Box-Blog

Posts Tagged ‘Aria Najafi

Foto: Ringrichter Kornelius Bernds mit Aria Najaf

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(C) Uwe Betker

Written by betker

13. Juni 2016 at 23:59

Ein schöner Freitagabend im Stahlwerk

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Wenn man im Stahlwerk in Düsseldorf die Augen offen hält, dann entdeckt man hier und da noch das bekannte MW als Großbuchstaben in einem Kreis, das Zeichen der Mannesmann Werke. Das Stahlwerk gehörte einmal zu den Produktionsstätten von Mannesmann. Heute ist es ein über Düsseldorf hinaus bekannter Veranstaltungsort für Konzerte und Partys und neuerdings auch für Boxveranstaltungen. Stefan Freudenreich veranstaltete hier nun schon zum zweiten Mal zusammen mit seinem Matchmaker Sebastian Tlatlik, und man kann sagen, seine Veranstaltungen werden von mal zu mal besser. Es ist abzusehen, dass Freudenreichboxen im Stahlwerk zum Kult wird. Um es vorab zu sagen, die Veranstaltung vom 11.03.2016 war richtig gut. Und sie fand an einem Freitag statt, der für mich der perfekte Termin für eine Boxveranstaltung ist. Es gab insgesamt 10 Kämpfe zu sehen, vier Amateur- und sechs Profikämpfe, wobei die Amateurkämpfe durchwegs gut und hart umkämpft waren.
Den ersten Profiboxkampf des Abends bestritten Yaser Yüksel (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Gökhan Ucar (23 Kämpfe, 23 Niederlagen, 18 durch KO) im Weltergewicht. Yüksel, der seinen zweiten Kampf als Profi bestritt, begann verhalten. Er brauchte sichtlich Zeit, um sich auf die Rechtsauslage von Ucar einzustellen. Die erste Runde war ausgeglichen und es gab nur wenige Aktionen. Beide hatten aber ihre Momente. Die zweite Runde war komplett anders. Yüksel, der von Rüdiger May trainiert wird, war nun schnell auf den Beinen und machte Druck. Er trieb Ucar vor sich her. Dann stellte er ihn und kam mit drei rechten Kopfhaken durch, die seinen Gegner zu Boden zwangen. Als der Ringrichter mit dem Zählen anfangen wollte, kam auch schon das Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:20 Minuten: Yaser Yüksel.
Hiernach stieg Marek Jedrzejewski (7 Kämpfe, 7 Siege, 7 durch KO), unbestritten ein großes Talent im Leichtgewicht, in den Ring. Dort traf er auf Ramiz Dzafic. Jedrzejewski wollte den Kampf schnell beenden, weil er durch eine Erkältung gehandicapt war. Er verteilte gut auf Körper und Kopf und sehr schnell war offensichtlich, dass Dzafic Körpertreffer nicht mag. Eine Rechte zum Körper und er knickte ein. Der gute Ringrichter Thomas Hackenberg zählte ihn an. Das gleiche wiederholte sich wenig später, nur dass diesmal der Kampf abgewunken wurde. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 2:20 Minuten: Marek Jedrzejewski.
Den dritten Profiboxkampf bestritten im Halbschwergewicht Badien Hasso (11 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO) und Fadil Pasalic (10 Kämpfe, 1 Sieg, 9 Niederlagen, 5 durch KO). Der Kampf war kurz und schmerzhaft für Pasalic. Hasso machte von der ersten Sekunde an Druck und er suchte den KO. Er schob seine Linke raus um dann mit seiner Rechten ausholend auf seinen Gegner einzuschlagen. Schon bald hatte Hasso Pasalic in einer Ecke gestellt und da ließ er ihn auch nicht mehr raus. Eine Rechte zum Körper schickte ihn zu Boden. Die Schläge, die Hasso seinem zusammensackenden Gegner dann noch mit auf den Weg nach unten gab, waren unnötig. Auch hier flog ein Handtuch in den Ring, um den geschlagenen Boxer vor weiteren Schlägen zu schützen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:55 Minuten: Badien Hasso.
Hiernach stiegen Nordin Asrih (5 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen) und Svetislav Peric (3 Kämpfe, 3 Niederlagen) in den Ring, wo sie im Halbschwergewicht ihr Kräfte messen sollten. Beide führten den Kampf sehr munter hektisch und ausgeglichen. Erst ging Asrih zu Boden, wofür er aber nicht angezählt wurde, weil es ein Schupser war. Dann ging Peric zu Boden, wofür er angezählt wurde, weil es eine Rechte war. Hiernach ging Peric erneut zu Boden, wofür er aber nicht angezählt wurde, weil es ein Schupser war. Beide Boxer nahmen viele Schläge. In der zweiten Runde kam Asrih stärker und konzentrierter. Ein Körperhaken ließ Peric wieder zu Boden gehen, wofür er erneut nicht angezählt wurde. Sein Ende kam, als er in der unmittelbar nächsten Aktion einen linken Kopfhaken nehmen musste. Ringrichter Hackenberg stoppte hier den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:05 Minuten: Nordin Asrih.
Es folgte ein auf acht Runden angesetzter Kampf im Mittelgewicht, der beste und härteste Kampf des Abends werden sollte. In ihm trafen Dominik Tietz (6 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Javad Sadeghi (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) aufeinander. Die erste Runde gehörte Tietz. Er machte mehr. Er bestimmte den Kampf. Sadeghi boxte im Rückwärtsgang und beschränkte sich aufs Kontern. In der zweiten Runde dreht Sadeghi den Kampf um. Zwar boxte er weiter vor allem im Rückwärtsgang, aber er etablierte seine Führhand. Immer und immer wieder traf er so den sich heranschiebenden Tietz. Auch wenn Tietz die Distanz zu Sadeghi verkürznen konnte, setzte Sadeghi doch mehr Treffer, wobei er sie außerdem gut verteilte. In der dritten Runde schien Tietz, der immer mehr Treffer nehmen musste, zu realisieren, dass er kein Konzept gegen Sadeghi hatte. In der vierten Runde erhöhte Sadeghi den Druck. Immer wieder stellte er seinen Gegner in den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein. Auch in der fünften Runde wurde er immer häufiger in den Seilen gestellt, wo er eine Kombination nach der anderen Kombination nahm, ohne sich wirklich befreien zu können. Am Ende der Runde wurde er schließlich in einer neutralen Ecke gestellt, wo er unter den Schlägen langsam, wie im Zeitlupentempo, zusammenbrach. Dann ertönte der Pausengong. Der umsichtige Ringrichter Kornelius Bernds ging kurz in die Ecke von Tietz und wechselte ein paar Worte. Als der Gong zur sechsten Rund ertönte, warf Tietz‘ Ecke das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 6 nach 0:01 Minuten: Javad Sadeghi.
Nach diesem Hauptkampf wirkte der folgende letzte Kampf nur mehr wie ein Rausfeger. Aria Najafi (5 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 1 Unentschieden) traf im Mittelgewicht auf Izzet Kurnaz (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO). Die erste Runde gestaltete sich ereignislos, weil Najafi seinen überforderten Gegner nicht sofort KO schlagen wollte. In der zweiten Runde machte er dann etwas mehr und Kurnaz ging nach zwei Linken zu Boden. Der Bruder und Trainer von Kurnaz beendete das ungleiche Gefecht. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:00 Minuten: Aria Najafi.
Das Stahlwerk in Düsseldorf ist ein toller Ort für Boxen. Die dort stattfindenden Veranstaltungen von Stefan Freudenreich werden immer besser, und die vom letzten Freitag war richtig gut. Man kann nur hoffen, dass noch viele weitere folgen werden.
© Uwe Betker

Plakat: 04.09.2015 in Düsseldorf

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Written by betker

2. September 2015 at 23:59

Vier Boxkämpfe in Bochum

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Am Sonntag, dem 01.12.2013 gab es unweit des VFL Bochum Stadions gutes Boxen zu sehen. Veranstalter war die Kultfigur des Bochumer Kampfsports, Niko Lohmann, der sich auch Karl Stahl nennt. Eigentlich hätte er ja selber boxen sollen, aber verletzungsbedingt musste der Kampf ausfallen. Im Vorprogramm gab es drei Amateurkämpfe zu sehen, die hart und kurzweilig waren.
Den ersten Profikampf des Nachmittags bestritten Patryk Wolke (10 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 8 Niederlagen) und Sergej Vib im Leichtgewicht. Der Debütant Vib startete wie ein Weltmeister. Er ließ sein Gegenüber Wolke, der seine letzten fünf Kämpfe verloren hat, richtig schlecht aussehen. Vib war schnell auf den Beinen und zeigte eine unglaubliche Beweglichkeit im Oberkörper. Wolke versuchte ihn zu treffen, aber er pendelte alle Schläge aus. Es gab sogar Szenenapplaus für sein Auspendeln. Alles sah also nach einem einseitigen Gefechts aus.
Aber Wolke ließ sich nicht beirren und suchte seine Chance. Er hatte bereits in der ersten Runde seine Momente und sie wurden von Minute mehr. Immer wenn Vib eine Pause machte, kam Wolke. Bereits am Ende der ersten Runde schien Vib langsamer zu werden. Hinzu kam, dass sein rechter Haken, den er zu häufig schlug, zu unpräzise kam und keine rechte Wirkung erzielte. Am Ende stand ein Punktsieg für Wolke, mit 2:1 Punktrichterstimmen.
Ein paar Worte zum Matchmaking: Die Kampfpaarungen, die alle Henryk Adam zusammengestellt hatte, waren alle gut und ausgeglichen. In keinem Kampf stand der Sieger vorher fest.
Der zweite Kampf fand im Halbschwergewicht statt. Ahliman Gurbanov traf auf David Saric. Saric war der bessere Boxer, dafür wirkte Gurbanov härter und stabiler. Trotzdem musste Gurbanov Mitte der ersten Runde, nach zwei Links-Rechts-Kombinationen zum Kopf, zu Boden. Er wurde angezählt und kam wieder hoch. Den Rest der Runde kämpfte er um sein Überleben. Im folgenden Durchgang versuchte er durch rechte Schwinger und durch Keilen zum Erfolg zu kommen. Der Kampf wurde immer verbissener und schmutziger geführt. Der GBA Ringrichter Mustafa Erenay hatte alle Hände voll zu tun, einen fairen Kampf zu gewährleisten, was ihm auch gelang. Er und seine Punktrichterkollegen machten ihren Job vorbildlich.
Die dritte Runde war noch intensiver. Am Anfang der vierten und letzten Runde stellte Saric Gurbanov in seiner Ecke und deckte ihn mit einem nicht enden wollenden Schlaghagel ein, dem Gurbanov nichts entgegen setzte. Der Ringrichter ging dazwischen und brach den Kampf ab. TKO Sieg für Saric nach 31 Sekunden.
Im nächsten Kampf, der an Emotionen dem vorangegangen in nichts nachstand, standen sich im Weltergewicht Aria Najafi und Slaibi Slaibi (2 Kämpfe, 2 Unentschieden) gegenüber. Beide hatten viel Fans mitgebracht, die sie lauthals anfeuerten. Najafi war der schnellere, aber kleinere Mann, Slaibi der größere und kompaktere. Nach Vorteilen in der ersten Runde für Najafi, verlor dieser seine boxerische Linie. Immer wieder kam es zu wüsten Schlagabtäuschen. Am Ende der vier Runden stand ein gerechtes Unentschieden.
Im letzten Kampf boxten Michael Erdine und Cheikh Souleymane Fall (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) im Halbschwergewicht gegeneinander. In der ersten Runde muss Fall viele Treffer nehmen, die er zum Teil mit putzigen Grimassen beantwortete. In der zweiten Runde beschwerte er sich öfter beim Ringrichter darüber, der rechte Cross, der immer wieder bei ihm einschlug, sei ein Schlag auf den Hinterkopf. – Dem war aber nicht so. Ende der Runde fiel er fast aus dem Ring. In der Ringpause wollte er dann aufgeben. Aber sein Trainer überzeugte ihn weiterzumachen. In der dritten Runde kassierte Fall weiter, brachte aber Erdine zu Boden, was der Ringrichter allerdings nicht als Niederschlag wertete. Auch in der vierten und letzten Runde ging Erdine zu Boden. Diesmal wurde er angezählt. Wenn man einmal von den Niederschlägen absieht, gewann Erdine jede Runde deutlich, daher war auch sein Punktsieg einstimmig und verdient.
Die zweite Veranstaltung von Team Stahl war ein voller Erfolg. Man kann nur hoffen, dass weitere folgen werden.
© Uwe Betker