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Ein beeindruckender Juan Carlos Gomez

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Juan Carlos Gomez (52 Kämpfe, 49 Siege, 37 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) hat mich beeindruckt. Das tat er nicht durch seinen letzten Kampf, denn da sah der ehemalige Weltmeister der WBC im Cruisergewicht, von 1998 bis 2001, bei weitem nicht so gut aus wie früher. Als Gomez noch ein Cruisergewicht war, überzeugte er durch sein Boxen. Er war leichtfüßig. Er war schnell. Er hatte schnelle Hände und schlug schnelle und wirkungsvolle Kombinationen. Er war schlicht elegant. Heute sieht er nicht selten eher übergewichtig und nicht austrainiert aus.
In seinem letzten Kampf (04.12.2010) bekam er es mit Herold Sconiers zu tun. Sconiers hatte bereits vor dem Kampf einen negativen Kampfrekord (40 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 21 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden). Es war vorher dementsprechend nicht die Frage, ob Gomez, der 19te der unabhängigen Weltrangliste, Sconiers, den 210te der Rangliste, besiegen kann. Es konnte nur darum gehen, wie der Sieg aussehen würde. Taouab Mohamed Hedi, der Matchmaker von Universum Box-Promotion, ist, so kann man sagen, für diese Art von Kampfpaarungen berühmt.
Gomez gewann dann auch durch TKO in Runde 4. Er war nicht mehr so leichtfüßig wie früher. Er zeigte immer noch schnelle Hände, aber die sahen nicht sehr präzise aus. Auch scheinen seine Schläge an Schlagkraft verloren zu haben. Er brachte zwar seinen Gegner Ende der dritten Runde zweimal zu Boden, aber das lag wohl eher an der Vielzahl der Schläge, die ihr Ziel fanden, und an der nachlassenden Kraft seines Gegenübers. Ähnlich sah auch die Situation aus, die zum Abbruch durch den Ringrichter führte. Es ist offensichtlich, dass Gomez keinen Schwergewichtspunch hat. Immerhin stieg Gomez durch diesen Sieg, der mich, ehrlich gesagt, nicht gerade in Verzückung versetzte, zwei Plätze in der Rangliste auf.
Nach dem Kampf sagte Juan Carlos Gomez in einem Interview: „Der Gegner war nicht so stark. Es war ein Aufbaukampf.“ Diese Ehrlichkeit war es, die mich beeindruckte.
© Uwe Betker

Der Traum eines jeden Veranstalters (2)

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Wie schon gesagt: Jeder Veranstalter von Profiboxkämpfen träumt von einem Schwergewichtsweltmeister. Ein Schwergewichtsweltmeister verspricht Geld, viel Geld, noch mehr Geld – und zudem noch ein gerüttelt Maß an Aufmerksamkeit. Daher setzt wohl auch Universum Box-Promotion in seiner nächsten Veranstaltung am 04.12.2010 in Schwerin konsequent auf die schweren Jungs. Der Hauptkampf ist die Europameisterschaft im Schwergewicht zwischen Alexander Dimitrenko (31 Kämpfe, 30 Siege, 20 durch KO, 1 Niederlage) und Yaroslav Zavorotnyy (19 Kämpfe, 14 Siege, 12 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO).
Im Vorprogramm boxt unter anderem Juan Carlos Gomez (51 Kämpfe, 48 Siege, 36 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Gomez, der ehemalige Weltmeister der WBC im Cruisergewicht von 1998 bis 2001, bringt sich gerne als möglichen Gegner für einen der Klitschkos ins Gespräch. Bei seinen letzten Auftritten sah er eher untrainiert und übergewichtig aus. Sein Gegner heißt Herold Sconiers (40 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 21 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden). Gomez, der 19te der unabhängigen Weltrangliste, hat den Anspruch, um die WM zu boxen. Und da kämpft er gegen einen Boxer mit einem negativen Kampfrekord?! Sconiers ist die Nummer 210 der unabhängigen Rangliste. Es ist schon erstaunlich wie hier Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen. Der Matchmaker von Universum Box-Promotion, Taouab Mohamed Hedi, liefert hier ja wohl ein Beispiel dafür, was ich ein klassisches Mismatch nenne. Will man einen so schlechten Boxer buchen, muss man doch keinen aus Florida einfliegen lassen.
Mahmoud Omeirat Charr genannt Manuel Charr (15 Kämpfe, 15 Siege, 8 durch KO) bekommt es mit Zack Page (54 Kämpfe, 21 Siege, 7 durch KO, 31 Niederlagen, 3 durch KO), einem erfahren Handlungsreisenden in Sachen Boxen, zu tun. Von besonderem Interesse an diesem Kampf dürfte sein, zu sehen, ob Charr wieder mit der Schulter oder mit dem Kopf stößt, ob er mit dem Ellebogen schlägt und ob er sein „Temperament“ so weit untere Kontrolle hat, dass er nicht foult. Ein weiter interessanter Aspekt an diesem Kampf dürfte sein, ob ein Ringrichter vom BDB den Mut hat, Charr, wenn er den foult, dafür auch zu bestrafen.
Der wohl interessanteste Kampf im Vorprogramm, den man als nachträgliches stallinternes Duell verstehen kann, bestreiten Christian Hammer (9 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und  (30 Kämpfe, 26 Siege, 12 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO). Hammer heißt eigentlich Christian Ciocan und kommt aus Rumänien. Er ist aktuell und Bidenko war bei Universum unter Vertrag. Bidenko, der mittlerweile von Oktay Urkal trainiert und gemanagt wird, verlor seine letzten beiden Kämpfe (Robert Helenius und Denis Boytsov) im letzten Jahr. Aber auch Hammer verlor seinen letzten Kampf (Mariusz Wach). Natürlich ist Hammer der Favorit, aber ich halte eine Überraschung hier nicht für ausgeschlossen.
© Uwe Betker