Box-Blog

Archive for April 2018

Über die Behandlung eines hochmalignen Karzinoms mit einem Placebo

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Doping im Sport stellt so etwas wie ein sich rasend schnell ausbreitendes Krebsgeschwür dar. Behandelt wird dieses Krebsgeschwür aber mit unbrauchbaren Medikamenten. Es geht hier nicht einfach darum, ein paar Sekunden oder Millesekunden schneller, ein paar Zentimeter weiter oder höher zu kommen und auch nicht um die illegale Beschaffung eines Vorteils gegenüber der Konkurrenz. Es geht hier um Betrug, denn es handelt sich um nicht weniger als um Betrug an den Zuschauern, den Medien und den Sponsoren.
Vermutlich ist Doping im Boxen die übelste Form des Dopings. Hier ist der Doper nicht nur ein Betrüger. Ein Boxer, der dopt, verübt, zumindest nach meinem Rechtsempfinden, vorsätzlich Körperverletzung. Er nimmt nämlich billigend in Kauf, seinem Gegenüber einen körperlichen Schaden zuzufügen. Ein dopender Boxer will seinen Gegner KO schlagen. Er will ihn körperlich schädigen. Er nimmt in Kauf, dass sein Opfer in späteren Jahren Folgeschäden seiner Schläge entwickelt. Einem solchen Boxer ist vermutlich sogar egal, wenn sein Gegner an den Folgeschäden sterben sollte.
http://www.ardmediathek.de/tv/Sport-inside/Doping-im-Boxen-Ring-frei/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=1493328&documentId=51022504
Und doch ist kaum jemand bereit, etwas gegen diese Missstände zu tun. Sieht man sich das dann an, was tatsächlich getan wird, so fühlt man sich erinnert an den Einsatz eines Medikaments ohne Wirkung bei einer Krebstherapie: Doping wird nicht öffentlich gemacht, es werden Sperren verhängt, die nicht länger dauern als eine normale Pause zwischen den Kämpfen, die errungenen Siege werden nicht aberkannt. Auch die Dokumentation „Doping im Boxen – Ring frei“, die unlängst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen lief, zieht ein ernüchterndes Fazit: „Die Glaubwürdigkeit der Dopingbekämpfung und der Protagonisten im Profiboxen, sie ist weiter hoch problematisch. In einer Sportart, in der vorsätzliche Körperverletzung die Regel ist, wurde offensichtlich viel zu lange nicht richtig hingeschaut.“
Auch wenn die angesprochene Dokumentation nicht sehr viele neue Informationen enthält, so ist sie doch definitiv sehenswert und präsentiert Details, über die man sich Gedanken machen sollte. Was mir persönlich bemerkenswert erschien, ist, dass sich Robert Rolle (18 Kämpfe, 17 Siege, 13 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) als einziger traut, vor der Kamera zu erklären, dass Doping im Profiboxen eine große Rolle spielt.
Zu beachten sind auch zwei Äußerungen von Thomas Pütz, dem Präsidenten des Bundes Deutscher Berufsboxer. Die eine besagt, wenn ich es richtig verstanden habe, dass der BDB das kleinste Glied in der Kette des Profiboxens sei und die BDB-Mitglieder praktisch die Dopingkontrollen finanzierten. In der anderen Äußerung sagt er, wenn ich es denn richtig mitbekommen habe, dass es nicht die Aufgabe des BDB sein könne, überführte Doper der BILD-Zeitung zu melden. – Wie gesagt, wenn ich alles richtig verstanden habe.
Beiden Äußerungen von Pütz kann man nur zustimmen. Gleichwohl gibt es für diese Probleme, glaube ich, Lösungen. Man könnte beispielsweise hingehen und bei einer Jahreshauptversammlung einfach ein paar Änderungen im BDB Regelwerk beschließen.
Man müsste auch nicht überführte Doper ausgerechnet bei der BILD-Zeitung denunzieren, sondern könnte ja alle Doper der Europäischen Box Union und gegebenenfalls den involvierten Weltverbänden melden. Gleichzeitig könnte man auf der Internetseite des BDB wochenaktuell die Liste der gesperrten Boxer veröffentlichen und den einzelnen Sperren noch den Grund, wieso der Boxer/die Boxerin gesperrt ist, hinzufügen. Das wäre ein Höchstmass an Transparenz, ohne denunziatorisch zu sein.
Auch die Finanzierung von mehr Dopingkontrollen, könnte man über das Regelwerk erledigen, indem man z.B. festschreibt, dass pro Börse von 50.000 Euro zwei Dopingkontrollen zu bezahlen sind. Auf diese Weise würden dann gut verdienende Boxer auch Dopingkontrollen von anderen Kämpfen mit finanzieren.
Und wenn man schon mal dabei ist, so könnten auch gleich die Sperren für Doping verlängert werden. Ich wäre hier für eine einjährige oder auch eineinhalbjährige Sperre beim ersten Vergehen und zwei oder drei Jahre für den Wiederholungsfall. Auch finde ich, dass das Ergebnis eines Boxkampfes, bei dem ein überführter Doper gesiegt hat, automatisch in ein No Contest verwandelt werden könnte.
Man könnte außerdem Vertragsstrafen ins Regelwerk hineinschreiben. Ein überführter Doper könnte verpflichtet werden, die Hälfte seiner Gage als Strafe in einen Spezialfond des BDBs einzuzahlen. Aus diesem Fond könnten dann wiederum Dopingtests finanziert werden.
Mit mehr Dopingtests, mit härteren Strafen und mit mehr Transparent wäre meiner Meinung nach ein Chance gegeben, gegen das wuchernde Krebsgeschwür Doping ernsthaft etwas zu tun, das mehr wäre als nur die Verabreichung eines Placebos.
© Uwe Betker

Foto: Ringrichter

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(C) Uwe Betker

(C) Uwe Betker

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29. April 2018 at 23:59

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Foto: Somay Bilal vs. Goncalo Pimenta

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jos-erkens Somay Bilal vs. Goncalo Pimenta (18)

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29. April 2018 at 23:59

Foto: Nummerngirl

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(C) Uwe Betker)

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29. April 2018 at 23:59

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Foto: Yaser Yüksel vs. Ziya Gökalp

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(C) Team Yüksel

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29. April 2018 at 23:59

Boxen und Boxer in der Musik: Lieder über Boxer (1)

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Es gibt erstaunlich wenige Lieder über Sportler. Daher fallen mir auch nur sehr wenige Lieder ein, die von Boxern handeln, ob nun im allgemeinen, oder im besonderen. Allerdings habe ich auch keinen besonderen Ehrgeiz entwickelt, eine möglichst vollständige Sammlung anzulegen. Viele dürften mir daher eventuell entgangen sein. Spontan fallen mir nur vier Lieder ein, die ich hier nun in chronologischer Folge vorstellen werde.
Das wohl bekannteste Lied über einen Boxer heißt auch schon so: „The Boxer“; Paul Simon schrieb es 1968. Die Folk-Rock-Ballade wurde 1969 von dem US-amerikanischen Duo Simon & Garfunkel als Single veröffentlicht. Es erreichte Platz 7 der US-amerikanischen und Platz 19 der deutschen Charts. Das Musikmagazin Rolling Stone führt es auf Platz 105 seiner Liste der 500 besten Songs aller Zeiten. 1970 wurde es im Album „Bridge Over Troubled Water“, dem letzten gemeinsamen Studioalbum von Paul Simon und Art Garfunkel, aufgenommen.
Das Lied handelt von einem Verlierer in der Großstadt. Der Ich-Erzähler beschreibt seinen vergeblichen Kampf gegen Einsamkeit und Armut in New York City. In der letzten Strophe wechselt die Erzählperspektive in beiden Versionen, sowohl der Single- als auch der LP-Version. Ein Boxer beschreibt, dass er trotz Schmerz und Niederschlägen weiterkämpft.
And a fighter by his trade
And he carries the reminders
Of every glove that laid him down
Or cut him till he cried out
In his anger and his shame
„I am leaving, I am leaving“
But the fighter still remains
Mm-mm-mm
Lie-la-lie …
(http://www.songtexte.com/songtext/simon-and-garfunkel/the-boxer-2bda7cf6.html)

In der ursprünglichen Version von „The Boxer“ gibt es noch eine zusätzliche Strophe. Hören kann man sie unter anderem auf dem Mitschnitt „Concert in Central Park“ vom 19. September 1981. Darin beschreibt der gealterte Ich-Erzählers, dass sich die Situation auch im Alter nicht geändert hat und er immer weitermacht/kämpft.
Now the years are rolling by me
They are rockin‘ evenly
I am older than I once was
And younger than I’ll be; that’s not unusual.
No, it isn’t strange
After changes upon changes
We are more or less the same
After changes we are more or less the same
(https://en.wikipedia.org/wiki/The_Boxer)

Es gibt auch eine deutsche Version von „The Boxer“ – wenn man sie denn so nennen mag. Sie erschien im Jahre 1994 auf dem Album „Himbeereis zum Frühstück“ von Hoffmann & Hoffmann. Diese Nachdichtung hat allerdings, bis auf die Musik, nur sehr wenig mit dem Original gemeinsam. Ton und Inhalt sind versöhnlicher, um nicht zu sagen weichgespült. Nur aus Gründen der Vollständigkeit bringe ich hier die letzte Strophe des Textes.
Und ich geh: Und im Ring, da steht ein Boxer und er träumt, dass er gewinnt.
Und so schwingt er seine Fäuste, doch er weiß es ganz genau, er kann am Ende nur verlieren.
Welche Blüten trägt der Wind, die Verheissung und die Träume, nur der Boxer bleibt im Ring. Leilolei, leiloleileileilei …
(http://www.songtexte.com/uebersetzung/hoffmann-and-hoffmann/der-boxer-deutsch-1bd68584.html)

(C) Uwe Betker

Foto: Yusuf Kangül vs. Tiran Metz

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(C) Uwe Betker

(C) Uwe Betker

Written by betker

22. April 2018 at 23:59

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