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Posts Tagged ‘Hans Reski

Böse und dunkle Gedanken über den BoxSport

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Wenn ich den BoxSport schon einmal geschenkt bekomme, denn gekauft bekommt man ihn wohl nur auf Flughäfen und auf großen Bahnhöfen, bin ich immer wieder gerührt, dass es dieses Fachblatt für Boxen noch gibt. Voll Ehrfurcht öffne ich es dann und bin überrascht, wie wenig ich hier übers Boxen finde, was mich überhaupt interessiert.
Wenn ich den BoxSport dann wieder zuklappe und das Magazin von außen noch einmal genauer betrachte, das Papier befühle und eventuell daran rieche, beschleichen mich böse und dunkle Vorstellungen, die vermutlich komplett aus der Luft gegriffen sind. Dennoch möchte ich diese Gedanken hier niederschreiben, um sie einmal loszuwerden – sozusagen als Exorzismus. Eventuell werde ich ja hiernach wieder zu einem Abonnenten.
Hier nun meine vollkommen abwegigen Gedanken:
Der Boxsport berichtet gar nicht übers Boxen. Der Boxsport berichtet prinzipiell nur über ein paar wenige Boxer, nämlich die in Deutschland boxenden Weltmeister, und dann noch über einige wenige Veranstalter, nämlich die großen. Über Veranstaltungen wird nur berichtet, wenn der Promoter vorher Werbung geschaltet hat. Dementsprechend gibt der BoxSport den Sport des Boxens ähnlich exakt wieder, wie die Zeitschrift Gala alle Gesellschaftsschichten widerspiegelt.
Der Chefredakteur und Herausgeber Hans Reski, genehmigt sich selber ein Gehalt von 12.000 Euro monatlich, also etwas über 60% des Gesamtbudgets für die Zeitschrift. Das erklärt dann auch, warum die Autoren und Fotografen so schlecht bezahlt werden. Hinzu kommen noch einmal 20% der Einnahmen durch Werbung und Anzeigen, die Reski selber akquiriert. Wenn er also vor oder während einer Veranstaltung ein paar Seiten Werbung an den Veranstalter verkauft bekommt, dann könnte sich auch sein Blick auf diese Veranstaltung verändern. Jeder ist viel milder gestimmt, wenn er satt und zufrieden ist.
Ich bin jetzt total erleichtert, dass ich diesen Exorzismus vollzogen habe. Die vollkommen abwegigen und absolut unzutreffenden Gedanken, die ich hier mitgeteilt habe, sind verschwunden und ich bin erleichtert und glücklich. Aber wo habe ich nur die Postkarte für das Abo gelassen?
© Uwe Betker

Der BoxSport berichtet

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Die Zeitschrift der BoxSport berichtete über die Mechernicher Fight Night vom 10.12.2011 in einem Artikel mit den Titel: „Gevor prügelt wieder auf den Ringrichter ein“. Der Herausgeber Hans Reski meinte wohl, seine Leser über die Ausschreitungen in der Eifel informieren zu müssen. Jedoch stand er wohl nun vor einem Problem. Denn der BoxSport berichtet wohl prinzipiell über keine kleineren Veranstaltungen oder, anders ausgedrückt, über keine Veranstaltungen, die nicht vorher Werbung bei ihm gekauft haben.
Dem Artikel kann man nicht entnehmen, wer ihn geschrieben hat, was ich sehr bedauere. Ich hätte mich gerne persönlich mit dem Herrn oder der Dame unterhalten, der oder die doch wohl anwesend war. Man kann beim Lesen des Artikels zumindest den Eindruck bekommen, dass jemand vom BoxSport vor Ort war. Bedauerlicherweise habe ich am Ring aber keinen Mitarbeiter entdecken können. Ich hätte sehr gerne nach dem Tumult meine Eindrücke mit denen eines Kollegen abgeglichen. Wer auch immer diesen Artikel geschrieben haben mag, seine Wahrnehmung weicht jedenfalls in einigen entscheidenden Punkten von meiner ab.
Wenn man den Artikel liest, kann man auf die Idee kommen, Khoren Gevor und der Ringsprecher waren die Einzigen an diesem Abend, die an dem ganzen Skandal beteiligt waren. Da heißt es z.B.: „Gerade hatte Ringsprecher Dirk Spiekermann den Sieg für die Rote Ecke von Baker Barakat verkündet, da attackierte Gevor Ring- und Punktrichter Paji Peci mit einem satten Hieb. Zahlreiche Helfer stürmten in den Ring und versuchten, den tobenden Ex-Europameister unter Kontrolle zu bringen. Vergeblich.“
Jeder konnte sehen, dass Gevor den Ringrichter attackierte. Ob nun allerdings der Hieb ein „satter“ gewesen ist, kann ich persönlich nicht beurteilen, aber es sah für mich so aus, als hätte Gevor gar nicht getroffen. Ich weiß natürlich nicht, was der Autor sagen will, wenn er mitteilt: „Zahlreiche Helfer versuchten“ Gevor „unter Kontrolle zu bringen“. Für mich sah das doch eher so aus, als ob ein Mob versuchte, jemanden niederzuknüppeln. Einen Versuch der Deeskalation habe ich da auf keinen Fall erkennen können.
Weiter heißt es: „Kurz darauf kletterte Gevor wutschnaubend durch die Seile und setzte seine Randale im Publikum fort, pöbelte Zuschauer an und schmiss mit Stühlen um sich. (…) Mit großer Eskorte und unter gellendem Pfeifkonzert wurde der Armenier anschließend in die Kabine gebracht.“
Ich kann mich natürlich irren – und natürlich habe ich auch nicht alles gesehen – aber, dass hat der Berichterstatter die Menschenjagd auf Gevor nicht gesehen hat, ist mir rätselhaft. Es muss doch überall zu hören gewesen sein, wie Barakat namentlich Schläger anflehte, von Gevor abzulassen, weil er doch nur sein Kind suche und die Halle verlassen wolle. Aber der Autor hat dafür anderes gehört und gesehen. So hat er vor dem Kampf ein Versprechen von Gevor gehört, „sich anständig zu benehmen“. Und er hat beim Wiegen „Provokationen und Anfeindungen“ gesehen und gehört, die er oder sie aber nicht weiter benennt.
Wie schon gesagt, ich würde sehr gerne meine Wahrnehmung der Veranstaltung mit dem oder der Kollegin vom BoxSport abgleichen.
© Uwe Betker

Das deutsche Fachblatt und die englischen Fachblätter für Boxen

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Vor kurzem flog ich nach England. Am Flughafen in Deutschland kam ich auf die Idee mir einen BoxSport, das deutsche „Fachblatt“ für Boxen zu kaufen. Ich konnte aber in keinem der vielen Buch- und Zeitschriftenläden die Zeitschrift finden. Ein Mitarbeiter von BoxSport, den ich später darauf ansprach, meinte hierzu mit bitterer Ironie: „Vermutlich war er schon ausverkauft!“ In England gibt es, soweit ich weiß, zwei Boxzeitschriften, die Boxing Monthly, die, wie der Name schon sagt, monatlich erscheint und die Boxing News, die jede Woche rauskommt.
Offensichtlich sind beide Zeitschriften nicht so ausverkauft wie der BoxSport, denn selbst die kleinsten Zeitschrifthändler auf U-Bahnstationen führen sie meist.
Wenn man die englischen Zeitschriften dann liest, nachdem man bislang den Boxsport gewöhnt war, erlebt man einen wahren Schock. Diese Zeitschriften schreiben tatsächlich übers Boxen, und das auch noch kritisch und mit Sachverstand. Sogar über kleinere nationale Veranstaltungen wird berichtet und über Vorkämpfe. Auch die großen internationalen Kämpfe bekommen natürlich ihren Platz in den Zeitschriften eingeräumt. Was mir weiter auffiel war, dass man dabei auch nicht das Gefühl bekam, dass die Redaktionen den großen nationalen Veranstaltern nach den Mund schreiben. Es gibt da beispielsweise keine Berichte über After-Show Partys und darüber, was irgendwelche Prominente über irgendwelche Kämpfe so denken – womit ich natürlich nichts über oder gegen den Boxsport gesagt haben möchte. Der Deutsche Sportverlag und der Herausgeber und Chefredakteur Hans Reski werden wohl ihre Gründe haben, den BoxSport so zu gestalten wie sie es nun mal machen. Mir persönlich ist die „englische“ Art über Boxen zu berichten lieber.
© Uwe Betker

Written by betker

26. September 2011 at 23:59

Der BoxSport und Bennie Brisco?

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Vor kurzem fiel mir die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift BoxSport, Februar 2011, in die Hände. Im Vorfeld hatte kein einziges großes Box-Event stattgefunden und damit auch keine der VIP-Partys mit mehr und minder Prominenten, über die hätte berichtet werden können. Da aber der Boxsport es sich ja wohl zur Aufgabe gemacht hat, nicht über kleinere Veranstaltungen zu berichten, hatte er, wie es scheint, Schwierigkeiten, seine Seiten zu füllen. Da konnte man dann über eine Doppelseite Auszüge aus einem Interview mit Tomasz Adamek, aus „The Ring“ übersetzt, abdruckt sehen und ein älteres, schon vor geraumer Zeit publiziertes Interview mit Felix Sturm, das auch hier schon Gegenstand meines Blogs war.
Mir persönlich fällt da eine ganze Reihe von Alternativen ein, die sich stattdessen gelohnt hätten zu veröffentlichen. Vor allem hätte ich mir da einen profunden und ausführlichen Nachruf auf Bennie Brisco gewünscht. Er war einer der größten Mittelgewichtler aller Zeiten, geradezu die Inkarnation oder Quintessenz des Philadelphia Fighters – also schlicht einer der aufregendsten Boxer der 70er Jahre. Der Chefradakteur Hans Reski muss sich da, glaube ich, schon fragen lassen, warum er eigentlich nicht über Brisco geschrieben hat, wo er doch so viele Seiten zu füllen hatte und über keine einzige Veranstaltung zu berichten wusste?
© Uwe Betker

Written by betker

27. Januar 2011 at 23:59

Schreibt der BoxSport über den Boxsport?

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Die Zeitschrift BoxSport gibt es, seit ich denken kann, wenn ich recht informiert bin sogar noch länger, nämlich schon seit 1948. Ich kannte sie noch als unansehnliche Zeitschrift auf billigem Zeitungspapier. Nun ist daraus ein durchgängig farbiges Monatsmagazin geworden. Den allergrößten Teil seiner bedruckten Seiten widmet diese einzige Box-Zeitschrift Deutschlands dem Profiboxen. Aber warum habe ich nur jedes Mal das Gefühl, überhaupt nicht informiert zu sein, wenn ich den BoxSport gelesen habe?
Der BoxSport berichtet nicht, wie der Name vermuten ließe, über den (Profi-)Boxsport, sondern nur über Boxevents. Die Boxveranstaltungen, über die berichtet wird, sind auch in der Regel eben diejenigen, die man im Fernsehen sehen kann. Boxveranstaltungen, Boxer, Boxerinnen und Promoter, die keine TV-Präsenz haben, scheinen für dieses Fachblatt praktisch nicht zu existieren. Dafür erfährt man in diesem Fachorgan aber sehr viel über Personen, vermutlich Prominente, die ich aber nur selten kenne, die bei den Box-Events anwesend waren. Was nun die Berichte über das Boxen selbst betrifft, so sind sie, wie ich finde, auf eine so erfrischende Art unkritisch, dass einem der Verdacht kommen könnte, die Zeitschrift möchte auf keinen Fall Kritik an den Veranstaltern üben, die schließlich ja auch ihre Anzeigenkunden sind.
Wenn ich nun den BoxSport flüchtig durchblättere, dann stellt sich mir das Boxgeschäft als eine Drei-Klassen-Gesellschaft von Veranstaltern dar. In der ersten Klasse sind Universum-Box-Promotion, Sauerland Event und die Klitschkos zu finden, und seit kurzem auch Felix Sturm. In der zweiten Klasse sind dann das Wiking Box-Team und Arena Boxpromotion anzutreffen. Wobei Ahmet Öner sich wohl als einziger auch schon mal einen Seitenhieb gefallen lassen muss. Und in der dritten Klasse tummelt sich schließlich der ganze Rest, der sich glücklich und dem Herausgeber und Chefredakteur Hans Reski preisen kann, wenn er es denn doch mal und nur ausnahmsweise in den BoxSport geschafft hat.
Wie bei der klassischen feudalen Drei-Stände-Gesellschaft stellt die dritte Klasse nun allerdings die Mehrheit. Über die meisten Box-Veranstaltungen in Deutschland erfährt man m. a. W. als Leser dieser Zeitschrift nichts. Hier sei nur an das Erstaunen des BoxSports über den dritten Platz bei der Wahl Boxerin des Jahres 2010 von Jessica Balogun erinnert und die Unfähigkeit dieser Zeitschrift überhaupt ein richtiges Foto von ihr zu drucken.
Da kann man sich schon fragen, ob der BoxSport überhaupt über den Sport Boxen schreibt, wo er doch den größten Teil des Profiboxens in Deutschland so konsequent ignoriert.
© Uwe Betker