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Posts Tagged ‘Frank-Michael Maaß

Foto: Ehsan Maudodi vs. Rudolf Murko (mit Ringrichter Frank-Michael Maaß)

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Maudodi vs. Murko
(C) Marianne Müller

Written by betker

20. September 2016 at 23:59

Foto: Ehsan Maudodi vs. Rudolf Murko (mit Ringrichter Frank-Michael Maaß)

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Maudodi vs. Murko
(C) Marianne Müller

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7. Mai 2016 at 23:59

Foto: Ehsan Maudodi (mit Ringrichter Frank-Michael Maaß)

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(C) Uwe Betker

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25. Juni 2014 at 23:59

Foto: Ehsan Maudodi vs. Rudolf Murko (mit Ringrichter Frank-Michael Maaß)

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Maudodi vs. Murko
(C) Marianne Müller

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2. Mai 2014 at 23:59

Eine wirklich gute Show in Mühlheim

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Das SES Boxing von Ulf Steinforth veranstaltete am 07.09.2012 in der RWE-Sporthalle in Mülheim an der Ruhr – und es war eine gute Veranstaltung. Den Auftakt bildeten zwei Aufbaukämpfe, die beide über die Runden gingen. Im Super Weltergewicht bekam es der ungeschlagene Deniz Yilbay (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) aus Köln mit Michal Vosyka (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 1 durch KO) aus Kladno, Tschechien zu tun. Yilbay zeigte zum Teil eine schöne Doppeldeckung und einen schönen Jab. Er war explosiver und in technischen Belangen seinem Gegner überlegen. Erstaunlich an diesem 6-Runder war, dass er überhaupt so lange ging. Immer wieder stellte Yilbay Vosyka in einer Ecke, aber seine Schläge erzielten keine Wirkung. Dabei hatte er seine vorherigen drei Kämpfe alle vorzeitig gewonnen. Der erst 18-jährige Yilbay wirkte auf mich etwas verspielt und seine Aktionen nicht immer überlegt. Dennoch gewann er jede Runde. Die Punktrichter werteten: 80:54, 80:54 und 59:55.
Im Weltergewicht boxte Sergio Vartanov (13 Kämpfe, 12 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage) gegen Jan Balog (11 Kämpfe, 2 Siege, 9 Niederlagen, 2 durch KO). Der SES Boxer Vartanov aus Georgien war dem kurzfristig eingesprungen Balog aus Tschechien in allen Bereichen überlegen. Er zeigte technisch schönes Boxen. Erstaunlich war, das Balog nicht KO ging, obwohl er mehrfach harte Treffer nehmen musste und in der 6. und letzten Runde sogar angezählt wurde. Alle Punktrichter werteten 60:53 für Vartanov.
Im dritten Kampf des Abend gab nach mehr als zwei Jahren Pause der düsseldorfer Schwergewichtler Markus Tomala (10 Kämpfe, 8 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen) sein Comeback. Sein Gegner, Tomas Mrazek (49 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 36 Niederlagen, 12 durch KO, 6 Unentschieden), war ein ernsthafter Prüfstein. Der Tscheche ist ein Handlungsreisender in Sachen Boxen, der sein Handwerk wirklich versteht.
Tomala zeigte in den ersten beiden Runden gutes Boxen. Seine Führhand kam gut. Immer wieder traf seine Schlaghand. Jedoch fehlte ein wenig die Spritzigkeit, was wohl seiner Pause geschuldet ist. Seine Meidbewegungen verhinderten, dass er getroffen wurde. Dann öffnete im dritten Durchgang ein Kopfstoß einen langen vertikalen Riss in der linken Augenbraue an der Nasenwurzel, der stark blutete. Mrazek suchte daraufhin in der vierten Runde seine Chance. Er versuchte mit nahezu allen Mitteln, den Cut zu vergrößern oder zumindest wieder zu öffnen. Aber bereits in der Mitte der Runde war Tomala wieder Herr im Ring und wurde dann von Runde zu Runde stärker. Am Ende gewann er einstimmig und deutlich den Sechsrunder nach Punkten. Die Punktrichter werteten: 60:54, 59:55 und 59:56.
Hätte Tomala nicht eine mehr als zweijährige Pause gehabt, wäre sein Sieg sicher nur ein guter Arbeitssieg gewesen. So aber, auch wie er die Situation mit seinem Cut meisterte, war es ein wirklich beeindruckendes Comeback.
Im vierten Kampf gab es eine Sensation. Der SES Boxer Denis Smcic (30 Kämpfe, 28 Siege, 14 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) sollte eigentlich nur seinen gerade gewonnen Europameistertitel der WBO im Halbschwergewicht, was immer das auch sein mag, gegen einen leichten Gegner, nämlich Jonathan Profichet (22 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO) verteidigen. Ganz überraschend wurde dann aber der slowenische Titelverteidiger Simcic buchstäblich von seinem französischen Herausforderer überrollt. Profichet griff mit einem Schlaghagel an und drängte damit Smcic in eine Ecke. Dort kam er dann auch noch mit einer Rechten zur Schläfe durch, die Smcic zu Boden zwang. Zwar kam Smcic noch einmal hoch, aber er torkelte nur noch durch den Ring. Der Franzose ließ sich seine Chance nicht nehmen und deckte den Europameister mit Schlägen nur so ein. Ringrichter Frank-Michael Maaß brach den Kampf, der keiner mehr war, nach 2:47 Minuten ab. Der TKO-Sieger Jonathan Profichet konnte sein Glück kaum fassen.
Der folgende Kampf, der auch im Halbschwergewicht stattfand, hatte boxerisch einen hohen Unterhaltungswert. Der ungeschlagene Christian Hiller bekam es mit dem notorischen Verlierer Dominic Amari (17 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO, 11 Niederlagen, 8 durch KO)zu tun. Amari hatte seine letzten 7 Kämpfe in Folge verloren. Nur ein einziges Mal hatte er dabei überhaupt nur den Schlussgong erreicht. Und dieser Amari nun ging hin und ließ Hiller keine Chance. Hiller, wie immer aggressiv boxend und seinem Gegner physisch überlegen, versuchte zu keilen und Amari konterte. Mit jedem Konter, den Amari ins Ziel brachte wurde er selbstbewusster und Hiller rat- und konzeptloser. Hiller (9 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) versuchte den Kampf dann ruppiger zu führen. Er schupste seinen Gegner in die Seile und drückte dann seinen Unterarm gegen seinen Hals – so in der 4. Runde. Oder er schupste und schlug dann – so in der 5. Runde. Es half aber nichts. In der 6. und letzten Runde kam er sogar nach einem Schwinger ins Torkeln.
Die Punktrichter Frank-Michael Maaß (58:56), Jürgen Langos (59:55) und Oliver Brien (59:55) sahen alle zu Recht Amari als Sieger. Hier möchte ich ausdrücklich die genannten Punktrichter dafür loben, dass sie den Kampfverlauf durch ihr Punkten exakt wiedergegeben haben und der Versuchung widerstanden haben, für den Lokalmatador und ungeschlagenen Boxer zu punkten.
Im folgenden Kampf verteidigte Christina Hammer (13 Kämpfe, 13 Siege, 7 durch KO) erfolgreich ihre Weltmeistertitel der WBO und WBF im Mittelgewicht. Ihre Gegnerin Yahaira Hernandez (15 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) hatte kein Chance gegen die Titelverteidigerin. Die aus der Dominikanischen Republik stammende Hernandez hatte ihren vorletzten Kampf, den sie Ende 2008 bestritten hatte, verloren. Danach hatte sie drei Jahre nicht mehr geboxt, um dann, Ende letzten Jahres, einen Vierrunder nach Punkten zu gewinnen. Hernandez hatte der in Kasachstan geborenen Hammer, außer ihrer Tapferkeit, denn auch nicht viel entgegen zu setzen. Sie wurde deklassiert und musste sogar zweimal zu Boden.
Hammer, die einen KO versprochen hatte, konnte ihr Versprechen nicht einhalten. Sie gewann aber die einseitige Begegnung deutlich nach Punkten. Die Wertung: Frank-Michael Maaß (100:85), Zoltan Enyedi (100:85) und Manfred Küchler (100:85).
Auf der Pressekonferenz kündigte Hammer zusammen mit ihrem Veranstalter Ulf Steinforth an, in Zukunft eine Gewichtsklasse tiefer zu gehen und im Junior Mittelgewicht anzutreten. Sie meinten, dort seien die interessanten und starken Gegnerinnen zu finden.
Im Hauptkampf des Abends trafen die beiden Schwergewichtler Francesco Pianeta (28 Kämpfe, 27 Siege, 14 durch KO, 1 Unentschieden) und Francois Botha (60 Kämpfe, 48 Siege, 29 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO, 3 Unentschieden)aufeinander. Der 43 Jahre alte Ringfuchs Botha war vor dem Kampf sehr entspannt. Noch wenige Minuten vor dem Kampf ließ er Fotografen in seine Kabine und ließ sich ablichten. Dann bestieg er ein Quad, das einem Rollator ähnelte, und ließ sich zum Ring fahren.
Der Kampf selber war interessant. Pianeta war, wie nicht anders zu erwarten war, der schnellere und aktivere Boxer. Er setzte seinen Gegner von Anfang an unter Druck. Er arbeitete konsequent zum doch füllig gewordenen Körper von Botha. Immer wieder kam er auch mit Schlägen zum Kopf durch.
Botha versuchte erst gar nicht, Körperschläge zu vermeiden, sondern er nahm sie mit stoischer Ruhe. Besonders interessant war zu sehen, wie er zum Teil schon im Ansatz die möglichen Angriffe von Pianeta erkennen konnte und durch ein Minimum an Aufwand von Körper- oder Kopfbewegung im Keim erstickte. Botha kam sogar einige Male mit seinen Schlägen durch.
Der Kampf war, obwohl er recht einseitig war, – schon deshalb weil Pianeta so stark und konzentrierte boxte – gut und unterhaltsam. Der Punktsieg für Francesco Pianeta war einstimmig. Die Wertung: Andre van Grootenbruel (99:92), Zoltan Enyedi (100:96) und Frank-Michael Maaß (97:93).
© Uwe Betker

Jahresrückblick 2011 – She’s A Rainbow: Frauenboxen

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Obwohl im deutschen Fernsehen kein Frauenboxen zu sehen ist, – wenn man einmal von den Ausschnitten absieht, die die ARD manchmal zeigt – ist das Frauenboxen nicht tot. Im Gegenteil, bei den boxenden Frauen gibt es relativ viele, die das Zeug dazu haben, Weltklasseboxerinnen zu werden, bzw. die schon weltklasse sind. Da aber die weibliche Form des Profiboxens gründlich durch die Möchtegernnachfolgerinnen von Regina Halmich diskreditiert wurde, gibt es keinen deutschen TV-Sender, der noch den Mut hätte, Frauenboxen zu zeigen.
Daher müssen Boxerinnen schon sehr überzeugend sein, um Trainer zu finden, die sich darauf einlassen, mit ihnen zu arbeiten. Geld ist mit ihnen jedenfalls zurzeit nicht zu verdienen. Einer der überzeugt wurde, ist Manni Faber in Krefeld. Er ging 2011 mit der Leichtgewichtlerin Derya Saki (1 Kampf, 1 Sieg, 1 KO) an den Start. Saki sah in ihrem ersten Kampf so beeindruckend aus, dass sie eindeutig zu den großen Talenten zu rechen ist.
In Dortmund arbeitet Thorsten Brück mit Goda Dailydait (6 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO). Dailydait, eine technisch gut ausgebildete Boxerin, ist wohl die beste deutsche Federgewichtlerin. Damit hat sie dann allerdings auch die damit verbundenen Probleme: Wie bekommt man Kämpfe und wer soll sie bezahlen?
Von Karlsruhe aus versucht Dominik Junge mit Raja Amasheh (13 Kämpfe, 12 Siege, 3 durch KO, 1 Unentschieden) die Weltspitze im Fliegengewicht anzugreifen. Gerade weil Amasheh 2011 inkonsistente Leistungen zeigte – sie hat neben Arbeit und Boxen auch noch ihren Master gemacht – ist zu erwarten, dass sie bald einen gewaltigen Leistungssprung machen wird und die anderen im Fliegengewicht boxenden Deutschen (Syuzanna Kentikyan und Nadia Raoui) herausfordern wird.
Wenn das Boxen gerecht und fair wäre und eben nicht so, wie es nun mal ist, wäre Nadia Raoui (15 Kämpfe, 13 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) schon Weltmeisterin der WBA und WBO. So aber gaben die zwei deutschen Punktrichter des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), Werner Kasimir und Frank-Michael Maaß, ihr nicht den Sieg im Kampf gegen Syuzanna Kentikyan (24.04.2010), obwohl nahezu alle Beobachter sie klar haben gewinnen sehen. Nun versucht sie weiter von Herne aus, zusammen mit ihren Trainern Dirk Kiekhäfer und Dr. Andreas Künkler, Weltmeisterin zu werden.
Syuzanna, genannt Susianna, Kentikian (30 Kämpfe, 29 Siege, 16 durch KO) darf sich immer noch Weltmeisterin der WBA und WBO im Fliegengewicht nennen. Sie gehört zu der Generation von Boxerinnen, die von ihrem Veranstalter Universum Box-Promotion als Nachfolgerin von Regina Halmich präsentiert wurden. Ihr umstrittener Sieg über Nadia Raoui und ihr No Contests über Arely Mucino (17.07.2010) gehören zu den Kämpfen, die das Frauenboxen wohl nachhaltig beschädigt haben. Ihre sportlichen „Leistungen“ und ihr kurzzeitiges Werben für ein Süßwarenprodukt, das im Verhältnis mehr Fett und Zucker beinhaltet als z. B. eine Sahnetorte, haben der selbsternannten „Killer Queen“ den Spottnamen „Milch-Schnitte“ eingetragen. Mittlerweile boxt sie zusammen mit anderen Boxerinnen für Ulf Steinforth und sein SES Sports Events. Sie wird betreut von Magomed Schaburow.
Mario Guedes aus Aachen trainiert Jessica Balogun (23 Kämpfe, 22 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage), eine der besten Weltergewichtlerinnen der Welt. Damit wäre sie die logische und zwangsläufige Wahl als Gegnerin für die norwegische Boxerin Cecilia Braekhus (19 Kämpfe, 19 Siege, 5 durch KO), die für Sauerland Event boxt. Es ist aber zu befürchten, dass Balogun, weil sie eben so gut ist, erst dann ihre Chance bekommt, wenn keine billigeren und leichteren Gegnerinnen mehr in der Rangliste zu finden sind.
Die für mich beste und attraktivste Boxerin ist die Interims Weltmeisterin der WIBF im Junior Fliegengewicht, Özlem Sahin (14 Kämpfe, 13 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden). Die natürliche Minimumgewichtlerin, die von Conny Mittermeier in Stuttgart trainiert wird, boxte zuletzt auf den Veranstaltungen von Arena Boxpromotion. Offensichtlich hat sie aber keinen Vertrag mit dem Veranstalter Ahmet Öner. Obwohl die deutschen und türkischen Medien ungewöhnlich stark und positiv auf sie reagieren und sie immer wieder Gegenstand der Berichterstattung ist, hat sich noch kein TV-Sender gefunden, der den Mut hätte, ihre Kämpfe zu übertragen. Es scheint mir auch, als ob Arena Boxpromotion kein Konzept hätte, was sie mit Sahin machen wollen.
Trotz allem – das Frauenboxen lebt.
© Uwe Betker

Ein schwächelnder König der Spartaner, ein halbtalentierter Faxenmacher und andere (2)

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So grauenhaft die Kampfansetzung für Keta war, so gut war sie für Nadia Raoui (13 Kämpfe, 11 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden). Sie bestritt ihren ersten Kampf nach dem skandalösen WM-Kampf gegen Susianna Kentikian am 24.04.2010, wo sie, nach Meinung nahezu aller Beobachter, auf schamlose und beschämende Weise um ihren Sieg betrogen worden war. Nun trat sie gegen die zähe Evgeniya Zablotskaya (8 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen) im Fliegengewicht an. Raoui zeigte schönes technisch sauberes Boxen gepaart mit Aggression und Siegeswillen. Sie dominierte den Kampf über weite Strecken, musste aber auch ein ums andere Mal Einzeltreffer von der Frau aus Sankt Petersburg nehmen. Die unangenehm zu boxende Zablotskaya steckte nie auf, und das obwohl sie für diesen Kampf zwei Klassen über ihrem eigentlichen Limit boxte und Raoui ihr damit körperlich deutlich überlegen war. Der Punktsieg für Raoui nach sechs Runden war einstimmig, deutlich und verdient.
Einer der Punktrichter war Frank Michael Maaß, genau der Frank Michael Maaß, der durch sein Punkten dazu beigetragen hatte, Susianna Kentikian den Sieg zuzuschanzen, Nadia Raoui um den Lohn ihrer Arbeit zu bringen und die Glaubwürdigkeit des Frauenboxens in Deutschland massiv zu beschädigen. Raoui versuchte zu verhindern, dass Maaß bei ihr als Punktrichter eingesetzt wird. Sie konnte sich aber nicht durchsetzen, weil der Veranstalter auf dem BDB Punktrichter Maaß bestand. Ich würde gerne wissen, warum Felix Sturm eigentlich unbedingt diesen Punktrichter auf seiner Veranstaltung haben wollte. Für Frau Raoui hatte diesmal der Einsatz von Herrn Maaß keine katastrophalen Folgen.
Im zweiten Schwergewichtskampf des Abends traf Mahmoud Omeirat Charr (17 Kämpfe, 17 Siege, 9 durch KO) auf Danny Williams (53 Kämpfe, 43 Siege, 33 durch KO, 9 Niederlagen, 5 durch KO). Der auf 8 Runden angesetzte Kampf wurde von Anfang an von dem Syrer dominiert, der in den Schlusssekunden jeweils noch einmal aufdrehte. Williams, der Überlebenskünstler im Ring, kam nur selten durch. In der vierten Runde traf er mit einer schönen Linken zum Kopf und Charr ging zu Boden, aber der Ringrichter zählte ihn nicht an. Im siebten Durchgang verleitete Charr durch Provokation Williams dazu einen Schlaghagel auf seine Doppeldeckung abzufeuern. Als dann Charr im Gegenzug einen Schlaghagel auf den Mann aus London abfeuerte, war dessen Deckung nicht so gut. Der Ringrichter ging dazwischen und brach den Kampf, für meinen Geschmack etwas zu früh, ab.
Vor dem Hauptkampf gab es eine wohl Vollplayback Musikeinlage von Mel C, die mich sehr beeindruckte. Sie sah gut aus. Mel C war, wie ich persönlich erst seit diesem Auftritt weiß, ein Mitglied der Spice Girls. Bis mir mein Sohn ein paar Takte zum Frühstück vorsang, wusste ich auch nicht, dass ich ein Lied von den Spice Girls kenne. Mel C sah gut aus; es war schon imponierend, wie sie auf ihren High Heels die Showtreppe herunter schritt. Sie sah in ihrer hautengen roten Hose sehr gut aus, als sie darin tanzte und dabei und … Sie sah sehr gut und über das Lied „Rock Me“ kann ich nichts sagen. Habe ich schon erwähnt, dass Mel C sehr gut aussah?
Der Einmarsch der Boxer Felix Sturm und Matthew Macklin war einer der seltsamsten, die ich je gesehen habe. Matthew Macklin ließ seine Einmarschmusik erst einmal komplett durchlaufen, bevor er sich auf den Weg zum Ring machte. Viele hatten nun schon gedacht, Zeuge des wohl längsten Einmarsches der Boxgeschichte geworden zu sein, aber weit gefehlt. Der Super Champion der WBA im Mittelgewicht brauchte noch sehr viel länger. Vermutlich ließ er um die zehn Minuten, gefühlt eine halbe Stunde, seinen Gegner und seine Zuschauer warten, bevor er sich bequemte, den Weg zum Ring anzutreten.
Fritz Sdunek erklärte nach dem Kampf, SAT1 hätte ihnen gesagt, sie hätten noch 15 Minuten Zeit. Darauf hätten sie sich eingestellt, und sein Schützling hätte diese Zeit dann auch noch gebraucht. Leider habe ich es versäumt, einen Vertreter von SAT1 darauf anzusprechen. Während alle auf Herrn Sturm warteten, ruhte sich Macklin auf seinem Hocker im Ring aus, winkte seinen mitgereisten irischen Fans zu und machte leichte Pratzenarbeit.
Der Kampf selber entsprach überhaupt nicht den Erwartungen. Felix Sturm (38 Kämpfe, 35 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO), 1 Unentschieden), der als Amateur noch Adnan Catic hieß, kam mit seinem Gegner Matthew Macklin (30 Kämpfe, 28 Siege, 19 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) überhaupt nicht zurecht. Sturm versuchte zu keinem Zeitpunkt seinen Reichweitenvorteil zu nutzen. Man konnte fast den Eindruck bekommen als wollte er seine Führhand so wenig wie möglich nutzen. Er ließ sich den Infight aufzwingen und machte hier zu wenig.
Später erklärte er, er hätte sich über die Anweisungen seines Trainers Sdunek hinweggesetzt und versucht, Macklin dazu zu bringen, sich auspowern zu lassen. Dieses Konzept ist ja wohl schlicht nicht aufgegangen. Macklin war eindeutig der aktivere Boxer, und er deckte den Titelträger mit Schlägen nur so ein. Sturm konnte nur selten mit Einzelschlägen punkten. Mit sehr viel Wohlwollen und unter Hinzuziehung aller möglichen Boni wie Weltmeisterbonus, Heimvorteil und Bonus für besser geputzte Schuhe wäre für Sturm vielleicht ein Unentschieden drin gewesen. Dass aber gleich zwei Punktrichter, nämlich Roberto Ramirez und Jose Ignacio Martinez, den Kampf mit 116 zu 112 für Sturm werteten, ist schlicht ein Fehlurteil. Dass Sturm Macklin bereits im Ring einen Rückkampf angeboten hat, war seine beste Leistung an diesem Abend.
Die Pressekonferenz nach dem Kampf war relativ amüsant. Sie begann natürlich nicht wie angekündigt eine halbe Stunde nach dem Kampf. Nachdem sich die Pressevertreter versammelt hatten, wurde ihnen mitgeteilt – was für eine Überraschung -, dass die Boxer erst noch zur Dopingkontrolle müssten. Dann versuchte ein Herr vom Sturm Management in der Zwischenzeit Anhänger für seine sehr gewagte These zu finden, einen stärkeren Boxer als Macklin hätte man wohl kaum finden können. Diese These fand aber keine Anhänger. Konsens wurde dann aber: „Der glaubt das sicher selber.“
Während die Journalisten also so auf die Hauptakteure warteten, zeigte sich mal wieder, dass im deutschen Profiboxen (hier wurde schon darüber berichtet https://betker.wordpress.com/2011/03/21/03-liter-wasser-und-ein-hallenverweis/) der Wassermangel weiter um sich greift. Wasser, stilles und auch sprudelndes Wasser, ist mittlerweile so rar geworden, dass Sturm Box-Promotion den Journalisten nichts zu trinken anbieten konnte. Ein Kollege von einer sehr großen überregionalen Tageszeitung kündigte an, bei der nächsten Veranstaltung von Felix Sturm eine Thermoskanne mit Kaffee in die Halle schmuggeln zu wollen.
Zwischenzeitlich sorgte ein Herr von SAT1 für stille Belustigung, indem er sich zu der Behauptung verstieg, der gerade gesehene Kampf sei der beste Mittelgewichtskampf seit Jahren gewesen. Die Ergänzung eines schreibenden Kollegen: „in der Köln Arena“, fand dann allerdings die Zustimmung aller.
Als die Boxer dann endlich kamen, sah Macklin ziemlich verbeult und Sturm verdächtig makellos aus. Offensichtlich hatte man Sturm während der Dopingkontrolle geschminkt. Schminke überdeckte also Sturms Blessuren. Aber schon nach relativ kurzer Zeit ging der Cut über den rechten Auge wieder auf und Blut tropfte auf sein frisches Hemd.
© Uwe Betker