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Boxen in der Literatur: Ernest Hemingway (3) – Eine Herausforderung für einen Boxkampf gegen Paulino Uzcudun

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Der bekennende Boxfan und US-amerikanische Gigant der Weltliteratur, Ernest Hemingway, war von seinen eigenen Boxkünsten ziemlich überzeugt. Während er 1932 in Spanien weilte, um für sein Stierkampfbuch „Death in the Afternoon“ (Tod am Nachmittag) zu recherchieren, traf er in Madrid auf Paulino Uzcudun (71 Kämpfe, 51 Siege, 35 durch KO, 17 Niederlagen, 1 durch KO, 3 Unentschieden). Er scheute sich dann auch nicht, eben diesen zu einem Boxkampf herauszufordern.
Der Baske Paulino Uzcudun Eizmendi (03. Mai 1899 in Regil, Spanien – 05. Juli 1985) war einer der bedeutendsten spanischen Schwergewichtsboxer. Er kämpfte u. a. gegen Hans Breitensträter, Franz Diener, Harry Wills, Max Schmeling, Primo Carnera, Mickey Walker, Max Baer, Tommy Loughran, Ernie Schaaf und Joe Louis. M.a.W., er boxte gegen all die Schwergewichtler, die Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre Rang und Namen hatten.
Hemingway also traf Uzcudun in der “Cerveceria Alemana” an der Plaza Santa Ana in Madrid. Er hatte vermutlich schon das ein oder andere Bier getrunken. Jedenfalls sprach er die Herausforderung aus. Er stand auf und stellte sich, um seiner Herausforderung mehr Nachdruck zu verleihen, auch gleich in Boxposition hin. Uzcudun ging daraufhin spontan, von einem Lachanfall gefällt, zu Boden.
Die “Cerveceria Alemana” an der Plaza Santa Ana in Madrid ist sehr zu empfehlen. Hier gibt es kühles Bier, sehr gute Tapas und einen schönen Blick auf den Platz.
© Uwe Betker

Deutscher Meister – der Verfall eines Titels

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Wenn ich mir die Situation im Profiboxen in Deutschland so ansehe, dann müsste ich eigentlich so anfangen: In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, bedeutete der Titel des Deutschen Meisters etwas, so wie heute noch beim Fußball. Wenn ich an Deutsche Meister jener Zeit dann denke, so fallen mir Boxer ein wie der tapfere Kämpfer Lothar Abend (Federgewicht), der von mir so geschätzte Willy Quator (Leichtgewicht), der Serienmeister Gustav Eder (Weltergewicht), Dieter Hucks mit seinem Tigersprung, der spätere Weltmeister Eckhard Dagge, mein Liebling Peter Müller, die Legende Gustav Scholz, der später verarmte und vergessene Hans Stretz (alle Mittelgewicht), der Nachkriegsboxer schlechthin – Gerhard Hecht, der unglückliche Adolf Heuser, der früh verstorbene Willi Hoepner, der unvergessene Erich Schöppner, unser Größter – Max Schmeling (alle sechs im Halbschwergewicht), der große Jürgen Blin, der legendäre Franz Diener, der spektakulär kämpfende Heinz Neuhaus, der blonde Tiger Walter Neusel, und der lange Gerhard Zech (alle im Schwergewicht). Dies sind nur die, die mir spontan einfielen und mir bei einem kurzen Blick in eine Liste ins Auge sprangen.
Und welche amtierenden Deutschen Meister nach Version BDB fallen mir ein? Nur zwei: Andreas Sidon (46 Kämpfe, 35 Siege, 29 durch KO, 10 Niederlagen, 5 durch KO), der Deutsche Meister und Yakup Saglam (27 Kämpfe, 27 Siege, 24 durch KO), der Internationale Deutsche Meister im Schwergewicht. Andreas Sidon wollte dann der BDB aber den Titel aberkennen und die Lizenz entziehen, woraufhin er den Verband verklagte und noch immer 256.999,59 Euro an entgangenen Börsen fordert.
Aber es gibt noch mehr Deutsche Meister: Muzaffer Tosun (International Deutsche Meister im Leichtgewicht), Mohammed Lassoued alias Maurice Weber (Deutscher Meister im Junior-Mittelgewicht), Roman Aramian (Internationale Deutsche Meister im Supermittelgewicht) und Aleksy Kuziemski (Internationale Deutsche Meister im Halbschwergewicht). Im Fliegengewicht, Bantamgewicht, Superbantamgewicht, Federgewicht, Superfedergewicht, Junior-Weltergewicht, Weltergewicht, Mittelgewicht und Cruisergewicht gibt es überhaupt keine Deutschen Meister mehr. Von den 28 Deutsche Meister Titeln sind nur 6 vergeben. Deutlicher kann man die Bedeutung des Titels Deutscher Meister gar nicht illustrieren.
Wir leben nicht in Zeiten, in denen das Wünschen hilft, aber ich wünsche mir trotzdem einen deutschen Boxverband, der kleine und große Veranstalter gleichermaßen vertritt, dessen Ranglisten die Leistungen der Boxer wiedergeben, bei dem sich die Gebühren für Sanktionierungen und Veranstaltungen nach der Größe der Veranstaltung und der Größe des Veranstalters richten, der sich selbst auch an das eigene Regelwerk hält, bei dem jedes Mitglied nur eine Stimme hat, das Stimmrecht bei Wahlen nicht gekauft, übertragen und verschenkt werden kann. Ich wünsche einen Verband, der respektvoll mit seinen Mitgliedern umgeht, der keine rassistischen Entgleisungen duldet und der Ringärzte, Ring- und Punktrichter heranzieht, die verantwortungsbewusst und unvoreingenommen ihre Aufgabe erfüllen.
© Uwe Betker