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Posts Tagged ‘Gennady Golovkin

Foto: Gennady Golovkin

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(C) Andreas Gottschalk

Written by betker

8. April 2012 at 23:59

Die ultimativ subjektive Liste 2011

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Boxer des Jahres
Wladimir Klitschko (59 Kämpfe, 56 Siege, 49 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) – WBA, IBF, WBO Weltmeister im Schwergewicht. Ein einziger Kampf und Sieg gegen David Haye am 02.07.2011 reicht mir schon, um ihm meinen Titel „Boxer des Jahres“ zu verleihen. Aber: Perfektion kann langweilen.
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Boxerin des Jahres
Özlem Sahin wurde auf sehr beeindruckende Weise in Göppingen am 15.07.2011 Interimsweltmeisterin der WIBF. Sie ist eine Boxerin mit Charme und Charisma, und sie sieht gut aus. Sie hat also eigentlich alles, was man braucht, um das Frauenboxen wieder fernsehtauglich zu machen.
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KO des Jahres
Gennady Golovkin (22 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO) schlug mit einem unglaublichen, linken, aus der Schulter geschlagenen Haken Lajuan Simon (30 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) schwer KO. Simon war noch nie zuvor KO gegangen.
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Schlechteste Veranstaltung des Jahres
Gibt es etwas Schlimmeres als einen Ringsprecher, der das Publikum zur Menschenjagt aufhetzt? Mechernicher Fight Night am 10.12.2011 mit Baker Barakat.
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Rookie (männlich) des Jahres
Robert Tlatlik (7 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO) schaffte es, innerhalb von nur 8 Monaten zur Nummer 1 in Deutschland und zur Nummer 286 in der Welt im Weltergewicht zu werden.
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Rookie (weiblich) des Jahres
Derya Saki (1 Kampf, 1 Sieg, 1 KO) Die Leichtgewichtlerin machte bisher nur einen Kampf. – Der aber beeindruckte mich.
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Absteiger des Jahres
Arthur Abraham (35 Kämpfe, 32 Siege, 26 durch KO, 3 Niederlagen). Der einstmalige Superstar im Mittelgewicht wurde im Super Six Turnier ziemlich durchgereicht. Von seinem Superstarstatus blieb nichts mehr übrig. Nun stellt sich jeder die Frage, ob Abraham überhaupt noch gegen einen starken Boxer gewinnen kann.
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Aufsteiger des Jahres
Gabor Veto (27 Kämpfe, 27 Siege, 21 durch KO). Der Junior Weltergewichtler wurde am 15.10.2011 gegen Michael Kizza Weltmeister der Global Boxing Union. Nun ist er die Nummer 193 der unabhängigen Weltrangliste. Er ist einer der interessantesten und spannendsten Boxer.
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Aussteiger des Jahres
Luan Krasniqi (35 Kämpfe, 30 Siege, 14 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO, 1 Unentschieden) steigt nicht mehr in den Ring. Er war ganz nahe daran, Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Er war ein wirklicher Kämpfer. Er war der Löwe von Rottweil.
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Veranstalter des Jahres
Keiner der Großen
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Beste Veranstaltung des Jahres
Kleine Veranstaltungen sind besser als große Events: Das zeigte sich bei der WBA Weltmeisterschaft im Mittelgewicht zwischen Gennady Golovkin (22 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO) und Lajuan Simon (30 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) im Ballsaal des Intercontinental Hotel auf der Königsallee in Düsseldorf am 09.12.2011. Diese Veranstaltung wurde von der Klitschko Manangement Group auf die Beine gestellt. Ich würde mir wünschen, sie machten mehr solcher Nicht-Klitschko-Shows.
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Fehlentscheidung des Jahres
Felix Sturm blieb Dank der beiden Punktrichter Roberto Ramirez und Jose Ignacio Martinez, die 116 zu 112 für Sturm werteten, Super Champion der WBA im Mittelgewicht. Für mich hätte Matthew Macklin ganz klar der Sieg zugesprochen werden müssen. Aber in Deutschland werden Punktsiege häufig nur noch vergeben und nicht mehr erkämpft. Daher ist diese Fehlentscheidung auch nur eine von ziemlich vielen.
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Trainer des Jahres
Conny Mittermeier hat sich endgültig als Weltklassetrainer etabliert. Seine Arbeit mit Özlem Sahin, Erkan Teper, Timo Schwarzkopf und Selcuk Aydin spricht für sich.

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Boxkampf (männlich) des Jahres
Den muss ich verpasst haben.
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Boxkampf (weiblich) des Jahres
Özlem Sahin vs. Corina Carlescu. Ein Frauenboxkampf auf hohem Niveau, in dem sowohl Technik als Härte zu sehen waren – eine Werbung fürs Frauenboxen.
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Bester Show Act des Jahres
Bevor Felix Sturm sich gegen Matthew Macklin abquälte, erfreute Mel C, das Ex Spice Girl, meine Augen. Ihr im Vollplayback vorgetragenes Lied habe ich bereits vergessen und ich würde es auch nicht wiedererkennen. Aber ihre High Heels und ihre hautenge rote Hose …
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Boxer, der einen WM-Kampf verdient
Odlanier Solis (18 Kämpfe, 17 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) ist eventuell der einzige Schwergewichtler, der einem der Klitschkos gefährlich werden könnte. Auch wenn Herr Bernd Bönte es gerne anders sehen möchte, Vitali Klitschko hat nicht bewiesen, dass er gegen Solis einfach so gewinnen kann.
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Boxer, der zu Unrecht übersehen wird
Markus Tomala (9 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 2 Niederlagen). Ein deutscher Schwergewichtler mit Potential, der keine Kämpfe bekommt und keinen Veranstalter hat. Unglaublich aber wahr.
© Uwe Betker

Photo: Team Gennady Golovkin

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Written by betker

19. Dezember 2011 at 23:59

Boxen im Ballsaal

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Der Ballsaal des Intercontinental Hotel auf der Königsallee in Düsseldorf war der Austragungsort für vier Profiboxkämpfe, die sozusagen das Restprogramm von der Klitschko- Mormeck-Show darstellten.
Als erstes stiegen zwei Frauen in den Ring, Raja Amasheh (13 Kämpfe, 12 Siege, 3 durch KO, 1 Unentschieden) und Julija Cvetkova (10 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 7 Niederlagen, 1 durch KO). Der Kampf der beiden Fliegengewichtlerinnen, der ursprünglich auf sechs Runden angesetzt war, dann aber nur als Vierrunder ausgetragen wurde, wurde für einen großen Teil des Publikums überschattet durch die Handlungen der Ecke, der lettischen Ecke. Man konnte schlicht die wohl inkompetenteste Ecke des Jahres bewundern. Der Mundschutz von Cvetkova saß so schlecht, dass die Enden sich durch die Wangen abzeichneten. Dann musste der Kampf unterbrochen werden, weil eine Halskette nicht abgelegt worden war. Die nach der Urteilsverkündung zu sehenden Bandagen sahen grotesk aus. Der Kampf der Trainerin mit dem Hocker hatte schon etwas Slapstickhaftes. Sie schaffte es einfach nicht, den Hocker in und aus dem Ring zu bekommen. Zum Höhepunkt dieses Treibens gab sie ihrer Boxerin dann den Hocker über das oberste Ringseil an, und Cvetkova nahm diesen mit ihren Boxhandschuhen an und stellte ihn auf den Boden. Die Karlsruherin Ameshah gewann durch eine sehr solide Leistung einstimmig und verdient nach Punkten.
Der zweite Kampf des Abends war ein Titelkampf (IBO Intercontinental) im Cruisergewicht. Isa Akberbayev (9 Kämpfe, 9 Siege, 6 durch KO) traf auf Armin Dollinger (24 Kämpfe, 21 Siege, 8 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO). Von der ersten Sekunde an war klar, dass der Kasache Akberbayev der bessere Boxer war. Sein präziser und schneller Jab bestimmte über weite Strecken den Kampf. Dollinger suchte über Körperhaken zum Erfolg zu kommen. Zum Ende der zweiten Runde musste er nach einer Rechten zum Kinn runter und wurde angezählt. Akberbayev, ganz siegessicher, fing an, Faxen zu machen, was Dollinger genug Zeit gab, um sich zu erholen. Dollinger konnte sogar mit dem Gong noch einen harten rechten Kopfhaken ins Ziel bringen.
Auch im dritten Durchgang zeigte Akberbayev seine Fähigkeiten als Showman. Jedoch traf er auch mit einem rechten Schwinger das Ohr von Dollinger, der dessen Ohrläppchen platzen ließ. Die Wunde blutete so stark, dass auf Anraten des Ringarztes der Ringrichter den Kampf abbrach.
Der vorletzte Kampf fand im Mittelgewicht statt. Die beiden ungeschlagen Vladimir Schipizin (6 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden) und Toni Camin (8 Kämpfe, t6 Siege, 4 durch KO, 2 Unentschieden) trafen aufeinander. In der ersten Runde etablierte sich ein Muster an Kampfverlauf, das bis zum Ende des hart und zäh geführten Kampfes gleich blieb. Der etwas kleinere Camin schob sich hinter seiner Doppeldeckung an den Gegner heran, bearbeitete den Körper seines Gegenübers, um dann wenn sich eine Lücke bot, Haken zum Kopf zu schlagen. Schipizin versuchte seinen Gegner auf Distanz zu halten, lang zu boxen und Schlagabtäusche an den Ringseilen zu suchen. Ich hatte zwar Camin auf meinem Punktzettel vorne, aber die Punktrichter sahen den Kampf einstimmig als Unentschieden, womit wohl alle Beteiligen gut leben können.
Die WBA Weltmeisterschaft im Mittelgewicht zwischen Gennady Golovkin (22 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO) und Lajuan Simon (30 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) dauerte nur 137 Sekunden. Der Titelverteidiger Golovkin zeigte ein Boxen von unglaublicher Präzision und Schnelligkeit. Simon, der ja auch kein Schlechter ist, konnte nur eine halbe Aktion für sich verbuchen. Ein linker, aus der Schulter geschlagener Haken fällte Simon und beendete den Kampf. Simon war noch nie zuvor KO gegangen – noch 2009 war er mit Arthur Abraham und Sebastian Sylvester über die Runden gegangen. Golovkin demonstrierte eindrucksvoll, warum Universum Box-Promotion ihn nie gegen Felix Sturm boxen ließ.
Bedauerlich ist nur, dass so wenige Zuschauer den Weg in das Luxushotel gefunden hatten. Der wohl 500 Zuschauer fassende Saal, war kaum zur Hälfte gefüllt.
© Uwe Betker

Die letzten Zwölf (4)

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Universum Box-Promotion ist mit Alexander Dimitrenko (32 Kämpfe, 31 Siege, 21 durch KO, 1 Niederlage) und Ruslan Chagaev (29 Kampfe, 27 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden) im Schwergewicht gut vertreten. Ich glaube zwar nicht, dass einer von ihnen im Moment eine Chance hätte im Kampf gegen einen der Klitschkos. Aber vielleicht will Klaus-Peter Kohl ja auch noch eine Weile warten.
In den anderen Gewichtsklassen sieht es nicht so gut aus. Gennady Golovkin (20 Kämpfe, 20 Siege, 17 durch KO), der Weltmeister der WBA im Mittelgewicht, ist wohl der Beste der verbliebenen Zwölf. Er ist aber auch derjenige, der nicht mehr für Klaus-Peter Kohl Boxen will.
Es wäre schon interessant zu wissen, nach welchen Kriterien Kohl das Personal seines Boxstalls reduziert hat. Mir leuchtet es z.B. nicht ein, warum er den Vertrag mit dem langjährigen Weltmeister der WBO im Halbschwergewicht, Zsolt Erdei (33 Kämpfe, 33 Sieg, 18 durch KO), nicht verlängert hat. Erdei war doch ein Garant für sportliche Erfolge.
Auch kann ich nicht verstehen, wieso man so wenig Wert darauf legte, den Vertrag mit Markus Tomala (9 Kämpfe, 7 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen) zu verlängern. Tomala ist schließlich einer der letzten deutschen Schwergewichtler mit Perspektive. Wenn ich richtig informiert bin, hat Universum schlicht die Frist für die Vertragsverlängerung verschlafen, bzw. die Mitteilung, die Vertragsverlängerungsoption wahrnehmen zu wollen, zu spät abgeschickt.
Noch unverständlicher ist es, dass Jack Culcay (8 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO) an Ulf Steinforth abgegeben wurde. Das Riesentalent im Junior Mittelgewicht war doch vermutlich gut zu vermarkten. Nun, wir werden wohl nie erfahren, aufgrund welcher Überlegungen die einen Boxer behalten und andere auf die Straße gesetzt wurden.
© Uwe Betker

Die letzten Zwölf (2)

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Gennady Golovkin (20 Kämpfe, 20 Siege, 17 durch KO) will nicht mehr für Universum boxen. Der Rechtstreit zwischen dem hamburger Promoter und dem kasachischen WBA Mittelgewichtsweltmeister zieht sich schon eine geraume Zeit hin. Golovkin geht davon aus, ab November 2011 ein „free agent“ zu sein. Klaus-Peter Kohl will natürlich keinen amtierenden Weltmeister ziehen lassen, zumal es Golovkin offensichtlich nichts ausmacht, überall auf der Welt zu boxen. So trat er zuletzt in Kiel, Panama City und Astana in Kasachstan auf. Am 17.06.2011 boxt er erneut in Panama City. Dort trifft er auf Kassim Ouma (36 Kämpfe, 27 Siege, 17 durch KO, 7 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden). Kohl geht davon aus, dass sein Vertrag mit Golovkin bis 2012 gültig ist.
Der Super Mittelgewichtler Karoly Balzsay (25 Kämpfe, 23 Siege, 17 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) musste 2009 zwei Niederlagen in Folge hinnehmen. Erst verlor er am 22.08.2009 gegen Robert Stieglitz seinen WBO Weltmeistergürtel durch TKO in Runde 11. Dann musste er sich auch noch am 04.12.2009 seinem damaligen Stallkollegen Eduard Gutknecht nach Punkten geschlagen geben. 2010 boxte er dann nur zweimal gegen eher schwache klassische Aufbaugegner. Seine boxerische Zukunft sieht m. E. eher trübe aus.
Der ehemalige WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht Jürgen Brähmer (38 Kämpfe, 36 Siege, davon 29 durch KO und 2 Niederlagen) wurde einst als Jahrhunderttalent gehandelt. Heute wird er gerne vom Boulevard als Knastboxer bezeichnet. Zuletzt wurde er kampflos Weltmeister, weil der langjährige Titelinhaber Zsolt Erdei – angeblich hatte er es selber so gewollt – für einen einzigen WM Kampf eine Gewichtsklasse höher ging, wodurch sein Titel vakant wurde. Genauso kampflos wurde Brähmer seinen Titel dann auch wieder los. Er wurde zum zweiten Mal hintereinander krank, bzw. verletzte sich, als er im Ausland boxen sollte. Anfang des Jahres flog er nach Kasachstan, wo er starken Durchfall mit Erbrechen bekam. Vor kurzem flog er nicht nach England, weil, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ein Handtuch eine alte Verletzung wieder aufriss. Im Augenblick kann ich mir nicht vorstellen, dass Brähmer überhaupt noch mal wieder in den Ring steigt, vor allem nicht außerhalb von Deutschland.
Rachim Tschachkijew oder Rakhim Ruslanovich Chakhkiev (10 Kämpfe, 10 Siege, 8 durch KO) siegte bei den olympischen Spiele 2008 im Schwergewicht und startet jetzt als Profi im Cruisergewicht. Er, dem man auch den netten Kampfnamen „The Mashine“ gab, steht noch am Anfang seiner Karriere. Natürlich lassen seine Amateurerfolge Großes erwarten, aber man kann nie wissen, ob solche Erwartungen auch in Erfüllung gehen.
© Uwe Betker

Die letzten Zwölf (1)

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In dem einst sehr großen und etwas unübersichtlichen Boxstall in Hamburg haben sich die Reihen gelichtet. Heute sind, laut Internetauftritt, nur noch zwölf Boxer und Boxerinnen bei Universum Box-Promotion unter Vertrag. Diese sind: Marcel Meyerdiercks, Ina Menzer, Marcos René Maidan, Sebastian Zbik, Gennady Golovkin, Karoly Balzsay, Jürgen Brähmer, Rachim Tschachkijew, Juan Carlos Gomez, Alexander Dimitrenko, Ruslan Chagaev und Denis Boytsov.
Der ungeschlagen Federgewichtler Marcel Meyerdiercks (19 Kämpfe, 19 Siege, 5 durch KO) hat ein doppeltes Problem. Er boxt in einer zu leichten Gewichtsklasse und er hat zu wenig Punch, um für das aufs Schwergewicht fixierte Fernsehen attraktiv zu sein. Er ist auf der Position 103 in der unabhängigen Rangliste. Dementsprechend braucht der 23-jährige noch Zeit und auch noch Kämpfe, um ganz oben angreifen zu können . Die Frage ist, ob Klaus-Peter Kohl ihm diese Kämpfe noch besorgen kann.
Ebenfalls im Federgewicht startet die letzte noch bei Universum verbliebene Frau, Ina Menzer. Menzer (27 Kämpfe, 26 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage) boxt jetzt schon seit fast einem Jahr nicht mehr. In ihrem letzten Kampf am 03.07.2010 gegen Jeannine Garside unterlag sie klar nach Punkten und verlor ihre WIBF, WBC und WBO Titel. Was aus ihr wird, ist fraglich. Menzer war schon vorher bei einigen Punktentscheidungen mit einem blauen Auge davon gekommen und die Bereitschaft der Zuschauer, solche Punktrichterentscheidungen zu akzeptieren, scheint auch zu sinken.
Der Junior Weltergewichtler Marcos Rene Maidan (32 Kämpfe, 30 Siege, 27 durch KO, 2 Niederlagen) spielt für das Boxen in Deutschland keine Rolle. Der Argentinier boxte zwar 6-mal in Deutschland, aber eigentlich ist er jemand, der überall boxt. Zweimal schon versuchte er Weltmeister zu werden und beide Male unterlag er. Im ersten Kampf musste er sich am 07.02.2009 Andriy Kotelnik und am 11.12.2010 Amir Khan geschlagen geben. Es würde mich nicht wundern, wenn die derzeitige Nummer 4 in der Welt es doch noch mal schaffen könnte, Weltmeister zu werden. Vermutlich wird dieser Kampf aber nicht in Deutschland stattfinden und kein deutscher Fernsehsender wird ihn zeigen.
Sebastian Zbik (31 Kämpfe, 30 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage) wurde in seinem letzten Kampf gegen Julio Cesar Chavez Jr. am 04.06.2011 richtiggehend beschissen. Punktrichter, die nach meiner Meinung nicht an einen Ring gehören, nahmen ihm den Weltmeistergürtel der WBC im Mittelgewicht ab. Es war ein unwürdiges Schauspiel. Wenn Universum so ein mieses Spiel, so jedenfalls meine Wahrnehmung, selbst auch schon oft hier aufgeführt hat, so ist das noch lange kein Grund, so etwas mit irgendjemand zu machen. Das ist sowieso nicht zu entschuldigen. Die Niederlage offenbarte allerdings auch die eklatante Schlagschwäche von Zbik in einer Gewichtsklasse, in der hart geschlagen wird.
© Uwe Betker