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BDB ehrt Ebby Thust

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Der Taubenzüchter-Verein Recklinghausen hat seine Jahreshauptversammlung in Recklinghausen. Das hat den Vorteil, dass die Mitglieder des Taubenzüchter-Vereins entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zur Versammlung kommen können. Ein Verein wie der 1. FC Bayern München, ein Fußballverein mit weltweiten Geschäftlichen Verzweigungen, hält seine Jahreshauptversammlung natürlich in München ab. Selbst die deutschen Weltkonzerne halten ihre Aktionärsversammlungen in Deutschland ab. Was nun die Vereine betrifft, so machen sie das, damit ihre Mitglieder eben entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zur Versammlung kommen können. Oder anders ausgedrückt: Für Vollversammlungen werden normalerweise eben Orte gesucht, die für ihre Mitglieder erreichbar bzw. zumutbar sind. Zumutbarkeit ist der entscheidende Begriff im Vereinsrecht.
Der BDB, der älteste deutsche Boxverband in Deutschland – er wurde, wenn ich es richtig gehört habe 1949 gegründet -, geht nun erstmals einen anderen Weg. Der Bund Deutscher Berufsboxer lässt seine diesjährige Generalversammlung im Ausland, nämlich in Spanien, auf Mallorca, „der schönen Sonneninsel“, stattfinden. Zugrunde liegt dem ein Beschluss des BDB-Vorstands, des Präsidenten Thomas Pütz und des Vize-Präsidenten Volker Grill. Es ist vermutlich das erste Mal, dass ein deutscher Verein, wenn man von der Kriegszeit absieht, seine jährliche Versammlung im Ausland abhält.
Man könnte jetzt kleinlich werden und mit so etwas wie Vereinsrecht und der darin festgeschriebenen Zumutbarkeit kommen. Zur BDB-Gernalversammlung auf Mallorca kann jedenfalls kaum jemand einfach so zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto kommen – außer wohl Ebby Thust. Eben seinetwegen findet nämlich die Veranstaltung gerade dort statt. Der BDB-Vorstand hat beschlossen, die „Generalversammlung 2016 diesmal am Wohnort unseres Ehrenmitglieds und Berufungsausschuss-Vorsitzenden Ebby Thust“ stattfinden zu lassen.
Wer nun also ein Wochenende Zeit hat und BDB Mitglied ist, der kann ein „limitiertes Kontingent für ein Flug-Hotel-Arrangement“ nutzen und für den „sensationellen Sonderpreis“ von 199,00 Euro am 18.03.2016 von Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, München und Stuttgart nach Mallorca fliegen, dann im Marriott’s Club Son Antem Golf Hotel all inclusive nächtigen, um dann am Sonntag, dem 20.3.2016 die Rückreise anzutreten. „Bei den Standardflugzeiten ist der Transfer vom und zum Flughafen im Pauschalpaket enthalten.“ Die Übernachtung erfolgt, wenn nicht anders gewünscht in einem Doppelzimmer, Einzelzimmerzuschlag 55,00 Euro. Jeder Teilnehmer darf eine Begleitperson, die nicht BDB-Mitglied sein muss, mitbringen, der auch dieser Sonderpreis zur Verfügung gestellt wird. Die Versammlung selber findet im Marriott Hotel „Son Antem“ in Llucmajor statt. Es wird „ein fantastisches Rahmenprogramm einschließlich geplanter Boxveranstaltung am Samstag, dem 19.3.2016, versprochen. Das ganze Paket wurde von Ulrich Bittner angeboten.
Wie gesagt, natürlich könnte man jetzt kleinlich mit so etwas wie Vereinsrecht und Zumutbarkeit argumentieren. Aber wer wird denn kleinlich sein wollen, wenn doch der Bund Deutscher Berufsboxer hier sein „Ehrenmitglied und Berufungsausschuss-Vorsitzenden Eberhard „Ebby“ Thust“ anlässlich seiner 50-jährigen Vereinsmitgliedschaft für sein Lebenswerk ehren will.
(C) Uwe Betker

Deutsche TV Sender zeigen kein Boxen

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Einer der profundesten Kenner des Profiboxens und „die Kultfigur des deutschen Boxsports“, Ebby Thust, veröffentlichte auf seiner Internetseite http://www.boxen1.com einen Artikel mit dem Titel: „Warum verweigern die deutschen TV-Sender den Boxfans die „Big Fights“?“ In dem sehr guten und hellsichtigen Artikel stellt Thust fest, dass das deutsche Fernsehen „die wirklich großen Boxkämpfe“ nicht zeigt und man so gezwungen ist, sie im ausländischen Fernsehen zu sehen.
Die Situation in Deutschland ist hinlänglich bekannt. RTL hat einen Exklusiv-Vertrag mit den Klitschko-Brüdern. Das hat zur Folge, dass der kölner Sender nichts anderes zeigt als díe maximal vier Kämpfe pro Jahr von Wladimir Klitschko und Vitali Klitschko. Die vollmundigen Versprechungen, die die Klitschkos vor ein paar Jahren abgaben, sie würden einen eigenen Stall aufbauen, waren nur körperwarme Luft. RTL zeigt die Klitschkos und nichts als die Klitschkos.
SAT1 hat einen Vertrag mit Sturm Box-Promotion. Da Felix Sturm es nun konsequent versäumt hat, andere Boxer mit Potential unter Vertrag zu nehmen, zeigt SAT1 eben nur Felix Sturm, auch wenn er nur noch ein Schatten seines früheren Selbst ist, und ein wenig Syuzanna Kentikian.
Die ARD hat einen Exklusiv-Vertrag mit Sauerland Event und bringt also das, was Sauerland Event unter Vertrag hat und was der berliner Veranstalter für Hauptkämpfer hält. Wenn man Glück bekommt man Awetik Abrahamjan (Arthur Abraham), Muamer Hukić (Marco Huck) und Juan Pablo Hernandez zu sehen. Hat man aber Pech, dann bekommt man Jürgen Brähmer, Jack Robert Culcay-Keth (Jack Culcay) und Robert Helenius vorgesetzt.
Von den großen deutschen Fernsehsendern zeigt keiner wirklich Boxen. Alle zeigen nur das Boxen, das jeweils nur ein Veranstalter anzubieten hat. Wenn man davon ausgeht, dass es an jedem Wochenende in der Regel ca. 100 Boxkämpfe auf der Welt gibt, die nicht im deutschen Fernsehen zu sehen sind, die aber zum großen Teil besser sind, als all das, was uns hier so angeboten wird, kann man schon mal auf seltsame Ideen kommen.
Mir persönlich ist da z.B. der Gedanke gekommen, dass wir im deutschen Fernsehen womöglich gar kein Boxen sehen, sondern nur ein „Simulakrum“ von Boxen. Natürlich sehen wir schon die Übertragung oder Aufzeichnung eines wirklichen Boxkampfs. Aber irgendwie ist es eben auch nur ein Bild oder eine Nachbildung eines Boxkampfes. Die hiesigen Boxkämpfe sind dann auch häufig choreographiert. Der Sieger steht bereits vorher fest. Der Kampf, der uns gezeigt wird, ist also ein fiktiver. Heißt das dann aber nicht, dass das Bild oder die Nachbildung des Boxkampfes zu einem diffusen Bild, einem Traumbild oder Phantom wird.
Das Abbild des Boxens hat sich seiner Referenz auf die Wirklichkeit entledigt, d.h. das, auf das es sich bezieht, existiert nicht bzw. ist ein „leeres“ Zeichen. Die deutschen Fernsehanstalten zeigen also kein richtiges Boxen, sondern eine „Produktion“, die, außer dem äußeren Schein, nichts mit realem Boxen zu tun hat. Gleichzeitig aber ist die Nachbildung so perfekt, dass kaum noch jemand unterscheiden kann zwischen Original und Kopie, Vorbild und Abbild, Realität und Imagination. Das dürfte dann ja auch von den Veranstaltern und den TV-Sendern gewollt sein.
Das war ein postmoderner bzw. Postmoderne kritischer Diskurs im Bereich Kultur- und Mediensemiotik, angewendet auf das Profiboxen in Deutschland. – Kommt in absehbarer Zeit nicht wieder vor. Versprochen!
© Uwe Betker

Foto: Jessica Balogun, Mario Guedes und Ebby Thust

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Written by betker

29. Mai 2011 at 23:59

Thomas Pütz, der BDB und die Anderen

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Offensichtlich hat der noch amtierende Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer Thomas Pütz – das Urteil des Amtsgericht Norderstedt ist noch nicht rechtskräftig – Frieden geschlossen mit einem großen Teil seiner Kritiker. So schrieb einer der Kläger gegen die Wahl, Ebby Thust, erst unlängst auf seiner Website: „Ich halte Thomas Pütz inzwischen für den Retter des BDB!“
Pütz hat wohl, indem er kostenlos Büroräume und Sekretärinnen zur Verfügung gestellt hat, dem BDB viel Geld gespart. Gleichzeitig scheint er sich von seinem Königsmacher Klaus-Peter Kohl, von dem man auch gar nicht weiß, ob er überhaupt noch als Veranstalter im Geschäft ist, emanzipiert zu haben. Es sieht so aus, als wäre ein Konsens darüber erzielt worden, die schon berüchtigte „Stimmrechtsübertragung und den Passus zur wirtschaftlichen Abhängigkeit“ aus den Statuten des BDB zu streichen.
Auf einmal hat der BDB offenbar doch noch eine Zukunft. Eddie Gutknecht, der zu einem neuen Veranstalter, nämlich Sauerland Event, der mit dem österreichischen Verband veranstaltet, gewechselt ist, bleibt nun trotzdem beim deutschen Verband.
Was an den Berichten und Interviews der letzten Tage auffällt ist, dass dabei ein Thema immer außen vor bleibt: Ich meine, die Frage, wie es der BDB eigentlich zukünftig mit den Kleinen halten will. Mir geht es dabei nicht so sehr um das Verhältnis zu oder die Zusammenarbeit mit den kleineren deutschen Verbänden, sondern um eine Veränderung der Gebührenordnung zugunsten kleinerer Veranstalter. Bis jetzt zahlte nämlich jeder Promoter dieselben Gebühren für die Sanktionierung ihrer Veranstaltung durch den BDB. Prinzipiell zahlte ein Multimillionen-Event-Unternehmer wie Universum Box-Promotion dasselbe wie jemand, der drei Vier-Runden-Kämpfe organisieren wollte. Auf diese Weise ließen sich die Großen und der Größte, Universum, quasi von den Kleinen die Veranstaltungen subventionieren. Gleichzeitig konnte Kohl durch den Zukauf von Stimmen im Verband nach Belieben bestimmen.
Ich weiß natürlich nicht, welche Pläne Herr Pütz und der BDB im Hinblick auf die Zukunft des deutschen Profiboxens haben. Ich und jeder andere, der nicht nur zu den Events geht, sondern sich auch fürs Boxen im allgemeinen und damit auch für kleinere Veranstaltungen interessiert, möchte aber doch gerne wissen, ob es in Zukunft für kleine und kleinste Veranstalter die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit dem BDB geben wird.
© Uwe Betker

Written by betker

2. März 2011 at 23:59

Die Nibelungentreue des BDB

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Ich frage mich, ob Klaus-Peter Kohl irgendwo auf dem Sonnedeck seiner Jacht sitzt und denkt: „Die braven …“ und Thomas Pütz im Chefsessel des Büros seiner Sicherheitsfirma: „War doch ein netter Versuch. So gehe ich in die Geschichte ein als der letzte Präsident“ und Dietmar Poszwa zufrieden: „Wir sind gut aufgestellt“ und Dr. Bodo Eckmann in seinem Bürostuhl: „Mit mir ging es erst richtig los“ und Stefan Braune: „Waren das geile Abstimmungen bei den Vollversammlungen.“
Der Grund für meine sehr bösen Phantasien sind die letzten Meldungen der dpa über den Bund Deutscher Berufsboxer:

„Vor dem Amtsgericht Norderstedt ist die am 10. Juni abgehaltene Wahl von Thomas Pütz (Kaltenkirchen) zum Präsidenten des „Bund Deutscher Berufsboxer“ und Michael Facklam zum BDB-Vizepräsidenten für ungültig erklärt worden.
Damit entsprach der Amtsrichter Burghard Schwarz den anklagenden BDB Mitgliedern Ebby Thust (Frankfurt), Enno Werle (Kaiserslautern) und Hagen Sevecke (Hattersheim). Die Kläger sehen nach dpa Informationen bei beiden Funktionären nicht satzungskonforme Vermengungen von ehrenamtlichen Tätigkeiten mit ihren beruflichen Existenzen.
Pütz ist Inhaber von Pütz Security. Das Bewachungs- und Sicherheitsunternehmen steht als Ordnungsdienst für die Events von Universum-Boxpromotion des Promoters Klaus-Peter Kohl mit diesem ebenso in enger geschäftlicher Beziehung wie Facklam, der Steuerberater von Kohl ist.
BDB-Präsident Pütz zu dpa: „Der BDB sanktioniert leider nur noch ganz wenige Boxveranstaltungen in Deutschland. Damit dürfte sich die Verbandstätigkeit und somit die von mir geleistete Vorstandsarbeit bald von selbst erledigen.“ Über das Überleben des Verbandes soll eine Generalversammlung in diesem Jahr entscheiden. Bis dahin steht der BDB ohne rechtsgültige Führung da.
Pütz war im Juni 2010 im zweiten Anlauf gewählt worden, nachdem die Erstauflage zwei Monate zuvor wegen Verstößen gegen die Satzung annulliert worden war. Schon da wurden Zweifel an der Rechtmäßigkeit wegen der Verquickung von Amt und Geschäft laut. Ein Mitglied kündigte an, die Wahl erneut anfechten zu wollen. Der BDB hat nur noch ca. 400 Mitglieder.“

Erinnern wir uns noch mal daran, wie Universum Box-Promotion seinen Kandidaten Thomas Pütz ohne Rücksicht auf Satzung und Wahlordnung, aber mit der geballten Macht der ihnen übertragenen, man könnte auch sagen gekauften, Stimmen durchsetzte. Nunmehr ist wohl endgültig juristisch geklärt, dass Pütz Security und das Steuerberaterbüro von Facklam in geschäftlichen Beziehungen zu Universum Box-Promotion steht. Die sehr lahme Argumentation von Pütz, diese Geschäftsbeziehungen seien ja so unwichtig – die ich im Übrigen auch zu keinem Zeitpunkt glaubhaft fand -, war vor Gericht nicht erfolgreich.
In einem letzten Kraftakt hat Klaus-Peter Kohl seinen Kandidaten Pütz, der sich im Profiboxen dadurch besonders hervorgetan hat, dass er Boxer zum Ring begleitete, durchgesetzt. Er hat dadurch nicht nur die Wahl von Jean-Marcel Nartz verhindert, der einer der Boxkenner Deutschlands ist, sondern er hat damit wohl auch noch dem BDB den Todesstoss versetzt.
Geradezu empörend finde ich aber, mit welchem Gleichmut der Nicht- oder Immer-Noch-Präsident Pütz das vermutliche Dahinscheiden des BDB kommentiert. Er sagt nicht etwa, dass er das Gespräch und den Rat von Nartz suchen will. Er sagt auch nicht, dass er auf Sauerland Event und Arena Box-Promotion zugehen will, die mit österreichischer bzw. mit lettischer Lizenz veranstalten. Und er sagt nicht, wir erarbeiten ein neues Konzept, das es kleineren Veranstaltern ermöglichen soll mit uns zu arbeiten. Nein, das sagt er alles nicht. Das Einzige, was er dazu zu sagen hat, ist: „Der BDB sanktioniert leider nur noch ganz wenige Boxveranstaltungen in Deutschland. Damit dürfte sich die Verbandstätigkeit und somit die von mir geleistete Vorstandsarbeit bald von selbst erledigen.“ Das soll wohl übersetzt heißen: Der BDB bleibt ausschließlich das, was er die letzten Jahre war – ein Vollstreckungsorgan von Klaus-Peter Kohl und Universum Box-Promotion. Wenn Universum untergeht, dann soll auch der BDB untergehen.
Das nenne ich Nibelungentreue – Treue bis in den Untergang: Der Treue zu einer Person und einem Veranstalter soll nun die Arbeit von vielen Funktionären, Punkt- und Ringrichtern und nicht zuletzt von Tausenden von Boxern geopfert werden, die sich in mehr als sechs Jahrzehnten bemüht haben.
Ich kann gar nicht so viel trinken wie ich … möchte.
© Uwe Betker

Eine Kampfansetzung für eine „First Lady“

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Cecilia Braekhus boxt am 20.11.2010 in Herningen, Dänemark, gegen Eva Halasi. Dabei geht Frau Braekhus (15 Kämpfe, 15 Siege, 3 durch KO) volles Risiko und setzt gleich alle drei ihrer WM-Gürtel im Weltergewicht aufs Spiel. Die in Kolumbien geborene Dänin ist seit März 2009 Weltmeisterin. Ihre Gegnerin kommt aus Serbien und hat mit ihren acht Kämpfen knapp halb soviel Kampferfahrung wie die Weltmeisterin. Halasi (8 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) ist die Nummer 30 der unabhängigen Weltrangliste. Über die aktuelle Position bei der WBA, der WBC und der WBO kann ich nichts sagen, weil ich aus irgendeinem mir unerfindliche Grund keine Ranglisten dieser Verbände finde.
Halasi hat zwei Gegnerinnen von Bedeutung geboxt. In ihrem ersten Kampf bekam sie es mit der jetzigen WIBF- und WIBA-Weltmeisterin im Leichtgewicht Rola El Halabi (16.11.2008) zu tun. In dem zweiten Kampf von Bedeutung trat sie gegen Jessica Balogun an (21.11.2009). Balogun ist aktuell Weltmeisterin im Weltergewicht bei einem Verband namens WFC, dem Verband von Ebby Thust. Beide Kämpfe verlor sie durch KO, den ersten in Runde 5 und den zweiten in Runde 4. Die sechs Gegnerinnen, die sie besiegt hat, hatten insgesamt nur vier Kämpfe absolviert, bevor sie gegen Halasi antraten.
Man sollte doch meinen, dass jemand, der sich„First Lady“ nennt, auch schon einen gewissen Anspruch an sich selbst hat. Einem solchen Anspruch würde Braekhus, nach meiner Meinung, mit einer solchen Kampfansetzung allerdings nicht gerecht.
Quervergleiche hinken zumeist. Dennoch möchte ich hier einen anstellen: Will Braekhus die „First Lady“ des Frauenboxens oder wenigstens des Weltergewicht der Frauen sein, so sollte sie Halasi schon in weniger als 4 Runden besiegen. Schafft sie es nicht, bleibt sie hinter den Vorgaben von Rola El Halabi und Jessica Balogun zurück. Sollte dies nun eintreten, so erhebt sich die Frage, warum man ihr eine so, sagen wir mal, schwache Gegnerin ausgesucht hat. – Die Regel der seriösen Weltverbände macht schon Sinn, nur WM-Kämpfe zu sanktionieren, wenn der Herausforderer oben in der Rangliste angesiedelt ist. Auch wenn es kaum Ranglisten bei den Frauenboxverbänden gibt, so sollte man aber doch mehr auf die Qualität der Gegnerinnen achten.
Ich persönlich würde gern einen Kampf zwischen Cecilia Braekhus und Jessica Balogun sehen. Gleichzeitig befürchte ich aber, dass es dazu nicht kommen wird. Was hätte denn Sauerland Event für ein Interesse an einem Kampf, den die Garantin für nordeuropäische TV-Gelder eventuell nicht gewinnt? Die Gerüchte werden nämlich immer lauter, die besagen, dass Balogun, die Sparringspartner von Braekhus, der Dänin in allen Belangen überlegen ist.
© Uwe Betker

Eine Eselsmütze

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Man sollte nicht zu sehr in der Vergangenheit leben – auch als Boxfan und erst Recht nicht, wenn man über Boxen schreibt. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei Herrn Ebby Thust bedanken. Er wies mich darauf hin – und es ist schon mehr als peinlich, dass ich darauf hingewiesen werden musste – dass nicht nur Rocky Marciano und Michele Aboro die einzigen Boxer sind, die als amtierende Weltmeister ungeschlagen zurücktraten. – „Das nennt man wohl einen Fauxpas.“

Wie konnte ich nur Svenni vergessen?

Sven Ottke: 34 Kämpfe, 34 Siege, 6 durch KO, Weltmeister im Super Mittelgewicht von 1998 bis 2004 nach Version IBF und von 2003 bis 2004 auch nach Version WBA.
Mir unbegreiflich, wie ich ihn vergessen konnte, zumal ich sehr viele seiner Kämpfe life in der Halle mit ansah.

Svenni ist der Dammbruch. Ist der Damm erst gebrochen, ergießen sich die Fluten unbarmherzig.

Joe Calzaghe: 46 Kämpfe, 46 Siege, 32 durch KO 32, Weltmeister im Super Mittelgewicht von 1997 bis 2008 nach Version WBO, 2006 nach Version IBF und 2007 nach Version WBC.

Michael Löwe: 28 Kämpfe, 28 Siege, 10 durch KO, Weltmeister im Weltergewicht nach Version WBO 1997.

Antonio Perugino – nein hier hört der Spaß auf, WBU-Weltmeister sehe ich nicht als Weltmeister an.

Hinzu käme noch ein Ricardo Lopez, der technisch gesehen, weil auch mit einem Unentschieden im Rekord, auch in diese Liste gehörte.

Das kommt davon, wenn man zu viel in die Vergangenheit lebt.

OK: Ich rufe dreimal ganz laut „Svenni“, setze mir eine Eselsmütze auf und stelle mich für den Rest der Stunde in die Ecke und schäme mich.

© Uwe Betker