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Eine Vorschau auf Cecilia Braekhus vs. Mia St John

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Cecilia Braekhus (21 Kämpfe, 21 Siege, 5 durch KO), die amtierende Weltmeisterin WBA, WBO und WBC (World Boxing Association, World Boxing Organization und World Boxing Council) boxt am 13.04.2013 in Frederikshavn, Dänemark gegen Mia St John. Der Name Mia St John (61 Kämpfe, 47 Siege, 18 durch KO, 12 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden) hatte mal Bedeutung im Frauenboxen. Ihre größten sportlichen Erfolge liegen schon etwas länger zurück. 1999 zierte sie das Cover des amerikanischen Boxsportfachmagazins Playboy. Immerhin konnte sie auf 11 Seiten ihr boxerisches Können zeigen. Zur gleichen Zeit war sie bei dem amerikanischen Veranstalter Top Rank unter Vertrag. Dort feierte sie als „Queen of the Four-Rounders“, als Königin der Vierrunder, ihre größten sportlichen Triumpfe. Kritiker gaben ihr den Ehrentitel „Bunny Boxer“.
2005 wurde sie dann Weltmeisterin im Leichtgewicht der IFBA, International Female Boxers Association. Um diesen grandiosen Weltmeistertitel wurde unglaubliche achtmal innerhalb von 12 Jahren geboxt. In ihrem viertletzten Kampf, am 20.03.2012, bekam sie von Rola El Halabi erst schwer Prügel und ging dann bereits in der 5. Runde TKO. Danach boxte sie gegen eine Dame namens Tammy Franks, die ihre letzten zehn Kämpfe alle verloren hatte. Hiernach machte sie eine nahezu zweijährige Pause. Bei ihrem Comeback besiegte sie überraschend Christy Martin, wodurch sie den vakanten Titel des WBC, World Boxing Council, gewann. Bereits in ihrer ersten Titelverteidigung gegen Tiffany Junot, war sie ihren Titel wieder los. Nun darf die 45 Jahre alte Mia St John gegen Cecilia Braekhus antreten. Man muss weder Prophet noch Boxsportexperte sein, um vorherzusagen, dass sie nicht den Hauch einer Chance hat zu gewinnen.
© Uwe Betker

Wenig Zeit

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Der in Kursk geborene Russe Alexander Wladimirowitsch Powetkin (25 Kämpfe, 25 Siege, 17 durch KO) dürfte wenig Zeit für sein Hobby, das Boxen, haben. Er lebt zusammen mit seiner Frau Irina und seiner Tochter Arina in Tschechow. Hauptberuflich ist er Abgeordneter im Gebietsparlament von Kursk. Dort verteidigt er zusammen mit seinen politischen Freunden von der Partei Einiges Russland die Demokratie, oder was sich Wladimir Putin darunter so vorstellt.
Aber manchmal findet Powetkin doch noch etwas Zeit und dann verdient er nebenbei mit seinem Hobby Geld, Geld, das jeder Haushalt in der Bundesrepublik zahlen muss; er verdient nämlich an den Rundfunkgebühren. Er ist bei Sauerland Event unter Vertrag und Sauerland Event überträgt bei der ARD. Somit stattet der Gebührenzahler den lupenreinen Demokraten noch mit einem Zusatzeinkommen aus.
Powetkin hat sportlich viel erreicht. Er darf sich Weltmeister im Schwergewicht nach Version WBA nennen. Dies wurde möglich, weil dieser Verband gerne Boxer, die Weltmeister bei mehreren Verbänden sind, zu „Super Champions“ erklärt, um dann den regulären Titel wieder vergeben zu können. Damit kann dann die WBA zweimal Gebühren kassieren. Ein weiterer Grund, warum er Weltmeister werden konnte, ist, dass er erfolgreich bis jetzt den Klitschkos, sozusagen den anderen Weltmeistern, aus dem Weg gehen konnte, was ihm bei mir den Ehrentitel „Zaghafter Zar“ eintrug.
Am 29.09.2012 boxte Powetkin wieder und verteidigte dabei erfolgreich seinen Weltmeistertitel. Da man einem so vielbeschäftigten Mann aber nun mal nicht zumuten kann, gegen einen richtigen Gegner zu boxen, suchte und fand man einen Gegner, den auch ein als Hobby boxender Abgeordneter beeindruckend besiegen kann, Hasim Rahman (61 Kämpfe, 50 Siege, 41 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO, 2 Unentschieden).
Rahman hatte vor gefühlten 30 Jahren, aber es sind in Wirklichkeit nur 11, sensationell Lennox Lewis durch KO besiegt. Er war ein paar Monate Weltmeister. Dann schlug Lewis ihn im Rückkampf KO. 2008 tat es diesem dann auch Wladimir Klitschko gleich. Seitdem stand Rahman noch fünfmal im Ring und blieb dabei unbesiegt. Seine Gegner waren von beeindruckender Schwäche. Der erste hatte von seinen letzten vier Kämpfen drei verloren, der Zweite drei von fünf, der Dritte zwei von vier, der Vierte vier von acht und der Fünfte sechs von neun. Diese beindruckende Siegesserie und die dann folgende Pause von 15 Monaten qualifizierten nun Rachman zum WM-Kampf gegen Powetkin. Sich über den Kampfverlauf und den Ausgang dieses Kampfes zu äußern, erübrigt sich.
Was mich an diesem Kampf noch weiter beschäftigt, ist allein die Frage, warum eigentlich die Gebührenzahler in Deutschland einem russischen Abgeordneten sein Hobby bezahlen sollen, wo dieser noch nicht einmal um einen richtigen Titel oder zumindest gegen einen richtigen Gegner boxen will. Warum zeigt die ARD kein richtiges Boxen?
© Uwe Betker