Box-Blog

Posts Tagged ‘Erve Mbongo

Photo aus dem Film „Der Trainer“ (Timo Schwarzkopf vs. Erve Mbongo)

leave a comment »


(C) Filmakademie Baden Würtenberg

Photo aus dem Film „Der Trainer“ (Erve Mbongo und Mario Guedes)

leave a comment »


(C) Filmakademie Baden Würtenberg

Der Westen leuchtet

with 2 comments

Wer das Profiboxen nicht nur wahrnimmt, wenn es als Mega-TV-Event daherkommt, wird feststellen, dass es regional eine sehr rührige Boxszene mit lokal verwurzelten Veranstaltern gibt, die den Sport am Leben halten. Eine sehr rührige Region ist der Westen der Republik.
Der ehemalige Internationale Deutsche Meister im Schwergewicht, Mario Guedes, veranstaltet schon seit langem in und um Aachen Boxshows und hat mittlerweile schon so etwas wie Kultstatus. Seine besten Boxer sind zurzeit: Jessica Balogun (21 Kämpfe, 20 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage), die wohl von der Weltergewichtsweltmeisterin Cecilia Braekhus gefürchtet wird, der Junior Weltergewichtler Erve Mbongo (12 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und sein im Cruisergewicht boxender Sohn Mario Guedes Jr. (6 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO).
Der ehemalige Super Mittelgewichtler Jerry Elliott veranstaltet in seinem Gym in Köln regelmäßig Shows. Elliott hat wohl im Augenblick keinen Boxer, der heraussticht. Jedoch sind seine Boxveranstaltungen immer gut besucht. Zum einen wegen des Boxens und zum anderen wegen seiner berühmten After-Show Partys.
In den letzten Monaten gab es immer mehr Profiboxveranstaltungen in Essen, wie zuletzt im Punch Fitness Alive. Jedoch hat sich noch kein Ort herauskristallisiert, an dem das Boxen in Essen seine Heimat finden könnte.
Erst letzten Samstag veranstaltete Manni Faber vom South Side Boxing Gym in Krefeld zum ersten Mal. Der umtriebige Faber hat zwei Boxerinnen am Start, die man im Auge behalten sollte: Derya Saki und Sarah Louise Peters. Es sieht danach aus, als hätte das Profiboxen in Krefeld eine dauerhafte Heimat gefunden.
In Düsseldorf finden im Freudenreich Professional Boxing Gym regelmäßig Veranstaltungen mit Profibeteiligung statt. Auch am Freitag steigen wieder Profis in den Ring. Hauptkämpfer ist der viel versprechende Junior Weltergewichtler Robert Tlatlik (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO). Er wird es mit dem sehr erfahrenen Suleyman Dag (34 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 27 Niederlagen, 19 durch KO) zu tun. Für Tlatlik dürfte dies ein erster Härtetest sein.
© Uwe Betker

Vier Junior Weltergewichtler: Gabor Veto, Erve Mbongo, Timo Schwarzkopf und Robert Tlatlik

leave a comment »

Das Junior Weltergewicht ist eine Gewichtsklasse, die in Deutschland gerne übersehen wird. Das hat vor allem damit zu tun, dass die deutschen Veranstalter – und vor allem die deutschen Fernsehsender – die unteren Gewichtsklassen konsequent ignorieren. Es hält sich da beispielsweise hartnäckig das Gerücht, dass die ARD keine Boxkämpfe unterhalb des Mittelgewichts zeigen will. Gleichwohl gibt es auch hierzulande Boxer, die sich in dieser Gewichtsklasse durchsetzen wollen. Vier sind mir in den letzten Monaten aufgefallen.
Der erste ist der in der Schweiz lebende und vorwiegend in Deutschland boxende Ungar Gabor Veto (25 Kämpfe, 25 Siege, 19 durch KO). Veto ist erst 22 Jahre alt und wurde Jugendweltmeister der WBC im Leichtgewicht. Er boxte schon zweimal im Vorprogramm von Wladimir Klitschko, nämlich als der gegen Samuel Peter und David Haye antrat. Der wohl bekannteste Name in seinem Kampfrekord dürfte Alfred Kotey sein. Der Mann aus Ghana war nämlich immerhin Mitte der 90er Jahre Weltmeister der WBO im Bantamgewicht.
Zurzeit wird Veto auf Position 182 der unabhängigen Weltrangliste geführt. Dies dürfte sich jedoch bald ändern, denn am 15.10.2011 boxt er in Burgdorf in der Schweiz gegen Michael Kizza (28 Kämpfe, 22 Siege, 14 durch KO, 6 Niederlagen, 5 durch KO). Dabei geht es den vakanten Titel der Global Boxing Union und den ebenfalls vakanten Titel des Internationalen Deutschen Meisters im Junior Weltergewicht. Man kann annehmen, dass der von Oliver Dütschler zielstrebig aufgebaute Veto schon bald in die Weltspitze vordringen wird.
Der zweite im Bunde heißt Erve Mbongo (12 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Der von Mario Guedes in Aachen betreute und trainierte Boxer verlor sein Profidebüt gegen Timo Schwarzkopf durch TKO in Runde 3. Aus dieser Niederlage lernte er und blieb danach ungeschlagen. Mbongos Stärke ist seine Reaktionsfähigkeit gepaart mit Explosivität, wobei er aber schon einen kleinen Hang zum Showman zu haben scheint. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Mbongo sich schon bald die Ranglisten heraufarbeitet.
Die beiden letzten Junior Weltergewichtler stehen noch ganz am Anfang ihrer Karriere: Timo Schwarzkopf und Robert Tlaltlik. Der schon oben angesprochene Schwarzkopf wird von Conny Mittermeier in Stuttgart trainiert. Schwarzkopf (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) ist, soweit man das jetzt nach seinen ersten kurzrundigen Auftritten beurteilen kann, ein guter Techniker und ein brutal hart schlagender Puncher. Selbst wenn sein Trainer ihn mit den Worten in die Runde schickt: „Mach nichts, schau ihn dir nur an“, kann es passieren, dass sein Gegner sich am Boden wiederfindet. Ein Boxer mit großem Potential.
Robert Tlatlik (3 Kämpfe, 3 Sieg, 3 durch KO) wird von Stefan Freudenreich in Düsseldorf trainiert und ist Schwarzkopf nicht unähnlich. Er ist ein guter Techniker und er hat Schlagkraft. Seine Hauptstärke ist jedoch seine Technik. Auch er steht noch ganz am Anfang seiner Karriere und man darf gespannt sein, wie er sich in Zukunft entwickeln wird. Bereits jetzt ist er ein Boxer, bei dem es Spaß macht, ihm bei seiner Tätigkeit zuzusehen.
© Uwe Betker

Boxen im Fitnesscenter

leave a comment »

Im Punch Fitness Alive in Essen fand am 26.08.2011 eine kleine Veranstaltung statt. Das Fitnesscenter hat ein kleines Gym mit einem fest installierten Hochring und ein paar Geräten. Hier nun waren, in einem schönen und intimen Rahmen, vier Profikämpfe zu sehen.
In dem ersten sehr kurzen Kampf boxte Kevin Still (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Junior Mittelgewicht gegen Mohamed Kazan (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Still kam direkt mit einem harten Körpertreffen durch, den Kazan nicht wegstecken konnte. Nur ein paar Schläge und wenige Körpertreffer später ging Kazan runter. Noch auf dem Boden kniend gab er der dem Ringrichter zu verstehen, dass er nicht mehr weiter machen will. Ein Sieg durch TKO für Kevin Still.
Im zweiten Kampf des Abend, der im Junior Weltergewicht stattfand, trafen Erve Mbongo (12 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Ibrahim Merez (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) aufeinander. Mbongo war seinem Gegenüber in allen Belangen überlegen. Bereits nach kurzer Zeit ließ er seine Führhand unten um seinen Gegner zu einem Angriff zu verleiten. Kaum ging Merez aber auf dieses Angebot ein und griff an, streckte ihn auch schon eine schöne linke Gerade und ein präziser rechter Haken zu Boden. Ein schneller KO-Sieg in Runde eins für Erve Mbongo.
Den dritten Kampf des Abends bestritten, ebenfalls im Junior Weltergewicht, Manuel Posad (4 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 2 durch KO) und Patryk Wolke. Posada konnte hier in einem Arbeitssieg seine Niederlagenserie beenden. Posada bestimmte das Kampfgeschehen mit seiner Führhand und kam ein ums andere Mal durch. Wolke konterte und traf selten mit Kopfhaken. Ein einstimmiger Punktsieg nach vier Runden für Manuel Posada.
Den letzten und besten Kampf des unterhaltsamen Abends bestritt Robert Tlatlik gegen Hamze Masemani (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) im Junior Weltergewicht. Tlatlik, von einer Fußverletzung genesen, zeigte gutes Boxen. Er verteilte die Schläge gut auf Körper und Kopf. Bereits in Runde eins musste Masemani nach solchen Kombinationen zweimal zu Boden. Im zweiten Durchgang machte Tlatlik dort weiter, wo er aufgehört hatte. Ruhig und systematisch arbeitete er weiter. Wiederum war es eine Körper-Kopf-Kombination, die seinen Gegner zum dritten Mal auf die Bretter schickte. Hier nun hatte die Ecke von Masemani ein Einsehen und warf das Handtuch. Ein eindrucksvoller TKO-Sieg in Runde zwei für Robert Tlatlik.

Es ist zu hoffen, dass andere Fitnesscenter dem Beispiel von Punch Fitness Alive in Essen folgen und kleine Veranstaltungen auf die Beine stellen. Das Publikum wird hierbei nämlich gut unterhalten. Und dem Boxsport in Deutschland kann es nur guttun, wenn es viele kleine Veranstaltungen gibt, auf denen sich Boxer zeigen können.
© Uwe Betker

Foto: Erve Mbongo

leave a comment »


(c) Uwe Betker

Written by betker

28. August 2011 at 23:59

Vier Kämpfe im Freudenreich Gym

with 2 comments

Im Rahmen der bereits zur Tradition gewordenen Box-Gala von Stefan Freudenreich in dessen Gym in Düsseldorf, gab es am 27.05.2011 vier Profikämpfe von unterschiedlicher Qualität zu sehen. Im ersten Kampf trafen im Leichtgewicht Sergey Dydinski und Schiwan Hassan, die beide ihr Profidebüt gaben, aufeinander. Die erste Runde war ausgeglichen. Dydinski bestimmte den Kampfverlauf und versuchte mit der Führhand und mit Haken zu punkten. Hassan konnte immer wieder mit Konter durchkommen. Ab der zweiten Runde zeigte sich, dass Dydinski der bessere Boxer war. Er war dann in allen Belangen seinem Gegner überlegen und bestimmte den Kampf nach Belieben. Zum KO, den er erzwingen wollte, kam es aber nicht. So gewann er den Vierrunder einstimmig nach Punkten.
Im Junior Mittelgewicht trafen Rustem Trott (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Manuel Posada (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 2 durch KO) aufeinander. Der Kampf begann furios. Trott stürzte sich auf seinen Gegner und deckte ihn mit Schlägen ein. Posada versuchte durch Einzeltreffer sich Luft zu verschaffen. Mitte der ersten Runde nahm Trott dann das Tempo heraus, wodurch der Kampf dann mehr und mehr verflachte. Trott zeigte manchmal noch einen guten Jab oder Haken zu Körper und Kopf, aber der Kampf plätscherte nur noch vor sich hin. Posada konnte die dritte Runde für sich entscheiden, aber der Punktsieg von Trott war eindeutig.
Die beiden letzten Kämpfe des Abends waren dann sehr viel besser. Erve Mbongo (8 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) bekam es im Weltergewicht mit dem Debütanten Nikos Böhnke zu tun. Mbongo beeindruckte. Er zeigte wie immer sehr schnelle Hände und ein systematisches Arbeiten. Seinem Gegner war er so überlegen, dass es fast so aussah, als würde er nur mit angezogener Handbremse boxen. Böhnke trat wegen einer Schulterverletzung nicht mehr zur zweiten Runde an.
Im letzten und besten Kampf des Abends boxte der ungeschlagene Besar Nimani (4 Kampfe, 4 Siege, 4 durch KO) gegen Georgius Pegios (9 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden). Das Aufeinandertreffen der beiden fand im Junior Mittelgewicht statt. Nimani deckte Pegios immer wieder mit Schlagkombinationen ein. Pegios versuchte mit Schwingern und überfallartigen Angriffen zum Ziel zu kommen. Jedoch musste er immer wieder harte Schläge einstecken. Er musste mehr Treffer nehmen, als gut für ihn sein kann. Obwohl er demonstrativ so tat, als ob ihn diese Treffer ihm nichts ausmachen könnten, überzeugte er damit doch wohl niemanden. Das Publikum aber begeisterte er mit seinem Kämpferherz. Ende der vierten Runde nahm der Ringrichter ihn dann aus dem Kampf. Nimani überzeugte, wollte aber zu sehr den KO-Sieg.
© Uwe Betker