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Foto: Mohammed Bekdash

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(C) Uwe Betker

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18. Januar 2018 at 23:59

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6. August 2016 at 23:59

Profiboxen in Dorsten mit einer epischen Ringschlacht

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Die Eissporthalle in Dorsten war am Samstag, dem 21.05.2016, Austragungsort für die zweite Assassin Fighting Championship. An zwei Seiten des Rings waren Tische aufgestellt, an einer Stuhlreihen und an der der letzten Tische und Stuhlreihen. Getränke und Essensstände waren an der Längsseite angeordnet. Es gab zwei Amateurboxkämpfe, drei K1 Kämpfe und sechs Profikämpfe zu sehen.
Im ersten Profiboxkampf des Abends trafen im Mittelgewicht Alexander Nikolic (7 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Toni Camin (15 Kämpfe, 11 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen) für einen Vierrunder aufeinander. Sie begannen verhalten. Camin schob sich, hinter seiner Doppeldeckung verschanzt, an seinen Gegner heran und Nikolic zeigte gute Beinarbeit. Es gab nur wenig Schlagabtäusche Die erste Runde war ausgeglichen. Die zweite Runde war dann schon deutlich munterer und Nikolic kam immer wieder mit seinem rechten Cross durch. In der dritten Runde machte nun Camin deutlich mehr und übernahm das Kommando im Ring. Sein Gegenüber schien Konditionsprobleme zu bekommen. Die vierte Runde entschädigte dann vollends für die erste Runde. Häufig standen beide Kontrahenten nun Fuß an Fuß. Beide schlugen viel und trafen viel, wobei Camin deutlich mehr Treffer setzen konnte. Am Ende der Runde zog Ringrichter Sergey Kovalenko Nikolic einen Punkt ab für ein Nachschlagen nach dem Trennungskommando. Sieger nach Punkten: Toni Camin.
Anschließend gab es eine EM im Cruisergewicht nach Version WBU zu sehen. Es trafen Darko Knezevic (24 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 16 Niederlagen, 13 durch KO) und Mohammed Bekdash (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) kurz aufeinander. Der Kampf war für Knezevic kurz und schmerzhaft. Bekdash nutzte konsequent seinen Reichweitenvorteil. Schon bald war offensichtlich, dass Knezevic der unterlegene Boxer war. Nach einer klassischen Links-Rechts-Kombiantion zum Kopf ging er das erste Mal zu Boden und wurde angezählt. Kurz darauf fand er sich, nach einem Stolperer, erneut auf den Brettern, wofür er aber nicht angezählt wurde. Eine Rechte zum Körper, in die er hineingelaufen war, schickte ihn ein weiteres Mal abwärts; dafür wurde er angezählt. Knezevic, überfordert und konzeptlos, machte noch zweimal Bekanntschaft mit dem Ringboden, jeweils nachdem er gestolpert war. Dann kamen der Gong und der Ringarzt. Kurz nach dem Gong zur nächsten Runde kam dann die Aufgabe. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 10 Sekunden: Mohammed Bekdash.
Es folgte ein besonders unterhaltsamer Kampf im Schwergewicht zwischen Eugen Buchmüller (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Ivan Sakic (10 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 5 durch KO). Buchmüller, der der massigere Boxer war, setzte seinen Gegner von Anfang an unter Druck. Er stellte ihn Mitte der ersten Runde in der neutralen Ecke und kam mit einer schönen Eins-Zwei-Kombination zum Kopf durch. Sakic kämpfte sich aber raus und kam seinerseits mit Schlägen zum Kopf durch. Damit war das Kampfmuster etabliert. Buchmüller versuchte seinen Gegner zu überrollen und mit Kombinationen einzudecken und Sakic konterte über die Außenbahn zum Kopf. Ende der zweiten Runde musste Buchmüller einen Tiefschlag nehmen. In der dritten Runde drehte sich der Kampf. Buchmüller konnte den Druck nicht weiter aufrechterhalten und Sakic verteilte, was sich in der zweiten Runde schon angedeutet hatte, seine Schläge mehr. Immer wieder ging nun Sakic auch zum Körper, wobei zweimal ein Schlag wieder tief traf. Dafür wurde Sakic auch ein Punkt abgezogen. Er wollte es allerdings nicht wahrhaben. Kurzfristig sah es sogar so aus, als wollte er den Kampf abbrechen. Beide Boxer stellten sich aber dann doch wieder zum Kampf. Buchmüller hatte Probleme und Sakic suchte den KO. In der vierten Runde zerfiel Buchmüller dann zusehends. Sakic schaffte es aber nicht, den Kampf durch ein KO zu drehen. Sieger nach Punkten: Eugen Buchmüller.
Im Halbschwergewicht boxten Aleksandar Jankovic (54 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 43 Niederlagen, 31 durch KO) und Patrick Rokohl (5 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO) gegeneinander. Es war ein seltsamer Kampf. Rokohl wirkte verkrampft und es sah lange danach aus, dass er zum ersten Mal würde über die Distanz gehen müssen. Der Kampf plätscherte die ersten zwei Runden so dahin. Auch wenn Rokohl den Kampf bestimmte, machte er für meinen Geschmack einfach zu wenig. Jankovic beschränkte sich weitgehend darauf, den Kampf von Rokohl zu zerstören und zu versuchen, mit Schwingern in Ziel zu kommen. Und genau das passierte dann auch in der dritten Runde. Jankovic wurde in der neutralen Ecke gestellt musste zwei Links-Rechts-Kombiantionen zum Kopf nehmen. Jankovic schlug einen rechten Schwinger und der traf die Schläfe von Rokohl. Der schien auch beeindruckt. Jankovic setzte nach und kam erneut mit einem rechten Schwinger durch, der dann Rokohl zu Boden zwang. Nach dem obligatorischen Anzählen versuchte Jankovic zwar noch weiter, vorzeitig zu gewinnen, aber seine Chance, den Kampf für sich zu entscheiden, war vorbei. Die nächsten Runden verliefen nach dem gleichen Muster. Immer wenn Rokohl arbeitete, bestimmte er den Kampf. Immer wieder ging Jankovic tief mit dem Körper runter und immer wieder legte sich Rokohl auf ihn, wodurch der Kampf entschleunigt wurde. In der achten Runde öffnete sich nach einer Rechten ein Cut über dem linken Auge von Jankovic. Der Ringarzt wurde gerufen und der Kampf wurde abgebrochen. Wenn ich es richtig gesehen habe, wollte Jankovic nicht mehr. Sieger durch TKO in Runde 8, nach 2:08 Minuten: Patrick Rokohl.
Danach stiegen Milos Janjanin (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) und Atilla Kayabasi (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) in den Ring. Es ging um den WBU International Titel im Super Leichtgewicht. Um es gleich vorab zu sagen: Es war der Kampf des Abends. Beide gingen von der ersten Sekunde an ein unglaublich hohes Tempo. Ein Schlagabtausch folgte auf den nächsten. Janjanin boxte relativ offen und verteilte seine Schläge gut. Offensichtlich wollte er versuchen, Kayabasi über Körpertreffer zu knacken. Der wiederum agierte hinter einer kompakten Doppeldeckung. Er schlug zumeist zum Kopf und kam häufiger durch als sein Gegner. Fünf Runden lang wurde der Kampf intensiv geführt, wobei Kayabasi jede Runde für sich entscheiden konnte. In der sechsten Runde wurden beide Boxer langsamer. Dann öffnete sich ein ziemlich stark blutender Cut über dem rechten Auge von Kayabasi, den er sich durch einen unbeabsichtigten Kopfstoß zugezogen hatte. Von nun an entwickelte sich der bis dahin gute Boxkampf zur epischen Ringschlacht. Janjanin versuchte natürlich, den Riss zu vergrößern, um noch zu gewinnen. Kayabasi seinerseits, versuchte das mit seiner Rechten zu verhindern. Ihm wurde sehr schnell klar, dass er seinen Gegner umso stärker machte, je weniger er seine Rechte einsetzte. Daher kämpfte er sich mit dem Gong der siebten Runde zurück. Immer und immer wieder trafen sich beide Kontrahenten zu einem brutalen und blutigen Kräftemessen. In der zehnten und letzten Runde versuchte Kayabasi dann, den KO zu erzwingen, schaffte es aber nicht. Also, für mich ist der Kampf ein heißer Anwärter auf den Titel: Boxkampf des Jahres. Die Punktrichter werteten 99:93, 99:91 und 98:93. Sieger nach Punkten: Atilla Kayabasi.
Mit diesem Drama konnte dann der Hauptkampf des Abends natürlich nicht mithalten. In ihm trafen Ilias Essaoudi (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Sabri Ulas Göcmen (26 Kämpfe, 10 Siege, 16 Niederlagen, 15 durch KO) im Super Weltergewicht aufeinander. Essaoudi boxte sehr souverän und beherrscht. Er trieb Göcmen vor sich her, punktete und wartete auf den KO. Immer wieder stellte er ihn an den Seilen und deckte ihn mit kurzen aber harten Kombinationen ein. Göcmen hatte dem wenig entgegenzusetzen. Er versuchte es mit Schwingern, die jedoch nicht trafen. In Runde drei kam dann das Ende. Göcmen ging nach einem Leberhaken zu Boden und wurde angezählt. Als er kurze Zeit später wieder nach einem Leberhaken runter musste, wurde das Handtuch geworfen. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 2:04 Minuten: Ilias Essaoudi.
© Uwe Betker

Sky und das Boxen

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Der Bezahlsender Sky setzt, was die Berichterstattung der Bundesliga angeht, neue Maßstäbe. Sky ist, was die Bundesliga angeht, allgegenwärtig, wenn nicht sogar allmächtig. Sky hat sich die TV Rechte etwas kosten lassen. Im Durchschnitt zahlt der Sender aus München 569 Millionen Euro für die laufende und die drei folgenden Spielzeiten. Für die Saison 2016/17 zahlt er sogar 673 Millionen Euro. – Zahlen, bei denen einem schwindlig werden kann.
Dafür bietet der Sender den Fußballfans auch etwas: Alle Spiele und alle Tore der 1. und 2 Bundesliga in HD. Gute und kompetente Kommentatoren und Moderatoren und neue zusätzliche Formate wie “Mein Stadion”, “Samstag Live!” und “Sky 90”. Vom Sportchef von Sky, Burkhard Weber, ist bekannt, dass er boxaffin ist. Leider hat er aber erst unlängst öffentlich gesagt: “Wir setzen zu 100 Prozent” auf Fußball.
Der Sender aus Unterföhring hat etwas über 3,4 Millionen Abonnenten. Die letzten Quartalszahlen sind positiv. Die Einschaltquoten sind sensationell. Ich würde mir wünschen, dass Sky nur mit einem Bruchteil des Geldes, das der Sender für Fußball ausgibt, ins Boxen einsteigen würde. Der Markt für Boxen ist sicher nicht gesättigt. Die Mitbewerber, also die TV Sender, die heute Boxen zeigen, machen sich zu sehr gemein mit dem Veranstalter, an den sie sich vertraglich gebunden haben. Darunter leidet nicht nur die Berichterstattung. Zum Teil werden auch Kämpfe übertragen, deren sportlicher Wert zumindest zweifelhaft ist.
Herr Weber, versuchen Sie doch bitte Ihren Sender davon zu überzeugen, hin und wieder auch Boxen zu zeigen. Es gibt genug gute und sehr gute Boxer, die direkt um einen WM oder EM Titel boxen könnten. Man müsste sich ja auch nicht gleich so an einen Veranstalter binden, dass man dessen Schrottkämpfe zeigen muss.
Ich würde Sie gerne in einem persönlichen Gespräch von den Möglichkeiten überzeugen, gute und attraktive Boxkämpfe zu zeigen, ohne sich von einem Veranstalter abhängig zu machen.
© Uwe Betker

Ist das Profiboxen in Deutschland nur zweitklassig?

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Die englischsprachigen Boxzeitschriften bringen alle paar Jahre Sonderhefte oder Listen mit den 100 besten Kämpfen heraus, wie jetzt Boxing News aus England. Auch im Internet sind solche Listen zu finden. Diese Bestenlisten unterscheiden sich meist nur in Details. Da liegt zum einen daran, dass es relativ viele Kämpfe gibt, die unstrittig zu den besten aller Zeiten gehören: Marvin Hagler vs. Thomas Hearns, The Rumble in the Jungle, Archie Moore vs. Yvonne Durell, The Thrilla in Manila, Aaaron Pryor vs. Alexis Arguello und ähnliche. Hinzu kommt, dass auch wohl einige Journalisten voneinander abschreiben.
Ein Aspekt der aktuellen Bestenliste ist interessant: Nur ein einziger Kampf mit deutscher Beteiligung ist in der Liste zu finden, nämlich Max Schmeling vs. Joe Louis I. Dieser Kampf fand auch nicht in Deutschland, sondern in New York statt. Kein einziger Profiboxkampf, der in Deutschland ausgetragen wurde, fand also seinen Weg in eine der Listen mit den besten Kämpfen aller Zeiten.
Man könnte jetzt natürlich damit argumentieren, dass das Boxen in Deutschland erst in den letzten Jahrzehnten durch die TV Übertragungen etwas populärer geworden ist. Oder man könnte den Machern der Bestenlisten unterstellen, sie würden vor allem die Kämpfe in den eigenen Ländern sehen. An beiden Argumenten mag etwas dran sein, aber es erklärt dennoch nicht, warum nicht ein in Deutschland ausgetragener Kampf es in eine Bestenliste geschafft hat.
Lassen wir doch einfach mal die letzten Jahrzehnte Revue passieren. Welcher Kampf, den wir in Deutschland sahen, hätte es denn in eine Liste wie „die besten 100 Kämpfe“ schaffen können? Mir fallen nur zwei ein, wobei ich nicht ausschließen möchte, dass ich welche übersehe: Graciano Rocchigiani vs. Alex Blanchard und Graciano Rocchigiani vs. Dariusz Michalczewski. Den ersten Kampf (13.09.1991) könnte man eventuell als die größte Ringschlacht auf deutschem Boden bezeichnen. Aber dieser Kampf war „nur“ eine EM; damit war seine Chance, in einer Liste aufzutauchen, schon vernichtete. Im zweiten Kampf (10.08.1996) sorgte der Ringrichter Joe O’Neil und die Offiziellen der WBO dafür, dass Rocchigiani einer der größten KO Siege aberkannt wurde. Es war die, wie ich finde, geradezu ekelerregende Mauschelei, die damals Michalczewski und Universum Box-Promotion den Titel sicherte, die auch den Kampf aus der Liste katapultierte.
Was man insgesamt feststellen kann, ist, dass zu großen und unvergesslichen Kämpfen offensichtlich gleichwertige Boxer gehören. Und genau das ist denn auch der Grund, weshalb es kein deutscher Kampf in eine Bestenliste geschafft hat. Die deutschen Veranstalter versuchen vor allem auf Nummer sicher zu gegen. Es werden fast nur Kämpfe gezeigt, bei denen die Sieger bereits aufgrund des Matchmakings von vornherein schon feststehen.
Man kann sich da schon fragen: Ist das Profiboxen in Deutschland nur zweitklassig?
© Uwe Betker

Ein beeindruckender, ein unbeeindruckender Kampf und lästige Punktrichter

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Ob die Übertragung von Boxkämpfen im Internet die Zukunft von Universum Box-Promotion sichern kann – ich weiß es nicht. Von den vier Kämpfen der letzten Veranstaltung im Universum Gym am 26.03.2011, die wohl auch die letzte an diesem Ort überhaupt gewesen sein dürfte, wurden zwei via Internet von bild.de übertragen. Man muss wirklich sagen: Dem Zuschauer wurde etwas geboten für seine Telefongebühren.
Im ersten Kampf verteidigte Schwergewichts-Europameister Alexander Dimitrenko (32 Kämpfe, 31 Siege, 21 durch KO, 1 Niederlage) seinen Titel gegen Albert Sosnowski (51 Kämpfe, 46 Siege, 28 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) erfolgreich. Die Beiden zeigten einen durchaus sehenswerten Kampf. Der 28jährige Dimitrenko, der das erste Mal als Deutscher in den Ring stieg, war in der langen Distanz überlegen. In der ersten Hälfte konnte er seinen Reichweitenvorteil (er ist 2,01 Meter groß und sein Gegner ist 12 Zentimeter kleiner) nutzen und punktete schön mit der Führ- und mit der Schlaghand. Wollte Sosnowski eine Chance haben, in den Kampf zu kommen, war er gezwungen, die Distanz zu verkürzen. Gerade die Zähigkeit und Kampfstärke des Polen machte dann die Begegnung der beiden Kontrahenten zu einem wirklich beeindruckenden EM-Kampf. Als Dimitrenko in den letzten Runden massive konditionelle Probleme bekam, wurde es noch einmal richtig spannend. Der Kampf schien zu kippen. Der Herausforderer suchte die Entscheidung und der Titelverteidiger konnte ihn nicht mehr auf Distanz halten. In höchster Not klammerte Dimitrenko so oft er nur konnte. In der letzten Runde kam er dann aber mit einem brutal harten rechten Aufwärtshaken durch, der Sosnowski fällte.
Das Aufeinandertreffen der Beiden zeigte, dass nicht immer nur bei WM-Kämpfen gutes und vor allem spannendes Boxen zu sehen ist. Es war einer der unterhaltsamsten Schwergewichtskämpfe seit langer Zeit. Man kann nur hoffen, dass wir mehr solche Kämpfe zu sehen bekommen. Weiterhin hoffe ich, dass Klaus-Peter Kohl, der Manager von Dimitrenko, nicht auf die Idee kommt, seinen Schützling in absehbarer Zeit eine WM boxen zu lassen. Denn dafür reicht es, nach meiner Meinung, noch nicht. Zu offensichtlich zeigte Dimitrenko Schwächen in der Defensive und zu wenig Druck und Entschlossenheit in der Offensive.
Die ebenfalls erfolgreiche Titelverteidigung der Weltmeisterin im Fliegengewicht der Verbände WIBF, WBA und WBO Susianna Kentikian (28 Kämpfe, 28 Siege, 16 durch KO) war schlicht unbeeindruckend. Die eingedeutschte Syuzanna Kentikyan boxte gegen eine Hausfrau und dreifache Mutter aus Mexiko. Anna Arrazola (28 Kämpfe, 19 Siege, 16 durch KO, 6 Niederlagen, 3 Unentschieden) hatte ihr schlicht nichts entgegenzusetzen außer ihren Willen.
Der Kampf beeindruckte mich nicht nur deshalb so wenig, weil er nach der Dimitrenko EM kam. Es war auch so, dass die boxende Hausfrau und Mutter einfach viel zu schwach war. Und Frau Kentikian boxte auch ganz gewiss nicht wie eine „Killer Queen“, sondern eher wie eine Büroangestellte, die ihre Aufgaben abarbeitet.
Am Ring saß nun zu allem Überfluss auch noch als Punktrichter wieder Frank-Michael Maaß. Das ist jener Maaß, den man als Garantie dafür ansehen kann, dass Frau Kentikian auf jeden Fall nach Punkten gewinnt, wie der Kampfverlauf auch immer sein mag. Da könnte man doch fast auf die Idee kommen, Universum Box-Promotion war sich vorher über das Leistungsvermögen ihrer Kämpferin nicht so ganz sicher.
Außerdem fand ich bemerkenswert, wie stolz der BILD-Kommentator Fuss darauf war, dass er während des Dimitrenko-Kampfes von einem Punktrichter – ob dies wiederum Herr Maaß war, weiß ich natürlich nicht – über den Punktestand informiert wurde. Soweit ich nun aber informiert bin, ist das immer noch nicht erlaubt. Wie schon sooft, stelle ich mir auch jetzt erneut die Frage, wieso sich an deutschen Ringen die Punktrichter eigentlich nicht einfach nur darauf beschränken, das zu machen, wofür sie da sind, nämlich den Kampfverlauf durch ihr Punkten wiederzugeben. Punktrichter, die ihre Aufgabe nicht erfüllen, sind doch einfach nur lästig.
© Uwe Betker