Box-Blog

Posts Tagged ‘Golden Boy Promotion

Gedanken zur Niederlage von Felix Sturm (2)

leave a comment »

Am 01.09.2012 verlor Felix Sturm (42 Kämpfe, 37 Siege, 16 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) in Oberhausen gegen den Australier Daniel Geale (29 Kämpfe, 28 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage). Damit verlor er seinen Titel „Super Champion“ der WBA (World Boxing Association), den er allerdings nach den Regularien des Verbandes gar nicht hätte tragen dürfen. Sein Bezwinger Geale war und ist Weltmeister der IBF (International Boxing Federation) im Mittelgewicht.
Sicher, eine Niederlage ist erst einmal nichts Besonderes. Schließlich verliert ja in fast allen Boxkämpfen einer der beiden Kontrahenten den Kampf. Dennoch, die Niederlage von Sturm verdient doch eine nähere Betrachtung. Sturms Haussender SAT1 konzentrierte sich schließlich nur auf Felix Sturm. Aber, SAT1 wird Felix Sturm vermutlich nur zeigen, wenn dieser einen WM-Kampf oder so etwas Ähnliches bestreitet.
Gegen wen kann nun Sturm boxen? Logisch wäre natürlich ein Rückkampf mit Geale. Dessen Manager Gary Shaw hat aber bereits abgewunken. Sturm müsste also tief in die Tasche greifen, um Geale wieder von Australien nach Deutschland zu locken. Dass Sturm eine Rückkampfklausel vor dem Kampf abgelehnt hat, dürfte ihn jetzt ärgern. Mich würde schon interessieren, wer ihn da eigentlich beraten hat.
Ein Kampf gegen Gennady Golovkin (24 Kämpfe, 24Siege, 21 durch KO), dem WBA Weltmeister, würde sportlich auch Sinn machen. Aber wieso sollte Sturm gerade jetzt gegen den Mann boxen, dem er so lange aus dem Weg gegangen war. Sollte Sturm dies aber machen, so ist dürfte das dann wohl ein Akt der Verzweiflung sein.
Eine utopische Option wäre ein Kampf gegen den WBC Weltmeister Sergio Gabriel Martinez (54 Kämpfe, 50 Siege, 28 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden). Der Argentinier Martinez ist in den USA ein großer Star. Daher müsste Sturm schon in die USA reisen, um gegen ihn anzutreten. Ich persönlich halte es auch für sehr zweifelhaft, ob Sturm eine Chance gegen ihn hätte.
Hassan N’Dam N’Jikam (27 Kämpfe, 27 Siege, 17 durch KO), der Interims Weltmeister der WBO wäre auch noch eine mögliche Wahl. Nun boxt der aber schon am 20.10.2012 gegen Peter Quillin (27 Kämpfe, 27 Siege, 20 durch KO). Nach diesem Kampf wird er in diesem Jahr dann sicherlich nicht mehr in den Ring steigen. Damit dürften die möglichen Gegner im Mittelgewicht benannt sein. Außer, Sturm kann SAT1 davon überzeugen, einen Nichttitelkampf zu zeigen, z. B. gegen Matthew Macklin (33 Kämpfe, 29 Siege, 20 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO).
Natürlich hat er auch noch die Möglichkeit eine Gewichtsklasse hoch zu gehen und gegen Arthur Abraham (38 Kämpfe, 35 Siege, 27 durch KO, 3 Niederlagen) oder Robert Stieglitz (45 Kämpfe, 42 Siege, 23 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO) zu boxen. Aber warum sollte Arthur Abraham, der WBO Weltmeister, gegen ihn boxen wollen? Er boxt bei der ARD und Sauerland Event hat mit Sicherheit kein Interesse daran, dass SAT 1 weiter Sturm-Kämpfe überträgt. Noch vor kurzem erklärte Sturm, Abraham wolle sich über einen Kampf mit ihm profilieren. Ein Vergleich der Einschaltquoten widerlegt diese Vorstellung allerdings.
Ein Kampf mit dem Exweltmeister Robert Stieglitz wäre eine gute Ansetzung. Das Problem dürfte sein, dass SAT1 sich wohl nur darauf einlassen wird, wenn es ein WM-Ausscheidungskampf wird. Auf Stieglitz dürften andererseits aber noch massive juristische Probleme zukommen, denn er hat mutmaßlich seinem noch Noch-Schwiegervater mit einem Kantholz schwere Schädelverletzungen zugefügt.
Oscar De La Hoya (45 Kämpfe, 39 Siege, 30 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO), der ehemalige Weltmeister im Superfeder-, Leicht-, Junior Welter-, Welter-, Junior Mittel- und Mittelgewicht, wäre auch als Gegner in Frage gekommen. Gerüchten aus den USA zu Folge wollte De La Hoya für Sturm seine Handschuhe wieder anziehen. In New Jersey, gegenüber von New York wurde eine neue Arena gebaut und der Rückkampf sollte die Arena einweihen. Aber ein Kampf gegen einen Adnan Catic, der keinen Titel mitbringt, dürfte für De La Hoyas Firma Golden Boy Promotion keinen Sinn machen.
Wenn ich richtig addiert habe, hat Felix Sturm als Profi bereits 321 Runden geboxt. Hinzu kommen unzählige Sparringsrunden und 143 Amateurkämpfe. Da kann man schon fragen, wie viele Kämpfe er da noch in sich hat. Die Situation für ihn ist schwierig und wir dürfen gespannt sein, wen er uns als nächsten Gegner präsentieren wird.
© Uwe Betker

Amir Khan vs. Rene Marcos Maidana

leave a comment »

„Thunder and Lightning!“ oder auf deutsch „Blitz und Donner“, unter diesem Motto stellte der amerikanische TV-Gigant HBO den Kampf von Amir Khan und Rene Marcos Maidana vor. Das Aufeinandertreffen der Beiden verspricht einer der diesjährigen Höhepunkte im Boxen zu werden. Zumindest ist es das Duell zweier Weltklasseboxer.
Amir Khan (24 Kämpfe, 23 Siege, 16 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) in Bolton Großbritannien geboren ist pakistanischer Herkunft und der britischer Superstar. Er ist Weltmeister im Junior Weltergewicht nach Version WBA. Er wurde Weltmeister durch einen beeindruckenden Punktsieg über Andriy Kotelnik (18.07.2009), einen Boxer von Universum Box-Promotion.
Sein Herausforderer ist Rene Marcos Maidana (30 Kämpfe, 29 Siege, 27 durch KO, 1 Niederlage). Der Argentinier mit der Furcht einflößenden KO-Quote von 90%, musste seine einzige Niederlage gegen den schon erwähnten Kotelnik hinnehmen. Zwei der drei Punktrichter sahen den Ukrainer vorne. Nicht wenige sahen es aber auch genau andersherum.
Maidana, der „EL Chino“ genannt wird, ist Interims Weltmeister und wird von Universum Box-Promotion und Golden Boy Promotion, die Firma von Oscar De La Hoya, gemeinsam promoted. Er boxte schon mehrfach in Deutschland.
Der Kampf Khan gegen Maidana ist ein klassisches Aufeinandertreffen von aggressivem Puncher und gutem Techniker. Es verspricht ein großer Kampf zu werden, bei dem man nur schwer voraussagen kann, wie er ausgehen wird. Mit Maidana wird einer der Beteiligten, jedenfalls zum Teil, von einem deutschen Veranstalter betreut. Dennoch ist der Kampf, sofern ich das richtig sehe, leider nicht im deutschen Fernsehen zu sehen. Hätte Universum Box-Promotion mehr Kämpfe in der Qualität, wie es der bevorstehende zu werden verspricht, gezeigt und weniger von denen, mit denen sie jahrelang das Publikum abgespeist haben, dann hätten sie vermutlich heute noch einen lukrativen TV-Vertrag.
© Uwe Betker