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Boxen in Herne – fünf Vierrunder

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Die Ruhrstadt Arena in Herne war am 02.06.2018 Austragungsort einer Kampfsportveranstaltung. Veranstalter war WiTo Sport-Events, von Isa Topal. Insgesamt gab es dreizehn Kämpfe zusehen, sechs nach K1 Regeln, zwei nach Amateurboxregeln und fünf Profiboxkämpfe, wobei die Profikämpfe alle auf vier Runden angesetzt waren.
Leider habe ich den ersten Kampf verpasst. Es war eine Begegnung im Super Mittelgewicht zwischen Mihalis Davis (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Emir Recepaga (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 1 durch KO). Laut dem Punktrichter waren die ersten beiden Runden ausgeglichen. In der ersten Runde gab es nur wenige Aktionen, weil beide sich abtasteten. Die zweite war munterer. Die dritte und vierte Runde dominierte dann Davis. Punktsieger: Mihalis Davis.

Im Schwergewicht trafen die beiden Debütanten Rinus Douma und Piotr Wilczek aufeinander. Beide zeigten gutes Boxen. Sie überhasteten nicht und verteilten gut. Wilczek war der etwas aktivere. Die zweite Runde war munter. Beide standen lange Fuß an Fuß und deckten sich gegenseitig ein. Wilczek stellte sich in der dritten Runde mehrfach in eine Ecke, um Douma dort zum Schlagabtausch aufzufordern. Am Ende der Runde stand Douma in einer neutralen Ecke und es gab einen harten und verbissenen Schlagabtausch. In der vierten Runde wurde der Kampf nochmals härter. Douma, in der gleichen Ecke gestellt, wurde fast eine Minute lang nicht raus gelassen. Punktsieger: Piotr Wilczek.

Ebenfalls im Schwergewicht boxten Frederik Kretschmar (3 Kämpfe, 3 Siege) und Paul Zummach. Beide tasteten sich zunächst zwei Minuten lang gegenseitig ab. Dann machten sie mehr. Am Ende der Runde gab es einen munteren Schlagabtausch. In der zweiten Runde erhöhte Kretschmar den Druck. Immer wieder kam es zum Kräftemessen, wobei Kretschmar gut zum Körper durch kam. Die dritte Runde war intensiv. Beide schenkten sich nichts. Kretschmar behielt dabei wieder die Oberhand. In der vierten Runde verwaltete er nur noch seinen Punktevorsprung. Punktsieger: Frederik Kretschmar.

Im Super Weltergewicht trafen Armin Malekzadeh (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Nicolae Dragos (12 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 10 Niederlagen, 5 durch KO, 1 Unentschieden) aufeinander. Malekzadeh sprang durch die Seile in den Ring, vollführte eine Rolle und kam auf den Füßen zu stehen – ein sehenswerter Auftritt. Ähnlich spektakulär agierte Malekzadeh auch im Kampf. Er wollte von der ersten Sekunde an den KO. Er verteilte gut und es war nur eine Frage der Zeit, wann Dragos KO gehen würde. In der ersten Runde habe ich keinen Schlag von Dragos gesehen. Er war zu sehr damit beschäftigt sich zu decken. Ende der Runde fing er an, aus der Nase zu bluten. Es sah so aus, als hätte Dragos am Anfang der zweiten Runde dreimal versucht zurück zu schlagen. Dafür wurde er allerdings jeweils böse bestraft. Am Ende der Runde sah Dragos Gesicht aus wie ein blutiges Stück Fleisch. Zur dritten Runde trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Armin Malekzadeh.

Ivan Freidenberg (4 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Batscho Broian (1 Kampf, 1 Sieg, 1 durch KO) bestritten im Weltergewicht den letzten Kampf des Abends. Broian, ein Debütant, boxte systematisch und druckvoll. Er trieb Freidenberg vor sich her. In der zweiten Runde hielt der verstärkt dagegen. Er versuchte an Broian, einen Rechtsausleger, heranzukommen und ihm durch Körperhaken die Luft zu nehmen, was aber nicht leicht war. Broian konterte ihn meist ab. In der dritten Runde verlor Broian ein wenig seine boxerische Linie und versuchte das durch Faxenmachen zu kaschieren, dennoch blieb er der Herr im Ring. Zur vierten Runde trat Freidenberg nicht mehr an.
Sieger durch TKO in Runde 4: Batscho Broian.
Der GBA Ringrichter Kazim Kurnaz hatte einen ruhigen Abend. Er hatte praktisch nichts zu tun.
Die Vierrunder waren unterhaltsam. Zwei der Boxer sollte man im Auge behalten.Wenn WiTo Sport-Events wieder eine Veranstaltung auf die Beine stellen könnte, würde mich das freuen. Ich würde auch gerne wieder hinfahren.
© Uwe Betker

Boxen in Fernsehstudio 1

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Profiboxen in einem Fernsehstudio ist eigentlich die Ideallösung für diesen Sport, wenn das Ganze dann auch noch von einem TV-Sender übertragen wird. Für den TV-Sender wie für den Veranstalter sind die Bedingungen ideal. Auch für die Zuschauer ist es gut, denn die Konzentration ist auf den Ring fokussiert, bzw. auf das Geschehen darin. Die nobeo Studios in Hürth waren am 12.05.2018 Austragungsort einer Veranstaltung von Ahmet Öner, die von Sky Sport übertragen wurde. Insgesamt gab es dreizehn Kämpfe zu sehen.
Den Anfang machte ein Sechsrunder im Schwergewicht zwischen Gogita Gorgiladze (63 Kämpfe, 38 Siege, 32 durch KO, 25 Niederlagen, 10 durch KO) und Ali Kiydin (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO). Kiydin schlug viele Haken, wobei besonders sein rechter Körperhaken gut aussah. Er dominierte den Kampf. In der dritten Runde kam er mehrfach mit schönen Aufwärtshaken durch. Die vierte Runde war munter und es gab viele Schlagabtäusche. Gorgiladze schien Konditionsprobleme zu bekommen, erreichte aber das Kampfende. Sieger nach Punkten, durch Mehrheitsentscheidung: Ali Kiydin.
Anschließend stiegen Lars Jaarsma und Azad Dogru (19 Kämpfe, 19 Niederlagen, 19 durch KO) für einen Vierrunder im Super Weltergewicht in den Ring. Jaarsma, ein Debütant, boxte gut und Dogru ging mehrfach zu Boden. Beim dritten Mal hatte BDB Ringrichter Maurizio Rinaudo genug gesehen und nahm Dogru aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:57 Minuten: Lars Jaarsma.
Ebenfalls einen Vierrunder bestritten im Halbschwergewicht Miroslaw Dzembic und Onur Kanat. Beide Debütanten zeigten technisch gutes Boxen. Kanat boxte ruhig und abgeklärt. Er machte Druck und bestimmte den Kampf. Am Ende der zweiten Runde kam er mit einem schönen rechten Haken zum Kopf durch und Dzembic schien zu wackeln. Zur dritten Runde trat er dann verletzungsbedingt nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Onur Kanat.
Danach stiegen Davit Gorgiladze (28 Kämpfe, 16 Siege, 14 durch KO, 12 Niederlagen, 12 durch KO) und Mohamed Soltby (15 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) für einen Achtrunder im Schwergewicht in den Ring. Soltby boxte schön mit der Linken an und zog gut mit der Rechten nach. Er verteilte gut. Plötzlich ging Gorgiladze auf die Knie. Er hatte sich seine linke Schulter ausgekugelt. Der Ringrichter Uwe Lorch brach den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 1:58 Minuten: Mohamed Soltby.
Auf sechs Runden war die Kampf von Francisco Cordero (49 Kämpfe, 38 Siege, 29 durch KO, 11 Niederlagen, 9 durch KO) und Mohammed Bekdash (13, Kämpfe, 13 Siege, 10 durch KO) im Halbschwergewicht angesetzt. Bekdash boxte überlegt und ruhig. Er trieb mit seiner rechten Führhand seinen Gegner vor sich her, ohne zu überhasten. Bekdash boxte schön durch die Mitte und Cordero versuchte es mit Haken. Allerdings hatte Cordero Schwierigkeiten, den Reichweitennachteil auszugleichen. Die vierte Runde war besonders munter, als Cordero zwei Mal mit einem Kopfhaken durchkam. Am Anfang der fünften Runde platzierte Bekdash eine schöne Rechte zum Kopf. Am Ende der Runde deckte er sein Gegenüber mit einem regelrechten Schlaghagel ein, aber der Gong rettete Cordero noch mal. Er trat allerdings zur sechsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 6: Mohammed Bekdash.
Im Mittelgewicht boxten Sokol Arsic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) und Taycan Yildirim (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO). Die Begegnung war auf vier Runden angesetzt. Sie begann mit einem Führhandduell, bis Yildirim den Druck erhöhte. Am Ende der Runde schlug Yildirim seinen Gegner buchstäblich aus dem Ring. Arsic war, sich hinter einer Doppeldeckung verschanzend, durch die Ringseile gerutscht. In der zweiten Runde erhöhte Yildirim den Druck. Er stellte seinen Gegner in einer neutralen Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Arsic ging langsam zu Boden. Er machte keine Anstalten, sich noch mal dem Kampf zu stellen und der Ringrichter nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 39 Sekunden: Taycan Yildirim.
Im Mittelgewicht boxten Dino Sabanovic (19 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 17 Niederlagen, 11 durch KO) und Onur Aykac (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO), ebenfalls in einem Vierrunder. Der Kampf war munter. Ende der zweiten Runde holte Aykac seinen Gegner mit einem schönen Leberhaken von den Beinen. In dieser Runde war Sabanovic von Ringrichter Rinaudo bereits zwei Mal angezählt worden, jeweils nach kleineren Kombinationen. Dann kam ein Handtuch geflogen und der Kampf war zu Ende. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:00 Minute: Onur Aykac.
Auch Jovica Jovanovic (14 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 13 Niederlagen, 4 durch KO) und Mohamed Khaloua (5 Kämpfe, 5 Siege, 1 durch KO) traten für einen Vierrunder an, u.z. im Superweltergewicht. Khaloua zeigte schnelle Hände und schnelle Beine. Er tanzte seinen Gegner aus und deckte ihn mit variablen Kombinationen ein. In der dritten Runde hatte er ihn mehrfach am wackeln. Im vierten Durchgang gab es harte Schlagabtäusche, wobei beide Treffer nahmen. Sieger nach Punkten: Mohamed Khaloua.
Anschließend boxten Dionisio Miranda (41 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO, 17 Niederlagen, 14 durch KO, 1 Unentschieden) und Yusuf Kangül (19 Kämpfe, 16 Siege, 10 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) einen Achtrunder im Super Mittelgewicht. Kangül besetzte die Ringmitte und trieb Miranda relativ verhalten vor sich her. Immer wieder explodierte er und schlug harte Kombinationen. In der zweiten Runde arbeitete Miranda, der einen Reichweitenvorteil hatte, mehr mit seiner Führhand. In der dritten Runde kam Kangül wieder besser mit den langen Armen von Miranda zurecht. Er tauchte unter den Schlägen weg und kam an seinen Gegner heran. Dabei trafen sich die Köpfe der beiden Boxer. In der folgenden Runde stellte Kangül Miranda, erst in seiner und dann in dessen Ecke, und deckte ihn mit harten Schlägen ein. Die fünfte Runde war hart umkämpft und Miranda nahm einige harte Treffer. Zur sechsten Runde trat Miranda verletzungsbedingt nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 6: Yusuf Kangül.
Ladislav Nemeth (69 Kämpfe, 9 Siege, 4 durch KO, 51 Niederlagen, 16 durch KO, 8 Unentschieden) und Nick Morsink (5 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) maßen im Halbschwergewicht ihre Kräfte in einem Sechsrunder. Beide gingen ein sehr hohes Tempo. Morsink beeindruckte. Mit dem Gong zur Pause kam er mit einem rechten Haken zur Schläfe durch, die Nemeth einknicken ließ. Nach ca. zwei Minuten in der zweiten Runde fand sich Morsink auf dem Boden wieder. Ein Schlag hatte ihn aus der Balance und zu Boden gebracht. Ringrichter Uwe Lorch zählte ihn nicht an. Die folgende Runde war hektisch. Nemeth suchte den KO zu erzwingen. Er nahm viel, aber er fiel nicht. Lediglich eine kleine Catcheinlage von Morsink brachte ihn zu Boden. Diese Einlage gab es dann in der fünften Runde noch einmal. Nemeth wollte einfach nicht durch Schläge fallen. Er nahm. Er nahm sehr viele harte Schläge, aber er erreichte den Schlussgong. Sieger nach Punkten: Nick Morsink.
Einen Vierrunder im Cruisergewicht bestritten Fadil Pasalic (18 Kämpfe, 1 Sieg, 17 Niederlagen, 10 durch KO) und Hami Sedef, der sein Profidebüt gab. Sedef besetzte zwar die Ringmitte, agierte aber etwas unsicher und kam nur selten an seinen Gegner heran. Pasalic hielt ihn sich meist mit seiner Führhand vom Hals. In der zweiten Runde verletzte sich Pasalic den linken Ellebogen und glitt zu Boden, während Sedef weiter auf ihn einprügelte. Ringrichter Lorch zählte Pasalic an. Kurze Zeit später prügelte Sedef Pasalic erneut zu Boden. Pasalic, der sich offensichtlich verletzt hatte, gab auf. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:59: ami Sedef.
Im Halbschergewicht trafen Attila Tibor Nagy (44 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 33 Niederlagen, 11 durch KO) und Serge Michel (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) für einen Achtrunder aufeinander. Nagy ging mit einer schon brutal zu nennenden Systematik ans Werk. Er boxte, ohne zu überhasten. Immer wieder traf seine präzise Führhand und sobald sich die Lücke ergab, zog er mit der Rechten nach. Gleichzeitig erhöhte er kontinuierlich den Druck, ohne dabei aber zu überhasten. So brachte er seinen Gegner drei Mal in der dritten Runde zu Boden. Dieser versuchte zwischen den Niederschlägen, Michel in Keilereien zu verwickeln, was ihm aber nichts nützte; Michel sezierte ihn ruhig weiter. Nach dem dritten Niederschlag war dann Schluss: Sieger durch TKO in Runde 3 nach 2:02 Minuten: Serge Michel.
Den Hauptkampf des Abends bestritten Ryan Ford (17 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen) und Avni Yildirim (20 Kämpfe, 19 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Super Mittelgewicht. Dabei ging es um die WBC International Meisterschaft. Beide Boxer standen Fuß an Fuß und suchten die Lücke in der guten und kompakten Deckung des Anderen. Beide gingen ein sehr hohes Tempo. Es gab in den ersten beiden Runden nur sehr wenige einzelne Treffer. In der dritten Runde wurde der Kampf härter. Beide trafen häufiger, was sich in der vierten Runde fortsetzte. In der letzten Minute der vierten Runde gab es mehrere harte Schlagabtäusche. Man konnte sich kaum vorstellen, dass der Kampf über die Runden gehen würde. In der fünften und sechsten Runde wurden beide etwas langsamer, was aber nur dazu führte, dass es häufiger zum Schlagabtausch kam. In der siebten Runde wirkte Ford dann frischer und kam auch mehrfach hart durch. Im folgenden Durchgang ruhte er sich etwas aus und unterband viele Aktionen, indem er ganz nah an Yilderim heranging. Ringrichter Celestino Ruiz hatte nur sehr wenig zu tun. Nur hin und wieder musste er die Kontrahenten trennen. In der neunten Runde kam Yildirim auf. Am Ende sah es so aus, als ob Ford wackeln würde. Die zehnte und die erste Hälfte der elften Runde dominierte Yildirim, dann kam Ford wieder. Die zwölfte und letzte Runde gestaltete sich dann noch einmal brutal. Beide suchten den KO. Es war eine epische Ringschlacht. Einstimmiger Sieger nach Punkten (116:112, 115:113 und 117:112): Avni Yildirim.
Wir dürfen gespannt sein, ob der deutsche Weltmeister im Super Mittelgewicht nach Version WBA, Tyron Zeuge (23 Kämpfe, 22 Siege, 12 durch KO, I1 Unentschieden), auf die Herausforderung von Avni Yildirim und seinem Manager Ahmet Oener reagieren wird.
Das Studio 1 von nobeo Studios in Hürth ist ein idealer Austragungsort für Profiboxen. Solange ein Boxer keine Stadien oder Riesenhallen füllen kann, ist ein TV-Studio eine eindeutig gute Alternative.
© Uwe Betker

Written by betker

13. Mai 2018 at 23:59

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Ein großer Abend in Essen

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Am 03.03.2018 war die Sporthalle am Hallo in Essen Austragungsort einer bemerkenswert guten Profiboxveranstaltung mit neun Profikämpfen. Der Promoter Björn Sothmann stellte seine zweite Veranstaltung auf die Beine.
Den Auftakt machten im Mittelgewicht Alexey Vib und Jalal El-Zein mit einem Vierrunder. Beide waren Debütanten; aber nur Vib sah man das auch an. El-Zein beherrschte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Er hatte größte Schwierigkeiten, sich seiner Haut zu erwehren. Bald wurde er denn auch an den Seilen gestellt und ging nach einem Leberhaken runter. GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte ihn aus. Sieger durch KO in Runde 1, nach 1:50 Minute: Jalal El-Zein.
Im Super Mittelgewicht trafen sodann für einen Sechsrunder Azad Dogru (17 Kämpfe, 17 Niederlagen, 17 durch KO) und Vincenco Gualtieri (9 Kämpfe, 9 Siege, 4 durch KO) aufeinander. Gualtieri, der ein Jahr nicht geboxt hatte, spielte mit seinem Gegner nach Belieben. Er trieb ihn vor sich her und beschäftigte ihn mit der Führhand. Nur selten ließ er seine Schlaghand aufblitzen. Am Ende der Runde holte er ihn mit einem linken Körperhaken runter. Ringrichter Thomas Hackenberg zählte bis acht. Kurze Zeit später musste Dogru dann wieder nach einem Körperhaken runter. Dogru erreichte zwar noch mal die Rundenpause, trat aber zur nächsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Vincenco Gualtieri.
Danach stiegen Sebastian Tlatlik (13 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO; 1 Niederlage, 1 durch KO) und Sergej Vib (19 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 9 Niederlagen, 7 durch KO) für einen Zehnrunder in den Ring. Es ging um die Internationale Deutsche Meisterschaft der GBA im Leichtgewicht. Der Herausforderer Tlatlik machte den Kampf. Er trieb Vib vor sich her und bestimmte mit seiner Führhand den Rhythmus. Nur selten schlug er eine Rechte, die vor allem zum Körper ging und die meist ihr Ziel traf. Am Ende der zweiten Runde ging Vib zu Boden und wurde von Ringrichter Arno Pockrandt angezählt, nachdem er eine Rechte zum Hals nehmen musste, etwas, was nur sehr selten zu sehen ist. In der nächsten Runde erhöhte Tlatlik den Druck. Schon nach kurzer Zeit, hatte er Vib in dessen eigenen Ecke gestellt und kam mit einer Rechten zum Kinn durch, die Vib zu Boden brachte. Er kam zwar noch mal hoch, wackelte aber nach, so dass es nur richtig war, dass Pockrandt ihn auszählte. Sieger durch KO in Runde 3, 1:05 Minuten: Sebastian Tlatlik.
Im Halbschwergewicht maßen Mirko Figge und Michael Erdinc (3 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 1 Unentschieden) in einem Vierrunder ihre Kräfte. Erdinc stand vier Jahren nicht mehr im Ring. Trotzdem dominierte er den Kampf. Er trieb mit seinen harten Schlägen seinen Gegner, eine Debütanten, vor sich her, der sich kaum seiner Haut erwehren konnte. In der zweiten Runde machte Erdinc noch mehr Druck. Eine Rechte zur Schläfe zwang Figge in seiner Ecke zu Boden. Ringrichter Roman Morawiec zählte bis acht. In der dritten Runde musste Figge erneut nach einer Rechten zur Schläfe zu Boden. Diese Szene wiederholte sich wenig später noch mal. Figge gab auf. Sieger durch TKO in Runde 3: Michael Erdinc.
Den fünften Kampf des Abend bestritten Mesud Guenay (9 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO) und René Oeffner (12 Kämpfe, 11 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) im Super Mittelgewicht. Oeffner dominierte den Kampf. Er boxte eng und ließ seine rechte Führhand herausfliegen. In der zweiten Runde machte er dann mehr, zeigte aber nur selten seine Schlaghand. Ab der dritten Runde nahm Oeffner dann seine Schlaghand mit und stellte Guenay mehrfach in einer Ecke. In der fünften Runde fing Guenay an zu nehmen. Immer wieder wurde er in einer Ecke gestellt und nahm. Oeffner verteilte gut. In der sechsten Runde ging Oeffner auf KO, der aber nicht kam. Einstimmiger Punktsieger: René Oeffner.

(C) Ania Pospiech

Hiernach stiegen Oleg Harder (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und Akmal Gertsen (8 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage) für einen Vierrunder im Mittelgewicht in den Ring. Gertsen machte von der ersten Sekunde an Druck und trieb Harder vor sich her. Ein KO lag in der Luft. In der zweiten Runde gab es mehr Schlagabtäusche, wobei Gertsen ein bis zwei Hände mehr ins Ziel brachte. In der dritten Runde wollte Gertsen den KO zu sehr und verlor dadurch ein wenig die boxerische Linie. In der vierten Runde versuchte Harder nun den Kampf zu machen. Dadurch wurde der Kampf munterer. Beide Boxer zeigten gutes Boxen. Einstimmiger Sieger nach Punkten: Akmal Gertsen.
Im Schwergewicht stiegen Shelkim Ademaj (2 Kämpfe, 2 Niederlagen) und Paul Zummach (2 Kämpfe, 2 Siege) für einen Vierrunder in den Ring. Der Kampf war ausgesprochen munter und wogte hin und her. Es gab viele Schlagabtäusche. Beide schenkten sich nichts. Zummach versuchte lang zu boxen, um dann seine Treffer zu landen. Ademaj konterte und schlug Haken. Einstimmiger Sieger nach Punkten: Paul Zummach.
Der letzte Kampf vor dem Hauptkampf war auf sechs Runden angesetzt. Er wurde von Endrit Morina (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Timo Rost (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) im Super Mittelgewicht bestritten. Rost machte den Kampf und er wollte den KO. Kontinuierlich erhöhte er den Druck. Immer wieder kam er mit harten Treffern zu Körper und Kopf durch. In der zweiten Runde konnte Morina dem Druck kaum noch etwas entgegen setzten und nahm mehr und mehr Schläge. Dann flog ein Handtuch in den Ring: Sieger durch TKO in Runde 2 nach 45 Sekunden: Timo Rost.
Als Showact trat der lokale Rapper Pedaz auf, der ein Lied für Patrick Korte geschrieben hatte, das an diesem Abend seine Premiere hatte. Patrick Korte (13 Kämpfe, 12 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) bestritt auch den Hauptkampf, u.z. gegen Andrei Mazanik (21 Kämpfe, 13 Siege, 10 durch KO; 9 Niederlagen, 8 durch KO). Der auf zehn Runden angesetzte Kampf wurde als Internationale Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht GBA angesetzt. Mazanik, der in seinem letzten Kampf gegen Manuel Charr sieben Runde durchgehalten hatte, sollte der erste harte Prüfstein für Korte sein. Der Kampf wurde von der ersten Sekunde an sehr intensiv geführt. Korte ging ein extrem hohes Tempo und versuchte seinen Gegner zu überrollen. Immer wieder kam er mit seinen rechten Haken zum Kopf durch. Das Publikum glaubte an einen vorzeitigen Sieg seines Helden. In der zweiten Runde konterte Mazanik dann aber den ausgepowerten Korte ab. Korte nahm Schlag um Schlag und sank in einer neutralen Ecke zu Boden. Ringrichter Pockrandt zählte bis acht und gab den Kampf wieder frei. Mazanik ließ Korte keine Chance. Kurze Zeit später ging er erneut zu Boden. Sieger durch KO in der Runde 2, nach 1:35 Minuten: Andrei Mazanik.
Die Zuschauer in der Sporthalle am Hallo in Essen sahen eine gute Profiboxveranstaltung, sie sahen aber nicht ihren Lokalmatadoren Patrick Korte gewinnen. Korte ging ganz einfach zu überhastet ans Werk. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung von Korte weiter geht.
(C) Uwe Betker

Die dritte Assassin Fighting Championship

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Die Eissporthalle in Dorsten ist wieder einmal zu einem Ort geworden, an dem man gewesen sein musste, um man harte Profiboxkämpfe zu sehen. Es begann mit zwei 8-jährigen Jungen, die einen K1 Kampf zeigten. Anschließend gab es zwei Amateurboxkämpfe und dann folgten noch zwölf Profiboxkämpfe, von denen einige richtig klasse waren.
Den ersten dieser Profikämpfe bestritten im Super Weltergewicht Azad Dogru (15 Kämpfe, 15 Niederlagen, 15 durch KO) und Marcus Jakobs, der sein Debüt gab. Der Kampf war geprägt von Hektik. Jakobs ging etwas ungestüm nach vorne und Dogru lief um sein Leben. Dogru ging erst in der Ecke von Jakobs zu Boden, dann in seiner eigenen und schließlich in einer neutralen Ecke. Die Niederschläge waren mehr das Ergebnis von Dogrus Überforderung, als der Schlagwirkung von Jakobs geschuldet. Der GBA-Ringrichter Kornelius Bernds winkte beim dritten Niederschlag den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:31 Minuten: Marcus Jakobs.

Danach stiegen Eduino Dos Santos und Ahmet Akil, beides Debütanten, für eine Schwergewichtsbegegnung in den Ring. Dos Santo machte den Kampf. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Akil verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte, den Schlägen auszuweichen. Immer wenn er nah an Dos Santos stand, deckte er ihn mit Schlägen zum Körper ein. Zur zweiten Runde trat er nicht mehr an: Sieger durch TKO in Runde 2: Eduino Dos Santos.

Ebenfalls im Schwergewicht boxten sodann David Gegeshideze (40 Kämpfe, 20 Siege, 6 durch KO, 19 Niederlagen, 15 durch KO, 1 Unentschieden) und Sascha Prinz (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) gegeneinander. Gegeshideze, ein sehr zäher Handlungsreisender in Sachen Boxen, machte es Prinz schwer. Der kam auch in der ersten Runde nur einmal mit einem schönen rechten Cross durch, der Gegeshideze beeindruckte. Es sah ganz danach aus, als hätte Prinz vier Runden harte Arbeit vor sich. Dann kam Prinz aber, zu Anfang der zweiten Runde, mit einem brutalen rechten Körperhaken durch, der Gegeshideze zu Boden sinken ließ. Während der Ringrichter Kazim Kurnaz noch zählte, kam das Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, Nach 29 Sekunden: Sascha Prinz.

Im Super Weltergewicht maßen anschließend Devor Matic (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Yaser Yüksel (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) ihre Kräfte. Ich möchte aber lieber sagen, die Beiden verglichen ihre boxerischen Fähigkeiten. Yüksel spielte tatsächlich ein grausames Spiel mit seinem Gegner. Wie eine Katze mit einer gefangenen Maus spielt, so spielte Yüksel mit Matic. Ohne Deckung, nur auf seine Reflexe und schnellen Beine vertrauend, machte er gerade eben genug, um Matic seine Dominanz spüren zu lassen. Ende der ersten Runde schlug er ihn durch einen Kopftreffer zu Boden. Den Kampf sodann zu beenden, dazu machte er aber dann keine Anstalten. Immer weiter ging das Spiel. Die dritte Runde endete genauso wie die erste – nur dass es diesmal ein Körpertreffer war. In der vierten Runde kam Matic zweimal mit einer Rechten durch, was Yüksel gar nicht gefiel. Er erhöhte daraufhin den Druck und machte Ernst. Er stellte Matic in einer neutralen Ecken und ließ ihn nicht mehr raus. Matic ging zu Boden. Diesmal setzte Yüksel nach und stellte Matic erneut. In dessen eigener Ecke deckte er ihn ein. Wieder musste Matic zu Boden. Hier nun beendete Kornelius Bernds das grausame aber kurzweilige Spiel. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1:11 Minuten: Yaser Yüksel.

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Es folgte eine Begegnung im Super Mittelgewicht zwischen Muharem Özkul und Jerome Kock (4 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO). Kock begann gut. Er beherrschte die Ringmitte und trieb Özkul vor sich her. Der Kampf war munter, auch weil Özkul entschlossen schien, in seinem Profidebüt nicht zu verlieren. Immer wieder versuchte er, Kock mit Körpertreffern langsamer zu machen. Aber zur dritten Runde trat er dann doch nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Jerome Kock.

Dann boxten Drazjan Janjanin (30 Kämpfe, 15 Siege, 14 durch KO, 15 Niederlagen, 7 durch KO) und Kristijan Krstacic (15 Kämpfe, 14 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Cruisergewicht gegeneinander. Krstacic begann verhalten, kreiste um seinen Gegner herum. Kontinuierlich erhöhte er den Druck. Immer wieder ging er mit der Linken zur Leber – das mochte Janjanin augenscheinlich gar nicht. Zur zweiten Runde trat Janjanin dann auch nicht mehr an. Er gab vor, sich den Ellenbogen seiner Linken verletzt zu haben. Sieger durch TKO in Runde 2: Kristijan Krstacic.

Es folgte eine richtig harte Ringschlacht. Nikoloz Berkatsahvili (48 Kämpfe, 29 Siege, 12 durch KO, 19 Niederlagen, 17 durch KO) traf im Leichtgewicht auf Atilla Koyabasi (9 Kämpfe, 9 Siege, 5 durch KO). Koyabasi wollte so schnell wie möglich in den Schlagabtausch. Er wollte ganz offensichtlich den KO-Sieg. Dementsprechend schnell führten die Beiden die Begegnung, die wirklich sehr schnell, sehr hart und sehr intensiv war. Zuerst schickte ein harter rechter Kopfhaken Berkatsahvili zu Boden. Ringrichter Izzet Kurnaz bekam danach aber erst recht viel zu tun. Der Kampf wurde noch härter und nun auch unsauber von beiden Seiten geführt. Es gab viele wilde Schlagabtäusche. Berkatsahvili fand sich noch mehrfach auf dem Ringboden wieder, allerdings wurde er nicht angezählt, denn es waren Ausrutscher und Schupser. Irgendwann hatten dann sowohl Berkatsahvili als auch Koyabasi je einen Cut an einem Auge. Anfang der zweiten Runde kam Koyabasi erneut mit einer harten Rechten zum Kopf durch, die Berkatsahvili zu Boden zwang. Kurze Zeit später war er wieder auf dem Boden, Erschöpfung und ein paar Schläge waren Schuld daran. Hier nun beendete der Ringrichter den Kampf: Sieger durch TKO in Runde 2, nach 54 Sekunden: Atilla Koyabasi.

Im Schwergewicht maßen danach Asad Adrovic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Eugen Buchmüller (8 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO) ihre Kräfte. Der bereits 36 Jahre alte Buchmüller beeindruckte. Er zeigte sehr-sehr schnelle Hände. Er trieb Adrovic vor sich her. Dieser hielt aber tapfer dagegen. Buchmüller boxte sehr souverän. Zum Ende der ersten Runde sickerte Blut aus dem linken Ohr von Adrovic. Zur zweiten Runde konnte er deshalb nicht mehr antreten: Sieger durch TKO in Runde 2. Eugen Buchmüller.

Im Anschluss kämpften Giorgi Khulelidze (16 Kämpfe, 9 Siege, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Yusuf Kangül (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) im Super Mittelgewicht gegeneinander. Beide trafen sich im Ring und suchten den Schlagabtausch. Beide boxten nur an, um sodann in den Abtausch zu gehen. Es gab viele intensive Schlagabtäusche, bei denen der starke Kangül die Oberhand behielt. Anfang der zweiten Runde kam er mit einer schönen Rechten zum Kopf durch, die Khulelidze auf die Bretter schickte. Der zerfiel dann zusehens. Kurze Zeit später fand er sich in einer neutralen Ecke erneut auf dem Boden wieder. Ein Leberhaken hatte ihn gefällt. Seine Ecke hatte nun endlich Erbarmen mit ihm und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 42 Sekunden: Yusuf Kangül.

Die Veranstalterin Edda Essaoudi (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) bestritt den einzigen Frauenboxkampf des Abends. Sie boxte im Federgewicht gegen Nikolina Vokie. Der Kampf war kurz und hart. Essaoudi trieb ihre Gegnerin vor sich her und deckte sie mit Schlägen ein, kaum dass sie sie gestellt hatte. Schon bald war klar, dass sie Vokie keine Chance lassen würde. Essaoudi stellte sie an den Seilen und ließ sie nicht mehr weg. Unter dem Schlaghagel brach Vokie zusammen und die Ecke warf das Handtuch. Siegerin durch TKO in Runde 1, nach 57 Sekunde: Edda Essaoudi.

Im vorletzten Kampf des Abend trafen Ramazi Gogichashvili (48 Kämpfe, 28 Siege, 15 durch KO, 18 Niederlagen, 12 durch KO, 2 Unentschieden) und Tahir Kahrovic (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO), genannt Tommy Punch, aufeinander. Es handelte sich um eine Junioren Weltmeisterschaft im Cruisergewicht, nach Version WBU. Beide Boxer agierten hinter einer kompakten Doppeldeckung. Gogichashvili besetzte die Ringmitte und Punch kreiste um ihn herum. In der zweiten Runde machte Punch mehr Druck, wodurch es zu mehr Aktionen kam. Ringrichter Sergej Kovalenko hatte am Ende der Runde seine liebe Mühe, Punch und Gogichashvili zu trennen. In der vierten Runde wurde der Kampf härter. Punch wurde für Schlagen mit dem Ellenbogen ermahnt. Ende der Runde ging Gogichashvili zu Boden, nach einer Rechten zum Körper. Später ging er in der neutrale Ecke, nach vielen Treffern, die er nehmen musste, erneut zu Boden. Das wiederholte sich nach kurzer Zeit am gleichen Ort dann noch mal. Gogichashvili hatte offensichtlich den Ehrgeiz, das Ende der Runde zu erreichen, was ihm auch gelang. Zur nächsten Runde trat er allerdings nicht mehr an, Sieger durch TKO in Runde 5: Tahir Kahrovic.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Ilias Essoaudi (10 Kämpfe, 10 Siege, 8 durch KO). Er boxte gegen Chris Hermann (37 Kämpfe, 22 Siege, 13 durch KO, 14 Niederlagen, 12 durch KO, 1 Unentschieden). Dabei ging es um die WBU-Weltmeisterschaft im Super Weltergewicht. Der Kampf war kurz, weil Essoaudi nicht lange fackelte. Ein linker Körperhaken ließ Hermann zum ersten Mal auf die Bretter gehen. Etwas später schickte eine Rechte zum Kopf Herrmann beinahe durch die Seile. Kurz vor Ende der ersten Runde war er wieder am Boden. Diesmal war es allerdings ein Ausrutscher. Aber es war allen in der Halle klar, dass Herrmann kurz vor dem Ende war. In der zweiten Runde vollendete Essoaudi sein Werk. Zu Beginn der Runde zwang eine schöne Kombination sein Gegenüber erneut zu Boden. Dann fällte ein schöner brutaler Leberhaken Herrmann ein weiteres Mal. Es kam nun schließlich ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:22 Minuten: Ilias Essoaudi.

Abschließend muss gesagt werden: Die Veranstaltungen des Ehepaars Essaoudi werden immer besser. – Wann ist die nächste Profiboxveranstaltung in der Eissporthalle in Dorsten?
(C) Uwe Betker

Written by betker

14. Mai 2017 at 23:59

Veröffentlicht in Boxen, Frauenboxen

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Ein Sonntagmorgen mit Profiboxen in Essen

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Das „Boxing Industry“, das schöne nagelneue Boxgym von Sebastian Tlatlik in Essen, war am Sonntagmorgen, dem 12.02.2017, Austragungsort für eine kleine Veranstaltung mit vier Profiboxkämpfen.
Zuerst stiegen Hani El Jarie (10 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 8 durch KO) und Adam Peszko, der sein Profidebüt gab, in den Ring. Der Kampf fand im Super Mittelgewicht statt. Peszko boxte für einen Debütanten relativ unhektisch. Er ging viel mit der Rechten zum Körper. In der zweiten Runde trieb Peszko seinen Gegner vor sich her und machte weiter Druck. Dabei schlug er gerne erst eine Linke zum Kopf und dann eine Rechte zum Körper. Wenige Sekunden vor dem Ende der Runde verletzte sich El Jarie. Zwar beendet er noch die Runde, aber zur dritten trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3.
Im Weltergewicht trafen Dejan Pavlovic (5 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO) und Alexander Garbusov (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) aufeinander. Der Kampf war ruck zuck beendet. Pavlovic war der Herr im Ring. Er ging nach vorne und kam mit einem linken Körperhaken durch, der Garbusov stoppte. Dann deckte ihn Pavlovic mit Schlägen ein, Garbusov ging zu Boden und wurde von Ringrichter Thomas Hackenberg ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:02 Minuten: Dejan Pavlovic.
Ebenfalls im Weltergewicht boxten Yaser Yüksel (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Lorans Elyas (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) gegeneinander. Elyas startete stark. Er deckte Yüksel mit Schlägen ein. Dieser ließ sie einfach an seiner Deckung abtropfen. Am Ende zog Yüksel einen schönen rechten Cross zum Kopf durch, der Elyas erschütterte. In die zweiten Runde ging Yüksel zur Sache. Er boxte an, stellte Elyas durch eine linke Grade zum Kopf in einer neutralen Ecke und fällte ihn mit Körperhaken. Sieger durch KO in Runde 2 nach 1:09 Minuten: Yaser Yüksel.
Zum Schluss boxte der Hausherr selber. Sebastian Tlatlik (13 Kämpfe, 12 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) boxte im Super Federgewicht gegen Marc Schulz (8 Kämpfe, 8 Niederlagen, 8 durch KO). Dies war des kürzeste Kampf des Morgens. Tlatlik machte mit Schulz, war er wollte. Er spielte mit ihm. Dann zog er einen schönen rechten Haken auf die kurze Rippe durch, die Schulz fällte. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:14 Minuten: Sebastian Tlatlik.
© Uwe Betker

Ein guter Abend im „Generation“ in Moers

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In Moers, im „Generation“, gab Hani El-Jarie eine kleine aber feine Freitagabendveranstaltung mit neun Profikämpfen. Davon waren sieben Vierrunder, einer ein Sechsrunder und einer ein Achtrunder. Matchmaker war Sebastian Tlatlik. Das „Generation“ ist eine Diskothek und war an diesem Abend wahrscheinlich zum ersten Mal auch Veranstaltungsort für Profiboxen. Und ich muss sagen, es ist ein guter Ort fürs Boxen. Er bietet Emporen, von denen man in den Ring gucken kann, Reihenbestuhlung, Sitzecken und eine Theke mit Ringblick. Hoffen wir, dass im „Generation“ noch viele Boxshows zu sehen sein werden.
Im ersten Kampf des Abends trafen im Leichtgewicht Abdessamad Gaabouri (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Khalid Schenweri aufeinander. Schenweri gab sein Profidebüt. Der Kampf war kurz, intensiv und ein wenig hektisch. Beide schenkten sich nichts. Der Rechtsausleger Gaabouri kam mehrfach mit seinen rechten Kopfhaken durch. Allerdings musste er selber auch Rechte zum Kopf nehmen. Einmal schien es, als ob er nach einem Treffer leicht einknickte. Aber kurze Zeit später kam er schon wieder mit einer Rechten zum Kopf durch. Schenweri blieb wie angewurzelt stehen und versuchte zu überleben, während Gaabouri ihn mit Schlagkombinationen eindeckte, bei denen einige Fäuste ihr Ziel fanden. Irgendwann, ungefähr nach 25 bis 30 Schlägen, auf die Schenweri nicht antwortete, brach Ringrichter Thomas Hackenberg den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 2:51: Abdessamad Gaabouri.
Schenweri und seine Ecke meinten, der Abbruch sei unberechtigt gewesen oder zu früh gekommen. Der Manager von Gaabouri, Christoph Jan Jaszczuk, sicherte ihnen einen baldigen Rückkampf zu.
Der folgende Kampf zwischen Sandro Lütke Bordewick (10 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 5 Niederlagen 4 durch KO) und Mohamet John Karemi (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 durch KO) im Super Federgewicht war sogar noch kürzer als der vorangegangene. Er begann mit einem Sprint. Bei dem obligatorischen Griff in die Weichteile, der Tiefschutzkontrolle, stellte Ringrichter Kornelius Bernds fest, dass Karemi seinen Tiefschutz nicht anhatte. Er musste daher zurück in die Umkleide sprinten. Der vergessene Tiefschutz stellte sich dann im Verlauf des Kampfes auch als schlechtes Omen für ihn heraus. Was folgte, war für mich nämlich eine faustdicke Überraschung. Zunächst begann es eigentlich gut für Karemi. Er kam gleich zu Anfang der Runde mit einer schönen Rechten zum Kopf durch. Daraus entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Irgendwann ging Karemi dann nach einem harten Treffer runter und der Ringrichter winkte den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 2:30: Sandro Lütke Bordewick.
Den dritten Kampf bestritten im Weltergewicht Andreas Maier (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Mirko Sikora (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO). Maier boxte schön ruhig, gelassen und ökonomisch. Er überhastete nicht, sondern arbeitete systematisch. Dabei startete er nur wenige Aktionen, die er aber überlegt ansetzte und durchführte. Zwischendurch hatte ich fast das Gefühl, er wollte jede Schlagkombination einmal ausprobieren, um zu sehen, wie sein Gegner darauf reagiert. Sikora traf nicht.
In der zweiten Runde erhöhte Maier das Tempo, wodurch der Kampf munter wurde. Zwei Schläge zum Kopf brachten Sikora dann zu Boden. Er stellte sich zwar noch mal zum Kampf, aber Maier wollte den KO Erfolg. Er jagte und erlegte Sikora. Eine knackige Rechte zur Schläfe zwang Sikora erneut zu Boden. Mit dem Schlussgong winkte der Ringrichter Kornelius Bernds den Kampf ab. Da lag Sikora noch auf dem Boden. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 3:00: Andreas Maier.
Der dann folgende Kampf ging über die angesetzten vier Runden und war sehr amüsant. In ihm trafen im Mittelgewicht Dominik Tietz (7 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Dogan Kurnaz (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO) aufeinander. Der sehr viel größere Tietz fand nie die richtige Distanz für seine Führhand und kam daher nie richtig in den Kampf. Er tat sich sehr schwer mit seinem Gegner. Kurnaz wechselte immer wieder die Auslage, machte Faxen und versuchte es mit überfallartigen Angriffen, mit denen er manchmal sogar durch kam. So konnte er, auf meinem Punktzettel, die erste Runde dann auch für sich entscheiden.
Ab der zweiten Runde baute Kurnaz konditionell ab. Er atmete schwer. Aber er hatte offensichtlich beschlossen, bis zum Ende durchzuhalten und Tietz das Leben schwer zu machen. Immer wenn Tietz seine Führhand konsequent nutzte, was er jedoch nur selten tat, punktete er. Sein Punktsieg war schließlich auch nie in Gefahr, aber den KO schaffte nicht, was für Kurnaz schon ein Triumph war. Sieger nach Punkten: Dominik Tietz.
Hiernach stieg das Leichgewichtstalent Marek Jedrzejewski (8 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO) in den Ring und traf dort auf Ziya Goekalp (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 3 durch KO). Es war eine Demonstration der boxerischen Klasse von Jedrzejewski. Er boxte überlegen und abgeklärt. Mitte der ersten Runde schickte er mit einem schönen Leberhaken seinen Gegner zu Boden. Der kam wieder hoch und musste nun die nicht überhasteten Angriffe von Jedrzejewski über sich ergehen lassen. Am Ende der Runde nahm Goekalp dann eine harte linke Grade zum Kopf. Die Seile verhinderten, dass er zu Boden ging, und der Gong rettete ihn vor noch mehr Schlägen. Zur zweiten Runde trat er dann aber nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Marek Jedrzejewski.
Im Super Mittelgewicht boxte John Rene (9 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 2 Unentschieden) gegen Deniz Polat (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Boxen ist hier eigentlich der falsche Begriff. Rene nennt sich selbst „Captain Caveman“ – und genau so boxt er auch. Er steigt in den Ring, um seinen Gegner niederzuwalzen: Er drischt so lange auf seine Gegner ein mit seinen Haken, bis sie zu Boden gehen. Und so war es auch diesmal. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:30 Minuten: John Rene.
Im nächsten Kampf trafen im Mittelgewicht zwei Debütanten aufeinander, der Lokalmatador Sahan Albay und Leonardo Loandriz. Albay, wohl inspiriert durch die Vorkämpfe, wollte den KO Erfolg. Er schob sich, hinter seiner Doppeldeckung verschanzt, an seinen Gegner heran und versuchte dann mit harten Schlägen durchzukommen. Loandriz zeigte eine gute Beinarbeit und gute Reflexe. Seine Schläge waren meist Schwinger, die nur selten ihr Ziel trafen. Albay hatte mehr von dem gut anzusehenden Kampf. Sieger nach Punkten: Sahan Albay.
Im vorletzten Kampf des Abend maßen Roman Alesin (12 Kämpfe, 8 Siege, 3 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) und Fadil Pasalic (11 Kämpfe, 1 Sieg, 10 Niederlagen, 5 durch KO) im Super Mittelgewicht ihre Kräfte. Es war ein ausgeglichenes Kräftemessen. Es gab viel Fintieren, aber nur sehr wenige Aktionen und sehr wenige Schlagabtäusche. Man konnte eher von einem Fechten mit der Faust sprechen. Ich persönlich habe den Kampf Unentschieden gewertet, das Kampfgericht gab Roman Alesin mit 2 zu 1 Richterstimmen den Kampf, was für das Kampfgericht spricht.
Der letzte Kampf des Abends war ein Schwergewichtskampf. Es war weniger ein Hauptkampf als ein Rausfeger, denn nach dem Auftritt des Lokalmatadoren Sahan Albay hatten sich die Zuschauerreihen schon zusehens gelichtet. Rojhat Bilgetekin (7 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO; 2 Niederlagen, 2 durch KO) traf auf Aldin Avdic (6 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Es war ein seltsamer Kampf. Der kleinere Bilgetekin schien nicht zu wissen, wie er an seinen Gegner ran kommen sollte. Seine Schläge sahen auch nicht gefährlich aus. Avdic machte nur das Nötigste, wenn er überhaupt etwas machte. Die Zuschauer wurden immer weniger und die verbliebenen, waren mit ihren Gesprächen beschäftigt. Der Kampf plätscherte so dahin. Nach der zweiten Runde rief die Ecke von Avdic nach dem Ringarzt. Avdic habe sich die Schulter verletzt. Sieger durch TKO in Runde 3: Rojhat Bilgetekin,
Der Freitagabend im „Generation“ in Moers, am 29.04.2016, war für mich ein guter Abend. Es gab zum Teil gute Kämpfe zu sehen und ich könnte mir vorstellen, dass einige von denen, die dort geboxt haben, auch ihren Weg im Profiboxen gehen werden. Bleibt mir nur zu hoffen, dass ich dort bald wieder Boxen zu sehen bekomme.
© Uwe Betker

Großartiges Boxen in Fürth

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Fürth war bis jetzt noch nicht verzeichnet auf meiner persönlichen Deutschlandkarte des Profiboxens. Aber mit der Veranstaltung, die am Samstag, dem 26. März 2016, in der Stadthalle Fürth stattfand, hat sich dies geändert. Geboten wurde hier Profiboxen, Kickboxen und Muaythaiboxen – insgesamt neun Kämpfe. Einer, der zweite Hauptkampf des Abends, war denn auch die WKU Muaythai-EM im Halbschwergewicht zwischen Eugen Main und Andrej Simkulic. Der Nürnberger Main verlor, weil er sich einen 10 bis 15 Zentimeter langen, stark blutenden Cut auf der Stirn zugezogen hatte. Die drei Runden waren, sofern ich das überhaupt beurteilen kann, bis dahin wirklich gut gewesen.

Die ersten beiden Profiboxkämpfe des Abends bestritten die Debütanten und Brüder Martén und Sascha Arsumanjan. Sehr bemerkenswert war dabei die Auswahl der Gegner aus der Tschechei, die beide auf Boxrec einen Stern haben. Das waren schon wirklich sehr mutige Ansetzungen.
Im ersten dieser beiden Boxkämpfe maßen Robert Blazo (44 Kämpfe, 13 Siege, 5 durch KO, 29 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) und Martén Arsumanjan im Super Mittelgewicht ihre Kräfte. Der Debütant Arsumanjan machte seine Sache sehr gut. Er boxte mit einer lässig hängenden Führhand, zeigte eine gute Beinarbeit und wechselte immer wieder für kurze Zeit die Auslage. Blazo boxte meist hinter einer ziemlich kompakten Doppeldeckung. Er war offensichtlich nicht nach Fürth gekommen, um sich kampflos geschlagen zu geben. Am Ende der ersten Runde stellte er Arsumanjan an den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein, die jedoch meist nur die Deckung trafen. In der unmittelbar darauf folgenden Szene stellte Arsumanjan Blazo an den gegenüberliegenden Seilen und deckte ihn seinerseits ein, wobei er zumeist zum Kopf ging und auch häufiger traf als sein Gegner. In den folgenden Runden steigerten sich Härte und Tempo des Kampfes immer mehr. Arsumanjans Physis war beeindruckend. Er kämpfte systematisch seinen Gegner nieder. In der vierten und letzten Runde wollte er den KO und der erfahrene Blazo hatte seine liebe Not den Schlussgong zu erreichen. Am Ende des beeindruckenden Profidebüts stand ein eindeutiger Punktsieg für Martén Arsumanjan.
Im Halbschwergewicht gab dann Sascha Arsumanjan gegen Josef Obeslo (37 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 28 Niederlagen. 3 durch KO) sein Debüt als Preisboxer. Die erste Runde verlief seltsam. Bis kurz vor Schluss war es ein Duell der Führhände, wobei Obeslo immer wieder mit seinem Jab an der rechten Führhand seines Gegeners vorbei kam und punktete. Am Ende der Runde stellte Arsumanjan Obeslo in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit Kombinationen ein. Obeslo hatte seine Schwierigkeiten. Jedoch kämpfte er sich aus der Ecke heraus. Die zweite Runde begann Arsumanjan in der Normalauslage, wurde immer stärker und kam immer wieder mit Einzelschlägen und mit Kombinationen durch. Er bekam den Kampf in den Griff. In der dritten Runde suchte Arsumanjan den KO. Obeslo, seinerseits versuchte über die Zeit zu kommen. Das führte dann zu vielen harten und zum Teil auch unfairen Schlagabtäuschen, bei denen der eine immer wieder auf den Hinterkopf schlug und der andere zu tief abduckte und versuchte, mit dem Ellenbogen zu schlagen. Die vierte und letzte Runde wurde dann noch härter und verbissener geführt. Obeslo hielt nun noch mehr gegen und hatte durchaus seine Momente, in denen seine Schläge auch ihr Ziel fanden. Dann ließ eine rechte und linke Gerade zum Kopf Obeslo rückwärts quer durch den Ring taumeln, bis die Seile ihn aufhielten. Für der Rest der Zeit standen beide Kontrahenten Fuß an Fuß und schlugen aufeinander ein. Am Ende des beeindruckenden Profidebüts stand ein eindeutiger Punktsieg für Sascha Arsumanjan.

Es folgte der erste und einzige Frauenboxkampf des Abends. Özlem Sahin (22 Kämpfe, 20 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) traf auf Elke Beinwachs (14 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden), m. a. W. es standen sich hier die zwei besten Minimumgewichtlerinnen im deutschen Sprachraum gegenüber. Von der ersten Runde an machte die Exweltmeisterin Sahin Druck und Beinwachs versuchte nur, dem auszuweichen. Immer wieder kam Sahin mit rechten Kopfhaken durch. Zu Beginn der zweiten Runde trug Beinwachs Sahin den Kampf an, den diese auch annahm. Nach zirka 30 Sekunden hatte Sahin jedoch das Heft wieder in der Hand und gab es dann auch nicht mehr ab. Zum Ende der Runde schien Beinwachs durch einige Treffer beeindruckt. In den folgenden vier Runden bestimmte Sahin das Tempo nach Belieben. Immer wieder variierte sie es, wie sie wollte. Sie kam auch immer wieder und immer häufiger mit Schlägen durch. Es gab wirklich schöne Schlagabtäusche, bei denen Sahin jeweils die Oberhand behielt. Zum Ende des Kampfes wurde die Linke ihre effektivste Waffe. In der letzten Minute der letzten Runde suchte Sahin dann noch den KO Erfolg. Sie zwang Beinwachs immer wieder Schlagabtäusche auf. Und kurz vor dem Gong sah es auch so aus, als würde Beinwachs wackeln. Am Ende des wirklich guten Gefechtes stand dann schließlich als Punktsiegerin Özlem Sahin.
Den ursprünglich auf acht Runden angesetzten Hauptkampf des Abends bestritten im Mittelgewicht Wanik Awdijan (15 Kämpfe, 14 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Patryk Litkiewicz (27 Kämpfe, 18 Siege, 11 durch KO, 9 Niederlagen, 2 durch KO). Der erst 20-jährige Awdijan war vor dem Kampf die Nummer 6 in Deutschland und die Nummer 139 in der Welt. Sein polnischer Gegner hatte beim Wiegen am Vortag fast fünf Kilo zu viel auf die Waage gebracht und beim Nachwiegen vor dem Kampf war er nur unwesentlich leichter. Daher wurde der Kampf auf sechs Runden reduziert.
Awdijan wollte den Kampf von der ersten Sekunde an so schnell wie möglich beenden, ohne jedoch zu überhasten. Nach dem erstem Gong schlug er gleich eine linke Gerade zum Kopf und eine rechte Gerade zum Körper. Die Rechte kam durch und schon war es allen aufmerksamen Beobachtern klar, dass Litkiewicz am Körper empfindlich ist. Awdijan zeigte einen explosiven und präzisen Jab, schlug dann einen rechten Kopfhaken oder zum Körper. Awdijan arbeitete systematisch und in Ruhe daran, Litkiewicz KO zu schlagen. Anfangs der zweiten Runde kam er dann auch mit einem brutalen rechten Haken zum Kopf durch und fällte seinen Gegner. Zwar kam der wieder hoch und wollte sich zum Kampf stellen, aber der sehr gut und unauffällig agierende österreichische Ringrichter Ernst Salzgeber winkte den Kampf ab, weil Litkiewicz noch wackelte. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 24 Sekunden: Wanik Awdijan.
Zirka 1.200 Zuschauer waren in der Stadthalle Fürth Zeuge einer wirklich guten Veranstaltung, bei der alle vier Profiboxkämpfe bemerkenswert gut und sehenswert waren. Die debütierenden Brüder Martén und Sascha Arsumanjan zeigten erstaunliche Leistung gegen starke Gegner. Mindestens einer von beiden, wird, sofern man das jetzt schon beurteilen kann, seinen Weg machen. Özlem Sahin zeigte, dass sie wieder da ist und auf dem Weg zu einer WM. Mit Wanik Awdijan ist zu rechnen. Auch er dürfte bald um einen Titel boxen. Der Veranstalter Bernard Caplin hat mit seinem „The Champions Club Germany“ eine Marke kreiert. Für mich ist die Metropolregion Nürnberg/Fürth dick und rot auf meiner persönlichen Deutschlandkarte des Profiboxens eingezeichnet.
© Uwe Betker