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Vorweihnachtliches Boxen in Moers

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Klaus Waschkewitz stellte kurz vor Weihnachten, am 15.12.2018, im Ennis Sportpark Moers eine schöne Kampfsportveranstaltung auf die Beine. Es gab zwölf Kämpfe zu sehen, vier K1- , zwei Amateur- und sechs Profiboxkämpfe zu sehen.

René Oeffner (15 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage) und Yesilat Berkta (48 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 42 Niederlagen, 26 durch KO) machten bei den Profis den Anfang. Der auf sechs Runden angesetzte Kampf im Super Mittelgewicht begann mit technisch schönem Boxen von Oeffner. Mit schön steifer Führhand bestimmte er das Kampfgeschehen. Wenn die Lücke sich zeigte, stieß er mit einer graden Schlaghand hinein. In der zweiten Runde arbeiteten beide viel in der Halb- und Nahdistanz. In der dritten Runde standen sie viel Fuß an Fuß an den Seilen. Mehrfach kam Oeffner mit harten linken Körperhaken durch, die Berkta spürte. In der vierten Runde boxte Oeffner wieder auf Distanz. Immer wieder trafen seine Graden den Kopf von Berkta. Dieser versuchte, mit Schwingern zu punkten, die aber meist ins Leere gingen oder auf die Deckung. In der ersten Hälfte der fünften Runde boxte Oeffner lang und in der zweiten nah. Anfang der sechsten Runde zog GBA Ringrichter Kornelius Bernds Berkta einen Punkt ab für wiederholtes Kniehochziehen. Es wurde ihm dann nochmals ein Punkt abgezogen, wegen mehrfachen Mundschutzausspuckens. Insgesamt wurde diese Runde intensiv geführt; Berkta zeigte vor allem eine unglaubliche Härte sich selbst gegenüber. Einstimmiger Punktsieger (59:53, 60:53 und 59:53): René Oeffner.

Yaser Yüksel (8 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) boxte im Super Weltergewicht gegen Armani Aziz (5 Kämpfe, 5 Niederlagen) Den Sechsrunder begann Yüksel mit einer Demonstration seiner überlegenen Reflexe. Er kreiste zum Teil um seinen Gegner mit hängender Deckung und wich den Schlägen von Aziz scheinbar mühelos aus. In der zweiten Runde erhöhte er den Druck und suchte den Schlagabtausch, was sich dann meist sehr munter gestaltete. In der dritten erhöhte Yüksel das Tempo und kam immer wieder, vor allem mit harten Rechten, zum Kopf durch. In der vierten und fünften Runde versuchte Aziz durch schnellere Beine den Abtausch zu vermeiden, was auch zunächst gelang. Dann kam Yüksel aber wieder stärker zurück; es gab viele harte und schnelle Schlagabtäusche. In der sechsten Runde ging Yüksel auf einen KO aus. Mehrfach stellte er sein Gegenüber an den Seilen und deckte ihn ein. Aziz nahm viele harte Treffer, blieb aber stehen: Punktsieger (59:55,60:54 und 57:58): Yaser Yüksel

Sadettin Keser (7 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Aleksander Jankovic (84 Kämpfe, 19 Siege, 13 durch KO, 65 Niederlagen, 45 durch KO) boxten eine auf sechs Runden angesetzte Begegnung im Super Mittelgewicht aus. Keser machte den Kampf. Er boxte an, überbrückte schnell die Distanz und schlug dann mit der Rechten zum Körper, gefolgt von einem rechten Uppercut. In der zweiten Runde stellte er seinen Gegner in einer neutralen Ecke und holte ihn mit mehreren Körpertreffern von den Beinen. Hiernach ging dann Jankovic noch zweimal nach rechten Körperhaken runter. Die Ecke von Jankovic wedelte mit dem Handtuch und Ringrichter Roman Morawiec beendete den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2:21 Minuten: Sadettin Keser.

Es folgte ein Sechsrunder im Schwergewicht zwischen Vincenco Arangio und Emmrulah Kaya (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Von der ersten Sekunde an lag ein KO in der Luft. Arangio konnte die allererste Aktion entscheiden. Er boxte etwas kontrollierter als Kaya. Dieser war aber der Aggressivere. Beide suchten den Abtausch. Beide boxten wenig an. In der zweiten Runde wogte der Kampf hin und her. Arangio stand an den Seilen, Kaya holte aus und wollte einen Schwinger landen, Arangio wich zur Seite aus und Kaya kam, getragen vom Schwung seines Schlages, mit seinem Oberkörper über die Seile. Beim Umdrehen erwischte ihn ein perfekter und brutaler Aufwärtshaken von  Arangio, der sein Kinn traf. Kaya schlug hart auf die Bretter auf. Der sehr umsichtig agierende Ringrichter Bernds zählte den auf dem Boden liegenden Kaya aus und holte gleichzeitig seinen Mundschutz heraus. Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:22 Minuten: Vincenco Arangio.

Danijel Arandelovic (12 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO) und Alpay Yaman (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) boxten anschließend die Deutsche Meisterschaft GBA im Halbschwergewicht aus. Auch in diesem Kampf machte keiner der Kontrahenten Anstalten, Gefangene zu machen. Arandelovic hatte eine höhere „work rate“, aber Yaman brachte die härteren Hände ins Ziel. Er boxte auch sauberer. Arandelovic ging Kopf voran in den Mann. In der zweiten Runde ging Yaman mehr zum Körper und erzielte dadurch auch Wirkung. Man hatte den Eindruck, als würde Arandelovic sich überlegen, ob er überhaupt zur dritten Runde antreten wollte. Was folgte waren zwei sehr harte und hektische Schlagabtäusche, an deren Ende Arandelovic mit dem rechten Fuß umknickte und aufgab. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 47 Sekunden: Alpay Yaman.

Im Hauptkampf des Abends ging es um den Eurasia Titel der WBF im Halbschwergewicht. Dafür trafen Slavoljub Mitic (18 Kämpfe, 9 Siege, 6 durch KO, 9 Niederlagen, 5 durch KO) und Rami Ali (12 Kämpfe, 11 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage) aufeinander. Ali boxte souverän und kontrolliert. Er trieb seinen Gegner vor sich her, boxte an und verteilte gut. In der zweiten Runde erhöhte Ali den Druck. Immer wieder stellte er Mitic an den Seilen, ohne dabei zu überhasten. In der dritten Runde stellte Ali Mitic in dessen eigener Ecke und deckte ihn ein. Der kam nur mit Mühe noch mal raus. Direkt in der nächsten Situation wurde Mitic in der nächsten Ecke erneut gestellt. Diesmal ging er nach einem linken Körperhaken zu Boden. Nur wenige Sekunden später und nur ein paar Zentimeter weiter ging er an den Seilen, nach einem Körperhaken, wieder zu Boden. Das wiederholte sich direkt darauf nochmal und der Ringrichter Jens-Uwe Baum, der bis dahin nur wenig zu tun hatte, beendete den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1:08 Minuten: Rami Ali.

Weihnachtsgebäck oder Glühwein gab es bei diesem vorweihnachtlichen Boxen in Moers nicht. Aber gute Kämpfe gab es zu sehen. Für einen Boxfan genau das Richtige in der Vorweihnachtszeit.

© Uwe Betker

Zehn Profiboxkämpfe in Gummersbach

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Am 01.12.2018 war die Schwalbe Arena in Gummersbach Austragungsort einer Veranstaltung von Sauerland Event. Es gab zehn Profiboxkämpfe und zwei nationale Boxverbände zu sehen. Die Mehrheit der Kämpfe wurde sanktioniert von dem Faustkämpferverband Austria. Die Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht und die zwei Kämpfe des „The Next Rocky“ Turniers wurden aber vom Bund Deutscher Berufsboxer sanktioniert.

Den Anfang machten zwei Damen im Bantamgewicht: Alicia Holzken gab ihr Profidebüt gegen Gabriella Mezei (30 Kämpfe, 9 Siege, 3 durch KO, 17 Niederlagen, 6 durch KO, 4 Unentschieden). Holzken versuchte immer wieder, mit weiten rechten Haken durchzukommen. Der Kampf war hektisch und wurde in der zweiten Runde unsauber. Man drückte einander runter, steckte durch, schlug auch nach dem „Break“ und schubste sich zu Boden. Der FVA Ringrichter Alexander Plumanns hatte alle Hände voll zu tun. In der dritten und vierten Runde wurde etwas sauberer geboxt und dadurch gab es dann auch mehr Schlagabtäusche, bei denen beide Boxerinnen harte Treffer nahmen. Einstimmige Siegerin nach Punkten: Alicia Holzken.

Es folgte ein Vierrundenkampf im Mittelgewicht mit Simon Zachenhuber (5 Kämpfe, 4 Siege, 1 durch KO) und Danail Stoyanov (7 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen). Zachenhuber boxte schön gerade und verteilte gut. Immer wieder bearbeitete er den Körper seines Gegenübers, um die Deckung herunterzuziehen. Ab der zweiten Runde blutete Stoyanov aus der Nase. Immer wieder wurde er in einer Ecke gestellt, aber er schaffte es, auch immer wieder rauszukommen. Einstimmiger Sieger nach Punkten (40:36, 40:36 und 40:36): Simon Zachenhuber.

Im Super Mittelgewicht bestritt Yusuf Kanguel (21 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) einen Sechsrunder gegen Slavisa Simeunovic (66 Kämpfe, 31 Siege, 28 durch KO, 35 Niederlagen, 27 durch KO). Kanguel machte von Anfang an sehr beherrscht und souverän Druck. Er verteilte gut und kam mehrfach mit harten Rechten zum Kopf durch. Ende der ersten Runde schien Simeunovic beeindruckt. In der zweiten Runde nahm er viele harte Schläge. Irgendwann ging er dann zu Boden und ließ sich von Ringrichter Bayasgalan Sandag ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:33 Minuten: Yusuf Kanguel.

Im Super Weltergewicht boxten Nick Klappert (29 Kämpfe, 26 Siege, 15 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und Sergej Wotschel (16 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 4 Niederlagen, 1 Unentschieden) gegeneinander. Wotschel beherrschte die Ringmitte. Klappert kreiste um ihn herum. Wotschel arbeitete mehr, Klappert hatte die saubereren Treffer. Am Anfang der zweiten Runde ging Wotschel zu Boden, aber es war nur ein Ausrutscher. In der dritten Runde wurde er mehrfach mit der Rechten zum Kopf abgekontert. Es bildete sich eine Schwellung unter dem linken Auge, die Runde für Runde größer wurde. Die folgenden Runden dominierte Klappert mit seinem Reichweitenvorteil. Im sechsten Durchgang schaffte es Wotschel mehrfach, sein Gegenüber in einen Schlagabtausch zu verwickeln. In der siebten knickte er dann nach einem harten Konter ein. Die achte Runde war nochmal hart umkämpft. Einstimmiger Sieger nach Punkten (79:73, 79:73 und 79:73): Nick Klappert.

Es folgten zwei Kämpfe aus dem „The Next Rocky“ Turnier. Beides waren Dreirunder – warum die Kämpfe des Turniers unter der Rundenzahl von Debütanten liegen müssen und daher auch nicht bei Boxrec eingetragen werden, erschließt sich mir nicht.

In dem ersten Dreirunder im Halbschwergewicht trafen Arton Berisha (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Serdar Kuran, der sein Profidebüt gab, aufeinander. Kuran trug seinem Gegenüber den Kampf an. Dieser versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen und zu kontern. Beide standen mit zunehmender Kampfdauer häufiger Fuß und Fuß und schlugen aufeinander ein. Die dritte Runde wurde sehr verbissen geführt. Kuran zog sich dabei einen Cut über dem linken Auge zu. Die Ringrichterin Jana Melanie machte einen guten Job. Sieger nach Punkten durch Mehrheitsentscheidung: 29:28, 28:29 und 29:28): Serdar Kuran.

Den zweite Dreirunder bestritten Ronny Lopez (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) und Enis Agushi (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) im Super Mittelgewicht. Agushi begann stark. Er konnte seine physische Überlegenheit zunächst gut nutzen und machte den Kampf. Dann aber wurde er von Lopez an den Seilen gestellt und nahm. In der zweiten Runde stellte nun Agushi Lopez in einer neutralen Ecke und deckte ihn ein. Lopez machte kaum Anstalten, daran etwas zu ändern. Er kam zwar wieder heraus, wurde aber direkt anschließend an den Seilen gestellt und weiter eingedeckt. Als er wieder keine Anstalten machte, sich zu wehren, nahm Ringrichterin Melanie ihn zu Recht aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:42 Minuten: Enis Agushi.

Serdar Kuran und Enis Agushi sind offenbar ins Finale „The Next Rocky“ in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse eingezogen. Sie werden im Januar wieder Dreirundenkämpfe bestreiten.

Es folgte ein Achtrunder im Halbschwergewicht mit Leon Bunn (12 Kämpfe, 12 Siege, 7 durch KO) und Yannick N’Galeu (10 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO). Bunn war dominant. Er trieb seinen Gegner vor sich her, zeigte schnelle Hände und eine gute Technik. Ende der zweiten Runde kam er mit einer schönen Rechten, gefolgt von einem linken Kopfhaken durch. Die nächste Runde gestaltete sich munter. Beide wollten den Schlagabtausch und nahmen die Angebote ihres Gegenübers an. Am Ende der Runde kam Bunn mehrfach mit einer harten Rechten zum Kopf durch. Die folgenden Runden erarbeitete sich Bunn immer wieder Vorteile. In der siebten Runde zog er sich dann einen kleinen Cut über dem rechten Auge zu. In der letzten Runde kam N’Galeu auf, konnte Bunn aber nicht gefährden. Der Ringrichter Jörg Milke hatte praktisch nichts zu tun. Einstimmiger Punktsieger (79:73, 79:73 und 79:73): Leon Bunn.

Im Mittelgewicht maßen sodann Denis Radovan (12 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 1 Unentschieden) und Ronny Mittag (36 Kämpfe, 30 Siege, 15 durch KO, 3 Niederlagen, 3 Unentschieden) in einem Zehnrunder ihre Kräfte. Es war der erwartet gute Kampf. Beide Boxer zeigten technisch gutes Boxen. Radovan war allerdings der Bessere. Mittag kompensierte das durch seine Physis. Beide beherrschten abwechselnd die Ringmitte und damit das Kampfgeschehen. Die dritte Runde begann und verlief spektakulär. Es begann mit einem harten Abtausch, den Mittag für sich entscheiden konnte. Dann kam Radovan und deckte Mittag mit mehreren langen und harten Kombinationen ein, bei denen vielen Hände ihr Ziel fanden. Es schien als wäre Mittag beeindruckt. Er ging auch zu Boden, aber dies war eher die Folge eines Stoßes. Intensiv ging es dann weiter. In der fünften Runde schien der Kampf zu kippen. Mittag kam auf. Gleichzeitig schwoll sein Gesicht immer mehr an. Unter seinem rechten Auge wurde die Schwellung immer größer und behinderte damit  auch immer stärker seine Sicht. Radovan kam dann wieder zurück und erarbeitete sich Vorteile in den nächsten zwei Durchgängen. In der achten Runde kam Mittag nochmal auf. In der neunten Runde konnte dann Radovan erhöhen und punkte mit langen Links-Rechts-Kombinationen zum Kopf durch die Mitte. Der verbissen und hart geführte Kampf wurde souverän von Ringrichter Alexander Plumanns geleitet. Die Punktrichter werten 96:94, 94:96 und 95:95 – Unentschieden. Ich sah den Ausgang des Kampfes anders.

Deniz Ilbay (22 Kämpfe, 21 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage) und  Denis Krieger (23 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 7 Niederlagen, 2 Unentschieden) boxten danach im Weltergewicht die vakante Deutsche Meisterschaft nach Version BDB aus. Beide zeigten Boxen auf hohem technischem Niveau. In der ersten Runde tastete man einander ab und es gab nur wenige Aktionen. Beide konnten zu gut antizipieren, was der jeweils andere vorhatte. Von Runde zu Runde wurde es dann aber munterer. In der vierten Runde setzte Ilbay Akzente durch die Geschwindigkeit seiner Hände. Ende der fünften Runde stellte er Krieger in den Seilen und deckte ihn ein. Krieger ging langsam runter und setzte sich auf das zweite Seil von unten. Ringrichter Mustafa Erenay zählte ihn an, worüber Krieger sich beschwerte. Aber bereits in der nächsten Situation wurde Krieger erneut gestellt und musste nehmen. Kurz vor dem Rundenende kam er nochmal zurück und es gab einen harten Schlagabtausch. Die sechste Runde war hart umkämpft. In der siebten Runde wurde Ilbay seinerseits mehrfach gestellt. Es sah sogar so aus, als sei er durchgeschüttelt worden. Auch die achte Runde war wieder hart umkämpft, ebenso die neunte. Hier blockte Krieger einige Schläge mit seinem Gesicht. Offensichtlich wollte er zeigen, dass die Schläge ihm nichts anhaben könnten. Aber auch Ilbay ließ sich ohne Not an Seilen und Ecken stellen. Er deckte sich aber. In der zehnten Runde versuchten beide noch einmal alles. Es war aber keiner dazu fähig, seinen Gegener zu fällen. Einstimmiger Punktsieger (96:91, 98:91 und 99:90): Deniz Ilbay.

Hauptkampf des Abends war ein Zehnrunder im Super Weltergewicht mit Abass Baraou (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO) und Sasha Yengoyan (48 Kämpfe, 41 Siege, 25 durch KO, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden). Bemerkenswert war, dass Baraou schon in seinem vierten Kampf einen Zehnrunder bestritt und dass er den Hauptkampf machte. Baraou boxte überlegen und systematisch. Er bereitete seine Aktionen schön mit seiner steifen linken Führhand vor. Besonders schön waren sein rechten Cross oder seine rechten Graden. Yengoyan hielt dagegen und hatte seine Momente, wenn er zum Körper durchkam. Ab der fünften Runde wirkte er jedoch hilflos. Er schob sich an Baraou heran, um Treffer zu setzten und nahm dabei Schlag um Schlag gegen den Kopf. In der sechsten machte Baraou weniger, wodurch sein Gegner wieder stärker wurde. Er ließ sich sogar an den Seilen stellen. Die Schläge von Yengoyan gingen jedoch auf die Deckung. Dann explodierte Baraou, drehte sich raus und schlug mehrere harte Haken zum Kopf. Einer öffnete einen Cut über dem linken Auge von Yengoyan. Die siebte und achte Runde waren hart umkämpft, die neunte sogar noch härter. Yengoyan nahm viele harte Treffer, aber er steckte niemals auf. In der zehnten und letzten Runde versuchte Yengoyan noch einmal den Kampf zu drehen, aber er schaffte es nicht. Einstimmiger Punktsieger (100:90, 100:90 und 100:90): Abass Baraou.

Wenn alle Punkrichter Baraou auch alle Runden gegeben haben, so heißt das noch nicht, dass es eine einseitige Sache gewesen wäre. Es war tatsächlich ein hart erarbeiteter Sieg über einen starken Gegner.

© Uwe Betker

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2. Dezember 2018 at 23:59

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Profiboxen in Messehalle 7

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Halle 7 der Messe Essen, auf der „Mode, Heim und Handwerk“, fand am Freitag, dem 16.11.2018, zum zweiten Mal eine Veranstaltung der German Boxing Association statt. Die GBA machte damit einerseits auf einer großen Verbrauchermesse Werbung fürs Profiboxen. Andererseits wurde das karitative Projekt GIBEI (https://gibei.jimdo.com/) unterstützt, das sich im Senegal engagiert.

Bevor noch der Berichterstatter in der Halle angekommen war, hatte bereits Christian Hiller (12 Kämpfe, 11 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) seinen Comebackfight im Cruisergewicht bestritten. Hiller hatte mehr als zweieinhalb Jahre nicht mehr im Ring gestanden. Er besiegte Mirko Crnovic (11 Kämpfe, 11 Niederlagen, 10 durch KO) durch KO in Runde 1 nach 2:17.

Der ersten Profiboxkampf, den der Berichtersatter dann sah, war die Begegnung im Super Weltergewicht zwischen Hayk Harutunyan (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) und Cankan Guenyuezlue (16 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 14 Niederlagen, 13 durch KO). Der Sechsrunder war kurz und einseitig. Harutunyan machte den Kampf und Guenyuezlue war überfordert. Bereits bei der ersten Aktion ging Guenyuezlue zu Boden. Hiernach ging er nach einer Rechten aufs Ohr zu Boden und zum dritten Mal nach einer Rechten zum Körper. Dann hatte Ringrichter Kornelius Bernds genug gesehen und brach die Begegnung ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:08 Minuten: Hayk Harutunyan.

Maher Ayada (5 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO) und Dogan Kurnaz (20 Kämpfe, 3 Siege, 17 Niederlagen, 16 durch KO) trugen einen Sechsrunder im Mittelgewicht aus. Der Kampf war munter. Beide gingen ein hohes Tempo. Nach zirka einer Minute schlug Kurnaz ins Leere und verletzte sich dabei die Schulter. Er wurde vom Ringarzt behandelt und stellte sich erneut. Nach kurzer Zeit signalisierte er seiner Ecke, dass er nicht mehr weiter boxen könne und es kam ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2 Minuten: Maher Ayada.

Ebenfalls im Mittelgewicht boxten Ibrahim Ayada (7 Kämpfe, 7 Siege, 7 durch KO) und Ahmed Akit Beide (8 Kämpfe, 8 Niederlagen, 8 durch KO) einen Sechsrunder.  Ayada machte Druck und trieb seinen Gegner vor sich her. Er versuchte, vor allem durch Körperhaken zum Ziel zu kommen. Akit Beide versuchte, am Anfang lang zu boxen. Aber schon  bald verschanzte er sich oft hinter seiner Doppeldeckung und versuchte, an den Seilen entlang wegzukommen. In der zweiten Runde ging es so weiter, wobei Ayada den Druck erhöhte und Akit Beide immer wieder sein Heil in Angriffen suchte. Dann wurde er an den Seilen gestellt und mit Körpertreffern eingedeckt, so dass er zu Boden ging. Ringrichter Jens-Uwe Baum zählte bis acht. Akit Beide stellte sich wieder zum Kampf. Kurze Zeit später wurde er von einer harten Rechten zum Kinn schwer zu Boden geschickt, wo er lange lag und  ausgezählt wurde. Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:42 Minuten: Ibrahim Ayada.

Den Hauptkampf des Nachmittags bildete die Deutsche Meisterschaft der GBA im Schwergewicht, die von Djuar El Scheich (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO) und Rojhat Bilgetekin (25 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 16 Niederlagen, 14 durch KO) ausgeboxt wurde. Beide boxten hinter einer kompakten Doppeldeckung. Beide boxten gut an, wobei El Scheich mehr machte. In der zweiten Runde wurde nun Bilgetekin aktiver, wodurch er sich seine Momente erarbeitete, aber El Scheich auch die Möglichkeit eröffnete, gute Treffer zu landen. Ende der Runde wurde Bilgetekin in seiner Ecke gestellt und er musste mehrere Treffer nehmen. Im dritten Durchgang war er wiederum so passiv, dass er dafür am Ende von Ringrichter Mike Wissenbach ermahnt wurde. In der vierten Runde musste Bilgetekin dann harte Treffer zum Körper und eine Rechte zum Kopf nehmen, die ihn zu Boden zwang. Am Ende der Runde nahm er noch mehrere harte Kopftreffer, die ihn erneut zu Boden zwangen. Zwar stellte er sich nochmal zum Kampf und holte, durch den Verlust seines Mundschutzes, noch etwas Erholungszeit heraus aber bereits bei der nächsten Aktion nahm er sofort wieder drei Volltreffer zum Kopf. Der Ringrichter ging dazwischen und beendete den ungleich gewordenen Kampf. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 2:33 Minuten: Djuar El Scheich.

Eine Messe ist schon ein ungewöhnlicher Ort für eine Profiboxveranstaltung. Gleichwohl erschien es mir ganz richtig, hier für den Sport zu werben. Gleichzeitig ist  GIBEI (https://gibei.jimdo.com/) eine Organisation, die Unterstützung verdient. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr zu einer Neuauflage kommt.

(C) Uwe Betker

Foto: Dominik Tietz vs. Rustem Trott

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(C) Uwe Betker

(C) Uwe Betker

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24. Juli 2018 at 23:59

Ein Sonntagabend mit zwei Profiboxkämpfen in Krefeld

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Die Baslav Eventlocation befindet sich in einem Gewerbegebiet in Krefeld Linn. Am Sonntag, dem 12.11.2017 war sie Austragungsort für eine Kampfsportveranstaltug von Klaus Waschkewitz. Wer Waschkewitz kennt, der weiß, dass es auf seinen Veranstaltungen verschiedene Kampfsportarten zu sehen gibt. So war es auch diesmal. Es gab insgesamt 11 Kämpfe zu sehen, zwei Kinder-Kickboxkämpfe, die Deutsche Meisterschaften waren, sieben K-1 Kämpfe, davon einer mit Mädchen, und zwei Profiboxkämpfe.

Den Anfang bei den Profis machten Al-Hassan Abdusalam (1 Kampf, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Emrullah Kaya (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 KO) mit einem Vierrunder im Schwergewicht. Abdusalam, der Debütant aus Ghana, war sehr viel kleiner als Kaya. Er versuchte in seinen Gegner hineinzuspringen und ihn mit Schwingern zum Kopf zu beeindrucken. Kaya seinerseits versuchte eine boxerische Linie in den Kampf zu bringen, was bei den Aktionen von Abdusalam schwierig war. Kaya fand sich sogar am Anfang der ersten Runde auf dem Boden wieder. Abdusalam hatte ihn mit Kopf zu Boden gestoßen. Kaya boxte weiter und brachte seinerseits Abdusalam zu Boden. Auch das war kein richtiger Niederschlag und Abdusalam wurde auch nicht angezählt. Dennoch war es der Anfang vom Ende. Kaya setzte nach und deckte seinen Gegner mit einer langen Kombination ein. Abdusalam ging zu Boden und obwohl ein Handtuch in den Ring flog, zählte der Ringrichter Kornelius Bernds zu Recht bis zehn. Die Physis von Kaya beeindruckte.
Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:34 Minuten: Emrullah Kaya.

Der Hauptkampf war die Interims Weltmeisterschaft der WBU im Halbschwergewicht. Dazu traten Ivan Jukic (39 Kämpfe, 24 Siege, 16 durch KO, 14 Niederlagen, 12 durch KO) und Rami Ali (11 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage) gegeneinander an. Beide Boxer zeigten gutes Boxen. Ali boxte systematisch und studierte Jukic, dessen Angriffe auf der kompakten Deckung von Ali landeten. In der zweiten Runde machten beide mehr. Ende der Runde ging Jukic nach einer harten Linken zum Körper runter. Kurze Zeit später kam der Gong. In der nächsten Runde stellte Ali seinen Gegner immer wieder an den Seilen und deckte ihn mit Körpertreffern ein. Zum Ende der Runde schlug er eine unvorbereitete Rechte zum Körper, die Jukic sichtlich weh tat. Zu Beginn der vierten Runde zwang eine Linke zum Körper Jukic zu Boden. In der unmittelbar darauf folgenden Aktion schlug Ali ohne Vorbereitung zwei Linke zum Körper. Jukic ging zu Boden und wand sich vor Schmerzen, während der GBA Ringrichter Bernds den Kampf abwinkte.
Sieger durch KO in Runde 4, nach 31 Sekunden: Rami Ali.

Ich will gar nicht erst behaupten, ich sei objektiv. Ich mag nun mal Veranstaltungen am Sonntagabend, besonders wenn sie dann auch noch zu einer zivilisierten Zeit zu Ende sind. Ich mag auch die Veranstaltungen von Klaus Waschkewitz. – Es hat Spaß gemacht.
(C) Uwe Betker

Das ganz große Finale von Werner Kreiskott

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Kurz nach Mitternacht war der Kultboxer endgültig Geschichte geworden. Er stand nach seinem letzten Kampf als Sieger im Ring umgeben von Familie, Weggefährten, Freunden und vielen, die ihm geholfen hatten. Es war ein bewegender Moment. Über elf Jahre war Kreiskott Teil des Boxens in Deutschland gewesen und nun gehört dieser Teil der Geschichte und den Erinnerungen an.
Die Veranstaltung von Kreiskott war genauso wie seine Veranstaltungen immer sind, nur besser. Auch sein Kampf war so wie seine Kämpfe immer sind, nur schwerer. Die Veranstaltung war wie immer voll gepackt mit Kämpfen – und es waren dieses Mal richtige Knallerkämpfe dazwischen. Sein eigener Kampf war eine an die Substanz gehende Schlacht, in der der Mann, der den stärkeren Willen hatte, gewann.
Insgesamt waren 14 Kämpfe zu sehen, fünf nach K1 Regeln und neun Profikämpfe. Den Anfang beim Profiboxen machten im Super Mittelgewicht Phillip Kolodziej (16 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO) und Ahmed Akit Beide (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Akit Beide boxte sehr defensiv, verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und wirkte nachgerade pazifistisch. Kolodziej punkte mit seiner Führhand. In der zweiten Runde erhöhte er den Druck und versuchte, durch Körpertreffer die Deckung von Akit Beide runterzuziehen; das funktionierte auch. Eine schöne Linke zum Kopf brachte Akit Beide zu Boden. Der stellte sich wieder und erreichte die Rundenpause. Am Anfang der dritten Runde musste er erneut nach einer Kombination zu Boden. Danach wurde Akit Beide dann buchstäblich durch den Ring geprügelt. Er kassierte viel. Immer wieder drehte er ab. Irgendwann hatte der GBA Ringrichter Roman Morawiec genug gesehen und brach den sehr ungleichen Kampf ab. Eine sehr gute Entscheidung.
Als nächstes stiegen für einen Sechsrunder im Schwergewicht Timur Stark (11 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 2 Niederlagen) und Emre Altintas (25 Kämpfe, 10 Siege, 6 durch KO, 14 Niederlagen, 13 durch KO, 1 Unentschieden) in den Ring. Der von Artur Grigorian trainierte Stahl boxte souverän und schön grade. Altintas hielt dagegen, zog aber bei den Schlagabtäuschen regelmäßig den Kürzeren. Am Ende der Runde brachte eine schöne Links-Rechts-Kombination zum Kopf Altintas zu Boden. In der zweiten Runde machte Stahl da weiter, wo er in der vorangegangen aufgehört hatte. Altintas ging direkt zu Anfang der Runde erneut nach einer Kombination zum Kopf zu Boden. Zwar stellte sich Altintas noch mal zum Kampf, aber kurze Zeit später fällte ihn ein brutaler rechter Kopfhaken zur Schläfe erneut. Der Ringrichter Jens-Uwe Baum winkte den Kampf direkt ab. Sieger durch KO in Runde 2, nach 40 Sekunden: Timur Stark.
Marco Martini (16 Kämpfe, 13 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen) und David Tlashadze (37 Kämpfe, 17 Siege, 5 durch KO, 18 Niederlagen, 7 durch KO, 2 Unentschieden) bestritten einen Sechsrunder im Super Weltergewicht. Tlashadze versuchte sich seinen Gegner mit seiner langen Führhand vom Hals zu halten. Wie Klitschko ließ er sie ausgestreckt stehen. Martini versuchte seinerseits an den Mann heran zu kommen. Ende der Runde konnte Tlashadze die Führhand nicht mehr ausgestreckt halten, wodurch Martini besser an ihn herankam und die ersten Treffer setzen konnte. In der zweiten Runde wurde die Begegnung munter. Martini erhöhte den Druck, versuchte Tlashadze zu stellen und mit Kombinationen einzudecken. Tlashadze verlegte sich aufs Kontern. Wobei er vor allem rechte Graden und linke Körperhaken schlug Die dritte Runde verlief nach dem gleichen Muster, nur mit dem Unterschied, dass Martini immer dominanter wurde. In der vierten, fünften und sechsten Runde nahm Tlashadze viel. Mehrfach sah es so aus, als ob Kopfhaken, die er nehmen musste, ihn einknicken ließen.
Einstimmiger Punktsieger (60:54): Marco Martini.
Es folgte der Kampf um die vakante Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht nach Version GBA, um die Patrick Korte (12 Kämpfe, 12 Siege, 10 durch KO) und Hasan Kurnaz (8 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO) stritten. Korte machte von der erste Sekunde an Druck. Dabei agierte er aber ruhig und überlegt. Er boxte gut oben an und versuchte dann, die Doppeldeckung von Kurnaz durch Körpertreffer nach unten zu ziehen. Der wiederum versuchte, von seinem Gegner wegzukommen und gelegentlich zu kontern. Offensichtlich wollte Kurnaz Korte ermüden. Damit war das Kampfmuster etabliert. In der dritten Runde wurde Kurnaz zum ersten Mal angezählt. Korte hatte ihn an den Seilen gestellt und ließ ihn nicht mehr weg. Ein Schlaghagel ließ Kurnaz dann auch zusammensacken. Der Kampf wurde nun hektisch, wobei der sehr souveräne Ringrichter Jens-Uwe Baum zu jeder Zeit angemessen und ruhig agierte. Korte suchte ungestüm den KO und schlug dabei auch auf den Hinterkopf. Baum unterband das sofort und verwarnte ihn dafür. Nach einem weiteren Schlaghagel musste Kurnaz erneut zu Boden. Da Korte nicht die neutrale Ecke fand unterbrach Baum das Zählen und schickte Korte in die entsprechende Ecke. Damit hatte Korte seinem Gegner zusätzliche Erholungszeit gegönnt. Die konnte Kurnaz aber nicht mehr wirklich nutzen. Kurze Zeit später wurde er in einer neutralen Ecke gestellt. Nach einem brutalen rechten Haken auf die Schläfe ging er wieder zu Boden. Baum brach an dieser Stelle den Kampf ab.
Sieger durch KO in Runde 3, nach 2:28. Patrick Korte.
Im Super Mittelgewicht trafen Slim Ben Khalifa (10 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und René Oeffner (11 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage) für einen Achtrunder aufeinander. Es war das typische Aufeinandertreffen von einem Fighter auf einen Boxer. Ben suchte den Schlagabtausch und machte Druck. Oeffner wollte boxen und beschränkte sich weitestgehend darauf, seine Führhand rauszustechen und die Schläge zu blocken. Es gab nur wenige Treffer. In der zweiten Runde machte Oeffner mehr. In der dann folgenden Runde versuchte Ben immer wieder mit Gewalt den Schlagabtausch, wurde aber ein ums andere Mal abgekontert. In der vierten Runde schien Khalifa leichte Konditionsprobleme zu bekommen. Er versuchte weiter mit Gewalt ans Ziel zu kommen, aber viele Schläge trafen nur die Deckung. Oeffner konterte und punktete, aber er machte zu wenig. In der siebten Runde zog sich Oeffner einen Cut auf der Nasenwurzel zu. Kurz sah es so aus, als müsste der Kampf abgebrochen werden. Der Kampf wurde aber fortgesetzt und wurde dann härter. Khalifa versuchte, den Cut weiter zu öffnen und Oeffner versuchte, den Kampf noch zu drehen.
Einstimmiger Punktsieger (Thomas Hackenberg 77:76, Jens-Uwe Baum 77:74 und Goran 78:74): Slim Ben Khalifa.

Ebenfalls im Super Mittelgewicht gab Timo Rost sein Profidebüt in einem Sechsrunder gegen Dominik Tietz (14 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO). Rost dominierte den Kampf von Beginn an. Er übernahm die Ringmitte und trieb mit seiner steifen Führhand seinen Gegner vor sich her; seine Rechte zog als Haken zum Kopf oder Körper hinterher. Zu Beginn der dritten Runde forderte er seine zahlreich mitgereisten Fans auf, ihn zu unterstützen, was die dann auch taten. Als Gegenleistung deckte er Tietz sofort mit einem Schlaghagel ein. Rost, ein Schützling von Rüdiger May, stellte seinen Gegner immer wieder und deckte ihn mit Kombinationen ein. Am Ende der vierten Runde schickte Rost seinen Gegner dann auch mit einer Rechten zum Körper auf die Bretter. Bevor der Kampf weitergehen konnte, ertönte der Pausengong. Schon nach einer Minute in der folgenden Runde musste Tietz erneut nach einem rechten Körpertreffer zu Boden und nahm danach noch viele weitere harte Treffer. Zu Beginn der sechsten Runde schickte Rost Tietz wieder zu Boden, wieder durch einen rechten Körpertreffer. Der Ringrichter winkte dann schließlich den Kampf ab, weil ein Handtuch im Ring lag.
Sieger durch TKO in Runde 6, nach 23 Sekunden: Timo Rost.

Es folgten drei Titelkämpfe in Folge. Nawid Haksamdieh (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO) und Sandro Luetke Bordewick (14 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO) machten mit ihrer Internationalen Deutschen Meisterschaft im Halbweltergewicht den Anfang. Haksamdieh, zeigte schnelle Beine und schnelle Hände. Er kreiste um seinen Gegner und verteilte seine Schläge. Anfang der zweiten Runde brachte eine grade Führhand zum Kopf Luetke Bordewick zu Boden. Es folgte ein weiterer Niederschlag durch eine Rechte zur Schläfe. Der endgültige KO kam durch einen knallharten Kinnhaken durch die Mitte. Ringrichter Baum winkte den Kampf zu Recht sofort ab und nahm dem schwer Getroffen den Mundschutz raus.
Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:29 Minuten: Nawid Haksamdieh.
Sherif Morina und Said Mundi kämpften im Weltergewicht um die Internationale Meisterschaft der WBF. Beide Boxer zeigten ein technisch sehr gutes Boxen. Der größere Mundi versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen und mit seiner Linken zu punkten. Morina überbrückte immer wieder schnell die Distanz und kam ein ums andere Mal mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch. Beide boten Boxen aus dem Lehrbuch. Es war der technisch beste Kampf des Abends. In der fünften Runde erhöhte Morina den Druck. Es sah alles danach aus, als ob er auf einen KO-Sieg ausgehen wollte. Mundi schien auch einmal erschüttert gewesen zu sein. Ende der siebten Runde holte Morina seinen Gegner dann auch mit einer Linken zum Körper von den Beinen. Er hatte jedoch keine Möglichkeit, ihn zu finischen, da der Gong ertönte. Gleich am Anfang der nächsten Runde fand sich Mundi wieder auf dem Boden. Eine lange Kombination ließ ihn einknicken. Kurze Zeit später stellte Morina Mundi in seiner Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Schlag um Schlag fand sein Ziel. Mundi sank schließlich unter diesem Schlaghagel zu Boden. Der WBF Ringrichter Christophe Hembert zählte bis acht und brach den Kampf ab.
Sieger durch TKO in Runde 8, nach 2:27 Minuten; Sherif Morina.

Den Schlusspunkt bildete dann der Abschiedskampf von Werner Kreiskott (46 Kämpfe, 25 Siege, 17 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO). Es ging um den Weltmeistertitel der UBO und die Internationale Meisterschaft der WBF im Schwergewicht. Sein Gegner war Gogita Gorgiladze (56 Kämpfe, 36 Siege, 30 durch KO, 20 Niederlagen, 9 durch KO). Beide begannen verhalten. Sie tasteten einander ab und studierten einander. Aktionen gab es nur wenige. Die zweite Runde war dann schon etwas munterer, in der beide Boxer versuchten, einander zu provozieren. Kreiskott zeigte dabei die besseren Aktionen. So ging es dann auch in der dritten Runde weiter. Am Ende der vierten Runde stellte Kreiskott seinen Gegner in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit Schlägen ein. Gorgiladze schien nur mit Mühe das Rundenende zu erreichen. Es folgte eine kreiskottypische Materialschlacht mit vielen harten Aktionen, bei denen beide Boxer viel austeilten, aber auch viel nahmen. In der fünften und sechsten Runde ging es so weiter. In der folgenden Runde erhöhte Kreiskott, der von Garip Ilbay betreut wurde, den Druck. Immer wieder kam er durch, aber Gorgiladze schien durch Treffer nicht beeindruckt werden zu können. In der achten Runde hatte er dann sogar seine Momente; zweimal kam er hart durch. Am Ende der neunten Runde sah es dann wieder danach aus, als könnte Kreiskott vorzeitig gewinnen. Aber Gorgiladze blieb stehen. Der Kampf wogte hin und her. Für Freunde des technischen Boxens das allerdings nichts. In der zwölften und letzten Runde versuchte jeder der beiden Kotrahenten, den anderen KO zu schlagen, wobei Kreiskott dies vielleicht noch etwas mehr wollte. Am Ende hob Ringrichter Thomas Hackenberg den Arm von Werner Kreiskott.
Sieger nach Punkten: Werner Kreiskott.

Kreiskott hat seinen letzten Kampf als Profiboxer wieder aufgrund einer unglaublichen Konditions- und Willensleistung gewonnen. In der vierten Runde hatte er sich den Kiefer gebrochen. Darüber sprach er in der Halle aber nicht. Es ist ein großer Fighter, der hier seine lange Karriere beendete. Wir werden ihn als Boxer vermissen. Als Veranstalter wird er aber weitermachen. Bei aller Wehmut über das Ende der Profikarriere muss man aber auch froh darüber sein, dass hier ein Mann den richtigen Zeitpunkt für seinen Schlusspunkt gewählt hat. Werner Kreiskott – Respekt!
© Uwe Betker

Written by betker

15. Oktober 2017 at 23:59

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Boxen auf dem Fußballplatz

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Boxveranstaltungen auf Fußballplätzen kennt man eigentlich aus den zwanziger und fünfziger Jahren. Aber Björn Sothmann wählte für seine erste Veranstaltung einen Aschenplatz in Essen. Die Veranstaltung stand unter keinem guten Stern oder besser gesagt unter keinen guten Wolken. Denn bis kurz vor dem Beginn regnete es. Da aber im Vorverkauf bereits fast alle Eintrittskarten verkauft worden waren, stand dem Beginn der Show nichts im Wege. Das Problem war nur der Weg an den Ring und zu den Stühlen. Es war matschig.
Den Anfang machten zwei weibliche Debütantinnen im Super Leichtgewicht, Susan Kolukisa und Maike Sieberger. Kolukisa begann gut, verlor aber nach 30 Sekunden die Linie und Sieberger punkte mit der Führhand. In der zweiten Runde war Kolukisa wieder stärker, sie schob sich an ihre Gegnerin ran und brachte einige gute und harte Hände ins Ziel. Die dritte Runde war fast ausgeglichen und es gab viele Schlagabtausche. In der vierten Runde begann Kolukisa stark und stellte Sieberger in einer neutralen Ecke und deckte sie ein. Hiernach wogte der Kampf hin und her. Am Ende stand ein Unentschieden.

Es folgte ein Kampf im Schwergewicht zwischen Hasan Kurnaz (7 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Rojhat Bilgetekin (17 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO). Kurnaz bestimmte weitest gehend den Kampf. Er hatte seine besten Momente, wenn er mit seiner Linken zum Körper ging. Bilgetekin beherrschte im zweiten Durchgang die Ringmitte und hatte seine Momente, wenn er eine Links-rechts-Kombination schlug. In der dritten Runde drehte Kurnaz auf. Er stellte Bilgetekin in dessen eigener Ecke und deckte ihn mit Kombinationen ein. Kaum war dieser aus der Ecke heraus, wurde er erneut an den Seilen gestellt und ging nach vielen Schlägen und vor allem einen einem Linken Kopfhaken zu Boden. Er wurde von GBA Ringrichter Roman Morawiec angezählt. Er stellte sich wieder, aber er wurde direkt wieder gestellt und musste nach einem rechten Kopfhaken wieder zu Boden. Während er angezählt wurde signalisierte er, dass er nicht mehr wolle. Sein Trainier reagierte und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 50 Sekunden: Hasan Kurnaz.


Hiernach gab es den ersten Titelkampf des Abends. Sandro Lütke Bordewick (13 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Sergej Vib (16 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO) boxten die vakante Deutsche Meisterschaft im Leichtgewicht der German Boxing Association aus. Von der ersten Sekunde an, wurde der Kampf verbissen und hart geführt. Bordewick versuchte seinen Reichweitenvorteil zu nutzen, was ihm aber nicht gelang. Vib brachte die härteren Treffer ins Ziel. Immer wieder kam er mit dem Rechten Cross durch. Schon nach der ersten Runde sah es so aus, als ob Bordewick Konditionsproblem hätte. Ab der zweiten Runde versuchte Bordewick nur noch ganz selten lang zu boxen. Oft machte er sich klein, boxte nicht an und versuchte Haken zu schlagen, weshalb er immer mehr Schläge kassierte. In der Ringpause nach der zweiten runde wollte sein Trainer ihn schon aus dem Kampf nehmen, wenn er nicht mehr und besser boxen würde. Die dritte und vierte Runde war etwas verhaltener, aber Bordewick bekam dennoch weiter Prügel. Anfang der fünften Runde hatte er seine beste Szene, als er Vib in dessen eigener Ecke stellte. Aber nahezu alle Schläge trafen nur die Deckung. Im siebten Durchgang war nicht mehr zu übersehen, dass Bordewick tapferer ist, als für seine Gesundheit zuträglich. Irgendwann signalisierte er dann endlich seiner Ecke, dass er genug hat. Ein Handtuch flog. Sieger durch TKO in Runde 7 nach 2:35: Sergej Vib.


Den sportlichen Hauptkampf des Abends bestritten zwei Frauen, Özlem Sahin (25 Kämpfe, 23 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Sandy Coget (16 Kämpfe, 9 Siege, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden). Dabei ging es um den WM Titel der UBO, Universal Boxing Organization, und dem Intercontinentaltitel der WBF von Sahin. In der ersten runde beherrschte Sahin, wie weitestgehend im ganzen Kampf, die Ringmitte und trieb Coget vor sich her und sammelte ihre Punkte. Coget wich zurück und versuchte gar nicht ihren erheblichen Reichweitenvorteil zu nutzen. In der zweiten Runde machte sie dann mehr, wodurch die Runde ausgeglichener war. In der dritten Runde erwischte Sahin Coget mit einer Rechten, als sie außer Balance war, wodurch diese dann sich auf dem Ringboden wieder fand. Der Ringrichter Thomas Hackenberg zählte bis acht. Die folgende Runde war hart umkämpft, wobei Sahin am Ende die klareren Treffer in Ziel brachte. Die sechste Runde ging an Coget. Sie boxte lang, nutzte ihren Reichweitenvorteil, wodurch Sahin nicht an sie heran kam. Die folgende Runde war wieder ausgeglichener. Beide Boxerinnen hatten ihre Momente. In der achten Runde konnte Coget, obwohl sie mehrfach gut durch kam sich Sahin nicht mehr vom Hals halten. In der folgende Runde bestimmet Sahin weitest gehend das Ringgeschehen. In der zehnten Runde gaben beide Boxerinnen noch einmal Gas. Es gab viel Schlagabtausche, aber wenig Treffer. Die Punktrichter werteten 95:94, 95:93 und 98:91. Einstimmige Punktsiegerin: Özlem Sahin.

Nach einer Pause, in der Cheerleader tanzten, trafen die beiden Schwergewichtler Ali Kiydin (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Muhammed Ali Durmaz (34 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO, 24 Niederlagen, 21 durch KO) aufeinander. Kiydin deckte seinen Gegner von der ersten Sekunde an mit Schlägen ein und ließ ihm keine Chance. Nach drei Niederschlägen nahm Ringrichter Thomas Hackenberg Durmaz aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:15: Ali Kiydin.

Shokran Parwani (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Frank Blümle (19 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden) boxten um den International Titel der World Boxing Federation im Cruisergewicht. Die Vorteile in dem schönen Kampf wechselten von Runde zu Runde. Parwani begann verhalten. Er zeigte eine schöne lange Führhand. Blümle ersuchte mit überraschenden Angriffen ans Ziel zu kommen. Wobei die Runde ab Blümle ging. In der zweiten Runde erhöhte Parwani den Druck. Es sah so aus, als ob Blümle nach einem rechten Kopftreffer kurz wackelte. In den folgenden Runden zeigten beide Boxer gutes Boxen, wobei Blümle mehr Hände ins Ziel brachte. Die vierte Runde ging wiederum an Parwani. In der fünften Runde kam wie aus dem Nichts ein perfekt getimter Leberhaken, der Blümle zu Boden schickte. Blümle kam nicht mehr rechtzeitig hoch. Sieger durch KO in Runde 5 nach 2:05 Minuten: Shokran Parwani.

Den Hauptkampf des Abend bestritt der Essener Lokalmatador Patrick Korte (11 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO). Er traf auf Davit Gorgiladze (19 Kämpfe, 13 Siege, 11 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO). Korte wollte dem Publikum, welches vor allem wegen ihm gekommen war etwas bieten und er bot ihnen viel. Er stieg in den Ring um zu zerstören. Bereist mit der ersten Aktion ließ er Gorgiladze in die Seile taumeln. Dann fing Korte an seinen Gegner systematisch zu demontieren. Mehrfach kam er mit der Rechten zum Körper durch. Eine von diesen Schlägen zwangen dann Gorgiladze auch zu Boden. Dieser ging dann kurz vor Rundenende mit dem Knie zu Boden, um sich noch einmal anzählen zu lassen, den Kampffluss von Korte zu unterbrechen um die Runde zu überstehen. In der zweiten Runde arbeitet Korte systematischer. Er verteilte die Schläge. Ende der Runde „verlor“ Gorgiladze seinen Mundschutz um eine kleine Pause zu gewinnen. In der dritten Runde war Gorgiladze nur noch auf der Flucht und Korte auf der Jagd. Eine Rechte zum Körper zwang Gorgiladze erneut zu Boden. Ein Rechte zur Schläfe beendete dann den Kampf: Sieger durch KO in Runde 3 nach 25 Sekunden: Patrick Korte.

Obwohl es am Abend doch recht kühl wurde, war die Boxveranstaltungen auf dem Fußballplatz von Björn Sothmann ein voller Erfolg.
© Uwe Betker

Written by betker

6. August 2017 at 23:59