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Fight & Dance 3

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Am Freitagabend, dem 16. Dezember 2016, hat Hani El Jarie zum dritten Mal im Generation in Moers eine Boxveranstaltung auf die Beine gestellt. Damit haben sich sowohl Promoter als auch Halle nun wohl im Boxen etabliert. Es gab insgesamt sechs Kämpfe zu sehen, einen kurzweiligen Junioren Kampf und fünf Profikämpfe.
Dem Junioren Kampf folgten zwei kurzrundige Profikämpfe mit ähnlichem Muster. Im Super Federgewicht trafen Sergej Vib (14 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 7 Niederlagen, 5 durch KO) und Marc Schulz (7 Kämpfe, 7 Niederlagen, 7 durch KO) aufeinander. Schulz war der größere Boxer und hatte dementsprechend einen Reichweitenvorteil. Den konnte er jedoch nicht nutzen. Vib trug ihm den Kampf an und trieb ihn vor sich her. Dennoch gab es im ersten Durchgang nur wenige Treffer. Am Ende der Runde stellte Vib Schulz und setzte gute Treffer. Nur mit Not erreichte Schulz den Pausengong. In der zweiten Runde macht Vib dort weiter, wo er in der vorangegangen Runde aufgehört hatte. Schon bald stellte er seinen Gegner in dessen Ecke und deckte ihn mit harten Treffern ein. Dann ging er einen Schritt zurück. Schulz seinerseits ging eine Schritt vorwärts, um aus der Ecke herauszukommen. Er lief damit in einen schönen harten Aufwärtshaken zum Kinn. Er ging zu Boden und hatte Schwierigkeiten wieder hoch zu kommen. Da brach seine Ecke den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 45 Sekunden: Sergej Vib.
Im Super Leichtgewicht trafen Robert Tlatlik (19 Kämpfe, 19 Siege, 13 durch KO) und Dejan Pavlovic (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 3 durch KO) für einen Sechsrunder aufeinander. Auch hier war der Größere, der mit dem Reichweitenvorteil, nämlich Pavlovic. Nur war dieser nicht fähig diesen Vorteil auch für sich zu nutzen. Tlatlik war zu stark und zu dominant. Er trieb sein Gegenüber ruhig und abgeklärt vor sich her. Er zeigte eine schöne Führhand, mit der er punktete. Immer wieder traf er damit Kopf und Körper seines Gegenübers. In der zweiten Runder erhöhte er den Druck. Dann schlug er eine Linke zum Körper und der Kampf war zu Ende. Pavlovic, der diesen Schlag geblockt hatte, hatte sich dabei den Ellenbogen verletzt. Er musste aufgeben. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:05 Minuten: Robert Tlatlik.
Nach einer halbstündigen Pause stiegen Samy Raid Musa (11 Kämpfe, 10 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Viktor Kessler (4 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage) im Halbschwergewicht für einen Sechsrunder in den Ring. Der Kampf war kurz und heftig. Kessler explodierte mit dem Gong. Er deckte Musa mit einer Fülle von Schlägen ein. Schlag auf Schlag prasselte auf Musa ein, der mit seiner Deckung beschäftigt war. Kessler überrollte Musa geradezu. Schon bald fand sich Musa am Boden wieder und wurde angezählt. Wenig später fand er sich wieder am Boden wieder. Aber Ringrichter Thomas Hackenberg erkannte auf Ausrutscher. Kurze Zeit später war der Kampf dann aber endgültig vorbei. Einer der vielen Schläge, die der bis dahin ungeschlagene Musa nehmen musste, fällte ihn. Es war ein schwerer KO. Musa lag minutenlang reglos am Boden: Sieger durch KO in Runde 1 nach 1:20 Minuten: Viktor Kessler.
Auch die Super Weltergewichtsbegegnung zwischen Marco Martini (13 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO, 3 Niederlagen) und Ziya Gökalp (12 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 11 Niederlagen, 8 durch KO) ging nicht über die Runden. Martini machte Druck und schlug viel zum Körper. Immer wieder stellte er seinen Gegner an den Seilen und versuchte mit Kombinationen zum Körper die Deckung von Gökalp nach unten zu ziehen. Dabei war er aber manchmal auch offen für Konter. In der zweiten Runde erhöhte Martini weiter den Druck und stellte Gökalb noch häufiger an den Seilen. Ein KO lag in der Luft und Gökalb kam nur mit großer Mühe und viel Glück in die Rundenpause. Zur dritten Runde trat er dann nicht mehr an. Sieger durch RTD in Runde 2: Marco Martini.
Hautkampf des Abends war die Begegnung im Super Leichtgewicht zwischen Surkho Bugaev (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) und Peter Minae (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Minae begann gut. Er jabte und er punktete. Bugaev konterte Minae einige Male gut ab. Beide zeigten gutes Boxen und es gab wenige Aktionen in der ersten Runde. Minae verschenkte den Kampf in der zweiten Runde. Er brachte weniger seine Führhand und machte insgesamt weniger, wodurch er seinen Gegner stärker machte. Die Konter von Bugaev fanden immer häufiger ihr Ziel. Am Ende der Runde kam er zweimal mit einer harten Führhand durch die Mitte zum Körper durch. Der nachgezogene rechte Kopfhaken beeindruckte Minae dann sichtlich. Hiernach stellte Minae das Arbeiten mit der Führhand komplett ein und ergab sich praktisch seinem Schicksal. Nur mit Mühe erreichte er das Rundenende. In der vierten Runde versuchte er es mit Schwingern, wobei er beinahe von seinem Schwung selbst mitgerissen worden und über die Ringseile aus dem Ring gefallen wäre. Bugaev drückte lässig seine Beine runter und holte ihn damit in den Ring zurück. In der fünften Runde lief Minae dann in eine rechte Grade zum Kopf, die ihn fällte. Auf dem Boden sitzend wurde er von Ringrichter Kornelius Bernds ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 5 nach 2:38: Surkho Bugaev.
Man kann nur hoffen, dass es noch viele Veranstaltungen von Hani El Jarie im Generation in Moers geben wird. Fight & Dance 3 hat Spaß gemacht.
© Uwe Betker

Ein Freitagabend im Recover Fight Club in Essen

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Der Freitagabend ist der perfekte Termin für eine Boxveranstaltung, die nicht zu lange dauert, so dass man danach noch das Wochenende einläuten kann. Die Veranstaltung im Recover Fight Club in Essen war nicht nur früh genug zu Ende, sondern die gezeigten Kämpfe stellten auch eine gute Einstimmung auf ein schönes Wochenende dar. Insgesamt gab es elf Kämpfe zu sehen, inklusive zwei Amateurkämpfen und einem Juniorenkampf.
Den ersten Profikampf des Abends bestritten Abdessamad Gaabouri und Emre-Han Semiz (8 Kämpfe, 8 Niederlagen, 6 durch KO) im Leichtgewicht, wobei Gaabouri sein Profidebüt gab. Der Hergang des Kampfes ist schnell erzählt. Semiz ging bereits bei der ersten Aktion runter. Er kam zwar wieder hoch, ging aber direkt danach, schon bei der nächsten Aktion, wieder auf die Bretter und wurde dann stehend vom Ringrichter ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 1 nach 37 Sekunden: Abdessamad Gaabouri.
Anschließend stiegen die Super Federgewichtler Sebastian Tlatlik (10 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO) und Sandro Lütke Bordewick (9 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 5 Niederlagen, 4 durch KO) in den Ring. Eigentlich hätte Bordewick gegen Jann Kulik (1 Kampf, 1 Sieg, 1 durch KO), den jüngsten Profiboxer Deutschlands, boxen sollen. Der fiel aber aus und Tlatlik sprang kurzfristig ein – er hatte bereits in seinem letzten Kampf, am 24.10.2015, Bordewick in der zweiten Runde besiegt. Am Anfang konzentrierte sich Tlatlik darauf, sein Gegenüber unter Druck zu setzen und Kopfhaken zu setzen. Zum Ende des ersten Durchgangs bearbeitete er dann mehr den Körper, was Bordewick sichtlich unangenehm war. Kurz vor Ende der Runde kam Tlatlik zweimal mit einem Leberhaken durch und Bordewick erreichte nur mit Mühe die Rundenpause. Tlatlik machte in der folgenden Runde dort weiter, wo er im ersten Durchgang aufgehört hatte: er demontierte Bordewick. Schon bald hatte er ihn in einer neutralen Ecke gestellt und ließ ihn nicht mehr raus. Eine Kombination zum Körper ließ Bordewick zu Boden gehen. Er wurde angezählt und stellte sich wieder zum Kampf. Aber kurze Zeit später ging er nach einem Leberhaken erneut runter. Er kam zwar rechtzeitig wieder hoch und stellte sich auch noch einmal, aber seine Ecke warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 2:00 Minuten: Sebastian Tlatlik.
Im folgenden Profikampf gab Yaser Yüksel sein Profidebüt im Super Weltergewicht gegen Hani El-Jarie (7 Kämpfe, 1 Sieg, 6 Niederlagen, 6 durch KO). Yüksel machte seine Sache gut. Er boxte ruhig und suchte seine Chance. Er punktete mit schönen Links-Rechts-Kombinationen. Eine davon streckte auch El-Jarie zu Boden. Leider verletzte dieser sich dabei die rechte Hand und musste aufgeben. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:30 Minuten: Yaser Yüksel.
Im Super Mittelgewicht trafen John Rene (8 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Pascal Manke (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) aufeinander. Der Kampf war kurz und knackig. Nach kurzer Zeit stellte Rene seinen Gegner in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit Schlägen ein. Manke ging schon bald zu Boden. Ein Handtuch schütze ihn vor weiteren Treffern. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:00 Minute: John Rene.
Danach gab Qualid Almajoub sein Profidebüt im Mittelgewicht gegen Dejan Pavlovic (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 2 durch KO). Dieser Kampf entwickelte sich zu einer stark umjubelten, kurzen aber sehr heftigen Ringschlacht. Almajoub, ein Rechtsausleger, ließ sich von Pavlovic das Geschehen aufzwingen und der wollte einen unkontrollierten Schlagabtausch. Almajoub nahm schon bei der ersten Aktion eine rechte Grade zum Kopf, die ihn zu Boden brachte. Er kam wieder hoch und stellte sich Pavlovic, der jetzt seine Chance witterte. Almajoub konterte ihn aber mit einer rechten Graden zum Kopf ab und war wieder im Kampf. Immer wieder kam es zu Schlagabtäuschen, wobei Almajoub immer mehr die Oberhand errang. Immer wenn er die schöne rechte Grade zum Kopf schlug, schlug sie auch ein. Kurz vor Ende der Runde schlug eine solche, gefolgt von einer linken Graden ein und Pavlovic musste zu Boden. Der Kampf hatte sich gedreht. In den verbleibenden Sekunden musste Pavlovic noch weitere harte Treffer nehmen. Zur nächsten Runde trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Qualid Almajoub.
Auch im folgenden Kampf trafen zwei Debütanten im Super Weltergewicht aufeinander. Andreas Maier traf auf Sascha Frankenreiter. Dieses Kräftemessen verlief ganz anders als das vorangegangene. Maier boxte ökonomisch. Er verteilte seine Schläge gut, besonders seine Rechte sah gut aus. Aber es gab nur wenige Aktionen. In der zweiten Runde erhöhte Maier das Tempo. Er kam mit einem linken und rechten Kopfhaken, gefolgt von zwei rechten Körperhaken, wiederum gefolgt von weiteren Schlägen durch, die Frankenreiter zu Boden zwangen. Obwohl dieser sich noch mal zum Kampf stellte, war er schon ein geschlagener Mann. Ein regelrechter Schlaghagel brachte Frankenreiter zu Boden und er wurde ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:37 Minuten: Andreas Maier.
Als nächster Profi stieg Marek Jedrzejewski (6 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO) in den Ring. Hier traf er im Leichtgewicht auf Sergej Vib (10 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 6 Niederlagen, 4 durch KO). Jedrzejewski boxte sehr abgeklärt. Er verteilte gut und schlug präzise schnelle Hände. Vib zeigte eine unglaubliche Tapferkeit. In der zweiten Runde schickte Jedrzejewski Vib mit einer rechten Graden zum Kopf runter. Vib stellte sich wieder, musste aber nach einem brutalen Leberhaken wieder zu Boden, wo er ausgezählt wurde. Noch Minuten später lag er im Ring und wurde vom Ringarzt behandelt. Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:44 Minuten: Marek Jedrzejewski.
Den Hauptkampf des Abends bestritten René Oeffner (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Rustem Trott (8 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) im Super Mittelgewicht. Oeffner überließ Trott die erste Minute, der versuchte, ihn in wilde Schlagabtäusche zu verwickeln oder durch Klammern Aktionen zu unterbinden. Als Oeffner schließlich anfing, konsequent seine Führhand einzusetzen, bestimme er das Geschehen im Ring. Immer wieder kam er mit seiner linken Graden zum Kopf durch. In der zweiten Runde hatte er seinen Kampfrhythmus etabliert. Trott nahm viel. Als einziges Mittel fiel ihm ein zu klammern, um den Kampf zu unterbrechen. In der Ringpause rief er den Ringarzt. Er hatte sich bei der letzten Aktion die linke Hand verletzt. Zum dritten Durchgang trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: René Oeffner.
Ich erlebte einen gelungenen und kurzweiligen Freitagabend. Der Besitzer von Recover Fight Club hat auch angekündigt, demnächst in der größeren Filiale in Neuss veranstalten zu wollen.
© Uwe Betker