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Die 1. Bundesliga

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Stellen wir uns einen Moment lang folgende Situation vor:
In der Saison 2011/2012 treten in der Fußball Bundesliga folgende Mannschaften im Kampf um die deutsche Meisterschaft gegeneinander an: FC Bayern München, Ajax Amsterdam, Legia Warschau und FC Kopenhagen. Zwischen diesen Mannschaften würde, wohl gemerkt, in der deutschen Fußball Bundesliga die deutsche Meisterschaft ausgetragen. Wie wäre wohl die Reaktion des Publikums auf diese Neuerung der Liga? Man muss kein Fußballfachmann sein, um zu erkennen, dass der deutsche Meister hier schon vor dem Anpfiff zum ersten Spiel feststünde.
Dieses absurde Szenario halten wir zu Recht für unrealistisch. Aber in der Ersten Bundesliga der Amateurboxer ist dies die reale Situation. – Der Deutsche Boxsportverband e.V. glaubte wohl ernsthaft, dass ihr Sport durch eine Umbenennung attraktiver würde. – In der ersten Bundesliga, die unlängst gestartet ist, treten gegeneinander an: ). Wozu da überhaupt noch die deutsche Meisterschaft ausgetragen werden soll, ist mir schleierhaft.
Die Verantwortlichen vom DBV haben es geschafft, das Amateurboxen, pardon, das Olympische Boxen, nahezu komplett zum Verschwinden zu bringen. Zur Liga-Auftaktveranstaltung in Deutschland, unter internationaler Beteiligung, kommen 500 Zuschauer. Das sind genauso viele, wie auf der letzten lokalen Budo-Box-Veranstaltung, auf der ich war.
Man kann wohl nicht umhin festzustellen, dass der DBV über lange Jahre sehr viel falsch gemacht haben muss.
© Uwe Betker

Budoboxen

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Amateurboxveranstaltungen sind meist relativ langweilig. Äußerlich betrachtet sehen sie häufig so aus: In der Turnhalle einer Schule steht an einem Samstagnachmittag ein Ring. Um den Ring stehen einige Vereinsmitglieder und Verwandte, die zusammen mit einer Handvoll Interessierter sich in der Halle verlieren. Die Boxer tragen verwaschene Leibchen und Kopfschutz.
Die Veranstaltungen sind lang, nicht zuletzt durch die durch Regeln vorgeschriebene Unsitte, dass, auch wenn einer der Gegner nicht erscheint, der Kampf trotzdem angesetzt wird und der anwesende Boxer in den Ring steigt, um sogleich zum Sieger erklärt zu werden.
Auch durch die Umbenennung in Olympisches Boxen sind die Veranstaltungen nicht attraktiver geworden.
Es geht auch anders. Die Alternative ist Budoboxen. Budoboxen ist das, was das Amateurboxen vor Jahrzehnten wohl einmal war. Es gibt nur sechs Gewichtsklassen. Das macht den Wettbewerb innerhalb der einzelnen Gewichtsklassen härter. In der Regel wird ohne Hemd und Kopfschutz geboxt. Ausnahmen sind Frauen und Boxer, die als Anfänger eingestuft werden. Allein hierdurch werden die Kämpfe für die Zuschauer schon attraktiver. Zwar sind streng genommen Dreh- und Sprungschläge erlaubt. Da aber die meisten Kämpfer aktive Amateurboxer sind, werden diese Schläge vorher per Vereinbarung ausgeschlossen. Selten treten nur Vereine oder Gyms gegeneinander an. Es gibt vielmehr, wie bei den Profis, einen Matchmaker, der attraktive Paarungen zusammenstellt. Und die Veranstaltungen finden an einem Freitag- oder Samstagabend statt. Auch das ist zuschauerfreundlich.
Ob sich Budoboxen als eigenständige Sportart etablieren wird, ist ungewiss. Gewiss ist aber, dass es den Beteiligten und den Zuschauern Spaß macht. Wie sonst ist es zu erklären, dass so viele Amateurboxer für Veranstaltungen immer wieder zum Budoboxen wechseln? Die Zuschauerzahlen sprechen außerdem für sich.
Hauptvertreter des Budoboxens in Düsseldorf ist das Freudenreich Professional Boxing Gym. In diesem Box-Gym auf der Duisburgerstraße 15, in dem schon Eddy Chambers sich auf seinen Kampf gegen Wladimir Klitschko vorbereitete und der düsseldorfer Schwergewichtsprofi Markus Tomala immer wieder mal trainiert, findet am Freitagabend (05.11.2010) die nun bereits fünfte „House Box-Gala“ statt. Es wird zehn Kämpfe zu sehen geben, darunter einen Frauenkampf, einen im Schwergewicht und zwei im Superschwergewicht.
(c) Uwe Betker

Written by betker

28. Oktober 2010 at 23:59

Plakat: V. House Box-Gala (05.11.2010)

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Written by betker

27. Oktober 2010 at 23:59