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Foto: Badien Hasso vs. Dzianis Makar

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(C) Uwe Betker

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Written by betker

13. November 2017 at 23:59

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„Kingsvillage Beatdown“ – ein Anwärter auf den Titel „beste Veranstaltung 2015“

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Das Foyer des Abtei Gymnasiums in Pulheim war am 12.12.2015 Austragungsort einer sehr bemerkenswerten Veranstaltung, die Bihes Barakat auf die Beine gestellt hatte. Der Ring stand, wie gesagt, im Foyer der Schule. Darum herum standen Stühle. Es gab auch noch eine Empore, von der aus man auf den Ring gucken konnte. Der Ort war fürs Boxen gut gewählt. Das ganze nannte sich „Kingsvillage Beatdown“ Es begann mit einer Darbietung der Cheerleader des 1. FC Köln. Überhaupt war die Veranstaltung etwas FC-lastig. Chistoph Daum war Ehrengast und Michael Tripple, der Stadionsprecher des FC, war Kommentator fürs Fernsehen. Im Vorprogramm gab es erst mal vier Kämpfe nach K1 Regeln.
Den ersten richtigen Boxkampf des Abend bestritten dann im Superleichtgewicht Khavazhy Khatsyhau (24 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO, 12 Niederlagen, 8 durch KO) und Agali Alishov (29 Kämpfe, 21 Siege, 15 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden). Khatsyhau, der kompaktere und kleinere Boxer, hatte von Anfang an Schwierigkeiten. Alishov, der Rechtsausleger, versuchte es mit Schwingern, war aber dabei zu hektisch, um für sein Gegenüber gefährlich zu werden. Die zweite Runde war härter. Beide Kontrahenten suchten den Schlagabtausch, wobei aber viele Schläge die Deckung trafen. Am Ende der Runde verletzte sich Khatsyhau den rechten Ellbogen. Er schaffte es noch, die Rundenpause zu erreichen, aber zur dritten Runde trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 0:00 Minuten: Agali Alishov.
Im folgenden Kampf gab Branimir Stankovic sein Profidebüt im Weltergewicht. Stankovic, der für die German Eagles in der World Series of Boxing geboxt hatte, traf auf Samir Boukrara (34 Kämpfe, 12 Siege, 2 durch KO, 21 Niederlagen, 8 durch KO, 1 Unentschieden). Um es gleich vorweg zu sagen, Stankovic sah richtig gut aus. Von Nervosität bei seinem Debüt war kaum etwas zu sehen. Er beherrschte auf beeindruckende Art und Weise das Geschehen im Ring. Er boxte variabel auf schnellen Beinen. Immer wieder ging er schön zum Körper. In der zweiten Runde kam er wiederholt mit Kopfhaken durch. In der dritten Runde erhöhte er das Tempo. Er verteilte seine Schläge gut und klug und Boukrara musste viele harte Treffer nehmen. Irgendwann hatte die Ecke von ihm genug gesehen und schütze ihn vor weiteren Schlägen mit dem Wurf des Handtuchs. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 1:02 Minuten: Branimir Stankovic. Der Boxer von CSC-Boxpromotion hat da ein wirklich sehr beeindruckendes Profidebüt gegeben.
Danach trafen Badien Hasso (10 Kämpfe, 10 Siege, 4 durch KO) und Dzianis Makar (38, Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 31 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) im Halbschwergewicht aufeinander. Hasso ist ein Boxer, der sich von Kampf zu Kampf steigert; er lernt und wird besser. Er begann ruhig und verhalten und studierte erst mal seinen Gegner. In der zweiten Runde erhöhte er dann den Druck und boxte systematischer. Zum Ende hin, deckte er ihn mit mehreren harten Kombinationen ein. Makar versuchte zwar gegenzuhalten, bekam aber von Hasso keine Chance. Bei einer der letzten Aktionen verletzte sich Makar am linken Auge. Auf Anraten des Ringarztes trat er zur folgenden Runde dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 0:00 Minuten: Badien Hasso.
Es folgte ein kleine Pause und ein Showact: Die Pop-Sängerin Almok. Die stimmgewaltige Sängerin ist in Togo ein Superstar. Sie trug zwei Lieder vor.
Im Weltergewicht maßen dann Ilhami Aydemir (8 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO) und Anton Bekish (22 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 16 Niederlagen, 4 durch KO, 1 Unentschieden) ihre Kräfte. Aydemir, auch von CSC-Boxpromotion, besetzte die Ringmitte und beherrschte das Geschehen mit seinem beeindruckenden Jab. Überhaupt war seine ganze Vorstellung beeindruckend. Angriffe von Bekish pendelte er locker aus, um dann selber effektiv und hart zu kontern. Ende der ersten Runde wurde Bekish durch eine Linke, gefolgt von und zwei Rechten zum Kopf, gefällt. Während der Ringrichter Tengis Sade von der GBA noch zählte, ertönte der Gong. Bekish trat aber zur nächsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 0:00 Minuten: Ilhami Aydemir.
Die Einmarschmusik für Kouami Folly Kuegah (16 Kämpfe, 13 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen), genannt Prinz Lorenzo, sang Almok live. Kuegah traf auf Bakhtiyar Isgandarzada (17 Kämpfe, 10 Siege, 3 durch KO, 7 Niederlagen, 4 durch KO). Dabei ging es um die Weltmeisterschaft der GBC im Halbweltergewicht. Der Prinz machte von Anfang an Druck. Isgandarzada hielt gegen und versuchte mit Haken zu kontern. Lorenzo traf aber besser. Ende der zweiten Runde verletzte sich Isgandarzada die Schlaghand. Daher erhöhte Kuegah auch den Druck. Isgandarzada trat aber trotz seiner Verletzung zur dritten Runde an. Er arbeitete viel mit der Linken und nur im Ausnahmefall mit der Rechten. Er versuchte dem Druck von Lorenzo durch schnelle Beine, Auslagenwechsel und hohe Schlagfrequenz mit der Linken etwas entgegenzusetzen. Das Vorhaben war aber zum Scheitern verurteilt. Dennoch stellte er sich auch zur vierten Runde, in der er viel nehmen musste, denn Lorenzo erhöhte immer weiter den Druck und suchte den KO-Erfolg. Zur fünften Runde trat Isgandarzada dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 5 nach 0:00 Minuten: Kouami Folly Kuegah – Prinz Lorenzo.
Für mich stellt der erste „Kingsvillage Beatdown“ einen ganz heißen Anwärter auf den Titel „beste Veranstaltung 2015“ dar. Es war einfach ein richtig gute Veranstaltung. Auch der Veranstaltungsort war gut gewählt. Besonders bemerkenswert aber fand ich die Qualität des Vorprogramms. Von vier Vorkämpfen waren drei wirklich gut. Wäre da noch zu erwähnen, dass es beim Hauptkampf ein Nummerngirl gab, eine Sambatänzerin.
© Uwe Betker

Sonntagsboxen in Köln

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Boxkämpfe in Köln sind so eine Sache. Man muss ein Tagesvisum beantragen und man steht lange an der Grenze. Grenzbeamten gucken böse und wenn man Pech hat muss man den Kofferraum aufmachen. Manchmal wird sogar Rückbank ausgebaut um darunter etwas zu suchen. So ist es eben, wenn man nach Köln einreist. Aber was nimmt man nicht alles auf sich um gutes Boxen zu sehen? Am Sonntag, den 04.10.2015 fand der Cologne beatdown 3 im Güney Event Center statt. Die Veranstaltung begann bereits um 17 Uhr. Es gab insgesamt sechs Profiboxkämpfe zu sehen.
Es begann mit vier guten Amateurkämpfen, von denen einer von Frauen bestritten wurde. Den ersten Profiboxkampf des Nachmittags gab es dann um kurz nach 18 Uhr. Diesen bestritten Aliaksandr Abramenka (70 Kämpfe, 17 Siege, 6 durch KO, 52 Niederlagen, 28 durch KO, 1 Unentschieden) und Sebastian Deda, der sein Profidebüt gab, im Super Weltergewicht. Deda beeindruckende. Er zeigte schlicht gutes Boxen. Er hatte eine gute Deckung und boxte sehr kontrolliert. Er setzte seinem Gegenüber von Anfang an unter Druck, ohne dabei zu überhasten. In der ersten Runde stellte er vier Mal seinen Gegner mit längeren Kombinationen. In der folgenden Runde machte er mehr Druck und ging zum Körper, wodurch er noch mehr Treffer landen konnte. Ein schöner Aufwärtshaken durch die Deckung durch zum Kopf ließ Abramenka am Anfang der Runde leicht einknicken. In der dritten Runde machte Deda noch mehr Druck. Er suchte den KO, aber sehr kontrolliert. Ende der Runde stellte er Abramenka in einer neutralen Ecke und kam mit einer schönen Rechten zum Kinn durch. Abramenka ging runter und wurde angezählt. Er wollte sich zwar wieder zum Kampf stellen, aber sein Trainer warf zu Recht das Handtuch. Er wirkte nicht ganz klar.
Noch ein paar Worte zu Abramenka. Er kam nicht um sich hinzulegen. Vielmehr ist er ein technisch nicht schlechter Mann, der es seinen Gegner schwer macht. Deda hat mich beeindruckt. Er hat, soweit man es jetzt beurteilen kann ein gute Technik und ich wiederhole es gerne eine bemerkenswerte Selbstbeherrschung, Man dar gespannt sein, wie er sich weiter entwickeln wird. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 2:55 Minuten: Sebastian Deda.
In dem folgenden Kampf gab es auch einen Debütanten, nämlich Davis Schwierz. Dieser bekam es im Halbschwergewicht mit Eugen Scheinmeyer (2 Kämpfe, 3 Niederlage, 1 durch KO) zu tun. Am Ende des Vierrunders stand ein Arbeitssieg für den Debütanten. Der Kampf der Beiden war rechts ausgeglichen. Schwierz boxte gut an und versuchte dann Haken ins Ziel zu bringen. Scheinmeyer punktete beim Abkontern. In der vierten Runde ging er nach einer linken zum Kopf zu Boden, wobei er auch schlecht stand. Am Ende stand ein Punktsieg für Davis Schwierz.
Es folgten zwei Kämpfe in einem Amateurschwergewichtsturnier. Danach stieg Bihes Barakat (26 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) selber in den Ring. Dort traf er auf Anton Bekish (20 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 14 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) für einen Achtrunder im Super Leichtgewicht. Schnell war der Rhythmus des Kampfes etabliert. Barakat schlug wenig. Er boxte grade durch die Mitte an und schlug variabel Haken zu Körper und Kopf. Bekish schlug mehr und fast ausschließlich Haken. Trotz der niedrigeren Schlagfrequenz traf Barakat häufigre. Zumal er sehr viele Schläge von seinem Gegner abblockte. In der ersten Runde punktete Barakat mit seiner linken Graden, die den Kopf von Bekish mehrfach zurückschnappen ließen. Er musste aber auch eine Rechte zum Körper nehmen, die wohl eine Rippe verletzte. In der folgenden Runde erhöhte sich das Tempo, In der dritten Runde hatte Bekish immer größere Probleme sich Barakat vom Hals zu halten. Daher boxte er immer unsauberer. Er schlug Innenhände und schubste seinen Gegner. Barakat ließ sich davon nicht beirren und boxte seinen Kampf. Ende der Runde kam er mit einer harten Rechten zum Körper durch. Bekish ging zu Boden und wurde ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3 nach 2: 55 Bihes Barakat.
Hiernach waren Niko Lohmann (10 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO) und René Oeffner (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) dran. Der auf vier Runden angesetzte Kampf fand im Halbschwergewicht statt. Lohmann, genannt Karl Stahl, überrollte mit seiner überlegen Physis Oeffner in der ersten Runde. Immer wieder stellte er ihn an den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein, von denen viele Oeffner blockte. Im letzten Drittel der Runde kam dieser dann in den Kampf und punktete selber mit Graden. Die zweite und dritte Runde gehörten Oeffner. Solange er seine steife Führhand schlug konnte er sich Stahl vom Hals halten. Lies er aber nach war Lohmann, kam Lohmann an ihn ran und trug ihn dem Kampf in der Halbdistanz an. Die vierte Runde war heiß umkämpft und es gab viele Schlagabtausche, wobei Oeffner die meister für sich entscheiden konnte. Am Ende stand ein Punktsieg für René Oeffner.
Es folgte ein weiter Kampf im Halbschwergewicht, bei dem die beiden ungeschlagenen Viktor Kessler (3 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage) und Badiem Hasso (9 Kämpfe, 9 Siege, 3 durch KO) ihre Kräfte maßen. Der Kampf der Beiden war eine Schlacht. Beide wollten den Sieg und beide waren bereit dafür zu kämpfen. Hasso war physisch stärker und hatte die schnelleren Hände. Kessler war schneller auf den Beinen. In der letzten Runde suchten beiden den KO. Am Ende des sehr intensiven und harten Vierrunder stand ein Punktsieg für Badiem Hasso.
Es folgte das Final von dem Tournier und der Kampf im Mittelgewicht zwischen Dzianis Makar (37 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 30 Niederlagen, 7 durch KO) und Prinz Lorenzo (15 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO, 3 Niederlagen) alias Prinz Lorenzo Kouami Folly Kuegah, der auf acht Runden angesetzt war. Im Gegensatz zu den vorangegangen Profiboxkampf war dieser Kampf von Taktik und Technik geprägt. In der ersten Runde tasteten sich die beiden Kontrahenten ab. Im zweiten Durchgang erhöhte Prinz Lorenzo den Druck. Schon bald schickte er Makar mit einer rechten zum Körper zu Boden. Er kam wieder hoch stellte sich zum Kampf. Kurze Zeit später nahm er wieder einen Körperhaken, der ihm sichtlich wehtat. Schließlich schickte ein Leberhaken ihn erneut zu Boden und das Handtuch seines Trainers schützte ihn vor mehr Schläge. Sieger durch KO in Runde 2 nach 2:09 Minuten: Prinz Lorenzo.
Der Cologne Beatdown 3 war ein voller Erfolg und schreit nach einer weiteren Auflage. Auch die ungewöhnliche Zeit, Sonntagnachmittag war gut. Die schöne Veranstaltung war bereits um 21 Uhr zu Ende, damit Alle frühzeitig nach Hause kommen. Denn der Montag ist ein normaler Arbeitstag. Ich wäre auch relativ früh wieder zu Hause gewesen, wenn da nicht die leidigen Grenzkontrollen gewesen wären. Das Warten an der Grenze. Überprüfung ob das Gesicht auf dem Passbild zum Fahrer passt. Abstempeln des Passes usw.
© Uwe Betker