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Fünf Kämpfe im Gym

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Am 23.03.2012 fanden im Rahmen der III. Manager Fight Night im Freudenreich Professional Gym in Düsseldorf fünf Profikämpfe statt.
In dem ersten trafen Ibrahim Guendogdu (1 Kampf, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Andre Maurer (4 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage) im Cruisergewicht aufeinander. Der auf vier Runden angesetzte Kampf dauerte nicht lange und war sehr einseitig. Eine nicht besonders harte Links-Rechts-Kombination von Maurer schickte den überforderten Debütanten zu Boden. Dieser kam zwar wieder rechtzeitig hoch, aber der Sekundant Suleyman Dag stoppte den insgesamt doch unbefriedigenden Kampf.
Auch der zweite Kampf des Abends war kurz und unbefriedigend. In ihm traf im Super Mittelgewicht Salvadore Vancardo (4 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) auf den Omar Khodr (1 Kampf, 1 Niederlage, 1 durch KO), der sein Profidebüt gab. Khodr sah wohl den Kampf als eine Art Mutprobe an. Was er zeigte, hatte nicht viel mit Boxen zu tun. Von der ersten Sekunde an war er auf der Flucht und Vancardo stiefelte ihm hinterher. Ein Wischer ließ Khodr straucheln und zu Boden gehen. Er kam wieder hoch, um bei nächster Gelegenheit wieder nach einem Wischer zu Boden zu gehen. Der dritte und dann auch letzte Niederschlag erfolgte nach einem mittelharten Treffer auf den Brustkorb. Der Ringrichter, Michael Siegel, der in den drei ersten Kämpfen der beste Mann im Ring war, brach hier nun den Kampf, so es denn einer war, ab.
Im dritten und letzten der Vorkämpfe boxten Hamze Masemani (8 Kämpfe, 1 Sieg, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Akmal Sadullaev (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) gegeneinander. Der Kampf im Mittelgewicht war eine einseitige Angelegenheit. Sadullaev war druckvoller und explosiver. Schon nach kurzer Zeit ließ er lässig aufreizend seine Deckung fallen, um seinen Gegner zu Aktionen zu verleiten, die er dann explosiv konterte. Eine Rechte, die nicht wirklich getroffen hatte, schickte Masemani zu Boden. Ein Stolperer war wohl eher die Hauptursache für das Zubodengehen.
In der zweiten noch einseitigeren Runde, schickte ein Wischer zum Kopf Masemani erneut auf die Bretter. Es folgte ein Gewürge, was dann endlich zum Wurf des Handtuchs führte. Man sollte den drei Boxern von Suleyman Dag, der eine Woche später im Vorprogramm von Manuel Charr in der zweiten Runde KO ging, erklären, dass es sinnvoller wäre, erst einmal die Grundlagen des Boxen zu trainieren, dann mit dem Sparring anzufangen, hiernach ein paar Amateurkämpfe zu bestreiten und dann erst als Profi in den Ring zu steigen. Bemerkenswert war die absolut souveräne Ringrichterleistung von Michael Siegel aus Karlsruhe.
Den ersten guten Kampf des Abends bestritten zwei Damen, Tanja Hengstler (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 2 durch KO) und Sarah Esch (1 Kampf, 1 Sieg, 1 durch KO), im Leichtgewicht. Die Debütantin aus Düsseldorf, Esch, verschaffte sich am Anfang mit mehreren überfallartigen Aktionen Respekt. Hiernach dominierte sie mit ihrer Führhand den Kampf und trieb ihre Gegnerin vor sich her. Immer wieder kam sie mit ihrer Linken durch. Immer wieder kam es zu harten Schlagabtäuschen, bei denen Esch immer eine Hand mehr setzen konnte als ihre Gegnerin. In der zweiten Runde fand so gut wie jeder Schlag von Esch sein Ziel. Nach wenigen Sekunden warf die Ecke von Hengstler das Handtuch.
Den Hauptkampf des Abends bestritten Robert Tlatlik (9 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO) und Meikel Samek (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO). Der Kampf der beiden fand im Junior Weltergewicht statt. Tatlik, die Nummer 237 in der unabhängigen Weltrangliste im Weltergewicht, kam eine Gewichtsklasse runter und Samek, die Nummer 1 in Deutschlands unabhängiger Weltrangliste im Leichtgewicht, eine Gewichtsklasse rauf.
In diesem Kampf trafen zwei verschiedene Boxschulen aufeinander. Samek boxte einen sehr individuellen Stil. Er hielt seine linke Führhand tief, um seinen Gegner zu Aktionen zu verleiten und dann zu kontern. Hierbei verließ er sich auf seine guten Reflexe. Tlatlik bot eher den klassisch europäischen Stil. Dementsprechend bestimmte er auch das Tempo des Kampfes.
Die erste Runde begann verhalten, wobei Samek versuchte zu kontern und Tlatlik durch Körpertreffer zu punkten. Mit zunehmender Dauer erhöhte Tlatlik den Druck, wodurch es zu mehr Schlagabtäuschen kam, die nahezu ausschließlich in den Ringecken stattfanden. Im zweiten Durchgang machten die beiden Boxer dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten, nur mit erhöhtem Tempo und mit mehr Verbissenheit. Samek zeigte sehr schöne Meidbewegungen und Tlatlik systematisches Boxen.
In der dritten Runde erhöhte Tlatlik erneut den Druck. Immer wieder stellte er Samek in einer Ringecke und versuchte ihn nicht mehr herauszulassen. Er schlug variabel zu Körper und Kopf. Gerade die Körpertreffer zeigten Wirkung und zwangen Samek zu Boden. Ringrichter Siegel zählte ihn aus, da er nicht mehr schnell genug hoch kam.
© Uwe Betker

Foto: Hamze Masemani

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(C) Uwe Betker

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2. September 2011 at 23:59

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Foto: Robert Tlatlik vs. Hamze Masemani

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(C) Uwe Betker

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2. September 2011 at 23:59

Boxen im Fitnesscenter

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Im Punch Fitness Alive in Essen fand am 26.08.2011 eine kleine Veranstaltung statt. Das Fitnesscenter hat ein kleines Gym mit einem fest installierten Hochring und ein paar Geräten. Hier nun waren, in einem schönen und intimen Rahmen, vier Profikämpfe zu sehen.
In dem ersten sehr kurzen Kampf boxte Kevin Still (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Junior Mittelgewicht gegen Mohamed Kazan (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Still kam direkt mit einem harten Körpertreffen durch, den Kazan nicht wegstecken konnte. Nur ein paar Schläge und wenige Körpertreffer später ging Kazan runter. Noch auf dem Boden kniend gab er der dem Ringrichter zu verstehen, dass er nicht mehr weiter machen will. Ein Sieg durch TKO für Kevin Still.
Im zweiten Kampf des Abend, der im Junior Weltergewicht stattfand, trafen Erve Mbongo (12 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Ibrahim Merez (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) aufeinander. Mbongo war seinem Gegenüber in allen Belangen überlegen. Bereits nach kurzer Zeit ließ er seine Führhand unten um seinen Gegner zu einem Angriff zu verleiten. Kaum ging Merez aber auf dieses Angebot ein und griff an, streckte ihn auch schon eine schöne linke Gerade und ein präziser rechter Haken zu Boden. Ein schneller KO-Sieg in Runde eins für Erve Mbongo.
Den dritten Kampf des Abends bestritten, ebenfalls im Junior Weltergewicht, Manuel Posad (4 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 2 durch KO) und Patryk Wolke. Posada konnte hier in einem Arbeitssieg seine Niederlagenserie beenden. Posada bestimmte das Kampfgeschehen mit seiner Führhand und kam ein ums andere Mal durch. Wolke konterte und traf selten mit Kopfhaken. Ein einstimmiger Punktsieg nach vier Runden für Manuel Posada.
Den letzten und besten Kampf des unterhaltsamen Abends bestritt Robert Tlatlik gegen Hamze Masemani (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) im Junior Weltergewicht. Tlatlik, von einer Fußverletzung genesen, zeigte gutes Boxen. Er verteilte die Schläge gut auf Körper und Kopf. Bereits in Runde eins musste Masemani nach solchen Kombinationen zweimal zu Boden. Im zweiten Durchgang machte Tlatlik dort weiter, wo er aufgehört hatte. Ruhig und systematisch arbeitete er weiter. Wiederum war es eine Körper-Kopf-Kombination, die seinen Gegner zum dritten Mal auf die Bretter schickte. Hier nun hatte die Ecke von Masemani ein Einsehen und warf das Handtuch. Ein eindrucksvoller TKO-Sieg in Runde zwei für Robert Tlatlik.

Es ist zu hoffen, dass andere Fitnesscenter dem Beispiel von Punch Fitness Alive in Essen folgen und kleine Veranstaltungen auf die Beine stellen. Das Publikum wird hierbei nämlich gut unterhalten. Und dem Boxsport in Deutschland kann es nur guttun, wenn es viele kleine Veranstaltungen gibt, auf denen sich Boxer zeigen können.
© Uwe Betker

Foto: Robert Tlatlik vs. Hamze Masemani

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(C) Uwe Betker

Written by betker

28. August 2011 at 23:59