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Etikettenschwindel

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Als ich die Meldung las „Enad Licina kämpft am 13. November in der MEN-Arena in Manchester…“ dachte ich noch, Sauerland Event will da weitermachen, wo sie bei ihrem letzten Ausflug nach England aufgehört hatten – mit ausgeglichen Paarungen, die klasse Kämpfe versprechen. Dann las ich aber weiter: „… gegen Felix Cora Jr.“
In diesem Kampf soll nun allen Ernstes der 1. Platz der Weltrangliste der IBF im Cruisergewicht ausgefochten werden. Der Sieger wird dann also Pflichtherausforderer des Weltmeisters Steve Cunningham. Meiner Meinung nach kann es doch wohl nur ein ganz schlechter Scherz sein, einen solchen Kampf als Ausscheidungskampf für eine WM anzusetzen. Wie konnte es passieren, dass es Felix Cora Jr. (27 Kämpfe, 22 Siege, 12 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden) geschafft hat, bei der IBF auf Platz 10 zu gelangen? Bei den anderen Weltverbänden ist er nicht unter den Top 15 und in der unabhängigen Weltrangliste rangiert er auf Platz 83.
Es sind keine hellseherischen Fähigkeiten nötig, um voraussagen, dass Enad Licina (20 Kämpfe, 18 Siege, 10 durch KO, 2 Niederlagen) wohl gewinnen wird, und zwar vermutlich durch KO. Der in Novi Pazar/Serbien geboren Licina tut brav sein Pflicht, wenn er sagt: „Felix Cora ist ein starker Mann. Er ist Rechtsausleger und geht gerne nach vorne. Da muss man ständig auf der Hut sei.“ Ich widerspreche Herrn Licina nur sehr ungern, weil er ja nur sagt, was sein Veranstalter von ihm erwartet. Aber Herr Cora Jr. aus Galveston/Texas ist für mich nun mal nicht mehr als ein Aufbaugegner. Darum halte ich es für einen Etikettenschwindel, wenn uns dieser Kampf nun als WM-Ausscheidungskampf verkauft wird.
© Uwe Betker