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Notizen zum Bandagieren

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So sehr sich die Athleten im Amateurboxen auch an ihren Vorbildern aus dem Profibereich orientieren, in Sachen Bandagieren folgen sie den Profis nicht.
Es gibt wohl kein Gym in Deutschland, in dem man nicht jemanden sieht, der sich zwischen den Fingern bandagiert. Wenn man das so macht, fühlt sich die Hand breiter und stärker und besser geschützt an.
Nun hatte ich vor Jahren einmal das große Vergnügen, Danny Mancini, der leider schon verstorben ist, beim Bandagieren beobachten zu dürfen. Nicht wenige schwören, dass der Cutman aus London der beste Bandagierer der Welt war. Gerade Boxer, die Probleme mit ihren Händen hatten, engagierten Mancini gerne.
Mancini klebte zwischen die Finger nur ein halbiertes Stück Klebeband, was er wiederum in der Mitte auch noch zusammendrückte. Bei einer späteren Gelegenheit saßen wir bei einem Kaffee zusammen und ich sprach ihn auf das Zwischen-den-Fingern-Bandagieren bei den Amateuren an. Er sagt, dass man dies auf keinen Fall machen darf, weil dadurch die Mittelhandknochen auseinandergedrückt werden, was sich zwar gut anfühlt aber die Mittelhandknochen anfälliger für Verletzungen macht.
Interessanterweise wird in der einschlägigen osteuropäischen Literatur auch nicht zwischen der Fingern bandagiert.

(C) Uwe Betker

 

Anleitung aus K. W. Grapolow: Handbuch des Boxens, 1. Aufl. Berlin 1954, S. 55

Written by betker

7. Oktober 2010 at 23:59