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Die Nacht der Löwen in Velbert

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Der Veranstalter Werner Kreiskott stellte im EMKA Sportzentrum einen Kampfsportabend mit insgesamt 17 Kämpfen auf die Beine. Es gab neun K1- Kämpfe, zwei von Kindern, sieben von Erwachsenen, darunter eine IKBO Pro Am Deutsche Meisterschaft, sowie acht Profiboxkämpfe.

Bei den Profiboxern machten Antonio Hoffmann (21 Kämpfe, 20 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Orlen Padilla (34 Kämpfe, 24 Siege, 21 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO, 1 Unentschieden) im Super Weltergewicht den Anfang. Der Kampf wurde intensiv geführt. Beide standen viel Fuß an Fuß und deckten sich ein, wobei Hoffmann meist mehr Hände ins Ziel brachte. Besonders seine Haken waren schön. Am Ende der ersten Runde wurde Hoffmann in einer Ecke gestellt und Padilla deckte ihn ein. Doch gingen die meisten Schläge auf die Deckung. In der zweiten Runde wurde Hoffmann stärker und dominanter. Er kam immer häufiger mit harten Kombinationen durch. Padilla nahm immer mehr, bis seine Ecke genug hatte und das Handtuch warf. Der GBA Ringrichter Jens-Uwe Baum hatte nichts weiter zu tun, als den Kampf abzuwinken. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:51 Minuten: Antonio Hoffmann.

(C) Andreas Bornewasser

Es folgte die 6-Runden-Begegnung zwischen Emin Atra (15 Kämpfe, 15 Siege, 12 durch KO) und Yesilat Berkta (47 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO; 41 Niederlagen, 26 durch KO) im Super Mittelgewicht. Atra ließ das Publikum erst einmal warten. „Hells Bells“ lief einmal komplett durch, bevor er an der Hallentür auftauchte – und das Lied ist ziemlich lang. Dann boxte er schön und lang. Beide schenkten sich nichts. Es gab viele Aktionen, die meist von Atra ausgingen. Berkta hatte allerdings auch seine Momente. Ende der Runde kam Atra mit einer Rechten zur Schläfe durch, die Berkta in einer neutralen Ecke zu Boden brachte. Ringrichter Roman Morawiec zählte ihn an. Bevor der Kampf wieder losgehen konnte, ertönte der Gong. Die zweite Runde wurde intensiv geführt. Es gab viele Schlagabtäusche. Bei einem ging ein Treffer unabsichtlich tief. Berkta boxte jedoch kurze Zeit später weiter, ging aber dann nach Körpertreffern runter. Schon kam dann auch ein Handtuch geflogen, Sieger durch TKO Runde 2, nach 1:36 Minuten: Emin Atra.

(C) Andreas Bornewasser

Im Mittelgewicht trafen sodann Adnan Ukella (2 Kämpfe, 2 Siege) und Rene Molik (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen) in einem Vierrunder aufeinander. Ukella boxte schön lang und versuchte, mit Haken ans Ziel zu kommen. Molik hatte dem wenig entgegenzusetzen, kam aber auch manchmal durch. Die erste Hälfte der zweiten Runde dominierte Ukella. Dann nahm er eine schwere Rechte zum Kopf, die ihn sichtlich beeindruckte. Hieraufhin suchte Molik den KO. In den letzten Sekunden sahen wir einen offenen Schlagabtausch, bei dem beide nahmen. Der dritte Durchgang war außerordentlich munter, wobei Molik, der konditionell abbaute, in den letzten Sekunden mit harten Händen durchkam. In der letzten Runde hatten beide Boxer keine Luft mehr. Daher machten sie beide weniger und nahmen viel. Sieger nach Punkten: Adnan Ukella.

(C) Andreas Bornewasser

Im Halbschwergewicht maßen Shokran Parwani (11 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO) und Zura Mekerishvil (28 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 21 Niederlagen, 4 durch KO) ihre Kräfte. Der Rechtsausleger Parwani konnte in der auf acht Runden angesetzten Begegnung seinen Reichweitenvorteil oft nutzen. Mit seinen langen Armen hielt er sich sein Gegenüber die meiste Zeit vom Hals. Er verteilte gut und kam mehrfach gut durch. In der zweiten Runde verkürzte  Mekerishvil ein paar Mal die Distanz, konnte dann aber bei seinen Treffern nicht beeindrucken. Er schlug Schwinger. In der fünften Runde bekam er dann Nasenbluten. In der letzten Runde hatte man das Gefühl, der Kampf könnte eventuell doch vorzeitig enden. Dazu kam es dann aber doch nicht. Sieger nach Punkten: Shokran Parwani.

(C) Andreas Bornewasser

Ebenfalls auf acht Runden war die Begegnung von Sahan Aybay (9 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO) und Gutram Ngoya (13 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) im Super Mittelgewicht angesetzt. Ngoya ließ das Publikum warten, auch seine Einmarschmusik lief einmal durch, bevor er sich der Hallentüre näherte. Aybay machte Druck und trieb sein Gegenüber vor sich her. Am Ende der ersten Runde stellte er ihn in einer neutralen Ecke, ließ ihn nicht mehr raus und deckte ihn mit harten Treffern ein, die Ngoya zu Boden zwangen. Der Gong ersparte Ngoya weitere Treffer. Anfang der zweiten Runde wurde Ngoya wieder von Ringrichter Baum angezählt, nachdem er an den Seilen gestellt und nach einem Körpertreffer zu Boden gegangen war. Diese Szene wiederholte sich noch zweimal. Das letzte Mal zählte Baum bis zehn. Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:41 Minuten: Sahan Aybay.

(C) Andreas Bornewasser

Ebenfalls im Super Mittelgewicht boxten Jalal El Zein (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Cankan Guenyuezlue (17 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 15 Niederlagen, 14 durch KO). Der Vierrunder begann verhalten. El Zein boxte ruhig und bestimmte den Kampf. Anfang der zweiten Runde brachte eine Aktion  Guenyuezlue zu Boden, wo er angezählt wurde.  Guenyuezlue stellte sich nochmal zum Kampf, aber kaum wurde er erneut gestellt flog ein Handtuch in den Ring. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 28 Sekunden: Jalal El Zein.

Den ersten Titelkampf des Abends bestritten Patrick Korte (15 Kämpfe, 14 Siege, 12 durch KO) und Ramazi Gogichashvili (40 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 27 Niederlagen, 14 durch KO, 2 Unentschieden). Es ging um die WBF Eurasia Meisterschaft im Schwergewicht. Korte bestimmte die ersten beiden Runden mit seiner Führhand. Gogichashvili suchte sein Heil in überfallartigen Angriffen, wobei sein linker Haken am gefährlichsten war. Insgesamt gab es aber nur wenige Aktionen, wobei Korte in der zweiten Runde stärker wurde. Gogichashvili begann die dritte Runde druckvoll und versuchte, Korte mit seinen Überfällen aus dem Konzept zu bringen. Korte hielt ruhig dagegen und ließ sich nicht durcheinander bringen. Mit einem harten Körpertreffer holte er dann Gogichashvili von den Beinen. Korte setzte ruhig und kontrolliert nach und schickte kurze Zeit später seinen Gegner erneut mit einem rechten Körperhaken auf die Bretter. Der Ringrichter Thomas Hackenberg zählte Gogichashvili aus. Sieger durch KO in Runde 3, nach 1:33 Minuten: Patrick Korte.

(C) Andreas Bornewasser

Den Hauptkampf des Abends bildete die UBO International Meisterschaft im Weltergewicht zwischen Sherif Morina (9 Kämpfe, 8 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden) und Benson Nyilawila (11 Kämpfe, 10 Siege, 6 durch KO). Um es gleich vorweg zu sagen, der Kampf war etwas für Boxfeinschmecker. Beide Kontrahenten zeigten sehr gutes technisches Boxen. Über weite Strecken sahen wir ein  Fechten mit der Faust. Morina besetzte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Ende der ersten Runde sah es so aus, als würde Nyilawila nach einer Rechten zum Kopf wackeln. In der dritten Runde kam Nyilawila aber auf und trug Morina mehr den Kampf an. Der hielt dagegen. In der vierten und fünften Runde kontrollierte Morina wieder den Kampf, während in der sechsten Nyilawila dann wieder mehr machte. Beide boxten insgesamt sehr kontrolliert. Die siebte und achte Runde gingen an Morina, wobei die achte härter umkämpft war. In der neunten machte  Nyilawila wieder mehr. In der letzten und zehnten Runde wollten es beide Boxer noch einmal wissen. Beide erhöhten das Tempo und suchten den KO, der aber nicht kam. Sieger nach Punkten (97:03, 97:93 und 96:94): Sherif Morina.#

(C) Andreas Bornewasser

Morina zeigte an diesem Abend eine bemerkenswerte Leistung. Er boxte sowohl technisch als auch taktisch sehr gut. Nyilawila war bis zur letzten Sekunde gefährlich. Immer wieder versuchte er Morina durch eine hängende Deckung zu einem Fehler zu verleiten, den der aber nicht machte. Ein großer Kampf!

Es war ein richtig guter und unterhaltsamer Abend. Habe ich übringens schon erwähnt, dass es auch eine Hip-Hop Tanzgruppe, Chearleader und ein Nummerngirl gab?

© Uwe Betker

Ein Freitagabend in Essen – die Recover Fight Club House Gala am 17.03.2017

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Die Veranstaltungen im Recover Fight Club in Essen haben inzwischen schon Tradition. Sie sind bereits ausverkauft, kaum dass der Termin festgesetzt ist. So war es auch diesmal: Keine Abendkasse, nur Einlasskontrolle. Und es gab fünf Profikämpfe. Um ungefähr 22 Uhr war schon alles vorbei. Früh genug noch für eine Freitagnacht. Das – und natürlich die Kämpfe – ist das Erfolgsrezept.
Den Anfang machten im Mittelgewicht Akmal Gertsen und Dogan Kurnaz (10 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO). Der Debütant Gertsen trug sehr auffälliges Schuhwerk. Es sah fast so aus, als hätte er schwarze Straßenschuhe an und darüber ein Art Gamaschen aus Stoff. Es waren aber keine Straßenschuhe, sondern originale Boxschuhe aus den 30er Jahren, die er sich aus den USA hatte schicken lassen. Eigentlich wollte er auch mit Leggins boxen, so wie man sie auf Fotos von uralten Boxern sieht – das wurde ihm aber untersagt.
Gertsen boxte so, wie man es von einem Boxer mit solchen Schuhen erwartet. Er machte Druck und er verteilte seine Schläge. Allerdings machte er auch den Eindruck, zu sehr einen schnellen KO zu suchen. Kurnaz, der kleinere Boxer, schlug schnelle Hände und versuchte Gertsen das Leben möglichst schwer zu machen. Er kam sogar das ein oder andere Mal durch. Mitte der zweiten Runde nahm Gertsen seinem Gegner durch einen schönen linken Haken zum Körper, gefolgt von einer schönen Rechten zum Kopf, die Luft. Danach stellte er ihn an den Seilen und holte ihn mit einem brutalen Aufwärtshaken ans Kinn von den Beinen. Das sah schon nach dem Ende des Kampfes aus. GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte und der sichtlich hart getroffene Kurnaz rappelte sich wieder auf und stellte sich zum Kampf. Der wurde denn auch wieder freigegeben. Und irgendwie schaffte es Kurnaz tatsächlich, den Schlussgong zu erreichen. Als der Gong zur dritten Runde ertönte, warf aber seine Ecke das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 3: Akmal Gertsen. Gertsen will nun das Regelwerk prüfen, um herauszufinden, welche Vorgaben es zu den Sporthosen gibt.

Danach stiegen Dejan Pavlovic (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 4 durch KO) und Bader Fattah im Super Weltergewicht in den Ring. Der Kampf war kurz. Fattah, ein Debütant, boxte unorthodox, was aber nicht wirklich zielführend war. Pavlovic konterte seine ungestümen Aktionen souverän ab. Zwei Lebertreffer zwangen Fattah zur Aufgabe. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:50 Minuten: Dejan Pavlovic.

Den einzigen Frauenboxkampf des Abends bestritten Özlem Sahin (24 Kämpfe, 22 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Claudia Ferenczi (79 Kämpfe, 16 Siege, 7 durch KO, 56 Niederlagen, 3 durch KO, 6 Unentschieden) im Halbfliegengewicht. Es war auch der einzige Kampf, der über die angesetzte Distanz ging. Sahin stieg nach einer neunmonatigen Pause zum ersten Mal wieder in den Ring. Es ging bei dem Kampf zum einen darum, Ringrost abzuschütteln und zum anderen darum, den ersten Kampf mit neuem Trainer, Sebastian Tlatlik, zu bestreiten.
Sahin besetzte die Ringmitte, bestimmte den Kampf und setzte boxerische Akzente. Ferenczi, die Muhammad Ali als Tatoo auf dem linken Oberarm trägt, hielt dagegen. Ferenczi wurde in der zweiten Runde sichtbar wütend, weil sie nur sehr selten mit ihren Aktionen durchkam. Gleichwohl wurde die Begegnung härter. In der dritten Runde verlor Sahin die boxerische Linie, wodurch Ferenczi stärker und der Kampf härter wurde. Die letzten drei Runden gehörten wieder Sahin. Sie trug Ferenczi den Kampf an, wobei sie vor allem auf Haken setzte. In der sechsten Runde hatte Sahin ihre Gegnerin zweimal nahe am KO, aber Ferenczi erreichte stehend den Schlussgong. Die Punktrichter werteten: 60:54, 60:54 und 60:55. Einstimmige Punktsiegerin: Özlem Sahin.

Nach einer Pause ging es mit zwei Schwergewichtsbegegnungen weiter.
Hasan Kurnaz (5 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) boxte gegen Sezer Sahin. Sahin, ein Debütant, verausgabte sich mit wilden Attacken zum Körper, wobei er aber keine Wirkung erzielte. Am Ende der Runde ging er nach einer Linken zum Körper zu Boden, wobei dies aber wohl eher Konditionsproblemen als der Schlagwirkung zu danken war. Ringrichter Michael Erdinc zählte ihn an. Sahin erreichte die Rundenpause und warf mit dem Gong zur zweiten Runde das Handtuch. Sieger durch TKO in Rune 2: Hasan Kurnaz.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Lokalmatador Patrick Korte (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO). Er traf auf Asad Adrovic (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO). Der Kampf war etwas konfus. Korte besetzte die Mitte des Rings und bestimmt das Kampfgeschehen. Korte, der eindeutig bessere Boxer, brachte Adrovic zweimal zu Boden – beide Male wurde es allerdings nur als Ausrutscher gewertet. Zum Ende der Runde stellte Korte seinen Gegner in einer neutralen Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Dann passierte etwas Bizarres: Adrovic tat das, was er meistens tut, wenn er sich rauskämpfen will. Er trat zweimal in den Bauch seines Gegners. Adrovic ist nämlich sehr viel mehr K1-Kämpfer als Boxer. Der Ringrichter Roman Morawiec entschied sich dafür – vermutlich auch, weil Adrovic ihm gesagt hatte, er wolle zur nächsten Runde nicht mehr antreten -, ihm nur einen Punkt abzuziehen. Wenige Sekunden später ertönte auch schon der Schlussgong, den Korte überhörte. Zur zweiten Runde trat Adrovic dann auch wirklich nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Patrick Korte.

Man kann mal wieder feststellen, die Veranstaltungen des Recover Fight Club von Promoter Hani ElJarie stellen eine schöne Einstimmung fürs Wochenende dar.
© Uwe Betker

Die dritte A.F.C Fight Night in Dorsten

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Bei der dritten Ausgabe der A.F.C Fight Night am 28.01.2017 im Gym vom Team Assassin in Dorsten gab es, wenn ich richtig gezählt habe, vierzehn K1 Kämpfe, sechs WCO Boxkämpfe und zehn Profiboxkämpfe zu sehen. Dieses sehr umfangreiche Programm wurde von der Veranstalterin Eda Essaoudi auf die Beine gestellt. Ich muss sagen, es war eine lange Veranstaltung. Es begann am frühen Nachmittag und endete kurz vor Mitternacht.
Die Profikämpfe begann mit einer Art bösem Spiel, wie es jeder kennt. Eine Katze jagt eine Maus. Harun Sipahi (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) war die Katze und Gordan Zoric (23 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 20 Niederlagen, 20 durch KO) die Maus. Es war ein einseitiges und grausames Spiel. Sipahi machte in der ersten Runde nur ein einziges Mal ein wenig ernst und schickte damit Zoric schon direkt auf die Bretter. In der zweiten Runde ging Sipahi dann daran, das Spiel zu beenden. Eine Linke schickte Zoric zu Boden. Wenig später traf eine weitere Linke die Nase von Zoric, was ihm offensichtlich weh tat. Er wurde erneut angezählt. Der Ringrichter Kazim Kurnaz bewahrte Zoric, die Maus also, vor weiteren Schmerzen und nahm ihn aus dem Kampf. Das Spiel fand im Super Mittelgewicht statt. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:20 Minuten: Harun Sipahi.

(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Es folgten im Halbschwergewicht Michael Klempert (5 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Tahir Kahrovic (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO). Kahrovic wirkte kompakter und physisch überlegen. Er machte von Anfang an Druck. Er dominierte mit dem einfachen, aber immer gern gesehenen Rezept, linke Grade gefolgt von einer rechten Grade. In der zweiten Runde nahm er noch ein paar Körperhaken ins Repertoire und Klempert nahm immer mehr. Zur dritten Runde trat dieser dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Tahir Kahrovic.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Sodann stiegen Adnan Zilic (36 Kämpfe, 13 Siege, 13 durch KO, 24 Niederlagen, 14 durch KO) und Omar Darwich (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) für einen Kampf im Weltergewicht in den Ring. Zilic versuchte, mit Schwingern zu imponieren. Omar aber ließ sich davon nicht beeindrucken. Er machte Druck. Dann zog er ein Linke zum Körper durch, die traf. Zilic knickte ein, verdrehte sich das rechte Knie und der Kampf war zu Ende. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:06: Omar Darwich.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Auch der Kampf im Super Weltergewicht zwischen Arber Dodaj (8 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 2 Unentschieden) und Mirko Sikora (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) ging nicht über die Distanz; er war sogar ausgesprochen kurz. Dodaj fällte seinen Gegner nach 59 Sekunden durch zwei Körpertreffer. Sieger durch KO in Runde 1: Arber Dodaj.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Hiernach stiegen Slobodan Vukic (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Salahadin Simmou (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) für einen Kampf im Super Weltergewicht in den Ring. Es begann munter. Dann kam Simmou mit einen linker Haken zum Kopf durch und Vukic ging zu Boden. In der nächsten Aktion deckte Simmou sein Gegenüber mit Haken zu Körper und Kopf ein. Vukic ging zu Boden und wurde ausegzählt. Sieger durch KO in Runde 1, nach 1:57 Minuten: Salahadin Simmou.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Im Super Weltergewicht trafen Ilias Essaoudi (9 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO) und Azad Dogru (12 Kämpfe, 12 Niederlagen, 12 durch KO) aufeinander. Die Begegnung war einseitig. Dogru versuchte nur zu überleben. Seine Bemühungen waren jedoch von nur wenig Erfolg gekrönt. Er musste in der ersten Runde zweimal zu Boden und zur zweiten trat er dann gar nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Ilias Essaoudi.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Anschließend boxten im Halbschwergewicht Leo Tchoula (26 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 17 Niederlagen, 12 durch KO) und Jamny Kumande (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) gegeneinander. In der ersten Runde tasteten sich beide ab. Es wurde viel fintiert und es gab wenig Aktionen – das war gutes Boxen. Zum Ende hin erhöhte Kumnande das Tempo. Am Anfang der zweiten Runde musste Tchoula nach einer Links-Rechts-Kombination zum Körper runter und wurde ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 2, nach 48 Sekunden: Jamny Kumande.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Hiernach trafen Chris Herrmann (34 Kämpfe, 21 Siege, 12 durch KO, 12 Niederlagen, 10 durch KO, 1 Unentschieden) und Antonio Hoffmann (15 Kämpfe, 14 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage) im Super Weltergewicht aufeinander. Herrmann versuchte, sich Hoffmann vom Hals zu halten, was ihm aber nur bedingt gelang. Am Ende von Runde eins nahm Hoffmann mehrere Kopfhaken. Zu Anfang des nächsten Durchgangs musste Herrmann sogar runter. Danach wurde der Kampf unsauber. Hoffmann verlor etwas seine boxerische Linie, die er aber gegen Ende der Runde wiederfand und Herrmann dann in dessen Ecke erneut zu Boden schlug. Zur dritten Runde trat Hoffmann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Antonio Hoffmann.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Es boxten dann noch zwei Schwergewichtler gegeneinander: Engin Solmaz (47 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 37 Niederlagen, 21 durch KO, 3 Unentschieden) und Oezcan Cetinkaya (34 Kämpfe, 24 Siege, 17 durch KO, 11 Niederlagen, 5 durch KO). Beide begannen verhalten und meine Konzentration schwand allmählich. In der ersten Runde gab es nur wenig Aktionen. Um mich herum wurden schon die Stühle gestapelt. Solmaz agierte meist von der Ringmitte aus. Cetinkaya kreiste um herum und versuchte harte Treffer ins Ziel zu bringen. Zur fünften Runde trat Solmaz nicht mehr an: Sieger durch TKO in Runde 5: Oezcan Cetinkaya.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Es gab noch einen Kampf zwischen Cemal Gülsen und Misto Abdulaev.
(C) Manfred Bröcker

(C) Manfred Bröcker


Von dem habe ich aber nichts mehr gesehen. Ich war schlicht zu müde. – Habe ich schon erwähnt, dass die Veranstaltung sehr lang war?
© Uwe Betker

Voereeindaal ist immer wieder eine Reise wert

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Am Samstag, dem 24.09.2016 war das Theater de Borenburg, Voereeindaal in den Niederlanden wieder einmal Austragungsort einer schönen Boxveranstaltung. Es gab sechs Profiboxkämpfe zu sehen. Über das Vorprogramm mit acht Kämpfen kann ich leider nichts sagen. Ich kam schlicht zu spät. Nein, es liegt nicht daran, dass es Kampfsportarten zu sehen gab, bei denen auch getreten wird. Denn eigentlich wollte ich diese Kämpfe diesmal sehen. Aber auf dem Weg in die Niederlande sah ich eine Frau auf der Straße zusammenbrechen und dadurch verschoben sich die Prioritäten.
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Den Anfang machten Henri van Opstal (4 Kämpfe 3 Siege, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Mohamed Boulahya (3 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) im Mittelgewicht. Van Opstal begann stark. Es setzte seinen Gegner von Anfang an unter Druck. Zu Beginn der ersten Runde stellte er seinen Gegner in dessen Ecke und deckte ihn mit vielen harten Treffern ein. Immer wieder konterte er Boulahya ab, der trotz seines Reichweitenvorteils nicht die richtige Distanz fand. In der zweiten Runde kam Boulahya besser, er musste jedoch selber auch weiterhin nehmen. Besonders mit seinen Aufwärtshaken konnte er punkten. Es entbrannte eine muntere Ringschlacht, bei der nichts verschenkt wurde. Am Ende der vierten Runde sah es danach aus, als ob van Opstal noch einen KO erreichen könnte. Aber dazu kam es nicht. Am Ende gab es ein verdientes Unentschieden. Die Punktrichter werteten 38:38, 37:39 und 38:38.
Man muss sagen, dass dieses Urteil des Kampfgerichts dem niederländischen Verband zur Ehre gereicht. Denn solche Kämpfe werden bei anderen Verbänden dem Heimboxer zugeschanzt.
Es folgte der Kampf zwischen Ben Tingen (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) und Yesilat Berkta (35 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 29 Niederlagen, 14 durch KO) im Cruisergewicht. Berkta boxte wie immer. Hinter seiner engen Doppeldeckung schob er sich an seinen Gegner heran und versuchte über die Außenbahn Schwinger ins Ziel zu bringen. Vor allem zeigte er wieder eine unglaubliche Tapferkeit. Er kassierte. Er kassierte viele und harte Schläge. In der zweiten Runde zwang eine Rechte zum Kopf ihn zu Boden. Wenig später nahm er einen brutalen linken Aufwärtshaken zum Kopf, der ihn buchstäblich von den Füßen riss. Er hockte auf allen Vieren im Ring. Der Ringrichter fing erst gar nicht an zu zählen und winke den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:11: Ben Tingen.
001-2
Hiernach stiegen Djiby Diagne (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Surkho Bugaev (3 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage) für eine Begegnung im Weltergewicht in den Ring. Diagne machte den Kampf. Schon nach kurzer Zeit lag ein KO in der Luft. Zu dominant und hart war Diagne. Immer wieder stellte er Bugaev. Zu Beginn der zweiten Runde brachte Diagne seinen Gegner das erste Mal, nach einem Kopfhaken, zu Boden. Es folgte ein weiterer Niederschlag, der von einem rechten Körperhaken eingeleitet worden war. Diagne schaffte es jedoch nicht, ihn endgültig auf die Bretter zu zwingen. In der dritten Runde verflachte der Kampf ein wenig, wobei es zum Ende hin wieder so aussah, als ob Bugaev KO gehen würde. In der Mitte der vierten brachte ein harter rechter Kopfhaken Bugaev erneut zu Boden. Aber auch diesmal kam er wieder hoch und er erreichte schließlich den Schlussgong.
Sieger nach Punkten (39:34, 39:34 und 40:33): Djiby Diagne.
002-2
Im Cruisergewicht trafen Ricardo Snijders (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Hamza Wandera (34 Kämpfe, 19 Siege, 14 durch KO, 11 Niederlagen, 7 durch KO) aufeinander. Der Kampf fing verhalten an. Beide zeigten schönes Boxen, wobei Snijders mehr vom Kampf hatte. Er nutze seinen Reichweitenvorteil und boxte in der langen Distanz schön gerade durch die Mitte. Auch im Rückwärtsgang sah er gut aus. Es gab viele Schlagabtäusche. In der fünften Runde verschärften dann beide das Tempo. Snijders konterte Wandera mit einer schönen Linken zur Schläfe ab, die diesen einknicken ließ. Snijders suchte nun den KO. Das Ende der Runde konnte Wandera nur durch ein strategisches Munschutzverlieren erreichen. In der sechsten Runde versuchte Snijders weiter seinen Gegner zu Boden zu bringen, aber Wandera schaffte den Schlussgong. Einstimmiger Punktsieger (60:54, 60:54 und 60:54): Ricardo Snijders.
003
Der Kampf zwischen Karen Avdaljan (4 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Lukas Bartel im Super Weltergewicht war kurz und kurios. Bartel schlug Heumacher und Avdaljan schob sich hinter seiner Doppeldeckung an ihn heran. Dann wurde der Rechtsausleger Avdaljan etwas aktiver. Plötzlich konnte der Debütant Bartel seinen rechten Arm nicht mehr runter nehmen. Mit einem eingefrorenen rechten Haken stand er im Ring. Der Ringarzt wurde gerufen und renkte seinen Arm wieder ein. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:21 Minuten: Karen Avdaljan.
004
Den Hauptkampf des Abend bestritt Somay Bilal (8 Kämpfe, 8 Siege, 4 durch KO). Er traf auf Brahim Kamal (10 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 3 Niederlagen, 2 Unentschieden). Bei dem Aufeinandertreffen dieser Beiden ging es um den vakanten niederländischen Titel im Super Leichtgewicht. Der Rechtsausleger Bilal überließ seinem Kontrahenten oft die Ringmitte. Er wechselte immer wieder die Auslage und kreiste um ihn herum. Er schlug viele schöne, schnelle und variable Hände. Der Kampf war überhaupt schnell. Es wurde viel geschlagen. Aber beide hatten eine gute Deckung und deshalb gab es relativ wenige Treffer. In der zweiten Runde kam Bilal zweimal schön mit einem linken Kopfhaken durch, den Kamal spürte. Dann etablierte sich ein Kampfmuster. Kamal ging nach vorne und Bilal kreiste um ihn herum, wobei Bilal deutlich mehr Treffer setzen konnte. In der fünften Runde wurde der Kampf einseitiger. Es sah so aus, als bekäme Kamal Konditionsprobleme. Im folgenden Durchgang kam er dafür aber umso stärker wieder und hatte seine stärkste Runde. Er traf Bilal mehrfach hart. Er wurde aber auch das ein und das andere Mal hart abgekontert. Ende der siebten Runde stellte Bilal Kamal in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit harten Treffern ein. Zu Beginn der nächsten Runde hatte er ihn sogar am Boden, aber der Ringrichter zählte Kamal nicht an. Mitte der vorletzten Runde sah es nach einem Kopfhaken, den Kamal nehmen musste, so aus, als ob er zu Boden gehen würde. Aber er blieb stehen. Anfangs der zehnten und letzten Runde gab Bilal noch einmal Gas, konnte aber kein vorzeitiges Ende erzwingen. Der Kampf ging über die volle Distanz. Bis zur letzten Sekunde schlugen beide Boxer aufeinander ein. Am Ende eines tollen Kampfes stand ein einstimmiger Punktsieg (100:90, 100:90 und 100:91) für Somay Bilal.
005
Voereeindaal bei Heerlen ist immer wieder eine Reise wert. Die Veranstaltungen von Patrick Driessen werden immer besser. Das liegt schon mal daran, dass er in seinen Shows auf ein gutes Matchmaking wert legt. Dann entwickeln sich seine Boxer aber auch gut. Ich bin vor allem gespannt, wie es mit Somay Bilal weitergehen wird.
© Uwe Betker

Boxen in Velbert – die Alternative zur Fußballeuropameisterschaft

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Selber Schuld, wer die Fußball-EM in der Flimmerkiste guckte und nicht am 18.06.2016 zum Boxen in Velbert gegangen ist. Er hat nämlich eine gute und unterhaltsame Show verpasst, anstatt sich ein 0:0 anzutun. In Velbert gab es zunächst ein Boxturnier von unter 10-Jährigen mit 3 Kämpfen, dann folgten 5 K1 -Kämpfe, von denen einer eine Europameisterschaft war, und schließlich kamen noch 2 IKBO-Boxkämpfe. Alle Kämpfe, auch die mit den Füßen, wurden auf hohem Niveau geführt, und sie lieferten eine gute Einstimmung für die nachfolgenden 9 Profiboxkämpfen. Hier war dann die ganze Bandbreite des Boxens zu sehen: gute und schlechte Kämpfe, Männer- und Frauenboxen. Der eine Hauptkämpfer, ein Mann, boxte um einen Weltmeistertitel der Männer im Schwergewicht und der andere Hauptkämpfer, eine Frau, kämpfte um einen WM Titel im Minimumgewicht. Breiter kann ein sportliches Spektrum nicht sein.
Den Anfang aber machten Sotirios Georgikeas (15 Kämpfe, 14 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage) und Adil Rusidi (31 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 24 Niederlagen, 22 durch KO), in der ersten von drei Cruisergewichtsbegegnungen. Georgikeas, der boxende Rechtsanwalt, hatte nur wenig Mühe mit seinem Gegner. Nachdem er verhalten begann, schickte er Rusidi nach einer Rechten zum Körper runter. Dieser wurde von Ringrichter Kornelius Bernds angezählt. Kurze Zeit später ging Rusidi erneut zu Boden, diesmal nach einen Schlag auf eine Niere, den er nehmen musste, weil er sich abgedreht hatte. Es folgte ein regulärer Niederschlag durch einen Körperhaken. Dafür wurde Rusidi wieder angezählt. Am Ende der Runde fanden sich beide Boxer, nach einem Stolperer, am Boden wieder. Dann kam der Gong. Zur zweiten Runde trat Rusidi nicht mehr an. Er hatte sich die linke Schulter verletzt. Sieger durch TKO in Runde 2: Sotirios Georgikeas.
Es folgte der erste von zwei Frauenboxkämpfen, der gleich sehr viel besser war als der vorangegangene Kampf. In ihm gaben Maike Klünert und Andreja Bester jeweils ihr Profidebüt. Um es gleich vorweg zu sagen: Selten war ein Profidebüt von einer Frau so gut und spannend. Natürlich agierte Klünert, die boxende Lehrerin, am Anfang etwas hektisch und überhastet, aber sie zeigte auch schon gute Anlagen. Für einen guten Kampf braucht man allerdings zwei. Und Bester war ganz sicher nicht zum Verlieren gekommen. Sie hielt mit. Klünert stellte ihre Gegnerin mehrfach in den Seilen, wo sie sie mit Schlägen eindeckte. Aber Bester hielt stand und punktete selber mit der Führhand. In der zweiten Runde wurde Klünert ruhiger und schlug mehr Einz-Zwei-Kombinationen. – Für meinen Geschmack schlug sie im ganzen Kampf zu wenige Führhände. – In der dritten Runde wurde Bester stärker. Obwohl Klünert die bessere Boxerin war, musste sie Treffer nehmen. Besonders erwähnenswert ist ein harter Aufwärtshaken, in den sie reingelaufen war. In der vierten Runde ging sie mehr zum Körper. Zum Ende der Runde wurde Bester sogar angezählt, als sie aus der Balance einen Kopftreffer nehmen musste. Am Ende stand ein eindeutiger Punktsieg für die Debütantin: Maike Klünert.
Der folgende Kampf im Cruisergewichtler, in dem Rashid Raad (9 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen) und Todor Ilic (25 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 21 Niederlagen, 20 durch KO) aufeinander trafen, war kurz. Raad stellte Ilic in einer Ecke. Dieser ging nach ein paar Körpertreffern zu Boden. Die Situation wiederholte sich dann kurze Zeit später in Raads Ecke, nur mit dem Unterschied, dass Ilic nun ausgezählt wurde. Sieger durch KO in Runde 1, nach 1 Minute 52: Rashid Raad.
Ebenfalls im Cruisergewicht maßen sodann Sherif Morina und Ziya Gökalp (7 Kämpfe, 7 Niederlagen, 5 durch KO) ihre Kräfte in einen Vierrunder. Morina, der sein Profidebüt gab, ging vier Runder nach vorne und machte Druck. Immer und immer wieder stellte er seinen Gegner und deckte ihn ein. Aber Gökalp konterte nicht ungefährlich. Er schlug unkonventionell. Viele Schläge pendelte er aus. Morina suchte den KO, fand ihn aber nicht. Sieger nach Punkten: Sherif Morina.
Es folgte der Kampf zwischen David Saric (8 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO) und Ismael Altintas (26 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 19 Niederlagen, 7 durch KO) im Halbschwergewicht. Saric arbeitete systematisch und konsequent. Altintas machte das, was er am besten kann, nämlich den Kampf des anderen zu zerstören. Altintas ist wirklich ein Phänomen. Er steigt in den Ring, verschanzt sich hinter seiner Doppeldeckung, schiebt sich an seinen Gegner heran und versucht mit Haken zu punkten. Ich gebe zu, ich mag seinen Stil. Saric ließ sich von Altintas nicht beirren. Er hielt den Druck hoch und er verteilte seine Schläge gut. Alles sah danach aus, dass es enden würde wie so häufig, nämlich dass Altintas wieder über die Zeit kommt. Aber diesmal kam es anders. Altintas nahm von Minute zu Minute mehr und er hielt dem Druck von Saric nicht mehr stand. Zur vierten Runde trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 4: David Saric.
Marco Martini (9 Kämpfe, 8 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage) und Izzet Kurnaz (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) trafen im Super Weltergewicht für einen Sechsrunder aufeinander. Martini, der Rechtsausleger, hatte von Anfang an die Kontrolle im Ring. Er machte Druck, den er kontinuierlich erhöhte, trieb Kurnaz vor sich her und versuchte vor allem, durch seinen linken Haken zum Erfolg zu kommen. Kurnaz versuchte nur irgendwie über die Runden zu kommen. Mit zunehmender Kampfdauer bekam er dabei aber immer größere Konditionsprobleme und musste immer mehr Treffer nehmen. Zur fünften Runde trat er dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 5: Marco Martini.
Den ersten Hauptkampf des Abends bestritten zwei Frauen. Beim Aufeinandertreffen von Özlem Sahin (23 Kämpfe, 21 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Agnes Draxler (22 Kämpfe, 9 Siege, 1 durch KO, 13 Niederlagen, 8 durch KO) ging es um die Weltmeisterschaft der Universal Boxing Organization und um den Intercontinental Titel der World Boxing Federation im Minimumgewicht, der Gewichtsklasse bis 46,266 kg. Sahin begann verhalten, wodurch sie Draxler erst mal die Möglichkeit gab, sich zu entfalten. Es gab viele Schlagabtäusche. Offensichtlich hatte Sahins Trainer, Frank Lubitz, seinen Schützling darauf eingestellt, Kopfhaken zu schlagen. Es war ebenfalls offensichtlich, dass keine der beiden Frauen vorhatte, über die Distanz zu gehen. In der zweiten Runde schlug ein harter rechter Kopfhaken bei Draxler ein. Sie ging zu Boden und Ringrichter Thomas Hackenberg zählte sie an. Sie kam noch mal hoch und stellte sich wieder zum Kampf. Sahin aber stellte Draxler direkt wieder zum Abtausch, kam mit einer Linken zum Kopf, gefolgt von einer Rechten zur Schläfe, einer Linken zum Kinn und zwei rechten Haken zur Schläfe durch. Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:46 Minuten: Özlem Sahin.
Den Abschluss des Abends bildete die Weltmeisterschaft der World Boxing Union im Schwergewicht. Dabei ging es auch noch um den WBF International Titel. Es trafen Werner Kreiskott (44 Kämpfe, 23 Siege, 17 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) und Drazan Janjanin (18 Kämpfe, 11 Siege, 10 durch KO, 7 Niederlagen, 3 durch KO) aufeinander. Es war ein typischer Kreiskott-Kampf, spannend, dramatisch und zu jeder Zeit so offen, dass immer alles passieren konnte. Kreiskott, „der Panzer“, begann verhalten und verschlief die erste Runde. Nachdem er in der zweiten Runde seinen zweiten Schlag auf den Hinterkopf hatte nehmen müssen, wurde er dann aktiver. Von nun an wogte der Kampf hin und her und es war nicht absehbar, wer am Ende noch stehen würde. In der dritten Runde nahm Kreiskott eine Rechte zum Kopf, die ihn sichtlich beeindruckte. Hiernach wurde die Runde hektisch mit harten Schlagabtäuschen und einem Punktabzug für Janjanin für Innenhandschlagen durch Ringrichter Mustafa Erenay. Hektisch und hart umkämpft ging es auch weiter. In der vierten Runde kam Kreiskott mit zwei schönen harten linken Aufwärtshaken durch. Die nachfolgende Runde gab er dann jedoch wieder ab. Am Ende der sechsten Runde verletzte sich Janjanin die linke Schulter, nachdem er einen Leberhaken nehmen musste. Zwar kämpfte er noch bis zum Ende der Runde weiter, aber zur nächsten trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO 7: Werner Kreiskott.
Wie schon oben geschrieben: Wer die EM im Fußball in der Flimmerkiste guckte, statt zum Boxen in Velbert zu gehen, ist selber Schuld.
© Uwe Betker

Written by betker

19. Juni 2016 at 23:59

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Die 10. Neuwieder Boxnacht

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Die 10. Neuwieder Boxnacht wurde am 29.05.2016 in der Eissporthalle Icehouse in Neuwied ausgetragen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, es war für mich die erste Boxveranstaltung in Neuwied. Die Halle war sehr gut gefüllt. Was auffiel, war der extrem hohe Frauenanteil im Publikum. Offensichtlich gehen vorwiegend Ehepaare zu den Neuwieder Böxnächten, was definitiv für die Veranstaltungen spricht. Ca. 800 Zuschauer füllten die Eissporthalle. Der Promoter Turhan Altunkaya von PunchUp Promotion stellte eine Show mit vier Profiboxkämpfen auf die Beine. Drei davon wurden von Verwandten von ihm bestritten. Bevor die Profiboxkämpfe begannen, sorgte noch ein Duo auf einer Bühne für musikalische und vier Amateurkämpfe für sportliche Unterhaltung.
Den ersten Kampf des Abend bestritten dann im Halbschwergewicht Yasin Altunkaya (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Cemal Gülsen (8 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 7 Niederlagen, 7 durch KO). Yasin Altunkaya verteilte seine Schläge gut. Gülsen verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte mit Kopfhaken zu punkten. In der zweiten Runde versuchte Gülsen mehr Druck zu machen. Er schlug vermehrt zum Körper. Er wurde jedoch von Yasin Altunkaya immer wieder abgekontert und musste nun seinerseits einige Körpertreffer nehmen. In der Ringpause sah es kurzzeitig so aus, als wollte Gülsen nicht mehr antreten. Aber, er stellte sich erneut zum Kampf. Kurze Zeit später wurde er aber von Yasin Altunkaya gefällt. Ich kann nicht sagen, was für ein Schlag es war, weil Gülsen unmittelbar mit dem Rücken zu mir stand, als er ihn nehmen musste. Er wäre mir auch beinahe durch die Seile auf meinen Arbeitsplatz gefallen. Zwar kam er rechtzeitig wieder hoch, gab aber auf. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:03 Minuten: Yasin Altunkaya.
Anschließend trafen im Mittelgewicht Adnan Altunkaya (3 Kämpfe, 3 Siege) und Burak Cakir (10 Kämpfe, 10 Niederlagen, 8 durch KO), der von Cemal Gülsen betreut wurde, in einem Vierrunder aufeinander. Es war ein irgendwie seltsamer Kampf. Cakir wechselte immer wieder die Auslage, eine Unart, die sich immer weiter ausbreitete. Er versuchte, mit seiner wechselnden Führhand zu punkten und mit Haken und Schwingern harte Treffer zu setzen. Adnan Altunkaya, aud der anderen Seite, arbeitete ruhig und systematisch. Er schlug schöne Eins-Zwei-Kombinationen zum Kopf, hatte seinen Gegner vollkommen im Griff und punktete. Das schien ihm zu genügen. Sieger nach Punkten: Adnan Altunkaya.
Der Halbschwergewichtler Lukasz Golebiewsk (6 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO) war dann der einzige nicht Altunkaya, der aus der blauen Ecke kam. Dabei muss man aber erwähnen, dass zwei Kämpfe kurzfristig ausgefallen waren. Golebiewsk boxte gegen Kevin Laubach (7 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO). Es begann spektakulär: Bereits Mitte der ersten Runde musste Laubach nach einem rechten Kopfhaken zu Boden. Der GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte ihn an. Golebiewsk schlug viele schöne Linke, um den entscheidenden Schlag zu landen. Der Blieb aber aus. Dafür kam Laubach besser rein. Er versuchte Haken und Schwinger ins Ziel zu bringen und er versuchte, Golebiewsk den Schlagabtausch aufzuzwingen. Der nahm ihn auch an und kam mit mehreren harten rechten Körperhaken durch. Dennoch schaffte er es nicht, Laubach noch mal auf die Bretter zu schicken. In der folgenden Runde arbeitete Golebiewsk wieder mehr aus der Distanz und mehr mit der Führhand. Immer und immer wieder traf sein Jab den Kopf von Laubach. Immer wieder fand auch Golebiewsks Linke ihr Ziel. In der dritten Runde schließlich zog Golebiewsk eine perfekte rechte Grade zum Kopf nach, die Laubach fällte. Auf dem Boden sitzend wurde es ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3, nach 1:11 Minuten: Lukasz Golebiewsk.
Im Hauptkampf des Abends ging es um den vakanten Global Boxing Council Intercontinental Titel im Cruisergewicht. Es standen sich Hizni Altunkaya (27 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO) und Gogita Gorgiladze (43 Kämpfe, 31 Siege, 26 durch KO, 12 Niederlagen, 5 durch KO) gegenüber. Der Kampf veränderte sich in den ersten zwei Runden von Minute zu Minute. In der ersten Minute war es ein Duell der Führhände, danach eins der Schläge zum Körper. In der dritten Minute gingen beide dann vermehrt zum Kopf. In der vierten Minute machte Gorgiladze Druck. In der fünften kam Hizni Altunkaya schön und hart zum Körper durch und Gorgiladze tat so, als würde ihn dies nicht beeindrucken. In der sechsten Runde schlug Hizni Altunkaya vermehrt zum Kopf. Beide Runden gingen an ihn. In den folgenden zwei Runden machte er weniger und ließ Gorgiladze mehr Raum, wodurch dieser dann stärker wurde. Hiernach war der Rhythmus des Kampfes etabliert. Immer wenn Hizni Altunkaya lang boxte und schnell auf den Beinen war, punktete er. Immer wenn er sich auf Schlagabtäusche einließ, war es ungewiss, ob er sie für sich würde entscheiden können. Hizni Altunkaya gewann aber die meisten. Der gute und unterhaltsame Kampf wogte bis zur letzten Sekunde hin und her und das Ergebnis war, in meinen Augen, knapper, als es die Punktwertung widerspiegelt. Sieger nach Punkten (97:94, 100:93 und 98:92): Hizni Altunkaya.
Der Promoter Turhan Altunkaya (23 Kämpfe, 18 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 3 Unentschieden) war von 1995 bis 2008 selber aktiver Profiboxer gewesen. Er boxte im Cruiser- und im Schwergewicht. Heute veranstaltete er in seiner Heimatstadt Neuwied eine schöne Boxshow und arbeitete an der Karriere von zwei Neffen und einem Bruder. – Es wird für mich nicht die letzte Neuwieder Boxnacht gewesen sein.
© Uwe Betker

Profiboxen in Dorsten mit einer epischen Ringschlacht

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Die Eissporthalle in Dorsten war am Samstag, dem 21.05.2016, Austragungsort für die zweite Assassin Fighting Championship. An zwei Seiten des Rings waren Tische aufgestellt, an einer Stuhlreihen und an der der letzten Tische und Stuhlreihen. Getränke und Essensstände waren an der Längsseite angeordnet. Es gab zwei Amateurboxkämpfe, drei K1 Kämpfe und sechs Profikämpfe zu sehen.
Im ersten Profiboxkampf des Abends trafen im Mittelgewicht Alexander Nikolic (7 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Toni Camin (15 Kämpfe, 11 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen) für einen Vierrunder aufeinander. Sie begannen verhalten. Camin schob sich, hinter seiner Doppeldeckung verschanzt, an seinen Gegner heran und Nikolic zeigte gute Beinarbeit. Es gab nur wenig Schlagabtäusche Die erste Runde war ausgeglichen. Die zweite Runde war dann schon deutlich munterer und Nikolic kam immer wieder mit seinem rechten Cross durch. In der dritten Runde machte nun Camin deutlich mehr und übernahm das Kommando im Ring. Sein Gegenüber schien Konditionsprobleme zu bekommen. Die vierte Runde entschädigte dann vollends für die erste Runde. Häufig standen beide Kontrahenten nun Fuß an Fuß. Beide schlugen viel und trafen viel, wobei Camin deutlich mehr Treffer setzen konnte. Am Ende der Runde zog Ringrichter Sergey Kovalenko Nikolic einen Punkt ab für ein Nachschlagen nach dem Trennungskommando. Sieger nach Punkten: Toni Camin.
Anschließend gab es eine EM im Cruisergewicht nach Version WBU zu sehen. Es trafen Darko Knezevic (24 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 16 Niederlagen, 13 durch KO) und Mohammed Bekdash (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) kurz aufeinander. Der Kampf war für Knezevic kurz und schmerzhaft. Bekdash nutzte konsequent seinen Reichweitenvorteil. Schon bald war offensichtlich, dass Knezevic der unterlegene Boxer war. Nach einer klassischen Links-Rechts-Kombiantion zum Kopf ging er das erste Mal zu Boden und wurde angezählt. Kurz darauf fand er sich, nach einem Stolperer, erneut auf den Brettern, wofür er aber nicht angezählt wurde. Eine Rechte zum Körper, in die er hineingelaufen war, schickte ihn ein weiteres Mal abwärts; dafür wurde er angezählt. Knezevic, überfordert und konzeptlos, machte noch zweimal Bekanntschaft mit dem Ringboden, jeweils nachdem er gestolpert war. Dann kamen der Gong und der Ringarzt. Kurz nach dem Gong zur nächsten Runde kam dann die Aufgabe. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 10 Sekunden: Mohammed Bekdash.
Es folgte ein besonders unterhaltsamer Kampf im Schwergewicht zwischen Eugen Buchmüller (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Ivan Sakic (10 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 5 durch KO). Buchmüller, der der massigere Boxer war, setzte seinen Gegner von Anfang an unter Druck. Er stellte ihn Mitte der ersten Runde in der neutralen Ecke und kam mit einer schönen Eins-Zwei-Kombination zum Kopf durch. Sakic kämpfte sich aber raus und kam seinerseits mit Schlägen zum Kopf durch. Damit war das Kampfmuster etabliert. Buchmüller versuchte seinen Gegner zu überrollen und mit Kombinationen einzudecken und Sakic konterte über die Außenbahn zum Kopf. Ende der zweiten Runde musste Buchmüller einen Tiefschlag nehmen. In der dritten Runde drehte sich der Kampf. Buchmüller konnte den Druck nicht weiter aufrechterhalten und Sakic verteilte, was sich in der zweiten Runde schon angedeutet hatte, seine Schläge mehr. Immer wieder ging nun Sakic auch zum Körper, wobei zweimal ein Schlag wieder tief traf. Dafür wurde Sakic auch ein Punkt abgezogen. Er wollte es allerdings nicht wahrhaben. Kurzfristig sah es sogar so aus, als wollte er den Kampf abbrechen. Beide Boxer stellten sich aber dann doch wieder zum Kampf. Buchmüller hatte Probleme und Sakic suchte den KO. In der vierten Runde zerfiel Buchmüller dann zusehends. Sakic schaffte es aber nicht, den Kampf durch ein KO zu drehen. Sieger nach Punkten: Eugen Buchmüller.
Im Halbschwergewicht boxten Aleksandar Jankovic (54 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 43 Niederlagen, 31 durch KO) und Patrick Rokohl (5 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO) gegeneinander. Es war ein seltsamer Kampf. Rokohl wirkte verkrampft und es sah lange danach aus, dass er zum ersten Mal würde über die Distanz gehen müssen. Der Kampf plätscherte die ersten zwei Runden so dahin. Auch wenn Rokohl den Kampf bestimmte, machte er für meinen Geschmack einfach zu wenig. Jankovic beschränkte sich weitgehend darauf, den Kampf von Rokohl zu zerstören und zu versuchen, mit Schwingern in Ziel zu kommen. Und genau das passierte dann auch in der dritten Runde. Jankovic wurde in der neutralen Ecke gestellt musste zwei Links-Rechts-Kombiantionen zum Kopf nehmen. Jankovic schlug einen rechten Schwinger und der traf die Schläfe von Rokohl. Der schien auch beeindruckt. Jankovic setzte nach und kam erneut mit einem rechten Schwinger durch, der dann Rokohl zu Boden zwang. Nach dem obligatorischen Anzählen versuchte Jankovic zwar noch weiter, vorzeitig zu gewinnen, aber seine Chance, den Kampf für sich zu entscheiden, war vorbei. Die nächsten Runden verliefen nach dem gleichen Muster. Immer wenn Rokohl arbeitete, bestimmte er den Kampf. Immer wieder ging Jankovic tief mit dem Körper runter und immer wieder legte sich Rokohl auf ihn, wodurch der Kampf entschleunigt wurde. In der achten Runde öffnete sich nach einer Rechten ein Cut über dem linken Auge von Jankovic. Der Ringarzt wurde gerufen und der Kampf wurde abgebrochen. Wenn ich es richtig gesehen habe, wollte Jankovic nicht mehr. Sieger durch TKO in Runde 8, nach 2:08 Minuten: Patrick Rokohl.
Danach stiegen Milos Janjanin (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) und Atilla Kayabasi (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) in den Ring. Es ging um den WBU International Titel im Super Leichtgewicht. Um es gleich vorab zu sagen: Es war der Kampf des Abends. Beide gingen von der ersten Sekunde an ein unglaublich hohes Tempo. Ein Schlagabtausch folgte auf den nächsten. Janjanin boxte relativ offen und verteilte seine Schläge gut. Offensichtlich wollte er versuchen, Kayabasi über Körpertreffer zu knacken. Der wiederum agierte hinter einer kompakten Doppeldeckung. Er schlug zumeist zum Kopf und kam häufiger durch als sein Gegner. Fünf Runden lang wurde der Kampf intensiv geführt, wobei Kayabasi jede Runde für sich entscheiden konnte. In der sechsten Runde wurden beide Boxer langsamer. Dann öffnete sich ein ziemlich stark blutender Cut über dem rechten Auge von Kayabasi, den er sich durch einen unbeabsichtigten Kopfstoß zugezogen hatte. Von nun an entwickelte sich der bis dahin gute Boxkampf zur epischen Ringschlacht. Janjanin versuchte natürlich, den Riss zu vergrößern, um noch zu gewinnen. Kayabasi seinerseits, versuchte das mit seiner Rechten zu verhindern. Ihm wurde sehr schnell klar, dass er seinen Gegner umso stärker machte, je weniger er seine Rechte einsetzte. Daher kämpfte er sich mit dem Gong der siebten Runde zurück. Immer und immer wieder trafen sich beide Kontrahenten zu einem brutalen und blutigen Kräftemessen. In der zehnten und letzten Runde versuchte Kayabasi dann, den KO zu erzwingen, schaffte es aber nicht. Also, für mich ist der Kampf ein heißer Anwärter auf den Titel: Boxkampf des Jahres. Die Punktrichter werteten 99:93, 99:91 und 98:93. Sieger nach Punkten: Atilla Kayabasi.
Mit diesem Drama konnte dann der Hauptkampf des Abends natürlich nicht mithalten. In ihm trafen Ilias Essaoudi (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Sabri Ulas Göcmen (26 Kämpfe, 10 Siege, 16 Niederlagen, 15 durch KO) im Super Weltergewicht aufeinander. Essaoudi boxte sehr souverän und beherrscht. Er trieb Göcmen vor sich her, punktete und wartete auf den KO. Immer wieder stellte er ihn an den Seilen und deckte ihn mit kurzen aber harten Kombinationen ein. Göcmen hatte dem wenig entgegenzusetzen. Er versuchte es mit Schwingern, die jedoch nicht trafen. In Runde drei kam dann das Ende. Göcmen ging nach einem Leberhaken zu Boden und wurde angezählt. Als er kurze Zeit später wieder nach einem Leberhaken runter musste, wurde das Handtuch geworfen. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 2:04 Minuten: Ilias Essaoudi.
© Uwe Betker