Box-Blog

Posts Tagged ‘Arbeitgeber

Zwei Weltmeisterschafen in Velbert

leave a comment »

Das EMKA Sportzentrum in Velbert ist am Samstag, dem 18 Juni, Austragungsort von zwei Weltmeisterschaften im Profiboxen. In der ersten trifft der Interimsweltmeister im Schwergewicht Werner Kreiskott (43 Kämpfe, 22 Siege, 16 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) auf Drazan Janjanin (17 Kämpfe, 11 Siege, 10 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO) aus Bosnien Herzegowina. Er will nun regulärer Weltmeister der World Boxing Union werden. Natürlich ist die WBU nicht einer der großen vier Verbände im Profiboxen und Kreiskott ist auch kein Wladimir Klitschko, dafür sind die Kämpfe des Wuppertalers Kreiskott unterhaltsamer als die meisten, die wir von dem Ukrainer zu sehen bekommen. Als er im September Interimsweltmeister wurde, musste er in der zweiten Runde einen Niederschlag überstehen. Kreiskott ist kein Filigrantechniker. Er steigt in den Ring, um zu kämpfen. Er hat den Kampfnamen: „der Panzer“ – und der Name passt. Er versucht, seine Gegner schlich und einfach zu überrollen. Das geht nicht immer gut, was man an seiner Kampfbilanz ablesen kann. „Man kann nicht immer gewinnen“, erklärt er. „Wenn der Andere besser ist, dann hat er auch den Sieg verdient, und dann soll er ihn auch bekommen.“ Kreiskott hat weder einen Manager und noch einen Trainer. Dafür aber ist er sein eigener Veranstalter für einen Teil seiner Kämpfe, so auch jetzt in Velbert. Seine Kämpfe ermöglicht er sich so erst. „Boxen macht mir einfach Spaß“, sagt er. „Ich liebe es dort oben im Ring zu stehen und zu boxen.“ Diese Worte könnten auch von Özlem Sahin (22 Kämpfe, 20 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) stammen, die den zweiten Hauptkampf des Abend bestreiten wird. Sahin boxt um die WM der Universal Boxing Organization und um den Intercontinental Titel der World Boxing Federation im Minimumgewicht, der Gewichtsklasse bis 46,266 kg. Dabei trifft die Ludwigsburgerin auf die Ungarin Agnes Draxler (21 Kämpfe, 9 Siege, 1 durch KO, 12 Niederlagen, 7 durch KO). Sie hat einen Trainer, Frank Lubitz, und eine Managerin, Eva Dzipina, aber wie Kreiskott muss sie selber sehen, wie sie ihre Kämpfe finanziert. Sahin pendelt für ihre Kampfvorbereitungen zwischen Ludwigsburg wo sie wohnt und Kerpen, wo sie trainiert, einmal die Woche hin und her. Dies kann sie nur, indem sie zum einen Urlaub nimmt, dann in Kerpen Homeoffice für ihren Arbeitgeber Bosch in Waiblingen arbeitet und schließlich durch die Unterstützung ihres Sponsors GAZI. Das alles nimmt sie auf sich für ihr erklärtes Ziel, noch in diesem Jahr einen Rückkampf mit Gretchen Abaniel zu bekommen, gegen die sie am 09.11.2015 ihren einzigen Kampf verlor. Auch Sahin hat eine passenden Kampfnamen: BoxLady.
(C) Uwe Betker

Die Nebelkerze von Z!-Promotion

leave a comment »

Als Nebelkerze bezeichnet man zum einen eine Rauchgranate und zum anderen eine rhetorische Taktik der Ablenkung oder Verschleierung. So belehrt uns Wikipedia. Natürlich geht Hagen Döring, der sportlichem Direktor von Z!-Promotion, nicht hin, zieht den Stift einer Rauchgranate und wirft sie in die Gegend. – Das hoffe ich jedenfalls. Nein, vielmehr versucht er, für seinen Arbeitgeber und für Erkan Teper das Beste herauszuholen. Und dafür hat er eine große Nebelkerze gezündet: Z!-Promotion droht, den BDB und die EBU zu verklagen, wenn beide Tepers Dopingsperre nicht aufheben. Das, finde ich, kann man schon als Nebelkerze ansehen.
Döring argumentiert, bei den Auswertungen der durch die NADA zertifizierten Agentur handele es sich nicht um Mess-, sondern um Schätzwerte. Weiter führt er an, die Ergebnisse lägen auch noch in einem Bereich, in dem ohnehin „nur Abschätzungen getroffen werden können, welche keine (insbesondere juristische) Verwertbarkeit haben“. Daraus wiederum zieht Döring die Schlussfolgerung: „Teper war nicht gedopt“, da doch „keine aussagekräftige Analyse“ vorläge. Wohlgemerkt spricht er hier von dem Kampf, den sein Schützling gegen David Price am 17. Juli 2015 in Ludwigsburg absolvierte.
Bei realen Nebelkerzen muss man schon warten, bis sich der Rauch verzogen hat. Bei rhetorischen Nebelkerzen hilft ein Blick auf die Fakten.
1. Erkan Teper ist ein überführter Dopingsünder
Der Ahlener Profiboxer Erkan Teper (14 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO) war am 13.06.2014 in München, in seinem Europameisterschaftskampf im Schwergewicht gegen den Franzosen Newfel Ouatah, gedopt. Nachdem er sich zunächst zu den Vorwürfen gegenüber dem BDB nicht äußern wollte, gestand er später und zeigte sich reuig. Er bekam eine Sperre von sechs Monaten.
2. Erkan Teper hat durch sein erwiesenes Doping Newfel Ouatah finanziell geschädigt
Wer dopt, betrügt. Teper hat gedopt und dadurch wurde Newfel Ouatah um den Sieg und damit um den Europameistertitel gebracht. Mit dem Sieg und dem Titel hätte er andere Kämpfe und andere Börsen bekommen.
3. Erkan Tepers Umgang mit Dopingvorwürfen ist – nun ja – überraschungsarm
Teper reagiert auf auffällige A-Proben von ihm immer gleich. Er äußert sich erst einmal nicht. So auch, nachdem wieder mal eine seiner A-Proben in einer Europameisterschaft auffiel. Diesmal war es die Dopingprobe, die ihm nach seinem Kampf vom 17.07.2015 gegen David Price, wieder einer Europameisterschaft, abgenommen worden war. Und wieder äußerte er sich nicht gegenüber dem Bund Deutscher Berufsboxer.
4. Erkan Teper war (wohl) im Besitz Dopingmittel
Im April 2015 sollen bei Durchsuchungen von Tepers Auto und seinem Hotelzimmer in der Sportschule Vitalis im Bayerischen Wald verschiedene verbotene Substanzen (Clenbuterol, Testosteron, Wachstumshormone und Metandienon) gefunden worden sein.
5. Gegen Erkan Teper wird ermittelt
Gegen Teper ermittelt die Staatsanwaltschaft München I in zwei Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Besitzes von Arzneimitteln in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport.
Ich gehe davon aus, der Rauch der Nebelkerze von Hagen Döring hat sich jetzt etwas verzogen. Natürlich gilt auch für Teper die Unschuldsvermutung, oder Präsumtion der Unschuld. Bei den oben aufgezählten Fakten fällt es dem unbeteiligten Zuschauer aber schon sehr-sehr-sehr schwer, an Tepers Unschuld zu glauben. Wieso aber fährt Hagen Döring so ein großes Geschütz auf: die Androhung von Klagen und Schadensersatzforderungen von 1.000.000 und 500.000 Euro? Warum gehen Erkan Teper, Hagen Döring, Alexander Zastrow und Boris Zastrow denn nicht einfach hin und fordern die Öffnung der B-Probe? Wenn Döring und die Brüder Zastrow doch davon so überzeugt sind, dass ihr Hoffnungsträger Teper unschuldig ist, warum wollen sie es dann nicht beweisen?
© Uwe Betker