass es inzwischen verboten ist. Ich hatte es sowieso abgesetzt gehabt. Aber offenbar dauert es sehr lange, bis es im Körper komplett abgebaut wird.“ – Mir drängt sich aber die Frage auf: Nur weiß ich nicht, warum man Meldonium überhaupt nehmen sollte, wenn man keine Herz- Kreislaufprobleme hat.
Und nun ist also der Verdacht aufgetaucht, dass Felix Sturm in seinem letzten Kampf gedopt war. Wie schon gesagt, wir glauben natürlich alle, dass Sturm ein sauberer und fairer Sportsmann ist, der nicht dopt. Nichtsdestotrotz haben wir ein massives Dopingproblem im Profiboxen in Deutschland. Wir dürfen gespannt sein, ob die deutschen Verbände das nun auch lösen wollen, z.B. durch Trainingskontrollen und abschreckende Strafen – oder ob sie es aussitzen wollen.
© Uwe Betker

Foto: Özlem Sahin

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(C) Uwe Betker

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14. April 2016 at 23:59

Foto: Wanik Awdijan

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14. April 2016 at 23:59

Foto: Dominik Tietz vs. Javad Sadeghi

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(C) Uwe Betker

Written by betker

14. April 2016 at 23:59