Box-Blog

Archive for the ‘Boxen’ Category

Ernest Hemingway „Paris – Ein Fest fürs Leben“ (1)

leave a comment »

Vor zehn Jahren erschien eine Neuübersetzung des Buches, an dem Ernest Hemingway als letztes gearbeitet hatte: „Paris – Ein Fest fürs Leben“. Das Manuskript entstand zwischen 1957 und 1960. Am 02. Juli 1961 erschoss Hemingway sich in seinem Haus in Ketchum. Es handelt sich um Erinnerungen eines damals schon weltberühmten amerikanischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers, die posthum 1964 unter dem englischen Titel “A Moveable Feast“ erschienen – also eher “Ein bewegliches Fest“. Hemingway soll diesen Ausdruck einmal auf Paris angewendet haben: „Wenn du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst.“ – Die erste deutsche Übersetzung erschien 1965.

EH 5738P Ernest Hemingway, Paris, circa 1924. Photograph in the Ernest Hemingway Photograph Collection, John Fitzgerald Kennedy Library, Boston. (wikipedia)

Hemingway beschreibt darin einen Teil seines Lebens, das er zwischen 1921 und 1926 mit seiner Frau Hadley Richardson in Paris verbrachte. Das Buch schildert warmherzig die Stadt Paris, Begegnungen mit Freunden und Bekannten, darunter auch Literaten, Reisen, und die damals schwierige finanzielle Situation des Autors.

Das Manuskript ist nicht bis zum Ende ausgearbeitet; das ermöglicht es dem Leser, Hemingway sozusagen an seinem Schreibtisch bei der Arbeit zuzusehen. Die nun in seiner „Urfassung“ vorliegende Übersetzung überrascht durch ihren ruhigen, eher beiläufigen, elegisch-bedächtigen, manchmal aber auch pathetischen Ton. Großartig wird es, wenn er die Ernsthaftigkeit der Angler an der Seine oder die Straßen, die Hinterhöfe und Parks beschreibt.

Als Hemingway an dem Manuskript arbeitete, war seine Schöpfungskraft rapide im Schwinden begriffen. Wenige Wochen vor seinem Suizid, war er aus einer Klinik entlassen worden. Man hatte seine Depressionen, seinen Verfolgungswahn und seine Aggressionsschübe, infolge einer bipolaren Störung und wohl auch seines Alkoholismus, erneut mit Elektroschocks behandelt. Ihm war bewusst, dass er “A Moveable Feast“ nicht zu Ende bekommen und keinen passenden Schluss zu Stande bringen würde. Daher bat er seinen Verleger das Werk so zu veröffentlichen. Der große Hemingway hatte den Kampf mit dem Manuskript aufgegeben.

Zu Lebzeiten hatte er sich stark stilisiert als Kämpfer, Jäger, Angler und Soldat. Das von ihm selbst geschaffene Bild seiner selbst hat sich über das der wirklichen Person gelegt. Die Bilder seiner Selbstinszenierung als furchtloser Krieger und Trophäensammler sind allgemein bekannt. Photos in immer gleichen Siegerposen tauchen ständig wieder auf: als Jäger mit erlegtem Getier jeglicher Art, als Boxer oder als Zuschauer beim Boxen oder beim Stierkampf, als Angler mit kleinen und großen Fischen und natürlich Hemingway als Soldat an verschiedenen Fronten.

“Ein Fest fürs Leben“ ist das Dokument eines Kampfes, eines schmutzigen, ja pathetischen Kampfes – und natürlich eine Selbstinszenierung. Zum einen kämpft Hemingway darum, seine Erinnerungen an seine Pariser Jahre zu Papier zu bringen. Er kämpft vor allem mit den Schuldgefühlen gegenüber seiner Frau Hadley. Er begann 1926 eine Affäre mit der gemeinsamen Freundin Pauline Pfeiffer, was zur Scheidung führte.

Der Leser wird durch die Trennung überrumpelt. Die glückliche Familie mit kleinen Jungen verbringt den Winter 1924/25 in Schruns im Vorarlberg. Es ist natürlich gefährlich und heroischen. Man fährt Ski „über Gletscher, unangeseilt“. Dann wird es kryptisch: „Die Herzen dreier Menschen wurden niedergewalzt, um das eine Glück zu zerstören und ein anderes zu gründen, und die Liebe und die gute Arbeit und alles, was sich daraus ergab, gehören nicht in dieses Buch.“

Hemingway nimmt, wie könnte es anders sein, zunächst heldenhaft die Schuld am Scheitern der Ehe auf sich. Aber hier wird er pathetisch. Dann plöztlicht erkennt er einen „Lotsenfisch“, den eigentlichen Strippenzieher und Hauptschuldigen an seiner Affäre. Der „Lotsenfisch“ ist der frühere Freund John Dos Passos, der damals mit „Manhattan Transfer“ sehr erfolgreich war. („Manhattan Transfer“ gilt noch heute als einer der großen Großstadtromane der literarischen Moderne.) Dos Passos machte ihn nämlich mit Pauline Pfeiffer bekannt.

Der Supermacho Hemingway erklärt sich in einer durch heftigen Schreibstress geprägten Situation zur Gegenwehr unfähig: „Wenn er mit seiner Arbeit fertig ist, hat der Mann zwei attraktive junge Frauen um sich. Die eine ist neu und fremd, und wenn er Pech hat, liebt er sie am Ende beide. Und die Rücksichtslose trägt den Sieg davon.“ In seinen Erinnerungen kommen Dos Passos und Pfeiffer nicht gut weg, während er selbst als geschlagener Held zurückbleibt.

Überhaupt kommen Schriftstellerkollegen meist sehr schlecht weg. Gertrude Stein, Ford Madox Ford oder F. Scott Fitzgerald werden äußerst denunzierend, tendenziös und manchmal sehr bösartig gezeichnet. Ford etwa begegnet uns als notorischer Lügner, selbst in den banalsten Alltagssituationen, Zelda Fitzgerald als geisteskranke Zerstörerin des Werks ihres Mannes und Scott Fitzgerald als neurotischer hypochondrischer Alkoholiker. Man könnte die Aufzählung noch beliebig verlängern.

Da hilft es wenig, dass in den beigefügten Fragmenten Hemingway mehrfach betont: „Die Geschichten des Buches sind erfunden.“ Aber dann schreibt er unmittelbar weiter: „Aber es besteht die Möglichkeit, dass ein Buch mit erfundenen Geschichten Licht auf das wirft, was als Tatsache geschrieben wurde.“

Ernest Hemingway scheiterte an seinem letzten Werk, allerdings scheiterte er groß. Es ist schließlich ein Hemingway und damit ist es schon besser als mindestens 95% aller übrigen Bücher, und auf jeden Fall ist es somit lesenswert. Hinzu kommt, dass sich Hemingway in ihm mit Boxen beschäftigt. Dazu später mehr.

© Uwe Betker

Gastbeitrag: Ein großer Kampfabend in der Classic Remise in Düsseldorf

leave a comment »

Die Classic Remise ist häufig Schauplatz von Boxveranstaltungen gewesen. Wobei zahlreiche Kämpfe im Rahmenprogramm das Entree nicht wert waren. Dass es auch anders geht, bewies der letzte Wettkampfabend am 27. November 2021. Durchgängig niveauvolle und sportliche Kämpfe erlebten die rund 400 pandemiegeplagten Zuschauer, wobei Martin Houben seiner Favoritenrolle im Hauptkampf in der letzten von achten Runden gerecht wurde und ein anderer Kampf furios zu Ende ging.

Apropos Ende: Zwei Niederschläge in der letzten Runde, zwei hervorragende Treffer mit der Schlaghand bescherten Martin Houben in der letzten von acht Runde einen klassischen K.O., nachdem er in einigen Runden zuvor doch etwas die Kontrolle nach einem starken Beginn über das Kampfgeschehen verloren hatte. Insbesondere in den ersten beiden Runden dominierte der 28-jährige Geilenkirchener seinem marokkanischen Gegenüber nach Belieben. Immer wieder stieß er seine Führungshand lang, hart und präzise ins Gesicht von Mohamed Boulahya. Bereits ab der zweiten Runde musste die Cuting-Crew des 29jährigen Exil-Kölners das Nasenbluten stoppen. Selbst in der dritten Runde, in der Houben dominierte, aber den Dampf etwas herausnahm, fand Boulahya kein Mittel gegen die langgestoßene Führhand. Drei Runden demnach das gleiche Bild: Martin Houben in der Ringmitte, eine starke Führungshand und verzweifelte Versuche des Gegners, ein Gegenmittel zu finden.

Warum Houben dann in der vierten Runde diese erfolgreiche Linie verließ, bleibt sein Geheimnis. Nun konnte Boulahya seines Zeichens mehr Kampfkraft entwickeln und vermehrt dem Kampfgeschehen seinen Stempel aufdrücken.

In der fünften Runde schien es fast so, als würde Houben taumeln und die Frage stellte sich ein, ob die Kraft hält und der Kampf zugunsten des Marokkaners kippt.

Spürte Boulahya genau dies? Sah er seine Chance, durch eine K.O. noch das Steuer herumreißen zu können? Denn nach Punkten lag Houben uneinholbar vorne.

In der siebten Runde allerdings schien sich Houben wieder gefangen zu haben. Langsam fand er die Marschrichtung der ersten Runden zurück. Wobei der Marokkaner stets nicht ungefährlich blieb. Bis eben in der achten Runde. Zwei Mal schlug es am Kopf von Boulahya ein, zwei Mal setzte Houben eine harte Schlaghand als Haken an den Kopf des Marokkaners. Konnte er beim ersten Mal nach dem Gang auf die Bretter laut BDB Ringrichter noch in den Kampf zurückkehren, gingen beim zweiten Niederschlag die Lichter aus. Dieser zweite Niederschlag war so stark, dass er selbst Sekunden nach dem Kampfabbruch, als er wieder stand, er noch einmal stürzte.

So bleibt es bei der nahezu weißen Weste von Martin Houben, der seine Kampfstatistik auf zwölf Siege, davon acht durch K.O., bei einer Niederlage hochschraubte. Der Weg zu einem Titelkampf scheint nun geebnet.

Mit einer furiosen vierten Runde endete der Kampf zwischen Malik Aksakal und Gabor Kovacs. Zwar konnte sich Aksakal als Sieger feiern lassen und dies knapp verdient, aber was die beiden Kämpfer ab dem Ende der dritten und insbesondere in der vierten Runde im Quadrat zeigten war großartig.

Der 24-jährige Aksakal soll mehr erreichen, er soll aufgebaut werden und dafür sollte sein 22-jähriger Kontrahent dienen. Doch dieser verstand das dienen irgendwie anders.

Mit einem Hauch von Arroganz versuchte Aksakal aus dem Felix-Sturm-Stall seine Stärken auszuspielen, dominierte die ersten Minuten und setzte in der ersten Runde als Hauptaktion den Aufwärtshaken mit der Schlaghand ein. Problem dabei: kaum Treffer. Erst nach etwa der Hälfte der zweiten Runde kämpfte und boxte er besser und attackierte den Ungarn erfolgreich. Allerdings, und daran muss er noch arbeiten, vernachlässigte er nach seinen Angriffen häufig die eigene Deckung, so dass er mehr Treffer nehmen musste als nötig. Bei anderen Gegnern hätte dieses Manko durchaus ein böses Ende nehmen können.

Doch wie gesagt, das furiose Ende sollte noch folgen. Bereits in der zweiten Hälfte der dritten Runde dreht Kovacs auf. Der junge Ungar zeigte, dass er nicht als Kanonenfutter von der Donau an den Rhein gereist ist und brachte seinen Kontrahenten zum Stauen. Und dann die vierte und letzte Runde des Kampfes. Häufig landete der Zahnschutz im Ringstaub. Beide Sportler kämpften mit offenem Visier, verloren ihren Zahnschutz, wobei schwierig zu werten ist, ob oder wer den Zahnschutz absichtlich wegen des übergroßen Drucks um Pause flehend aus dem Mund spuckte. Warum allerdings nur der Ungar Kovacs einen Punkt abgezogen bekam, ist ein weiteres Mysterium der Sportart. Fair und gerecht war das nicht. Entweder beide oder keiner! Nach dem Schlussgong reckte Malik Aksakal beide Fäuste in den Hallenhimmel.

Ihm gleich tat es auch Eduard „Edi“ Müller. Der 29-jährige besiegte in seinem vierten Profikampf den Kroaten Anto Nakic nach Punkten und konnte seine makellose Kampfbilanz auf vier Siege bei keiner Niederlage hinaufschrauben. Wobei der Kampfverlauf enger war, als das Punktrichterurteil dies widerspiegelte.

In seinem zweiten Profikampf bekam es Mario Beniesch mit dem Ungarn Krisztian Santa zu tun. Allgemein war dies ein auf den ersten Blick ereignisarmer Kampf. So hätte das Gefühl aufkommen können, dass Beniesch nur Kampferfahrung gewinnen sollte. Dagegen spricht aber, dass sein Gegenübers sehr viel erfahrener war als er und eine nahezu ausgeglichen Kampfbilanz (16 Siegen, 18 Niederlagen und zwei Unentschieden) aufwies. Es war also eine mutige Kampfansetzung und der Ungar kam nicht zum verlieren. Eventuell hätte der Rechtsausleger Beniesch noch häufiger den Weg über die Schlaghandseite seines Gegners suchen können, was eine unangenehme Gangart für jeden Normalausleger ist. Nach vier Runden war Schluss und der 27-jährige Deutsche fuhr seinen zweiten Sieg im zweiten Profikampf ein.

Zurückgespult an den Beginn des erfolgreichen und sehr unterhaltsamen Boxabends in der Classic Remise. Ilias Kallouch und Mansour Mohammadi machten den viel versprechenden Auftakt. Bereits in der ersten Runde verdeutlichte Kallouch seine Zielrichtung und schickte seinen 25-jährigen Gegenüber mit einem linken Haken in den Ringstaub. Von der ersten Kampfsekunde an dominierte der erst 20-jährige mit Führhandgeraden und -haken das Ringgeschehen.

In der zweiten Runde ließ es der 20-jährige Deutsche dann etwas langsamer angehen, nicht aber, ohne die besseren Treffer zu setzen. Zwar glichen sich die Aktionen mit zunehmender Dauer an, doch gefährdet war sein vierter Sieg im fünften Profikampf bei einer Niederlage nie.

Seine makellose Bilanz konnte Anas El Abid gegen Ferenc Hafner auf fünf Siege anheben. Bereits in der zweiten Runde schickte er seinen 45-jährigen Gegenüber auf die Bretter – und zwar nach dem dritten Niederschlag in einer Runde. Abid dominierte den Kampf. Er hat sauber geboxt, seine Chance gesehen und ebendiese genutzt.

© Manfred Fammler

Ein Kampf von Martin Houben

leave a comment »

Die Stadthalle von Alsdorf war am 16.10.2021 Austragungsort der „Explosion Fight Night“ vom Rings of Glory Fightclub. Insgesamt gab es 22 Kämpfe zu sehen, aber nur der letzte war ein Profiboxkampf. Zwischendurch gab es Show-Acts mit Tanzen und der Ringsprecher Ray Martin sang „Bad, Bad Leroy Brown“ von Jim Croce in der Version von Frank Sinatra. Die Halle war ausverkauft und es fühlte sich nach alter Normalität an.

(C) Gregor Kaplonski

Weit nach 24:00 Uhr ging Martin Houben (11 Kämpfe, 10 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage) zum Ring. Dort traf er auf Tamas Laska (47 Kämpfe, 19 Siege, 10 durch KO, 27 Niederlagen, 16 durch KO, 1 Unentschieden) aus Budapest. Houben war der größere Boxer und er war willens und fähig seinen Reichweitenvorteil zu nutzen. Laska hatte kein Rezept gegen Houben. Er versuchte es mit Auslagenwechsel und mit seltenen überfallartigen Angriffen. Nur einmal konnte er dabei eine Hand ins Ziel bringen, vermutlich der einzige Treffer den Houben nehmen musste. Ansonsten verpufften alle Bemühungen von Laska. Houben machte und bestimmte den Kampf. Er boxte ruhig an und verteilte gut. Am Ende der ersten Runde kam er dann mit einer schönen Rechten zum Kopf, gefolgt von einem harten rechten Körperhaken durch, die seinen Gegner sichtlich mitnahmen. In der zweiten Runde etablierte Houben seinen Rhythmus. Mit der gleichen Kombination holte er seinen Gegner nach 2 Minuten von den Beinen. BDB Ringrichter Mustafa Erenay zählte bis acht. Laska war damit endgültig auf die Verliererstraße eingebogen. Houben aber nahm sich Zeit. Gegen Ende der Runde verlor Laska seinen Mundschutz. Ob Konditionsmangel, Verzweiflung oder der Versuch, eine zusätzliche Pause zu erhalten, der Grund hierfür war, ist nicht zu sagen. Jedenfalls, in der dritten Runde kam das nicht mehr überraschende Ende des Kampfes dann schnell. Nach 28 Sekunden war es vorbei. Houben hatte mit seiner Führhand Laska erschüttert, dann mit mehreren Treffern eingedeckt und schließlich mit einer Rechten zum Kopf gefällt.

(C) Uwe Betker

Ein Besuch in einer der schönsten Kampfarenen Deutschlands

leave a comment »

Die Veranstaltung am 11. September 2021, über die hier berichtet wird, wurde auch von den Trainerlegenden Ulli Wegner und Georg Bramowski besucht.

Es begann mit drei Kämpfen, in denen Boxer ihre Profidebüts gaben. In dem ersten traf Zvezdan Vasic (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) auf den rumänischen Debütanten Claudio Dinu Lupo im Super Leichtgewicht. Das Kräftemessen war kurz und knackig. Bereits nach wenigen Sekunden holte Vasic sein Gegenüber mit einem rechten Kopfhaken von den Beinen. Auf dem Boden sitzend wurde Dinu Lupo vom GBA Ringrichter Cornelius Bernds ausgezählt.

Sieger durch KO nach 45 Sekunden: Zvezdan Vasic.

Im zweiten Kampf trafen zwei Debütanten, Flamur Haxha und Majed Maaruf, im Halbschwergewicht aufeinander. Der Auftritt von Maaruf war dabei allerdings mehr ein Beispiel dafür, wie ein Profidebüt nicht abzulaufen hat, bzw. wer nicht Profiboxer werden sollte. Von der ersten Sekunde an machte er Faxen, schlug sich martialisch auf die Brust, ließ die Deckung runter und wechselte die Auslage. Boxen aber, tat er nicht. Entweder er machte Faxen oder er schlug weite langsame Schwinger oder er versteckte sich hinter etwas, was er wohl für eine Doppeldeckung hielt. Haxha ließ sich dagegen nicht beirren, stiefelte seinem Gegner hinterher und stellte ihn immer wieder in den Ecken, wo er ihn eindeckte. In der zweiten Runde kam dann das unvermeidliche Ende für Maaruf. Nachdem er viele Körpertreffer genommen hatte, nahm er nun auch Schläge zum Kopf. In der Ecke von Haxha ging er das erste Mal zu Boden. Seine Ecke, überfordert wie er selbst, versäumte es, ihm eine weitere unnötige Bestrafung zu ersparen und ein Handtuch zu werfen. Stattdessen stellte sich Maaruf wieder dem Kampf und nahm mehrere harte Schläge zum Kopf. Auf dem Boden sitzend, hilflos versuchend aufzustehen wurde er von Ringrichter Bernds ausgezählt. Nachdem er eine Weile im Ring gesessen hatte, wollte er dann den Kampf fortsetzen. Er hatte offensichtlich nicht mitbekommen, dass er KO geschlagen worden war. Man kann Maaruf nur wünschen, nie wieder der Versuchung zu erliegen, in einen Boxring zu steigen.

Sieger durch KO in Runde 2 nach 1:14 Minuten: Flamur Haxha.

Im dritten Kampf maßen Eduard Müller (2 Kämpfe, 2 Siege 2 durch KO) und Benjamin Alijan im Weltergewicht ihre Kräfte. Müller, der Lokalmatador, ließ dem Debütanten Alijan keine Chance. Bereits in seiner ersten Aktion erschütterte er seinen Gegner mit einer Rechten zum Kopf. Kurze Zeit später fällte dann eine Rechts-Links-Kombination zum Kopf Alijan endgültig. Auf dem Boden sitzend wurde er ausgezählt.

Sieger durch KO in Runde 1 nach 1:14 Minuten: Eduard Müller.

Im vierten Kampf trafen im Super Mittelgewicht Yasir Malik (5 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO) und Lars Burry (13 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch K0, 7 Niederlagen, 6 durch KO) für einen Sechsrunder aufeinander. Malik, der über ein Jahr nicht geboxt hatte, machte den Kampf. Er trieb Burry vor sich her. Immer wieder ging er zum Körper. Burry hielt dagegen. In der zweiten Runde gingen beide ein höheres Tempo. Malik bearbeitete weiter den Körper und brachte Burry mit Körpertreffer auch zu Boden. Der kam zwar nochmal wieder hoch, aber zu langsam. Ringsrichter Bernds zählte ihn aus.

Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:15 Minuten: Yasir Malik.

Auch für den folgenden Kampf stieg ein Lokalmatador in den Ring, Tim Vößing (6 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO). Er boxte gegen Muhammadjon Hajotof (4 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Es war ein Kräftemessen im Cruisergewicht und es war auch sechs Runden lang ein Kräftemesse. Vößing hatte seine besten Momente, wenn er lang boxte, Hajotof bei Schlagabtauschen. Es war schlicht ein Kampf, der von Runde zu Runde verbissener und härter geführt wurde. Mit zunehmender Dauer verloren sich die boxerischen Linien und es wurde zu einer hin und her wogenden Ringschlacht. Am Ende der sechs Runden stand eine denkbar knappe Punktrichterentscheidung, die bei dem Verlierer auf Unverständnis stieß

Punktsieger durch Mehrheitsentscheidung (56:57, 59:58 und 57:56): Tim Vößing.

Als nächstes gab es einen Sechsrunder im Mittelgewicht. Ali El Said (11 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 2 Unentschieden) boxte gegen Armani Aziz (11 Kämpfe, 1 Sieg, 9 Niederlagen, 1 Unentschieden). Azis zeigte schönes grades, aber variables Boxen. Dabei nutzte er auch seinen Reichweitenvorteil. El Said versuchte, sich an seinen Gegner heranzuschieben, um dann am Mann zu explodieren. Der Kampf war äußerst kurzweilig. Die erste Runde dominierte Azis durch seine saubere Technik und seine variableren Kombinationen. In der folgenden Runde brachte El Said mehr Hände ins Ziel, auch weil er den Druck erhöhte. In der dritten punktete Aziz schön mit Körpertreffern. In der Vierten fing er an, die Auslage zu wechseln und kleine Showeinlagen einzustreuen. Die beiden letzten Runden wurde der Kampf immer verbissener und härter geführt.

Punktsieger durch Mehrheitsentscheidung (58:56, 59:57 und 58:58): Ali El Said. Den Kampf habe ich so nicht gesehen. Ich hätte Armani Aziz zumindest ein Unentschieden gegeben.

Hiernach boxten wieder zwei Debütanten gegeneinander, Aschaf Ziane und Dwight Kelschebach. Selten gab es in der letzten Zeit einen technisch so guten und ausgeglichenen Kampf von Debütanten. Leider konnte Kelschebach nicht zur dritten Runde der Mittelgewichtsbegegnung antreten. Er hatte sich das rechte Handgelenk verletzt.

Sieger durch TKO in Runde 3: Aschaf Ziane.

Auch im achten Kampf des Abends trafen im Cruisergewicht Jefferson Sosa (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Dusco Vujicic (9 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO) aufeinander. Sosa nutzte den Kampf für eine Art Schaulaufen. Er war in allen Belangen seinem Gegner überlegen. Er spielte mit ihm nach Belieben. Mehrfach ließ er von ihm ab, wenn er die Gefahr sah, sein Gegner könnte zu früh KO gehen. Nach der dritten Runde, in der Vujicic Konditionsprobleme bekam, machte Soza dann Ernst. Er ließ ihn, nachdem er ihn in einer neutralen Ecke gestellt und mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf erschüttert hatte, nicht wieder raus. Vielmehr holte er ihn mit einem brutal harten Körperhaken runter. Vujicicw Ecke warf das Handtuch

Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1:50: Jefferson Sosa.

Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:40 Minuten: Patrick Korte.

Es ist großartig, dass die schöne Dubois-Arena wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt wird. Hoffentlich gibt es dort bald wieder Boxen zu sehen.

© Uwe Betker

Foto: Dominic Vial vs. Samuel Zade

leave a comment »

(C) Uwe Betker

Written by betker

18. September 2021 at 23:59

Gastbeitrag: Ein schöner Abend in Euskirchen

leave a comment »

Euskirchen, 04. September 2021

Es war spät, sehr spät am Abend, als Andy Höschler in den Ring trat, um den Titel des Internationale Deutschen Meister im Schwergewicht zu erringen. Und als ob der 36-jährige Kölner ein Mitgefühl für die lange ausharrenden Besucher an diesem kühler werdenden Spätsommerabend zeigte, so wenig davon bekam sein Kontrahent Toni Thes zu spüren. Bereits in der zweiten Runde war Schluss und Andy konnte beide Fäuste in den Nachthimmel über Euskirchen heben. Gewonnen!

(C) Manfred Fammler

Dabei zeigte sich der 35-jährige Thes kampfeswillig. Als erster in den Ring gestiegen, malträtierte er mehrfach mit seinen Knien die Polsterung seiner Ringecke – ganz im Sinne eines Kickboxers, um sich zu motivieren. Genutzt hat es bekanntlich wenig. Schon in der zweiten Runde musste der Magdeburger nähere Bekanntschaft mit dem Ringboden machen. Warum? In dieser frühen Phase des Kampfes fand Höschler heraus, was dem Magdeburger überhaupt nicht schmeckte: Körpertreffer. Und damit deckte Höschler seinen Gegner ab der vierten Minute regelrecht ein. Als dieser nach einer kraftvollen und präzisen links-rechts-links Hakenserie zum Körper das zweite Mal in der Runde angezählt wurde, war es auch das letzte Mal, dass in diesem Kampf gezählt werden musste. Thes ging zu Boden – und das war´s. So fand der lange Boxabend für Zuschauer, Veranstalter und Kämpfer ein versöhnliches Ende. Wobei der Anfang des Open Air Boxabends nicht vergessen werden darf. Gutes Matchmaking bescherte den Zuschauern spannende, teils ausgeglichene und faire Kämpfe.

(C) Manfred Fammler

Als Eisbrecher bei den Profikämpfen betrat der Lokalmatador Mario Beniesch den Ring. In seinem Debutkampf traf er im Superweltergewicht auf Mansour Muhammadi, der seinen zweiten Profikampf absolvierte. Ein unbequemer Gegner wie sich herausstellte. Zwar rang er den 25-jährigen Muhammadi nach Punkten in vier Runden nieder, doch leicht machte es ihm sein Gegenüber nicht. Auffallend war, dass Beniesch seine möglichen Vorteile als Rechtausleger überhaupt nicht nutzte. Stattdessen ließ er sich auf einen teilweise wilden Fight ein. Insbesondere in der dritten Runde flogen die Hände auf beiden Seiten und führten vereinzelt zu Treffern. In der vierten Runde wurde deutlich, dass Beniesch keinen Zugriff fand – er stand nicht tief und stabil genug, um dem Kampf nachhaltig seinen Stempel aufzudrücken. Nach dem Schlußgong waren beide Fighter stehend k.o., konnten aber auf einen spannenden Kampf verweisen, der nach Punkten für den Lokalmatador gewertet wurde.

(C) Manfred Fammler

Über sechs Runden stieg Emran Aliju im Mittelgewicht gegen Mohamad Narit Kharit anschließend ins Quadrat und ließ von Beginn an keine Zweifel an seinen Siegeswillen aufkommen. Bereits in der ersten Runde schickte der Euskirchener seinen Gegner mit einem linken Haken zu Boden, der mit einem Cut am rechten Auge bereits zur ersten Ringpause ging.

Wild aus der Ecke stürmte Kharit zwar zur zweiten Runde, konnte damit Aliju allerdings nicht überraschen, der wiederum seinerseits auf einen schnellen KO zu spekulieren schien – mitnichten. Stattdessen zeigte der 19-jährige Kharit Nehmerqualitäten, die aber näher und kritisch betrachtet werden sollte. Zwei Niederschläge und ein fast Niederschlag bereits bis zum Ende der zweiten Runde. Stetig blickte er in seine Ecke nach einem Coaching, wodurch er abgelenkt einige Treffer einstecken musste, lassen an der Kampfreife des Syrers zweifeln. Unverständlicher Höhepunkt dann in der vierten Runde: Unmotiviert und ohne ersichtlichen Grund drehte sich Kharit vom Kampf ab und wollte in seine Ecke gehen. Aliju ließ sich die Chance nicht nehmen, setze nach und stand knapp vor einem KO-Sieg. Doch es bleibt die Frage: Hatte zu diesem Zeitpunkt der 19-jährige Kharit die Orientierung verloren? Die letzten beiden Runde vergingen unspektakulär. Der zweite Sieg von vier Kämpfen in seiner Profillaufbahn hatte Emran Aliju „eingetütet“.

(C) Manfred Fammler

Ein weiteres Profidebut feierte Mirco Höller, ebenfalls aus Euskirchen, im Cruisergewicht. Er traf auf einen den Boxfans alten Bekannten, den 47jährigen Michael Klempert aus Frankfurt. Der 34-jährige Höller konnte zu keinen Zeitpunkt seinen Reichweitenvorteil nutzen und fand kein probates Mittel gegen den erfahrenen Hessen. Er musste sich nach sechs Runden nach Punkten geschlagen geben. Dabei wäre ein Remis nach vier Runden möglich gewesen. Was Höller dazu bewegte in seinem Debut über sechs Runden gehen zu wollen, ist ein weiteres Geheimnis des Boxsports. Der Sieg von Klempert, dem Handlungsreisenden in Sachen Profiboxen, lässt das Herz eines Boxfans höher schlagen, der ein Faible für Außenseiter und Journeyman hat.  

(C) Manfred Fammler

Über vier Runden musste sich dagegen Benny Blindert, Euskirchen, im Halbschwergewicht mit Tamas Laska (Ungarn) auseinandersetzen. Es wurden vier überlange Runden, denn die Sehnenverletzung an seiner rechten Schlaghand ließen ihn wohl verhaltener boxen, als er es sich selber vorgestellt hatte. So dominierte der Euskirchener zwar aus der Ringmitte den Kampf und damit auch den 24-jährigen Budapester, erarbeitete sich trotzdem keine sehr großen Vorteile. Ein Punktsieg war das Resultat, so dass Blindert seine makellose Weste auf 13 Profisiege hinaufschraubte.

Kommentar:

Auf ein Wort. Die Veranstaltung war eine Benefizveranstaltung für die Opfer der Flutkatastrophe. Ein Autohaus stellte einen E-Wagen einer französischen Marke zur Verfügung. Zahlreiche Helfer diese Veranstaltung unterstützten pro bono die Sache, dass dieser Boxabend überhaupt „gestemmt“ werden konnte. All dies und das noch weit darüberhinausgehende, hier nicht erwähnte, gebührt größten Respekt und erfährt den Dank und die Anerkennung des Autors.

Allerdings – und leider muss dies auch erwähnt werden – waren die Zeitverzögerungen äußerst ermüdend.

(C) Manfred Fammler

Foto: Simon Krebs vs. Michael Klempert

leave a comment »

(C) Dominique Tabatabaei

Written by betker

5. September 2021 at 23:59

Foto: Tim Pham vs. Phillipp Alexander

leave a comment »

(C) Uwe Betker

Written by betker

5. September 2021 at 23:59

Profiboxen in Zeiten von Corona: Drei Kämpfe und keine Zuschauer

leave a comment »

Am Samstag, dem 28. August, fand im Gym des Maylife Box-Clubs am Fühlinger See eine kleine „Corona-Veranstaltung“ mit drei Profikämpfen statt. Ursprünglich war sie für ein paar Tage früher in der Nähe des Großmarkts Köln geplant – aber der Virus, der uns alle strapaziert, verhinderte das. So gab es nur eine Veranstaltung im Gym ohne Zuschauer.

Den Anfang machte im Leichtgewicht ein Debütant: Umut Asici. Der in Köln trainierende Asici war ein guter Amateur gewesen. Gleichwohl gestaltete sich sein erster Profikampf wie die meisten anderen Profidebüts: als ein etwas hektisches Gewusel. Sein Gegner aus Rumänien, Razvan Baleanu (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO), tat alles, um kein gepflegtes Fechten mit der Faust zuzulassen. Asici ließ nur manchmal seine technischen Fähigkeiten aufblitzen und ließ sich zu häufig auf das Gerangel und Gekeile von Baleanu ein. Baleanu kam schnell aus seiner Ecke und fing direkt an, wild zu keilen. Er schlug unkontrolliert Schwinger, Innenhände, Haken zum Kopf und manchmal sogar Graden. Asici machte meist mit, aber manchmal zeigte er auch schöne Jabs und schöne Kopfhaken, die ihm dann auch Respekt verschafften. In die zweite Runde startete Baleanu wie in die erste. Diesmal aber konterte Asici ihn direkt ab. Hier war wieder der Kopfhaken schön. Baleanu wirkte beeindruckt und angeschlagen, aber Asici ließ ihm vom Haken und ließ sich wieder auf die wilden Attacken von Baleanu und dessen Gekeile ein. In der dritten Runde dann fing Asici an, mehr seine gute Führhand einzusetzen und Kontrolle über den Kampf zu gewinnen. Das war dann für Baleanu zu viel und er stieg aus dem Kampf aus: Aufgabe.

Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:30 Minuten: Umut Asici.

Der folgende, ebenfalls auf vier Runden angesetzte, Kampf im Mittelgewicht war kurz und knackig. Anas El Abid (1 Kampf, 1 Sieg) traf auf Dragos Nicolae (23 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 21 Niederlagen, 13 durch KO, 1 Unentschieden), ebenfalls aus Rumänien. Bereits mit seiner ersten Aktion, einer Links-Rechts-Links-Kombination zum Körper, hatte El Abid sein Gegenüber in große Schwierigkeiten gebracht. Dieser konnte sich zwar noch ein paar Meter weiter bewegen, in die Ecke von El Abid, aber dort nahm er noch mal die gleiche Kombi. Er schleppte sich dann noch etwas weiter, bis ihn eine Links-Rechts-Kombination endgültig fällte. Zwar schaffte er es, bei Acht wieder auf den Beinen zu sein, aber der gute und sehr erfahrene GBA Ringrichter Arno Pockrandt zählte zu Recht weiter, da Nicolae nicht kampffähig war.

Sieger durch KO in Runde 1, nach 24 Sekunden: Anas El Abid.

Den Abschluss bildete ein Sechsrunder im Super Mittelgewicht. In ihm trafen Marc Lambertz (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) und Michael Klempert (45 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 39 Niederlagen, 18 durch KO, 3 Unentschieden) aufeinander. Der Kampf der beiden wogte hin und her, wobei sich der Charakter in jeder Runde änderte. In der ersten Runde gab es nur wenige Aktionen. Es wurde technisches Boxen gezeigt. Viele Aktionen verpufften durch das Rausgehen des Gegenübers. In den folgenden Runden entwickelte sich der Kampf mehr und mehr zu einem Kräftemessen bzw. einem Vergleich der Willensstärke. In der zweiten Runde erhöhte sich das Tempo. Es gab mehr Schlagabtausche, wobei Lambertz mehr Hände ins Ziel brachte. In der folgenden Runde wurde das Tempo wiederum erhöht. Lambertz ließ Klempert mehrfach schön ins Leere laufen, musste aber auch eine harte Rechte zum Kopf nehmen. In der folgenden, der vierten, Runde wurde die Begegnung immer verbissener geführt. Klempert machte Druck. Er stellte Lambertz in einer neutralen Ecke und deckte ihn ein. Später kam er erneut mit einem rechten Kopfhaken durch. In der vorletzten Runde entwickelte sich der Kampf endgültig zu einer Ringschlacht. Lambertz kam mehrfach mit seiner langen Linken durch. Im letzten Durchgang war Lambertz wieder schneller auf den Beinen. Wenn es zu Aktionen kam, wurden sie verbissen ausgefochten. Am Ende gewann Lambertz durch Punkte (56:58), wobei der Kampf enger war, als die Punktwertung es wiedergibt.

Sieger durch PS nach 6 Runden: Marc Lambertz.

Ein Wort zum Schluss: Profiboxen ohne Zuschauer fühlt sich seltsam und irgendwie nicht richtig an. Wir leben in seltsamen Zeiten.

© Uwe Betker

Foto: Alpay Yaman vs. Stephane Tchamba

leave a comment »

(C) Uwe Betker

Written by betker

31. August 2021 at 23:59