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Posts Tagged ‘Cecilia Braekhus

Arthur Abraham und die Kriese von Sauerland Event

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Am Samstag, den14.01.2012 boxt in Offenburg Arthur Abraham (35 Kämpfe, 32 Siege, 26 durch KO, 3 Niederlagen) gegen Pablo Oscar Natalio Farias (20 Kämpfe, 19 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage). Dieses Aufeinandertreffen verspricht ein netter Kampf zu werden. Abraham, der ehemalige Weltmeister der IBF im Mittelgewicht, soll nach drei desaströsen Niederlagen wieder aufgebaut werden. Da kommt der Mann aus Argentinien ganz recht. Es ist kein besonders hart schlagender Gegner. Seinen letzten Kampf hatte er verloren und war dabei auch zu Boden gegangen. Er ist aber auch nur die Nummer 71 der unabhängigen Weltrangliste.
Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass Abraham gewinnen wird. Das wie, also durch KO oder nach Punkten, dürfte auch eine Frage der Stallregie sein. Es ist gut und es ist richtig zu versuchen, Arthur Abraham wieder aufzubauen. Man kann sich aber schon fragen, wofür er aufgebaut werden soll. Erklärtes Ziel ist es natürlich, dass Avetik Abrahamyan wieder Weltmeister werden soll – im Super Mittelgewicht. Es fragt sich aber, ob er realistischer Weise überhaupt einen der Weltmeister schlagen kann?
Erstaunlich ist, dass der Kampf Abraham gegen Farias Hauptkampf der ARD ist. Es gab Zeiten – und die sind noch gar nicht so lange her – da konnte man den Eindruck gewinnen, dass alles, was unterhalb einer Weltmeisterschaft rangierte, unter der Würde der ARD war. Und nun wird ein Kampf gezeigt, in dem es um Nichts geht. Offensichtlich ist Sauerland Event in einer sportlichen Krise. Sie haben mit einem Marco Huck (35 Kämpfe, 34 Siege, 25 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) einen Weltmeister im Cruisergwicht, der wohl lieber sein Glück im Schwergewicht versuchen will als erneut in einer Pflichtverteidigung gegen Denis Lebedev (24 Kämpfe, 23 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage) anzutreten. Sie haben mit Yoan Pablo Hernandez (26 Kämpfe, 25 Siege, 13 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) einen Weltmeister, der nur umstritten IBF Weltmeister im Cruisergewicht wurde. Sie haben mit Alexander Povetkin (23 Kämpfe, 23 Sieg, 16 durch KO) einen Weltmeister im Schwergewicht, den niemand auf der Welt als richtigen Weltmeister ansehen mag. Sie haben mit Robert Helenius (17 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO) einen Europameister, der seinen Titel auf eine sehr-sehr-sehr umstrittene Art gewonnen hat.
Sauerland Event fehlen offensichtlich die Hauptkämpfer. Daher sahen sie sich wohl gezwungen, um überhaupt Titelkämpfe in der Show zu haben, mit Sport Events Steinforth zu kooperieren, um von ihnen die Titelkämpfe, ohne die es wohl doch nicht geht, zu bekommen. Das hat zur Folge, dass Robert Stieglitz (42 Kämpfe, 40 Siege, 23 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) jetzt auch in der ARD seinen WBO Super Mittelgewichtstitel gegen Henry Weber (16 Kämpfe, 15 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage) verteidigen darf. Es darf diesmal sogar eine Frau auf einer Sauerland Show boxen. – Bekanntermaßen ist Wilfried Sauerland ein entschiedener Gegner des Frauenboxens. – Cecilia Braekhus (19 Kämpfe, 19 Sieg, 5 durch KO), die Weltmeisterin der WBC, WBA und WBO im Weltergewicht, wird geduldet, weil sie einen lukrativen TV-Vertrag hat. – Nun also darf Ramona Kühne (19 Kämpfe, 18 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) sich auf einer Sauerland Veranstaltung präsentieren und ihre WIBF, WBO und WBF Titel im Super Federgewicht gegen Renata Domsodi (8 Kämpfe, 7 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage) verteidigen.
© Uwe Betker

Jahresrückblick 2011 – She’s A Rainbow: Frauenboxen

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Obwohl im deutschen Fernsehen kein Frauenboxen zu sehen ist, – wenn man einmal von den Ausschnitten absieht, die die ARD manchmal zeigt – ist das Frauenboxen nicht tot. Im Gegenteil, bei den boxenden Frauen gibt es relativ viele, die das Zeug dazu haben, Weltklasseboxerinnen zu werden, bzw. die schon weltklasse sind. Da aber die weibliche Form des Profiboxens gründlich durch die Möchtegernnachfolgerinnen von Regina Halmich diskreditiert wurde, gibt es keinen deutschen TV-Sender, der noch den Mut hätte, Frauenboxen zu zeigen.
Daher müssen Boxerinnen schon sehr überzeugend sein, um Trainer zu finden, die sich darauf einlassen, mit ihnen zu arbeiten. Geld ist mit ihnen jedenfalls zurzeit nicht zu verdienen. Einer der überzeugt wurde, ist Manni Faber in Krefeld. Er ging 2011 mit der Leichtgewichtlerin Derya Saki (1 Kampf, 1 Sieg, 1 KO) an den Start. Saki sah in ihrem ersten Kampf so beeindruckend aus, dass sie eindeutig zu den großen Talenten zu rechen ist.
In Dortmund arbeitet Thorsten Brück mit Goda Dailydait (6 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO). Dailydait, eine technisch gut ausgebildete Boxerin, ist wohl die beste deutsche Federgewichtlerin. Damit hat sie dann allerdings auch die damit verbundenen Probleme: Wie bekommt man Kämpfe und wer soll sie bezahlen?
Von Karlsruhe aus versucht Dominik Junge mit Raja Amasheh (13 Kämpfe, 12 Siege, 3 durch KO, 1 Unentschieden) die Weltspitze im Fliegengewicht anzugreifen. Gerade weil Amasheh 2011 inkonsistente Leistungen zeigte – sie hat neben Arbeit und Boxen auch noch ihren Master gemacht – ist zu erwarten, dass sie bald einen gewaltigen Leistungssprung machen wird und die anderen im Fliegengewicht boxenden Deutschen (Syuzanna Kentikyan und Nadia Raoui) herausfordern wird.
Wenn das Boxen gerecht und fair wäre und eben nicht so, wie es nun mal ist, wäre Nadia Raoui (15 Kämpfe, 13 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) schon Weltmeisterin der WBA und WBO. So aber gaben die zwei deutschen Punktrichter des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), Werner Kasimir und Frank-Michael Maaß, ihr nicht den Sieg im Kampf gegen Syuzanna Kentikyan (24.04.2010), obwohl nahezu alle Beobachter sie klar haben gewinnen sehen. Nun versucht sie weiter von Herne aus, zusammen mit ihren Trainern Dirk Kiekhäfer und Dr. Andreas Künkler, Weltmeisterin zu werden.
Syuzanna, genannt Susianna, Kentikian (30 Kämpfe, 29 Siege, 16 durch KO) darf sich immer noch Weltmeisterin der WBA und WBO im Fliegengewicht nennen. Sie gehört zu der Generation von Boxerinnen, die von ihrem Veranstalter Universum Box-Promotion als Nachfolgerin von Regina Halmich präsentiert wurden. Ihr umstrittener Sieg über Nadia Raoui und ihr No Contests über Arely Mucino (17.07.2010) gehören zu den Kämpfen, die das Frauenboxen wohl nachhaltig beschädigt haben. Ihre sportlichen „Leistungen“ und ihr kurzzeitiges Werben für ein Süßwarenprodukt, das im Verhältnis mehr Fett und Zucker beinhaltet als z. B. eine Sahnetorte, haben der selbsternannten „Killer Queen“ den Spottnamen „Milch-Schnitte“ eingetragen. Mittlerweile boxt sie zusammen mit anderen Boxerinnen für Ulf Steinforth und sein SES Sports Events. Sie wird betreut von Magomed Schaburow.
Mario Guedes aus Aachen trainiert Jessica Balogun (23 Kämpfe, 22 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage), eine der besten Weltergewichtlerinnen der Welt. Damit wäre sie die logische und zwangsläufige Wahl als Gegnerin für die norwegische Boxerin Cecilia Braekhus (19 Kämpfe, 19 Siege, 5 durch KO), die für Sauerland Event boxt. Es ist aber zu befürchten, dass Balogun, weil sie eben so gut ist, erst dann ihre Chance bekommt, wenn keine billigeren und leichteren Gegnerinnen mehr in der Rangliste zu finden sind.
Die für mich beste und attraktivste Boxerin ist die Interims Weltmeisterin der WIBF im Junior Fliegengewicht, Özlem Sahin (14 Kämpfe, 13 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden). Die natürliche Minimumgewichtlerin, die von Conny Mittermeier in Stuttgart trainiert wird, boxte zuletzt auf den Veranstaltungen von Arena Boxpromotion. Offensichtlich hat sie aber keinen Vertrag mit dem Veranstalter Ahmet Öner. Obwohl die deutschen und türkischen Medien ungewöhnlich stark und positiv auf sie reagieren und sie immer wieder Gegenstand der Berichterstattung ist, hat sich noch kein TV-Sender gefunden, der den Mut hätte, ihre Kämpfe zu übertragen. Es scheint mir auch, als ob Arena Boxpromotion kein Konzept hätte, was sie mit Sahin machen wollen.
Trotz allem – das Frauenboxen lebt.
© Uwe Betker

Über Jessica Balogun und die Bezeichnung „afrikanische Kampfmaschine“

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Es gibt Worte, die mir körperliches Unbehagen bereiten. Als ich das letzte Mal den Boxsport durchblätterte, überkam mich ein solches Unbehagen. In einem Artikel über die Hatterheimer Boxnacht 2011 las ich „weibliche, afrikanische Kampfmaschine“. Der von mir sehr geschätzte Kollege meinte damit die Weltergewichtlerin Jessica Balogun (22 Kämpfe, 21 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage).
Prinzipiell finde ich es sehr problematisch, einen Menschen Maschine zu nennen. Das weckt in mir die Assoziation, dass einem Menschen die menschlichen Eigenschaften abgesprochen werden. Eine Maschine ist schließlich ein Ding, das von einem Menschen an- und ausgestellt wird, um etwas zu machen – hier offenbar um zu kämpfen.
Mir ist bekannt, dass es in Deutschland eine Boxerin gibt, die sich selber Maschine, oder besser „Eline the Mashine“ nennt. Dennoch kann ich nicht verstehen, wieso sich eine Frau selber zu einem Ding oder auch Objekt macht. Als Rheinländer weiß ich: Jeder Jeck ist anders und dementsprechend wird Eline the Mashine wissen, warum sie sich so nennt. Problematischer sehe ich es allerdings, wenn nun noch jemand anderes eine Person so bezeichnet.
Und dann kommt noch das Adjektiv „afrikanische“ hinzu. Jessica Balogun soll eine „afrikanische Kampfmaschine“ sein. Was soll das heißen? Boxen kann sie, das weiß jeder. Sie ist eine der besten Boxerinnen der Welt im Weltergewicht. Sie ist so gut, dass Sauerland Boxerin Cecilia Braekhus (18 Kämpfe, 18 Siege, 4 durch KO) sie offensichtlich nicht boxen will. Aber was hat das mit dem Wort „afrikanisch“ zu tun? Ich muss auch sagen, ich habe sie kennen gelernt und auf mich wirkte sie wie eine Aachenerin.
Ich frage mich auch, ob ein deutscher Journalist jemals auf die Idee gekommen wäre. Regina Halmich als „europäische Kampfmaschine zu bezeichnen.
(C) Uwe Betker

Der Westen leuchtet

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Wer das Profiboxen nicht nur wahrnimmt, wenn es als Mega-TV-Event daherkommt, wird feststellen, dass es regional eine sehr rührige Boxszene mit lokal verwurzelten Veranstaltern gibt, die den Sport am Leben halten. Eine sehr rührige Region ist der Westen der Republik.
Der ehemalige Internationale Deutsche Meister im Schwergewicht, Mario Guedes, veranstaltet schon seit langem in und um Aachen Boxshows und hat mittlerweile schon so etwas wie Kultstatus. Seine besten Boxer sind zurzeit: Jessica Balogun (21 Kämpfe, 20 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage), die wohl von der Weltergewichtsweltmeisterin Cecilia Braekhus gefürchtet wird, der Junior Weltergewichtler Erve Mbongo (12 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und sein im Cruisergewicht boxender Sohn Mario Guedes Jr. (6 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO).
Der ehemalige Super Mittelgewichtler Jerry Elliott veranstaltet in seinem Gym in Köln regelmäßig Shows. Elliott hat wohl im Augenblick keinen Boxer, der heraussticht. Jedoch sind seine Boxveranstaltungen immer gut besucht. Zum einen wegen des Boxens und zum anderen wegen seiner berühmten After-Show Partys.
In den letzten Monaten gab es immer mehr Profiboxveranstaltungen in Essen, wie zuletzt im Punch Fitness Alive. Jedoch hat sich noch kein Ort herauskristallisiert, an dem das Boxen in Essen seine Heimat finden könnte.
Erst letzten Samstag veranstaltete Manni Faber vom South Side Boxing Gym in Krefeld zum ersten Mal. Der umtriebige Faber hat zwei Boxerinnen am Start, die man im Auge behalten sollte: Derya Saki und Sarah Louise Peters. Es sieht danach aus, als hätte das Profiboxen in Krefeld eine dauerhafte Heimat gefunden.
In Düsseldorf finden im Freudenreich Professional Boxing Gym regelmäßig Veranstaltungen mit Profibeteiligung statt. Auch am Freitag steigen wieder Profis in den Ring. Hauptkämpfer ist der viel versprechende Junior Weltergewichtler Robert Tlatlik (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO). Er wird es mit dem sehr erfahrenen Suleyman Dag (34 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 27 Niederlagen, 19 durch KO) zu tun. Für Tlatlik dürfte dies ein erster Härtetest sein.
© Uwe Betker

Evander Holyfield vs. Cecilia Braekhus

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Am 07. Mai steigt „The Real Deal“ Evander Holyfield (56 Kämpfe, 43 Siege, 28 durch KO, 10 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) wieder in den Ring. „Der einzig Wahre“ boxt in Kopenhagen, Dänemark einen 12-Runder gegen Brian Nielson (66 Kämpfe, 64 Siege, 43 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Der 48-jährige Holyfield, der als einziger viermal Weltmeister im Schwergewicht war und vorher auch noch Weltmeister im Cruisergewicht, kann es einfach nicht lassen. Er will erklärtermaßen noch einmal um die Weltmeisterschaft boxen. Sein Gegner auf dem Weg dorthin hatte den größten Moment seiner Karriere, als er am 13.10.2001 von Mike Tyson bei dessen letztem Comeback verprügelt wurde. Nach nun 9 Jahren Pause boxt Nielson, der auch bereits 46 Jahre alt ist, wieder.
Holyfield ist nur noch ein Schatten seines früheren Selbst. Zwar reichte es noch dazu, den damaligen WBA-Weltmeister Nikolay Valuev (20.12.2008) schlecht aussehen zu lassen, aber die Zeit ging nicht spurlos an ihm vorbei. Der Kampf zwischen Holyfield und Nielson verspricht Rentnerboxen und eine weitere Selbstdemontage eines ganz großen Boxers zu werden. Ich kann mich dem Chor nicht anschließen, der fordert Evander Holyfield das Boxen zu verbieten, aber ich will es auch nicht sehen.
Den zweiten Hauptkampf des Abends bestreiten Cecilia Braekhus (17 Kämpfe, 17 Siege, 4 durch KO) und Chevelle Hallback (37 Kämpfe, 28 Siege, 11 durch KO, 6 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden). Braekhus will ihre WBC, WBA und WBO Titel im Weltergewicht verteidigen. Das Aufeinandertreffen der Beiden verspricht ein klasse Kampf zu werden. Zwar würde ich mir wünschen, dass Braekhus den Mut finden würde, gegen Jessica Balogun (20 Kämpfe, 19 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) anzutreten, aber diese Kampfansetzung ist auch nicht schlecht. Braekhus ist die Nummer 1 der unabhängigen Weltrangliste, Hallback die Nummer 3 im Leichtgewicht. Braekhus hat flinke Hände, einen guten und schnellen Jab und sie kann sich gut bewegen. Hallback ist eine Puncherin, die im Leichtgewicht Schwierigkeiten hatte, Gegnerin zu bekommen.
Der Kampf zwischen Cecilia Braekus und Chevelle Hallback ist das klassische Aufeinandertreffen von Boxer und Fighter, und es verspricht der beste Kampf des Abends in Dänemark zu werden. Dementsprechend gewinnt auch Cecilia Braekus den direkten Vergleich gegen Evander Holyfield.
© Uwe Betker

Das Frauenboxen lebt

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Heute kann man in der BILD Zeitung lesen: „SUSI muss das Frauen-Boxen retten“. Weiter heißt es: „Diese kleine Frau muss ganz breite Schultern haben: Denn „Fliege“ Susi Kentikian (23) soll das Frauen-Boxen retten. Seitdem das ZDF den Vertrag mit dem Universum-Stall aufkündigte, sind die kämpfenden Damen nahezu komplett von der Bildfläche verschwunden.“
Offensichtlich reduziert hier die Sportredaktion der BILD Frauenboxen auf Frauenboxen im Fernsehen. Wenn man sich jedoch von der Vorstellung freimacht, dass eine Sportart nur dann existiert, wenn sie in der Flimmerkiste zu sehen ist, gibt es vieles zu entdecken.
Da gibt es eine Rola El-Halabi (11 Kämpfe, 11 Siege, 6 durch KO), die am 01.04.2011 in Berlin gegen Irma Balijagic Adler (13 Kämpfe, 12 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage) Weltmeisterin der IBF im Leichtgewicht werden will. Auf der gleichen Show schickt sich auch Jennifer Retzke (11 Kämpfe, 10 Sieg, 7 Durch KO, 1 Niederlage) gegen Eva Halasi (12 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) an, Weltmeisterin der IBF im Junior Mittelgewicht zu werden. An diesem Abend boxt außerdem die sehr viel versprechende Junior Fliegengewichtlerin Özlem Sahin (12 Kämpfe, 11 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden), eine Boxerin, von der ich persönlich sehr viel halte – und das nicht nur wegen ihres Aussehens.
Einen Tag später steigt die wohl beste Weltergewichtlerin der Welt, Jessica Balogun (19 Kämpfe, 18 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage), in Aachen wieder in den Ring. Dann bekommt sie es mit Leticia Cansal (7 Kämpfe, 6 Siege, 1 Niederlage, 1 durch KO) zu tun. Wer Frau Balogun schon einmal boxen gesehen hat, versteht warum die WBC und WBO Weltmeisterin Cecilia Braekhus sie gerne als Sparringspartnerin holt, aber nicht gegen sie boxen will.
Wiederum eine Woche später boxt in Magdeburg Ramona Kühne (18 Kämpfe, 17 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) gegen Michelle Larissa Bonassoli (16 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO). Dabei will sie den WM-Titel der WBO im Super Federgewicht erringen.
Es ist schon relativ schwer die boxenden Frauen zu übersehen. Im Augenblick gibt es zwar kein oder nur ganz wenig Frauenboxen im Fernsehen zu sehen, aber die Szene ist aktiver und vor allem besser als je zuvor. Einige der oben erwähnten Frauen sollten, meiner Meinung nach. durchaus im Fernsehen zu sehen sein – einfach weil sie guten und interessanten Sport zeigen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn die BILD ausgerechnet Frau Syuzanna Kentikyan (28 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO) zur Retterin des Frauenboxens stilisiert, obwohl sie doch in ihren letzten beiden Kämpfen und dann auch mit ihrem Verhalten nach den Kämpfen dem Frauenboxen in Deutschland, so wie es sich mit darstellt, erheblichen Schaden zugefügt hat.
© Uwe Betker

Frauenboxen und Fernsehen

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52 % der Weltbevölkerung sind Frauen. Aber warum gibt es dann so wenig Sport mit Frauen im Fernsehen zu sehen?
Das Frauenboxen in Deutschland begann und endete mit Regina Halmich. Klaus-Peter Kohl nahm die Entdeckung von Jürgen Lutz unter Vertrag und ließ sie immer wieder in seinen Veranstaltungen boxen. Nachdem Halmich im März 2001 Stefan Raab in einem Schaukampf die Nase brechen durfte, wurde sie zur Quotenkönigin. Universum setzte hiernach immer weiter auf Frauenboxen und erklärte eine Boxerin nach der anderen zur Nachfolgerin von Regina Halmich. Dabei setzte er mehr auf Quantität als auf Qualität der Boxerinnen. Es gab sowohl jede Menge von ihm propagierte Nachfolgerinnen, die nicht halten konnten, was er von ihnen versprach, als auch viele schlechte Kämpfe. Gegnerinnen wurden engagiert, die überhaupt nicht boxen konnten. Krasse Fehlurteile zugunsten der „Heimboxerinnen“ taten ein Übriges, um das Frauenboxen schließlich ganz zu diskreditieren.
Nun, nachdem Universum wohl aufgehört hat zu veranstalten, gibt es praktisch kein Frauenboxen mehr im deutschen Fernsehen. Die ARD zeigt hin und wieder noch Ausschnitte von Kämpfen der Norwegerin Cecilia Braekhus, die für Sauerland Event boxt. Die Boxerin wird von Sauerland jedoch nur geduldet, weil nordeuropäische Fernsehsender viel Geld dafür zahlen, sie boxen zu sehen.
Ob die für SES-Promoter Ulf Steinforth startende Russin Natascha Ragosina überhaupt noch im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird, weiß ich nicht. SAT 1 setzt stattdessen voll und ganz auf eine blonde Akademikerin, die ihren Gegnerinnen gegen den Kopf tritt, soll heißen, er zeigt Ausschnitte aus Kickboxkämpfe von Frau Dr. Christine Theiss.
Obwohl 52 % der Weltbevölkerung Frauen sind, sind Sport treibende Frauen im Fernsehen deutlich unterrepräsentiert. Dies liegt beim Boxen nicht an der Qualität der Boxerinnen, die es in Deutschland gibt, sondern vielmehr an der chauvinistischen Ignoranz von Veranstaltern und Verantwortlichen von TV-Sendern und am schlechten Matchmaking.
© Uwe Betker

Habe in den Text geändert. Cecilia Braekhus kommt aus Norwegen und nicht aus …, wie ich schrieb.

Jessica Balogun – das unbekannte Wesen

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Es gibt Sätze, die mich über längere Zeit beschäftigen. Einen solchen Sätze las ich unlängst im BoxSport, und zwar in dem Artikel über die Boxerin des Jahres: „Eine große Überraschung ist die Wahl der bis dato relativ unbekannten Jessica Balogun aus Aachen auf den dritten Rang.“ Was ich mich seit geraumer Zeit frage, ist: Wieso bezeichnet das Fachorgan für Boxen Jessica Balogun als relativ unbekannt?
Vergleichen wir doch mal die drittplazierte Balogun (19 Kämpfe, 18 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) mit der Boxerin des Jahres, Cecilia Braekhus (16 Kämpfe, 16 Siege, 4 durch KO). Braekhus boxte im Jahr 2010 insgesamt dreimal, zweimal in Dänemark und einmal in Deutschland. Bedeutet das denn nicht, dass sie nur ein einziges Mal für ein breites Publikum in deutschen Hallen zu sehen war. Wenn ich mich nicht irre, wurden zwei der drei Kämpfe abschnittsweise von der ARD gezeigt. Braekhus ist bei dem größten Promoter Europas, Sauerland Event, unter Vertrag.
Balogun boxte 2010 fünfmal in Deutschland, wobei keiner ihrer Kämpfe im Fernsehen zu sehen war. Sie boxte in Heistern NRW (Olga Bojare, 13.03.2010, W 10), in Hattersheim am Main, Hessen (Angel McKenzie, 04.06.2010, W 10), in Fahrdorf, Schleswig-Holstein (Marija Pejakovic (01.07.2010, W 10), in Öschelbronn, Baden-Württemberg (Angel McKenzie (28.08.2010, TKO) und in Aachen, NRW (Loli Munoz, 20.11.2010, W 10). Also sie boxte an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik Deutschland, und damit hatten viele Zuschauer von Boxveranstaltungen die Möglichkeit, sie kämpfen zu sehen. Balogun ist bei dem aachener Veranstalter Mario Guedes unter Vertrag.
Der Rangliste im BoxSport kann man entnehmen, dass die Siegerin Braekhus 976 Leser-Stimmen und 6 Jury-Punkte erhielt. Jessica Balogun bekam 395 Leser-Stimmen und 1 Jury-Punkt. Interessant finde ich hier die Verteilung von Leser-Stimmen und Jury-Punkte. Balogun erreicht immerhin über 40% der Leser-Stimmen von Braekhus, jedoch nur 17% der Jury-Stimmen.
Wie ist nun diese Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung von Lesern und der von Jurymitgliedern zu erklären? Ich kann mir eigentlich nur vorstellen: Die Mitglieder der Jury schauen sich nur ganz selten kleinere Veranstaltungen an. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, überhaupt jemals einen Bericht im BoxSport über eine Veranstaltung des doch sehr umtriebigen Guedes gelesen zu haben. Überhaupt scheint sich der BoxSport weniger um das zu kümmern, was er in seinem Namen führt, als um die großen Box-Events und die Prominenz am Ring. Allerdings ist es natürlich auch gut möglich, dass ich mich hier irre.
Offensichtlich ist jedenfalls, dass Jessica Balogun für die Zeitschrift BoxSport die große Unbekannte ist, geradezu das unbekannte Wesen schlechthin – für seine Leser allerdings nicht. Wie unbekannt Balogun für den BoxSport tatsächlich ist, kann man dann auch schon daran sehen, dass besagter Artikel mit einem Foto versehen ist, das jedenfalls nicht Balogun, sondern irgendeine andere Dame zeigt. Wer Jessica Balogun aber jemals boxen gesehen hat, kann sie bestimmt niemals mit jemand anderem verwechseln.
© Uwe Betker

Written by betker

7. Januar 2011 at 23:59

Ein Blick in die Glaskugel

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Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass, seit sie ihren TV-Vertrag mit dem ZDF verloren hat, das einstige „German Powerhouse“ Universum Box-Promotion in den letzten Zügen liegt. Dafür hat Universum, so scheint mir, lange Jahre hart und verbissen gearbeitet. Die Erosion des Veranstalters ist nicht zu übersehen. Viele bekannte Namen sind verschwunden. Von der Frauenabteilung sind nur noch zwei Boxerinnen übrig geblieben. Boxer werden ins Ausland geschickt.
Offensichtlich ist es Klaus-Peter Kohl, dem Besitzer und Gründer von Universum, nicht gelungen, einen potenten TV-Partner für sein Produkt zu interessieren. Es sind Gerüchte zu hören, dass Boxer dazu genötigt werden, auf die Hälfte ihrer vertraglich garantierten Börse verzichten, nur um überhaupt noch boxen zu können. Weitere Gerüchte besagen, dass Sauerland Event sich nicht retten kann vor Anfragen von Universum-Boxern, die den Stall wechseln wollen. Angeblich sind alle bereit, für einen Vertrag radikale finanzielle Einbussen in Kauf zu nehmen. Das hört sich nicht gut an.
Wie lang es Klaus-Peter Kohl noch versuchen wird, seinen Boxstall zu alter Größe zurück zu führen, ist ungewiss. Wenn man den Gerüchten Glauben schenken will, hat Kohl genug Geld, noch eine ganze Weile durchzuhalten. Ein Problem, mit dem er sich konfrontiert sieht, ist natürlich, dass der Ruf seiner Veranstaltungen nicht der beste ist. Denn wären seine Veranstaltungen gut gewesen, hätte auch die Einschaltquote gestimmt. Hätte die Einschaltquote gestimmt, wäre das Zweite Deutsche Fernsehen nicht ausgestiegen.
Also schauen wir in die Glaskugel, die die Zukunft uns zeigt. Was sehen wir, sagen wir in einem dreiviertel Jahr?
Klaus-Peter Kohl hat seinen Laden dicht gemacht. SES, der Boxstall von Ulf Steinforth hat keinen Anschlussvertrag mit SAT 1 bekommen und veranstaltet nur noch im Verbund mit Arena Boxpromotion und Felix Sturm. Sauerland Event ist der größte Veranstalter von Europa. Sie haben nur Denis Boytsov, Sebastian Zbik und Jack Culcay, von Universum übernommen. Dafür hat Nikolai Valuev aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Andere Boxer wurden schlicht aussortiert.
Die Brüder Wladimir und Vitali Klitschko vermarkten sich weiter alleine. Und sie vermarkten weiterhin einzig und alleine sich selber. Sie sind immer noch auf RTL zu sehen und das Vorprogramm ist weiterhin zum großen Teil zum Wegsehen.
Das Frauenboxen hat, soweit es das Fernsehen in Deutschland betrifft, aufgehört zu existieren. Manchmal sieht man noch im Publikum Regina Halmich, und manchmal zeigt die ARD ein paar Minuten von den Kämpfen der Norwegerin Cecilia Braekhus.
Felix Sturm setzt seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit SAT1 fort. Einen Teil des Vorprogramms bestückt er selber. Der andere Teil kommt von Arena Boxpromotion. Arena wird zum zweitgrößten Veranstalter in Deutschland. Odlanier Solis bekommt seinen Kampf gegen Wladimir Klitschko und … Yuriorkis Gamboa und Selcuk Aydin sind immer noch Weltmeister im Federgewicht bzw. im Weltergewicht. Ihre Kämpfe sind aber immer noch nur selten im deutschen Fernsehen zu sehen. Bei den wenigen SAT1-Veranstaltungen sind Benjamin Simon und wechselnde andere die Hauptkämpfer von Arena.
© Uwe Betker

Trainer und Boxerin des Jahres

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Zum Ende eines jeden Jahres sind alle Sportjournalisten, die im Verband Deutscher Sportjournalisten organisiert sind, aufgerufen, den „Sportler der Jahres“ zu wählen. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Snookerspieler, ein Behindertensportler oder ein Voltigierer nur eine theoretische Chance haben, die Auszeichnung in Empfang zu nehmen.
Der BoxSport, die einzige deutsche Box-Zeitschrift, geht einen anderen Weg. Sie befragt ihre Leser. Dieses Jahr gewann hier in der Kategorie bester Trainer: Ulli Wegner. Oder besser gesagt, er vereinigte die meisten abgegebenen Stimmen auf sich. Aber es gab auch eine „Expertenjury“, die Fritz Sdunek kürte. Daher wurde der Titel geteilt. An dieser Stelle kann man sich natürlich schon fragen, warum denn erst die Leser gefragt werden, wenn die Zeitschrift dann deren Votum doch nicht traut?
Eine interessante andere Titelvergabe erfolgte in der Kategorie „Boxerin des Jahres“. Den ersten Platz erreichte Cecilia Braekhus, ihr folgten Susianna Kentikian und Jessica Balogun. Die gebürtige Kolumbianerin, die für Sauerland Event boxt, „bekam 976 Stimmen und sechs Jury-Punkte“, was immer das auch heißen mag. Um es deutlich zu sagen: 976 Leser (!) waren der Meinung, dass die Norwegerin, die mittlerweile bevorzugt in Dänemark boxt, die Boxerin des Jahres sein soll. Mich persönlich erstaunt diese Wahl allerdings doch ein wenig.
Frau Braekhus (16, Kämpfe, 16 Siege, 4 durch KO) boxte im Jahr 2010 insgesamt dreimal, zweimal in Dänemark und einmal in Deutschland. Wenn ich mich recht entsinne, wurden zwei der drei Kämpfe abschnittsweise als Beimischung von der ARD gezeigt. Sie bestritt ihren ersten Kampf des Jahres 2010 (15.05.2010) gegen Victoria Cisneros (15, Kämpfe, 5 Siege. 1 KO, 8 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden), also gegen eine Gegnerin mit negativem Kampfrekord. Danach boxte sie (30.10.2010) gegen die ungeschlagene Mikaele Lauren (6 Kämpfe, 6 Siege, 1 durch KO). Aber mit nur sechs Kämpfen ist eine solche Gegnerin eher als Anfängerin in Sachen Profiboxen anzusehen. Über die Unwürdigkeit von Eva Halasi (8 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlage, 2 durch KO), die Braekhus dann auch standesgemäß in der dritten Rune KO schlug (20.11.2010), habe ich schon mehrfach hier geschrieben. Was also qualifiziert die selbsternannte „First Lady“ nun zur „Boxerin des Jahres“? Ich zumindest kann es nicht sehen.
Die Wahl der Vorjahressiegerin Susianna Kentikian (28 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO, 1 keine Wertung) auf den zweiten Platz ist, so finde ich, nur noch absurd. Syuzanna Kentikyan, so heißt die in Yerevan, Armenien geboren Dame wirklich, hat 2010 überhaupt nur zweimal geboxt. Das erste Mal wurde sie von Nadia Raoui aus Herne (24.04.2010) vermöbelt. Zwei in meinen Augen unfähige deutsche Punktrichter (Werner Kasimir und Franz-Michael Maaß – die Namen muss man sich merken) sahen aber Frau Kentikian aus Gründen, die, wie ich glaube, viele wissen möchten, als Siegerin.
Die Titelverteidigerin zeigte nach dem Kampf, wie ich finde, eine eklatante Unfähigkeit zur Selbstkritik und zur realistischen Wahrnehmung der eigenen Leistung und der Realität. Ihre Äußerungen verrieten eine maßlose Selbstüberschätzung sowie richtig schlechten Stil. Zu einem Rückkampf kam es nicht, obwohl der Veranstalter Klaus-Peter Kohl nach dem Kampf angekündigt hatte, über einen Rückkampf nachzudenken wolle. Es ist nicht bekannt, ob er heute, mehr als 8 Monate später, immer noch darüber nachdenkt.
Stattdessen kämpfte die selbsternannte „Killer Queen“ gegen eine vermeintlich schwächere Gegnerin, Arely Mucino (17.07.2010). Auch hier sah Frau Kentikian alles andere als gut aus. Sie kam überhaupt nicht in den Kampf. Als sie sich dann eine Cutverletzung im Haaransatz zuzog, der bei einem Männerboxkampf wohl nie zu einem Abbruch geführt hätte, wurde der Kampf zu einem No Contest erklärt. Hierdurch waren ihre WM-Gürtel wieder einmal gerettet. Auch nach diesem Kampf legte sie ein ähnliches Verhalten wie schon nach ihrer Begegnung mit Raoui an den Tag.
Fassen wir das Boxjahr von Frau Kentikian zusammen: Zwei Kämpfe, ein skandalöses Fehlurteil, ein glücklicher Kampfabbruch und Äußerungen der Boxerin, die ihr nicht gerade schmeicheln. Was hat Frau Kentikian auf Platz zwei zu suchen?
Erfreulich ist, dass Jessica Balogun Platz drei erreichte. Balogun (19 Kämpfe, 18 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) hat bereits einige Gürtel eingesammelt, wenn auch von kleineren Verbänden. Sie ist wohl eine der stärksten Weltergewichtlerinnen der Welt und damit eine direkte Konkurrenz für Cecilia Braekhus. Besonders erfreulich wird ihre Platzierung noch dadurch, dass hinter ihr kein großer Veranstalter steht. Dementsprechend waren ihre Kämpfe aber auch noch nicht im Fernsehen zu sehen, jedenfalls nicht im überregionalen. Ich würde auf jeden Fall die Boxerin von Mario Guedes auf eine höhere Position setzen.
© Uwe Betker