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Zehn Profiboxkämpfe in Remscheid

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Am Samstag, dem 17.11.2018, war die Sporthalle West in Remscheid Austragungsort von zehn Profiboxkämpfen, einem Kick-Box- und einen K1-Kampf. Die Sporthalle mit Empore, sechs VIP Tischen und Bestuhlung war wohl ausverkauft. Abgerundet wurde der Abend durch Rapper und mehrere Tanzgruppen.

Den Anfang machten im Mittelgewicht Ibrahim Yildirim (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Kemal Faik (11 Kämpfe, 11 Niederlagen, 10 durch KO). Faik begann schön und boxte lang. Aber schon bald übernahm Ibrahim Yildirim das Kommando. Er stellte seinen Gegner an den Seilen und ließ ihn nicht mehr weg. Nach ein paar Dutzend unbeantworteten Schlägen nahm der GBA-Ringrichter Kazim Kurnaz Faik aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:58 Minuten: Ibrahim Yildirim,

Im Schwergewicht maßen sodann Daniel Balabula (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Nikola Spasojeviv ihre Kräfte. Balabula machte von der ersten Sekunde an Druck. Er suchte den KO. Er trieb seinen Gegner vor sich her und versuchte ihn an den Seilen zu stellen, wo er ihn eindeckte. In der zweiten Runde ging dann Spasojevic nach einer solchen Aktion zu Boden. Zwar kam er noch rechtzeitig wieder hoch, doch sein Trainer nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:13:  Daniel Balabua,

Ebenfalls im Schwergewicht traf anschließend Huenkar Polat (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) auf den Debütanten Samir Begic. Polat beherrschte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Schön waren seinen Rechten zum Körper. Mitte der zweiten Runde legte Begic einen Zwischensprint ein: er verteilte viele Schläge auf die Deckung von Polat. Der dritte Durchgang war munter, beide machten mehr und standen häufig Fuß an Fuß und schlugen aufeinander ein, wobei Begic mehr Hände ins Ziel brachte. Zur vierten Runde trat er nicht mehr an, weil er sich seine rechte Schlaghand verletzt hatte. Sieger durch TKO, in Runde 4: Hunkar Polat.

Der erste Höhepunk des Abends war der Sechsrunder im Super Weltergewicht mit Malik Yasir (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) und Robin Schoengart (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Schoengart versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen. Yasir versuchte dementsprechend, seinen Reichweitennachteil auszugleichen und an den Mann heranzukommen, wobei er mit seinem Vorhaben erfolgreicher war als Schoengart. Die Begegnung war ausgesprochen munter. Mehrfach kam Yasir schön mit seinem rechten Cross durch. In der zweiten Runde ging Schoengart nach mehreren Körpertreffern in der Ecke von Yasir runter. Anfang der dritten Runde stellte Yasir seinen Gegner erneut in seiner Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Schoengart nahm Körpertreffer auf Körpertreffer, bevor er vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 54 Sekunden: Malik Yasir.

Im Mittelgewicht gaben danach Yan Sumbu Nsasi und Hasa Kurdia ihr Profidebüt. Nsasi boxte bemerkenswert abgeklärt. Er schaute sich in der ersten Runde seinen Gegner genau an, um dann in der zweiten die Jagd aufzunehmen. Er trieb ihn vor sich her, verteilte schön zu Körper und Kopf. In der dritten Runde stellte er ihn in seiner eigenen Ecke und holte ihn mit Körpertreffern von den Beinen. Kurdia wurde von Ringrichter Izzet Kurnaz am Boden kniend ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3, nach 53 Sekunden: Yan Sumbu Nsasi.

Armin Malekzadeh (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Baskim Jakupi (12 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 11 Niederlagen, 9 durch KO) boxten einen Vierrunder im Super Weltergewicht gegeneinander. Malekzadeh dominierte den Kampf durch seine Schnelligkeit: schnelle Beine und schnelle Fäuste. Er trieb seinen chancenlosen Gegner vor sich her und streckte ihn mit einem Leberhaken zu Boden. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:23 Minuten: Armin Malekzadeh.

Im Mittelgewicht traten dann Sergej Wotschel (14 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Zoran Sekularac (24 Kämpfe, 17 Siege, 13 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) zu einem Sechsrunder gegeneinander an. Sekularac kam, gekleidet mit einem Wolfsfell als Umgang, in den Ring. Wölfe sind Rudeltiere und Boxen ist ein Individualsport. Das ging dann auch nicht gut. Wotchel machte sich sehr unaufgeregt daran, den Wolf zu erlegen. In der ersten Runde kam er mehrfach schön mit Körperhaken durch, in der zweiten ging er mehr zum Kopf. Immer wieder kam er durch die Deckung, durch die Mitte zum Kopf durch. Ende der dritten Runde holte sich Sekularac einen tiefen Cut über dem linken Auge und konnte zur nächsten Runde nicht mehr antreten. Sieger durch TKO in Runde 4: Sergej Wotschel.

Als nächstes stiegen Kai Hildebrandt (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Amir Suljovic (10 Kämpfe, 10 Niederlagen, 8 durch KO) für einen Vierrunder im Cruisergewicht in den Ring. Der Kampf war schon zu Ende, bevor er noch richtig angefangen hatte. Sehr schnell verletzte Amir Suljovic seinen rechten Ellenbogen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 45 Sekunden: Kai Hildebrandt.

Hiernach boxten Adem Fetahovic (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Sabri Ulas Göcmen (39 Kämpfe, 11 Siege, 1 durch KO, 28 Niederlagen, 27 durch KO) einen Vierrunder im Mittelgewicht. Fetahovic wollte den vorzeitigen KO. Jeder Schlag war mit größtmöglicher Härte geschlagen. Dem hatte Göcmen nicht viel entgegenzusetzen. Zur zweiten Runde trat er dann auch nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Adem Fetahovic.

Hauptkampf des Abends war ein Sechsrunder im Halbschwergewicht mit Martin Houben (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Armin Kukic (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 3 durch KO). Der Kampf der beiden war gut, aber kurz. Houben kam mit seiner Rechten gut zu Kopf und Körper durch. Eine brutale Rechte zum Körper schickte Kukic auf die Bretter, wo er ausgezählt wurde. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:06 Minuten: Martin Houben.

Die erste Remscheider Profi-Boxnacht war ein Erfolg. Von einigen, die dort geboxt haben wird man in den nächsten Jahren noch hören. Es wäre schön, wenn der ersten nun auch eine zweite, eine dritte, eine vierte usw. Profi-Boxnacht in Remscheid folgen würde.

© Uwe Betker

Die dritte Assassin Fighting Championship

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Die Eissporthalle in Dorsten ist wieder einmal zu einem Ort geworden, an dem man gewesen sein musste, um man harte Profiboxkämpfe zu sehen. Es begann mit zwei 8-jährigen Jungen, die einen K1 Kampf zeigten. Anschließend gab es zwei Amateurboxkämpfe und dann folgten noch zwölf Profiboxkämpfe, von denen einige richtig klasse waren.
Den ersten dieser Profikämpfe bestritten im Super Weltergewicht Azad Dogru (15 Kämpfe, 15 Niederlagen, 15 durch KO) und Marcus Jakobs, der sein Debüt gab. Der Kampf war geprägt von Hektik. Jakobs ging etwas ungestüm nach vorne und Dogru lief um sein Leben. Dogru ging erst in der Ecke von Jakobs zu Boden, dann in seiner eigenen und schließlich in einer neutralen Ecke. Die Niederschläge waren mehr das Ergebnis von Dogrus Überforderung, als der Schlagwirkung von Jakobs geschuldet. Der GBA-Ringrichter Kornelius Bernds winkte beim dritten Niederschlag den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:31 Minuten: Marcus Jakobs.

Danach stiegen Eduino Dos Santos und Ahmet Akil, beides Debütanten, für eine Schwergewichtsbegegnung in den Ring. Dos Santo machte den Kampf. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Akil verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte, den Schlägen auszuweichen. Immer wenn er nah an Dos Santos stand, deckte er ihn mit Schlägen zum Körper ein. Zur zweiten Runde trat er nicht mehr an: Sieger durch TKO in Runde 2: Eduino Dos Santos.

Ebenfalls im Schwergewicht boxten sodann David Gegeshideze (40 Kämpfe, 20 Siege, 6 durch KO, 19 Niederlagen, 15 durch KO, 1 Unentschieden) und Sascha Prinz (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) gegeneinander. Gegeshideze, ein sehr zäher Handlungsreisender in Sachen Boxen, machte es Prinz schwer. Der kam auch in der ersten Runde nur einmal mit einem schönen rechten Cross durch, der Gegeshideze beeindruckte. Es sah ganz danach aus, als hätte Prinz vier Runden harte Arbeit vor sich. Dann kam Prinz aber, zu Anfang der zweiten Runde, mit einem brutalen rechten Körperhaken durch, der Gegeshideze zu Boden sinken ließ. Während der Ringrichter Kazim Kurnaz noch zählte, kam das Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, Nach 29 Sekunden: Sascha Prinz.

Im Super Weltergewicht maßen anschließend Devor Matic (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Yaser Yüksel (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) ihre Kräfte. Ich möchte aber lieber sagen, die Beiden verglichen ihre boxerischen Fähigkeiten. Yüksel spielte tatsächlich ein grausames Spiel mit seinem Gegner. Wie eine Katze mit einer gefangenen Maus spielt, so spielte Yüksel mit Matic. Ohne Deckung, nur auf seine Reflexe und schnellen Beine vertrauend, machte er gerade eben genug, um Matic seine Dominanz spüren zu lassen. Ende der ersten Runde schlug er ihn durch einen Kopftreffer zu Boden. Den Kampf sodann zu beenden, dazu machte er aber dann keine Anstalten. Immer weiter ging das Spiel. Die dritte Runde endete genauso wie die erste – nur dass es diesmal ein Körpertreffer war. In der vierten Runde kam Matic zweimal mit einer Rechten durch, was Yüksel gar nicht gefiel. Er erhöhte daraufhin den Druck und machte Ernst. Er stellte Matic in einer neutralen Ecken und ließ ihn nicht mehr raus. Matic ging zu Boden. Diesmal setzte Yüksel nach und stellte Matic erneut. In dessen eigener Ecke deckte er ihn ein. Wieder musste Matic zu Boden. Hier nun beendete Kornelius Bernds das grausame aber kurzweilige Spiel. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1:11 Minuten: Yaser Yüksel.

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Es folgte eine Begegnung im Super Mittelgewicht zwischen Muharem Özkul und Jerome Kock (4 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO). Kock begann gut. Er beherrschte die Ringmitte und trieb Özkul vor sich her. Der Kampf war munter, auch weil Özkul entschlossen schien, in seinem Profidebüt nicht zu verlieren. Immer wieder versuchte er, Kock mit Körpertreffern langsamer zu machen. Aber zur dritten Runde trat er dann doch nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Jerome Kock.

Dann boxten Drazjan Janjanin (30 Kämpfe, 15 Siege, 14 durch KO, 15 Niederlagen, 7 durch KO) und Kristijan Krstacic (15 Kämpfe, 14 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Cruisergewicht gegeneinander. Krstacic begann verhalten, kreiste um seinen Gegner herum. Kontinuierlich erhöhte er den Druck. Immer wieder ging er mit der Linken zur Leber – das mochte Janjanin augenscheinlich gar nicht. Zur zweiten Runde trat Janjanin dann auch nicht mehr an. Er gab vor, sich den Ellenbogen seiner Linken verletzt zu haben. Sieger durch TKO in Runde 2: Kristijan Krstacic.

Es folgte eine richtig harte Ringschlacht. Nikoloz Berkatsahvili (48 Kämpfe, 29 Siege, 12 durch KO, 19 Niederlagen, 17 durch KO) traf im Leichtgewicht auf Atilla Koyabasi (9 Kämpfe, 9 Siege, 5 durch KO). Koyabasi wollte so schnell wie möglich in den Schlagabtausch. Er wollte ganz offensichtlich den KO-Sieg. Dementsprechend schnell führten die Beiden die Begegnung, die wirklich sehr schnell, sehr hart und sehr intensiv war. Zuerst schickte ein harter rechter Kopfhaken Berkatsahvili zu Boden. Ringrichter Izzet Kurnaz bekam danach aber erst recht viel zu tun. Der Kampf wurde noch härter und nun auch unsauber von beiden Seiten geführt. Es gab viele wilde Schlagabtäusche. Berkatsahvili fand sich noch mehrfach auf dem Ringboden wieder, allerdings wurde er nicht angezählt, denn es waren Ausrutscher und Schupser. Irgendwann hatten dann sowohl Berkatsahvili als auch Koyabasi je einen Cut an einem Auge. Anfang der zweiten Runde kam Koyabasi erneut mit einer harten Rechten zum Kopf durch, die Berkatsahvili zu Boden zwang. Kurze Zeit später war er wieder auf dem Boden, Erschöpfung und ein paar Schläge waren Schuld daran. Hier nun beendete der Ringrichter den Kampf: Sieger durch TKO in Runde 2, nach 54 Sekunden: Atilla Koyabasi.

Im Schwergewicht maßen danach Asad Adrovic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Eugen Buchmüller (8 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO) ihre Kräfte. Der bereits 36 Jahre alte Buchmüller beeindruckte. Er zeigte sehr-sehr schnelle Hände. Er trieb Adrovic vor sich her. Dieser hielt aber tapfer dagegen. Buchmüller boxte sehr souverän. Zum Ende der ersten Runde sickerte Blut aus dem linken Ohr von Adrovic. Zur zweiten Runde konnte er deshalb nicht mehr antreten: Sieger durch TKO in Runde 2. Eugen Buchmüller.

Im Anschluss kämpften Giorgi Khulelidze (16 Kämpfe, 9 Siege, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Yusuf Kangül (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) im Super Mittelgewicht gegeneinander. Beide trafen sich im Ring und suchten den Schlagabtausch. Beide boxten nur an, um sodann in den Abtausch zu gehen. Es gab viele intensive Schlagabtäusche, bei denen der starke Kangül die Oberhand behielt. Anfang der zweiten Runde kam er mit einer schönen Rechten zum Kopf durch, die Khulelidze auf die Bretter schickte. Der zerfiel dann zusehens. Kurze Zeit später fand er sich in einer neutralen Ecke erneut auf dem Boden wieder. Ein Leberhaken hatte ihn gefällt. Seine Ecke hatte nun endlich Erbarmen mit ihm und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 42 Sekunden: Yusuf Kangül.

Die Veranstalterin Edda Essaoudi (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) bestritt den einzigen Frauenboxkampf des Abends. Sie boxte im Federgewicht gegen Nikolina Vokie. Der Kampf war kurz und hart. Essaoudi trieb ihre Gegnerin vor sich her und deckte sie mit Schlägen ein, kaum dass sie sie gestellt hatte. Schon bald war klar, dass sie Vokie keine Chance lassen würde. Essaoudi stellte sie an den Seilen und ließ sie nicht mehr weg. Unter dem Schlaghagel brach Vokie zusammen und die Ecke warf das Handtuch. Siegerin durch TKO in Runde 1, nach 57 Sekunde: Edda Essaoudi.

Im vorletzten Kampf des Abend trafen Ramazi Gogichashvili (48 Kämpfe, 28 Siege, 15 durch KO, 18 Niederlagen, 12 durch KO, 2 Unentschieden) und Tahir Kahrovic (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO), genannt Tommy Punch, aufeinander. Es handelte sich um eine Junioren Weltmeisterschaft im Cruisergewicht, nach Version WBU. Beide Boxer agierten hinter einer kompakten Doppeldeckung. Gogichashvili besetzte die Ringmitte und Punch kreiste um ihn herum. In der zweiten Runde machte Punch mehr Druck, wodurch es zu mehr Aktionen kam. Ringrichter Sergej Kovalenko hatte am Ende der Runde seine liebe Mühe, Punch und Gogichashvili zu trennen. In der vierten Runde wurde der Kampf härter. Punch wurde für Schlagen mit dem Ellenbogen ermahnt. Ende der Runde ging Gogichashvili zu Boden, nach einer Rechten zum Körper. Später ging er in der neutrale Ecke, nach vielen Treffern, die er nehmen musste, erneut zu Boden. Das wiederholte sich nach kurzer Zeit am gleichen Ort dann noch mal. Gogichashvili hatte offensichtlich den Ehrgeiz, das Ende der Runde zu erreichen, was ihm auch gelang. Zur nächsten Runde trat er allerdings nicht mehr an, Sieger durch TKO in Runde 5: Tahir Kahrovic.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Ilias Essoaudi (10 Kämpfe, 10 Siege, 8 durch KO). Er boxte gegen Chris Hermann (37 Kämpfe, 22 Siege, 13 durch KO, 14 Niederlagen, 12 durch KO, 1 Unentschieden). Dabei ging es um die WBU-Weltmeisterschaft im Super Weltergewicht. Der Kampf war kurz, weil Essoaudi nicht lange fackelte. Ein linker Körperhaken ließ Hermann zum ersten Mal auf die Bretter gehen. Etwas später schickte eine Rechte zum Kopf Herrmann beinahe durch die Seile. Kurz vor Ende der ersten Runde war er wieder am Boden. Diesmal war es allerdings ein Ausrutscher. Aber es war allen in der Halle klar, dass Herrmann kurz vor dem Ende war. In der zweiten Runde vollendete Essoaudi sein Werk. Zu Beginn der Runde zwang eine schöne Kombination sein Gegenüber erneut zu Boden. Dann fällte ein schöner brutaler Leberhaken Herrmann ein weiteres Mal. Es kam nun schließlich ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:22 Minuten: Ilias Essoaudi.

Abschließend muss gesagt werden: Die Veranstaltungen des Ehepaars Essaoudi werden immer besser. – Wann ist die nächste Profiboxveranstaltung in der Eissporthalle in Dorsten?
(C) Uwe Betker

Written by betker

14. Mai 2017 at 23:59

Veröffentlicht in Boxen, Frauenboxen

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Großartiges Boxen in Fürth

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Fürth war bis jetzt noch nicht verzeichnet auf meiner persönlichen Deutschlandkarte des Profiboxens. Aber mit der Veranstaltung, die am Samstag, dem 26. März 2016, in der Stadthalle Fürth stattfand, hat sich dies geändert. Geboten wurde hier Profiboxen, Kickboxen und Muaythaiboxen – insgesamt neun Kämpfe. Einer, der zweite Hauptkampf des Abends, war denn auch die WKU Muaythai-EM im Halbschwergewicht zwischen Eugen Main und Andrej Simkulic. Der Nürnberger Main verlor, weil er sich einen 10 bis 15 Zentimeter langen, stark blutenden Cut auf der Stirn zugezogen hatte. Die drei Runden waren, sofern ich das überhaupt beurteilen kann, bis dahin wirklich gut gewesen.

Die ersten beiden Profiboxkämpfe des Abends bestritten die Debütanten und Brüder Martén und Sascha Arsumanjan. Sehr bemerkenswert war dabei die Auswahl der Gegner aus der Tschechei, die beide auf Boxrec einen Stern haben. Das waren schon wirklich sehr mutige Ansetzungen.
Im ersten dieser beiden Boxkämpfe maßen Robert Blazo (44 Kämpfe, 13 Siege, 5 durch KO, 29 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) und Martén Arsumanjan im Super Mittelgewicht ihre Kräfte. Der Debütant Arsumanjan machte seine Sache sehr gut. Er boxte mit einer lässig hängenden Führhand, zeigte eine gute Beinarbeit und wechselte immer wieder für kurze Zeit die Auslage. Blazo boxte meist hinter einer ziemlich kompakten Doppeldeckung. Er war offensichtlich nicht nach Fürth gekommen, um sich kampflos geschlagen zu geben. Am Ende der ersten Runde stellte er Arsumanjan an den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein, die jedoch meist nur die Deckung trafen. In der unmittelbar darauf folgenden Szene stellte Arsumanjan Blazo an den gegenüberliegenden Seilen und deckte ihn seinerseits ein, wobei er zumeist zum Kopf ging und auch häufiger traf als sein Gegner. In den folgenden Runden steigerten sich Härte und Tempo des Kampfes immer mehr. Arsumanjans Physis war beeindruckend. Er kämpfte systematisch seinen Gegner nieder. In der vierten und letzten Runde wollte er den KO und der erfahrene Blazo hatte seine liebe Not den Schlussgong zu erreichen. Am Ende des beeindruckenden Profidebüts stand ein eindeutiger Punktsieg für Martén Arsumanjan.
Im Halbschwergewicht gab dann Sascha Arsumanjan gegen Josef Obeslo (37 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 28 Niederlagen. 3 durch KO) sein Debüt als Preisboxer. Die erste Runde verlief seltsam. Bis kurz vor Schluss war es ein Duell der Führhände, wobei Obeslo immer wieder mit seinem Jab an der rechten Führhand seines Gegeners vorbei kam und punktete. Am Ende der Runde stellte Arsumanjan Obeslo in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit Kombinationen ein. Obeslo hatte seine Schwierigkeiten. Jedoch kämpfte er sich aus der Ecke heraus. Die zweite Runde begann Arsumanjan in der Normalauslage, wurde immer stärker und kam immer wieder mit Einzelschlägen und mit Kombinationen durch. Er bekam den Kampf in den Griff. In der dritten Runde suchte Arsumanjan den KO. Obeslo, seinerseits versuchte über die Zeit zu kommen. Das führte dann zu vielen harten und zum Teil auch unfairen Schlagabtäuschen, bei denen der eine immer wieder auf den Hinterkopf schlug und der andere zu tief abduckte und versuchte, mit dem Ellenbogen zu schlagen. Die vierte und letzte Runde wurde dann noch härter und verbissener geführt. Obeslo hielt nun noch mehr gegen und hatte durchaus seine Momente, in denen seine Schläge auch ihr Ziel fanden. Dann ließ eine rechte und linke Gerade zum Kopf Obeslo rückwärts quer durch den Ring taumeln, bis die Seile ihn aufhielten. Für der Rest der Zeit standen beide Kontrahenten Fuß an Fuß und schlugen aufeinander ein. Am Ende des beeindruckenden Profidebüts stand ein eindeutiger Punktsieg für Sascha Arsumanjan.

Es folgte der erste und einzige Frauenboxkampf des Abends. Özlem Sahin (22 Kämpfe, 20 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) traf auf Elke Beinwachs (14 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden), m. a. W. es standen sich hier die zwei besten Minimumgewichtlerinnen im deutschen Sprachraum gegenüber. Von der ersten Runde an machte die Exweltmeisterin Sahin Druck und Beinwachs versuchte nur, dem auszuweichen. Immer wieder kam Sahin mit rechten Kopfhaken durch. Zu Beginn der zweiten Runde trug Beinwachs Sahin den Kampf an, den diese auch annahm. Nach zirka 30 Sekunden hatte Sahin jedoch das Heft wieder in der Hand und gab es dann auch nicht mehr ab. Zum Ende der Runde schien Beinwachs durch einige Treffer beeindruckt. In den folgenden vier Runden bestimmte Sahin das Tempo nach Belieben. Immer wieder variierte sie es, wie sie wollte. Sie kam auch immer wieder und immer häufiger mit Schlägen durch. Es gab wirklich schöne Schlagabtäusche, bei denen Sahin jeweils die Oberhand behielt. Zum Ende des Kampfes wurde die Linke ihre effektivste Waffe. In der letzten Minute der letzten Runde suchte Sahin dann noch den KO Erfolg. Sie zwang Beinwachs immer wieder Schlagabtäusche auf. Und kurz vor dem Gong sah es auch so aus, als würde Beinwachs wackeln. Am Ende des wirklich guten Gefechtes stand dann schließlich als Punktsiegerin Özlem Sahin.
Den ursprünglich auf acht Runden angesetzten Hauptkampf des Abends bestritten im Mittelgewicht Wanik Awdijan (15 Kämpfe, 14 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Patryk Litkiewicz (27 Kämpfe, 18 Siege, 11 durch KO, 9 Niederlagen, 2 durch KO). Der erst 20-jährige Awdijan war vor dem Kampf die Nummer 6 in Deutschland und die Nummer 139 in der Welt. Sein polnischer Gegner hatte beim Wiegen am Vortag fast fünf Kilo zu viel auf die Waage gebracht und beim Nachwiegen vor dem Kampf war er nur unwesentlich leichter. Daher wurde der Kampf auf sechs Runden reduziert.
Awdijan wollte den Kampf von der ersten Sekunde an so schnell wie möglich beenden, ohne jedoch zu überhasten. Nach dem erstem Gong schlug er gleich eine linke Gerade zum Kopf und eine rechte Gerade zum Körper. Die Rechte kam durch und schon war es allen aufmerksamen Beobachtern klar, dass Litkiewicz am Körper empfindlich ist. Awdijan zeigte einen explosiven und präzisen Jab, schlug dann einen rechten Kopfhaken oder zum Körper. Awdijan arbeitete systematisch und in Ruhe daran, Litkiewicz KO zu schlagen. Anfangs der zweiten Runde kam er dann auch mit einem brutalen rechten Haken zum Kopf durch und fällte seinen Gegner. Zwar kam der wieder hoch und wollte sich zum Kampf stellen, aber der sehr gut und unauffällig agierende österreichische Ringrichter Ernst Salzgeber winkte den Kampf ab, weil Litkiewicz noch wackelte. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 24 Sekunden: Wanik Awdijan.
Zirka 1.200 Zuschauer waren in der Stadthalle Fürth Zeuge einer wirklich guten Veranstaltung, bei der alle vier Profiboxkämpfe bemerkenswert gut und sehenswert waren. Die debütierenden Brüder Martén und Sascha Arsumanjan zeigten erstaunliche Leistung gegen starke Gegner. Mindestens einer von beiden, wird, sofern man das jetzt schon beurteilen kann, seinen Weg machen. Özlem Sahin zeigte, dass sie wieder da ist und auf dem Weg zu einer WM. Mit Wanik Awdijan ist zu rechnen. Auch er dürfte bald um einen Titel boxen. Der Veranstalter Bernard Caplin hat mit seinem „The Champions Club Germany“ eine Marke kreiert. Für mich ist die Metropolregion Nürnberg/Fürth dick und rot auf meiner persönlichen Deutschlandkarte des Profiboxens eingezeichnet.
© Uwe Betker

Huck Reloaded und andere Boxkämpfe

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Am 27.02.2016 war das Gerry Weber Stadion Austragungsort für die Show „Huck Reloaded“. Damit hat Marco Huck (43 Kämpfe, 39 Siege, 27 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) praktisch ein Wunder vollbracht, denn RTL übertrug seinen Kampf, trotz der KO-Niederlage, die er am 14.08.2015 in Newark, New Jersey, gegen den nicht sehr hoch eingeschätzten Krzysztof Głowacki einstecken musste. Wodurch er seinen WM Titel der WBO verloren hatte.
Leider hielt sich Huck Sports Promotion nicht an den Zeitplan. Angekündigt war, dass der erste Kampf um 19 Uhr beginnen sollte. Leider sah ich, als ich um 18:45 die Halle betrat, vom ersten Kampf nur noch, wie Slobodan Culum (28 Kämpfe, 11 Siege, 8 durch KO, 17 Niederlagen, 11 durch KO) ausgezählt wurde. Der Ringsprecher verkündete den Sieg des Halbschwergewichtlers Marco Nikolic (11 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO) durch KO in Runde 4 nach 2:52. Dass dieser Kampf vorgezogen wurde, ist für mich umso unverständlicher, weil es später Leerlauf und Pausen gab.
Im Super Mittelgewicht trafen dann Emin Atra (7 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO) und Nikola Matic (45 Kämpfe, 13 Siege, 9 durch KO, 32 Niederlagen, 6 durch KO) aufeinander. Der auf sechs Runden angesetzte Kampf gestaltete sich für Atra schwieriger, als vorher zu vermuten war. Atra begann sehr verhalten. Er verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und studierte seinen Gegner. Dann kam er mit einem linken Körperhaken und einen rechten Kopfhaken durch und Matic zeigte sich beeindruckt – sogar zweimal. Das Ende für Matic schien nah. Es entstand der Eindruck, als wäre er beide Male eingeknickt. Aber er kam zurück in den Kampf. Er punktete mit seiner Führhand und versuchte, Schwinger ins Ziel zu bringen. In den folgenden Runden wogte der Kampf hin und her. Allerdings gab es nur relativ wenige Aktionen. Zwar störte Atras Führhand die Aktionen seines Gegner, aber sie trafen ihn nur sehr selten. In der zweiten Runde machte Atra dann mehr. Er zeigte auch gute Meidbewegungen. Dafür ging die dritte Runde wieder an Matic. Die vierte war ausgeglichen und die fünfte plätscherte so vor sich hin. Atra erhöhte aber zum Ende hin den Druck. Die sechste Runde war die beste des ganzen Kampfes. Die ersten zwei Minuten gehörten Matic, der es sogar mehrfach schaffte, sein Gegenüber an den Seilen zu stellen. Zum Ende hin kam Atra wieder auf. Er konnte auch noch eine schöne rechte Grade zum Kopf ins Ziel bringen. Am Ende stand schließlich ein recht knapper Punktsieg für Emin Atra (57:57, 59:55 und 58:56).
Ebenfalls im Super Mittelgewicht maßen Semir Bajrovic (18 Kämpfe, 15 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Gary Abajyan (57 Kämpfe, 30 Siege, 14 durch KO, 24 Niederlagen, 4 durch KO) ihre Kräfte. Auch dieser Kampf ging hin und her. In der ersten Runde hatte Abajyan mehr vom Kampf. Er schob sich, hinter seiner Doppeldeckung verschanzt, an seinen Gegner heran und punktet mit seiner linken Graden, die manchmal ihr Ziel fand. In der zweiten Runde boxte Bajrovic weiter im Rückwärtsgang – machte aber mehr. Abajyan suchte den Infight, wo aber nicht viel passierte. In der dritten Runde punkte Abajyan wieder mit seinem Jab. Wenn ich es richtig gesehen habe, schlug Bajrovic in dieser Runde nur ein einziges Mal zu. In der vierten Runde wurde Bajrovic immer stärker. Er arbeitete nun mehr. Er versuchte, Abajyan mit Schwingern zu beeindrucken. Dieser verletzte sich irgendwann die linke Schulter, was ihn sichtlich behinderte. Zur fünften Runde trat er dann nicht mehr an, wodurch Semir Bajrovic Sieger durch TKO wurde.

Im vierten Kampf, der im Mittelgewicht stattfand, boxten Dominik Britsch (35 Kämpfe, 32 Siege, 11 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Slavisa Simeunovic (34 Kämpfe, 19 Siege, 17 durch KO, 15 Niederlagen, 12 durch KO) gegeneinander. Um es gleich vorweg zu sagen, am Ende des Achtrunders stand ein einstimmiger Punktsieg für Britsch. Die Punktrichter gaben ihm jeder alle Runden. Britsch und Simeunovic arbeiteten viel. Aber Britsch war seinem Gegner in allen Belangen überlegen. Er verteilte seine Schläge gut. Er punktete schön mit der Führhand. Er setzte klare Treffer. Man hatte aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es könnte ein vorzeitiges Ende geben.
Als nächstes stieg Besar Nimani (22 Kämpfe, 21 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) in den Ring. Der Super Weltergewichtler stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass mit ihm zu rechnen ist und dass er einen Titelkampf verdient. Er demontierte Chris Herrmann (31 Kämpfe, 21 Siege, 12 durch KO, 10 Niederlagen, 9 durch KO) geradezu. Um es noch deutlicher zu sagen: Es sah so aus, als würde eine Katze mit einer Maus spielen. Nimani agierte, Herrmann reagierte. Nimani wechselte immer wieder die Auslage und spielte. Er trieb sein Gegenüber ein bisschen durch den Ring, dann schlug er ein paar Kopfhaken und dann nahm er das Tempo und den Druck wieder etwas raus. In der zweiten Runde ging Herrmann dann in einer neutralen Ecke zu Boden und wurde angezählt. In der dritten Runde machte Nimani dann etwas mehr. Er setzte Herrmann mit ein paar Kopfhaken unter Druck, um ihn dann mit einem Leberhaken zu Boden zu schicken. Herrmann stellte sich noch mal dem Kampf, musste aber nach einer Linken zum Kopf erneut zu Boden. Ein umsichtiger Ringrichter Arnold Golger beendete den ungleichen Kampf. – Es wird langsam Zeit, dass Besar Nimani einen Titelkampf bekommt.
Hiernach stieg Cecilia Braekhus (28 Kämpfe, 28 Siege, 7 durch KO) in den Ring. Sie vereidigte eindrucksvoll ihre Weltmeistertitel der WBC, WBA, IBF, WBO und IBO im Weltergewicht gegen Chris Namus (26 Kämpfe, 21 Siege, 8 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO). Obwohl Namus in der unabhängigen Weltrangliste ganz weit oben steht, hatte sie nicht den Hauch einer Chance gegen Braekhus. Über zehn Runden lang zeigte die amtierende Weltmeisterin ihr, was sie boxerisch alles besser kann. Braekhus zeigte einen sehr guten Jab und gutes und variables Boxen. Namus zeigte Kampfgeist und den Willen zu gewinnen. Immer wieder wurde sie abgekontert. Nur sehr selten konnte sie einen Treffer landen. Cecilia Braekhus war einfach zu überlgen. Die Punktrichter waren sich einig, ihr alle Runden zu geben.
Den Schluss bildete dann das vierte Aufeinandertreffen von Marco Huck und Ola Afolabi (31 Kämpfe, 22 Siege, 11 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO, 4 Unentschieden). Der übertragende Fernsehsender sprach von einer WM – es ging um den Weltmeistertitel der IBO im Cruisergewicht. Es fielen auch Worte wie „Thron“ besteigen u.s.w. Es muss aber schon gesagt werden, dass die International Boxing Organization im Männerboxen doch ein nur unbedeutender Verband ist. Gleichwohl war der Kampf interessant. Huck war hoch motiviert. Wie am Anfang seiner Karriere schlug er viel auf dem Hinterkopf, zog mit dem Ellenbogen durch, schubste und schlug. Für eines seiner vielen Fouls bekam er sogar vom Ringrichter einen Punktabzug. Den Zuschauern in der Halle gefiel das überhaupt nicht; sie quittierten die Strafe mit Pfiffen und Buhrufen. Huck machte alles in allem das, was seine Zuschauer von ihm sehen wollten. Er kämpfte schmutzig und verprügelte seinen Gegner. Der 31-jährige Afolabi wirkte alt und verbraucht. Hucks Führhand war schneller als seine. Und Huck wollte den Sieg. Zur elften Runde trat Afolabi nicht mehr an.
© Uwe Betker

Eine gute Alternative zu Interims- und Irgendwasmeisterschaften

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Am Samstag, dem 09. Mai 2015 gab es in Deutschland eine große Auswahl an Boxveranstaltungen. Man hätte zu Felix Sturm und Jack Culcay nach Frankfurt/Main fahren können, um sich Interims-Weltmeisterschaften, oder quasi doch richtige Weltmeisterschaften, auf jedenfalls irgendetwas mit Meisterschaft und Welt und irgendetwas ansehen zu können. Oder man hätte zu Werner Kreiskott fahren können, um mit dem Kultboxer aus Wuppertal den Gewinn seiner WBU Europameisterschaft zu feiern. Man hätte natürlich auch nach Hildesheim fahren können, um Mark de Mori gegen Raymond Ochieng zu sehen. Ich entschied mich jedenfalls dafür, zum Cologne Beatdown zu fahren. Bihes Barakat stellte diese Show im neu errichteten Güney Event Center in Köln Godorf auf die Beine und stieg auch selber in den Ring. Es gab 8 K1 Kämpfe, 8 Amateurkämpfe und 5 Profikämpfe zu sehen.
Den ersten Profikampf des Abend bestritten Koksal Orduhan (28 Kämpfe, 26 Niederlagen, 12 durch KO, 2 Unentschieden) und Oliver Althof (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage) im Halbschwergewicht. Um es vorweg zu sagen: Der Kampf war gut und unterhaltsam. Althof war der aktivere und der bessere Boxer. Orduhan verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und ließ die Körpertreffer über sich ergehen. Hin und wieder schlug er Schwinger oder unorthodoxe Schläge, die allerdings nicht ungefährlich waren. Meist trafen sie aber nur die gute Deckung von Althof – aber nicht immer. Ein-, zweimal hatte ich den Eindruck, dass schon Althof beeindruckt war. Althof punktete mit der linken Führhand zum Kopf und eben mit Körpertreffer. Die ersten drei Runden verliefen nach diesem Muster und gingen alle an ihn. – Dann waren da aber noch die Showeinlagen von Orduhan. Mal demonstrierte er, dass ihm die Schläge, die er genommen hatte, gar nicht wehgetan hatten. Dann stemmte er mal seine Hände in die Hüfte und ließ sich kurzzeitig ohne Deckung schlagen. Er wechselte demonstrativ die Auslage, oder er ließ sich in die Seile fallen. Zwei bis fünf Einlagen streute er so in jede Runde ein.
In der vierten und letzten Runde versuchte sich Althof dann auch im Showgeschäft. Das zeigte tatsächlich Wirkung: Orduhan trug ihm daraufhin nämlich den Kampf an, und der wurde sogar auf einmal richtig hart und schnell geführt. Althof verlor dabei seine boxerische Linie und ein Schlagabtausch folgte dem nächsten. Am Ende stand aber ein eindeutiger Punktsieg für Althof.

Es folgte das Kräftemessen zwischen Marwan Chehade (17 Kämpfe, 17 Niederlagen, 17 durch KO) und René Oeffner (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) im Super Mittelgewicht. Der Kampf setzte dort ein, wo der vorangegangene aufgehört hatte. Ein Schlagabtausch folgte dem nächsten. Chehade versuchte, Oeffner unter Druck zu setzen. Oeffner jedoch blieb ruhig, ließ die Schläge auf die Deckung kommen und punktete vor allem mit der Führhand zum Kopf. Kurz vor Ende des ersten Durchgangs kam er mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch und schickte Chehade auf die Bretter. Der wurde dann auch angezählt, stellte sich aber wieder zum Kampf und erreichte die Rundenpause. In die zweite Runde startete er wieder schnell und versuchte sein Glück mit einem überfallartigen Angriff. Oeffner konterte ihn ab und stellte ihn in der neutralen Ecke, wo er ihn dann auch nicht mehr raus ließ. Schließlich flog das Handtuch aus der Ecke von Chehade in den Ring. TKO in Runde 2, nach 25 Sekunden.
Dann stieg der Veranstalter Bihes Barakat (25 Kämpfe, 21 Siege, 18 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) selber in den Ring. Er boxte im Super Leichtgewicht gegen Bakhtiyar Iskenderzade (14 Kämpfe, 9 Siege, 2 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO). Auch wenn Iskenderzade nur der Ersatzgegner des Ersatzgegners war, so war er aber doch nicht zum Verlieren nach Köln gekommen. Es kam zu einem intensiven Gefecht, bei der Iskenderzade auch schon mal die Ellenbogen einsetzte. Barakat verteidigte die Ringmitte und wirkte in den meisten Runden als der druckvollere Boxer, der die besseren Treffer setzte. Von Runde zu Runde wurde der Kampf härter geführt. In der vierten Runde stellte Barakat seinen Gegner immer wieder und deckte ihn mit schönen Schlagkombinationen ein. Die fünfte Runde wurde dann zwar angegongt, aber Iskenderzade trat nicht mehr an. Er hatte sich die rechte Schulter verletzt. TKO 5.
Auch der nächste Kampf im Halbschwergewicht war eine Ringschlacht. In ihr trafen Niko Lohmann (8 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) und Badien Hasso (7 Kämpfe, 7 Siege, 3 durch KO) aufeinander. Hasso kam schneller und besser in den Kampf. Nach ungefähr 30 Sekunden kam er mit einer Rechten Geraden zum Kopf durch, die Lohmann zu Boden schickte. Zwar war dies auch zum Teil einem Schrittfehler geschuldet, aber es war ein Niederschlag, und Lohmann wurde angezählt. Hiernach versuchte Hasso Lohmann KO zu schlagen. Auch in der zweiten Runde hatte Lohmann noch mit den Folgen des Niederschlags zu kämpfen und Hasso strebte weiterhin einen KO Erfolg an und boxte auch so. Wann immer er die Möglichkeit hatte, drosch er auf seinen Gegner ein. In der dritten und vierten Runde wurde Lohmann stärker und er hielt dagegen, wodurch der Schlagabtausch noch härter wurden. Lohmann machte seinen Kampfnamen Karl Stahl alle Ehre. Am Ende der vier Runden stand ein eindeutiger Punktsieg für Badien Hasso.

Im letzten Kampf des Abends trafen im Bantamgewicht Rauf Aghayev (19 Kämpfe, 17 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Khatsinger Kharaz aufeinander. Aghayev, der einen sehr schönen, geraden Stil boxt, hatte mit seinem Gegner kaum Probleme. Dieser hatte zwar eine solide Deckung, aber seine Schläge waren fast immer weit ausholende Schwinger, die ihr Ziel nicht fanden. Mit zunehmender Dauer des Kampfes wurde er deshalb auch immer einseitiger. In der dritten Runde stellte Aghayev seinen Gegner immer wieder und deckte ihn mit Schlägen ein. Dann hatte die Ecke von Kharaz ein Einsehen und warf das Handtuch. TKO Runde 3, nach 1:10 Minute.
Bihes Barakats „Cologne Beatdown“ war schlicht eine klasse Veranstaltung. Es gab keine Interims-Weltmeisterschaften, es gab keine dubiosen Titel. Es gab einfach nur gutes Boxen.
© Uwe Betker