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Foto: Willi Quatuor

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Written by betker

20. März 2011 at 23:59

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Killer Queen oder Milchschnitte?

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Das Gerücht, das schon seit Wochen zu hören ist, hat sich nun bestätigt. Susianna Kentikian (27 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO), die amtierende Weltmeisterin nach Version WIBF, WBA und WBO im Fliegengewicht, wechselt zu SES Boxing. Sie boxt aber wohl am 26. März 2011 noch einmal in Universum Gym in Hamburg, bevor es dann endgültig aufgegeben wird. Ihr Kampf wird am selben Tag von BILD.de übertragen.
Vielleicht lässt Frau Kentikian damit nun endgültig ihre Vergangenheit hinter sich. Sportlich war das Jahr 2010 ein Desaster. Erst schusterten die zwei deutschen Punktrichter Werner Kasimir und Frank-Michael Maaß der eingebürgerten Armenierin den Sieg im Kampf gegen die deutsche Nadia Raoui (24.04.2010) zu. Dieses Urteil bescherte uns, nach meiner Meinung, eines der übelsten und beschämendsten Fehlurteile der letzten Jahre. Und es beschädigte zum anderen das Frauenboxen in Deutschland massiv.
Dann zeigte sich die „süße“ (BILD Zeitung) Syuzanna von einer ihrer weniger netten Seiten. Was nach der Urteilsverkündung passierte, war fast schon peinlicher als die Punktwertungen von Kasimir und Maaß. Die Werbeträgerin für ein Süßwarenprodukt tat, wohl in absoluter Verkennung der Realität, jegliche Kritik an dem Urteil und an ihrer Leistung als „einseitig“ ab. Wie inzwischen leider schon fast üblich, kam es nicht zu dem versprochenen Rückkampf gegen die Dame aus Herne. Kentikian und ihr Veranstalter Spotlight Boxing bzw. Universum Box-Promotion erklärten lapidar, Raoui hätte eine zu hohe Börse verlangt. Damit war dann das Thema Rückkampf vom Tisch.
Der folgende Kampf beschädigte den Ruf von Frau Kentikian noch weiter. Gegen die weitgehend unbekannte Mexikanerin Arely Mucino boxte sie alles andere als souverän. Sie zog sich eine Cutverletzung im Haar zu, und was dann daraus folgte, wäre bei einem Männerkampf als Aufgabe gewertet worden. Aber sie hatte ein weiteres Mal Glück und der Kampf wurde als „No Contest“ gewertet. Wieder zeigte sie sich anschließend von ihrer nicht ganz so „süßen“ Seite. Sie machte doch allen Ernstes den Vorschlag, ihre beiden letzten Gegnerinnen sollten erst mal gegeneinander boxen, um sich das Recht zu erwerben, ein weiteres Mal gegen sie antreten zu dürfen. Für mich klang das schlicht wie eine Verhöhnung von Nadia Raoui und Arely Mucino.
Nun hat die Boxerin, die in den einschlägigen Foren im Internet gerne als Milchschnitte bezeichnet wird, in Magdeburg bei Ulf Steinforth eine neue sportliche Heimat gefunden. Nachdem sie jetzt durch das Schreiben ihrer Autobiographie „Mir wird nichts geschenkt!“ ihre schwierige Lebensgeschichte aufgearbeitet hat, kann sie jetzt ja daran gehen, ihre sportlichen „Altlasten“ abzuarbeiten. Es ist zu hoffen, dass Sport Events Steinforth die selbsternannte „Killer Queen“ gegen Raoui und Mucino antreten lässt. Frau Kentikian hat da, auch wenn sie selbst das wohl nicht so sieht, einiges wieder gut zu machen. Die Frage, was sie eigentlich ist, Killer Queen oder Milchschnitte, ist zurzeit nämlich noch nicht geklärt.
© Uwe Betker

Die neue deutsche Hoffnung

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Der deutsche Schwergewichtler Luan Krasniqi (35 Kämpfe, 30 Siege, 14 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO und 1 Unentschieden) hat sein Comeback für Februar 2011 angekündigt. Nach über zwei Jahren will „der Löwe“ von Rottweil wieder angreifen. Er sagt von sich selber: „Ich habe noch wahnsinnige Kraft und Energie. Ich will es noch mal wissen.“ Der Kampf soll in der Ludwigsburger Arena, was keine kleine Halle ist, stattfinden. TV-Sender und Gegner stehen noch nicht fest. Was mich an dieser Meldung wirklich erstaunt, ist, dass sie mich nicht überrascht.
Wenn man sich das Schwergewicht aus deutscher Sicht ansieht, und damit meine ich nicht nur deutsche Boxer, sondern alle Boxer, die bei einem deutschen Veranstalter unter Vertrag stehen, sieht die Situation nämlich ziemlich düster aus. Da gibt es die Verletzten, dann gibt es die, die sich nicht trauen, die, die ihre entscheidenden Kämpfe verloren haben, und schließlich die, die noch aufgebaut werden. Ich sehe zurzeit keinen, dem ich es zutraue, in absehbarer Zeit um einen WM-Titel boxen zu können oder zu wollen. Was aber viel schlimmer ist: Ich sehe zurzeit keinen, dem ich zutraue das Publikum für sich einzunehmen.
Das Boxen allgemein und das Schwergewicht im Besonderen kranken, nach meiner Meinung, daran, dass es keine Identifikationsfiguren gibt. Ohne nationale Töne anschlagen zu wollen, die Mehrheit der Deutschen kann sich nun mal mehr mit einem deutschen Boxer identifizieren als mit einem nicht-deutschen. Die meisten Boxer, die hier in den Ring steigen, bemühen sich aber entweder nicht, Deutsch zu lernen oder sie sind einfach nicht dazu fähig. Wohl gemerkt, ich spreche hier nicht von Integration, sondern von Identifikation. Deutsche Boxer sind selten und deutsche Schwergewichtler sind noch viel seltener, und der fast 40jährige Mann aus Rottweil ist immer noch der profilierteste deutsche Schwergewichtler.
Krasniqi ist ein kluger Mann, und er weiß um seine Popularität. In einer Zeit, in der sein ehemaliger Arbeitgeber, Universum Box-Promotion, ganz kleine Brötchen backen muss und in dem Gym in Hamburg veranstaltet, traut er es sich nun zu, eine Arena zu füllen. Und es würde mich tatsächlich wundern, wenn er dies nicht schaffen würde. Die neue deutsche Hoffnung ist eine relativ alte und sie heißt Luan Krasniqi.
© Uwe Betker

Written by betker

8. November 2010 at 23:59