Box-Blog

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Ein sommerliches Boxen in Leverkusen Opladen

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Der Hof des No Limit Boxing Gyms in Leverkusen Opladen war am Nachmittag des 07. Juli 2018 Austragungsort einer sommerlichen Freiluftboxveranstaltung. 17 Kämpfe fanden in der prallen Sonne statt. Es waren neun Amateurboxkämpfe, drei nach K1 Regeln und fünf Profikämpfe. Dabei war der Amateurkampf mit Yan Sumbu-Nsasi und Dominik Remmert im Mittelgewicht sensationell gut. Sumbu-Nsasi wurde sehr knapp zum Punktsieger erklärt.

Alle fünf Kämpfe der Profis waren Vierrunder. Den Anfang machten bei den Profis Sergej Ivanovic Wotschel (12 Kämpfe, 8 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Dimitri Shatovkin im Mittelgewicht. Wotschel setzte den Debütanten von Anfang an unter Druck. Er zeigte schönes variables Boxen, wobei besonders sein rechter Kopfhaken gefiel. In der zweiten Runde erhöhte er den Druck. Er trieb seinen Gegner noch mehr vor sich her. In der Mitte der Runde ging Shatovkin nach einem schönen Leberhaken zeitverzögert zu Boden. Der GBA und Ringrichter Kazim Kurnaz zählte bis acht. Wotschel trieb Shatovkin weiter vor sich her und suchte den KO. Er ging in der zweiten Runde nun immer zum Kopf. Dann aber schlug er wieder zur Leber und Shatovkin ging erneut zu Boden; dort wurde er liegend ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 2 nach 2:01 Minuten: Sergej Ivanovic Wotschel.

Es folgte ein Kampf im Schwergewicht zwischen Daniel Bulabula und Rojhat Bilgetekin (23 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO, 15 Niederlagen, 14 durch KO). Bulabula, der Debütant, machte den Kampf. Bilgetekin beschränkte sich weitgehend darauf, sich hinter seiner Doppeldeckung zu verschanzen und mit der Rechten zum Kopf zu kontern. In der zweiten Runde machte Bilgetekin dann mehr. Dadurch wurde der Kampf munterer. Bulabula kam aber häufiger durch. In der dritten Runde erhöhte nun Bulabula den Druck. Er verteilte besser, ging mehr zum Körper, wodurch der Kampf noch munterer wurde. In der vierten Runde suchte Bulabula den KO, schaffte es aber nicht. Einstimmiger Punktsieger: Daniel Bulabula.

Danach stiegen im Super Weltergewicht Eduard Janzen (2 Kämpfe, 2 Siege) und Baris Yandin in den Ring. Der Rechtsausleger Janzen machte den Kampf. Yandin, der sein Debüt gab, suchte sein Heil in Auslagenwechseln, überfallartigen Angriffen, unorthodoxen Schlägen und Faxenmachen. Janzen ließ sich davon allerdings nicht beirren und boxte seinen Streifen runter. Er schob sich an den Gegner heran, boxte an und suchte die Lücke. Aber Yandin machte es ihm nicht leicht. Er war nicht gekommen, um zu siegen, sondern um seinem Gegner das Leben möglichst schwer zu machen. Er wollte sich nicht stellen lassen und er wollte den Schlussgong erreichen, was er auch schaffte. Einstimmiger Punksieger: Eduard Janzen.

Martin Houben und John Sunday (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) boxten anschließend in einem Halbschwergewichtskampf gegeneinander. Houben beeindruckte in seinem ersten Profiboxkampf. Immer wieder ließ seine linke Führhand den Kopf von Sunday nach hinten schnappen. Am Ende der ersten Runde stellte er Sunday an den Seilen in einer neutralen Ecke und ließ ihn nach Kombinationen leicht einknicken. In der zweiten Runde machte Houben ernst. Schließlich stellte er Sunday in dessen Ecke, ließ ihn nicht mehr raus und deckte ihn mit harten Kombinationen ein. Die Ecke von Sunday hatte genug gesehen und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 45 Sekunden.

Zum Abschluss stiegen Kai Hildebrand und Anas Ayaou (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) in den Ring. Sie boxten im Cruisergewicht. Hildebrand, der sein Profidebüt gab, machte von der ersten Sekunde an ernst. Es entwickelte sich rasch ein munterer und unterhaltsamer ununterbrochener Schlagabtausch, bei dem Hildebrand die Oberhand beheilt. Unterbrochen wurde der Schlagabtausch mehrfach von Ayaou. Erst beschwerte sich dieser über einen Kopfstoss, den ich nicht gesehen habe. Dann zeigte er eine Verletzung des rechten Ellebogens an. Als er danach erneut wegen der Verletzung den Kampf unterbrach und sich klar wurde, dass er kurz davor stand, von Ringrichter Kurnaz wegen Aufgabe aus dem Kampf genommen zu werden, stellte er sich noch einmal. Hildebrand deckte ihn aber so mit Schlägen und Treffern ein, dass Ayaous Ecke ihn kurze Zeit später aus dem Kampf nahm. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 1:55 Minuten: Kai Hildebrand.

Die erste Profiboxveranstaltung von Bekim Hoxhaj war ein voller Erfolg. Man kann nur hoffen, dass er weiter macht. Besonders würde es mich freuen, wenn er auch seine Open Air-Veranstaltung im Hof seines Gyms im nächsten Jahr wiederholt.
© Uwe Betker

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8. Juli 2018 at 23:59

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Foto: Timur Stark vs. Emre Altintas

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8. Juli 2018 at 23:59

Foto: Sparring zwischen René Oeffner und Timo Rost

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(C) Uwe Betker

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8. Juli 2018 at 23:59

Plakat: Werner Kreiskott (14.10.2017)

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8. Juli 2018 at 23:59

Foto: Marek Jedrzejewski vs. Manuel Buchheit

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(C) Uwe Betker

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8. Juli 2018 at 23:59

Foto: Walter Knieps

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(C) Uwe Betker

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8. Juli 2018 at 23:59

Rezension: Thomas Hauser „Brutal Artistry“

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Thomas Hauser ist einer der ganz Großen des Boxjournalismus. In relativ regelmäßigen Abständen veröffentlicht er Bücher über Boxen. Er hat das ultimative Buch über Muhammad Ali geschrieben: „Muhammad Ali: His Life and Times“, das auch in deutscher Übersetzung vorliegt. Ein Buch von Hauser zu kaufen, ist eine sichere Sache. Man bekommt guten bis exzellenten Boxjournalismus, und so ist es auch bei „Brutal Artistry“.
Auch wenn es um ein so wichtiges Kulturgut geht, wie Bücher unter die Menschen bringen, so sind Buchverlage doch in erster Linie profitorientierte Firmen. So haben Verlage die Unart entwickelt, bei kommerziell erfolgreichen Autoren, besonders wenn sie Kurzgeschichten, Abhandlungen oder Artikel veröffentlichen, die Anzahl der Buchveröffentlichungen künstlich zu erhöhen. Teile aus mehreren schon veröffentlichten Büchern werden dann schon mal zu einem neuen zusammengestellt. Genau das ist auch bei „Brutal Artistry“ der Fall.
Hausers Buch ist dementsprechend sowohl ein Quell der Freude als auch ein richtiges Ärgernis. Wer „Muhammad Ali: His Life and Times“ schon gelesen hat, kann gut ein Drittel der versammelten Artikel überblättern. Und wer „A Beautyful Sickness“ und „A Year at the Fights“ auch hat, findet in dem hier zu besprechenden Buch buchstäblich nichts Neues.
Hauser versammelt in diesem Buch Artikel u. a. über Muhammad Ali, Henry Cooper, George Foreman, Audley Harrison, Evander Holyfield, Bernard Hopkins, Ray Leonard, Lennox Lewis, Shane Mosley und ganz viel über Mike Tyson. Einige der Artikel sind einfach phantastisch, wie der über die Niederlage von Naseem Hamed gegen Marco Antonio Barrera (am 07.04.2001) und von Michael Grants gegen Lennox Lewis (29.04.2000).
Am Ende bleibt ein zwiespältiges Gefühl. Alle drei Bücher von Hauser zu kaufen, wäre in, meinen Augen, eigentlich besser. Kennt man sie aber noch nicht alle und es fällt einem „Brutal Artistry“ in die Finger, dann sollte man zugreifen und sei es allein aus dem Grund, dass es ein Buch von Thomas Hauser ist.
© Uwe Betker