Box-Blog

Archive for Februar 2017

Rezension: Boxing in the Los Angeles Area: 1880-2005 von Tracy Callis und Chuck Johnston

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Los Angeles und seine Umgebung ist eines der großen Boxzentren der USA. Hier gibt es nicht nur viele Boxveranstaltungen. Aus Los Angeles und Umgebung kommen auch solche Boxer wie Jim Jeffries, Solomon “Solly” Smith, “Mexican” Joe Rivers, Bert Colima, Fidel La Barba, Ace Hudkins, Jimmy McLarnin, Henry Armstrong, Enrique Bolanos, Art Aragon, Bobby Chacon, Danny “Little Red” Lopez, Armando Muniz, Oscar De La Hoya, “Sugar” Shane Mosley und Armando “Mando” Ramos, einer meiner absoluten Lieblingsboxer.
Andere Boxer, die nicht in Los Angeles und Umgebung lebten aber beliebt bei den Fans waren, boxten hier immer wieder. Unter ihnen Tommy Burns, George Godfrey, Alberto “Baby” Arizmendi, Ricardo “Pajarito” Moreno, Jose Becerra, Raymundo “Battling” Torres, Jose Napoles, Carlos Zarate, Jose “Pipino” Cuevas, Julio Cesar Chavez und Ruben Olivares, auch einer meiner Lieblingsboxer.
Große Weltmeisterschaftskämpfe wie der von Tommy Burns gegen Marvin Hart (im Schwergewicht 1906) oder Ad Wolgast gegen “Mexican” Joe Rivers (im Leichtgewicht 1912) fanden hier statt. Und die beiden Local Heroes „Sugar“ Shane Mosley und Oscar De La Hoya kämpften in Los Angeles 2000 um den Weltergewichtstitel. Kaum ein Großer des Boxens hat nicht irgendwann an diesem Ort geboxt.
Boxing in the Los Angeles Area 1880-2005 ist ein Geschichts-/Geschichtenbuch und gleichzeitig ein Bilderbuch. Auf nahezu allen seinen 155 Seiten finden sich drei bis vier Fotos, Kampfplakate, Tickets, Zeitungsausschnitte oder sonstige Abbildungen. Das Buch hat sieben Kapitel, von denen jedes eine Epoche abdeckt. Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchliest. Es ist vielmehr ein Buch, das einlädt zum Blättern, zum Schauen und zum kapitelweisen Lesen.
Die beiden Autoren Tracy Callis und Chuck Johnston sind ausgewiesene Boxhistoriker. Callis beschäftigt sich bereits seit 45 Jahren mit der Geschichte des Boxens. Er ist Mitglied der International Boxing Research Organization, maßgebliches Mitglied für die historischen Forschungen der Website “The Cyber Boxing Zone”, die ich nur ausdrücklich empfehlen kann, und Juror der International Boxing Hall of Fame. Auch Johnston ist Mitglied der International Boxing Research Organization und einer der beiden Herausgeber der Website “Boxing Records Web”.
Boxing in the Los Angeles Area: 1880-2005 gehört in jede gute Bibliothek für Boxbücher.
© Uwe Betker

Foto: Joseph Parker mit Trainer Kevin Barry

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27. Februar 2017 at 23:59

Foto: Siegerkranz (Deutsche Meisterschaft im Cruisergewicht)

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27. Februar 2017 at 23:59

Foto: Ringrichter Mustafa Erenay

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Foto: Dominik Tietz vs. Rustem Trott

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Foto: Tiran Metz

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Boxen in der Literatur: „The Minotaur, or Stopping in Oran” von Albert Camus

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Albert Camus (* 7. November 1913 in Mondovi, Französisch-Nordafrika, heute Dréan, Algerien; † 4. Januar 1960 nahe Villeblevin, Frankreich) ist einer der Großen der Literatur. Er erhielt 1957 den Nobelpreis für Literatur. Er war ein großer Schriftsteller und Philosoph. Er wird häufig dem Existentialismus zugeordnet. Er selber zählte sich nicht zu dieser Strömung. Seine Philosophie wird auch als „Philosophie des Absurden“ bezeichnet.
Um 1939 entstand der Essay „Minotaurus“, in dem Camus fünf Anekdoten oder Erinnerungen aus der algerischen Stadt Oran erzählt, der Stadt, in deren Nähe er geboren wurde und in der er aufwuchs und in der er später „194…“ auch „Die Pest“, eines seiner bekanntesten literarischen Werke, spielen lässt. In dem Essay beschreibt er die Stadt, das dortige Leben, die Menschen und ihren Sport in besonders liebevoller und sehr direkter Weise, aber auch mit Ironie und zum Teil beißendem Spott. „Gezwungen, mit einer der wundervollsten Landschaften vor Augen zu leben, haben die Bewohner von Oran diese schwierige Prüfung bestanden, indem sie sich mit hässlichen Bauten umgaben.“
In dem Absatz über Sport geht es um Boxen bzw. um eine Boxveranstaltung. Wenn Camus über Boxen schreibt, dann macht er das sowohl als Schriftsteller als auch als ehemaliger Boxer. Camus boxte selbst als Amateur im Mittelgewicht. Leider war es mir nicht möglich, etwas über die Box-Karriere von Camus zu erfahren.
Wie das obige Zitat über die Architektur von Oran ist auch sein Blick aufs Boxen ein ironischer. Camus nimmt uns mit in den Central Sporting Club in der Rue du Fondouk, in Oran. Es hört sich in etwa so an, wenn Camus über Boxen schreibt: Die Boxer, deren Namen auf den Plakaten stehen, sind weit davon entfernt, Meister zu sein. Einige steigen auch das erste Mal in den Ring. Weshalb ihr Mut größer ist als ihre boxerische Fähigkeit ist. Aber die Oranier sind elektrifiziert von dem Versprechen, dass Blut fließen wird. Weshalb sich auch „wirklichen Liebhaber des Sports“ einfinden.
Camus beschreibt die Halle, die Enge im Zuschauerraum, die unsägliche Musikbeschallung, den Gestank von Schweiß und vieles mehr. Einen der Kämpfe bestreiten zwei Boxer aus Algier und Oran, was zum Anlass genommen wird, die Rivalität zwischen den beiden Städten aufzurollen. Den Hauptkampf bestreiten ein französischer Seemann und ein oranischer Boxer. Der Heimboxer dominiert die ersten Runden, baut dann aber ab. Am Ende steht ein Unentschieden.
Camus‘ Ton ist durchgängig ironisch. Außerdem zeigt er bei den Beschreibungen der Kämpfe und den Reaktionen des Publikums immer wieder einen Hang zur Transzendenz und zieht Parallelen zu kultischen Handlungen. Spätestens hier nun wird einem schmerzhaft vor Augen geführt, dass Camus viel zu früh durch einen Autounfall aus dem Leben gerissen wurde. Hätte ein Camus Boxen konsequenter unter diesem Gesichtspunkt betrachten können, was hätte daraus für eine Abhandlung oder was für ein Buch werden können.
Den Essay „Minotaurus“ gibt es leider nicht auf Deutsch. Es gibt aber eine englische Übersetzung in einem Sammelband. Lesenswert!
© Uwe Betker