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Profiboxen im Recover Fight Club in Neuss

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Der Recover Fight Club, in Neuss Norf, stellte am 23. November 2019 eine House Gala mit sechs Boxkämpfen, drei von Amateuren und drei von Profis, auf die Beine.
Den Anfang bei den Profis machten zwei Schwergewichtler, Shkelqim Ademaj (4 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen) und Alahadidin Sovuksu (6 Kämpfe, 6 Niederlagen, 1 durch KO). Der auf vier Runden angesetzte Kampf begann munter. Ademaj kam nicht, um Gefangene zu machen. Er setzte sein Gegenüber sofort unter Druck und deckte ihn mit Kombinationen ein. Besonders die Körpertreffer taten Sovuksu offensichtlich weh. Nach einer schönen Linken zum Kopf musste er auch auf die Bretter. Wenig später wurde er dann in einer neutralen Ecke von Ademaj gestellt und nicht mehr herausgelassen. Schlagkombination um Schlagkombination musste Sovuksu nehmen. Irgendwann hatte der am ganzen Abend sehr souverän agierende GBA Ringrichter Kornelius Bernds genug gesehen und ging dazwischen; er zählte Sovuksu, der in die Seile gerutscht war und nicht mehr konnte, aus.
Sieger durch KO in Runde 1, nach 1:51 Minuten: Shkelqim Ademaj.
Im Anschluss stiegen Ali El Said (4 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage) und Nazar Thiaka (7 Kämpfe, 1 Sieg, 5 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) für einen Sechsrunder im Super Weltergewicht in den Ring. Der Rechtsausleger El Said bekam es mit einem Gegner zu tun, der immer wieder ungestüm auf ihn zu stürmte und den Abtausch suchte. Dadurch bekam diese Begegnung einen eigenen Rhythmus. El Said versuchte zu boxen, Thiaka zu fighten. Es wurde viel auf die Deckung geschlagen und viel geklammert. Der Kampf wogte hin und her. In der ersten Runde konnte El Said mehr Hände ins Ziel bringen, in der zweiten Runde Thiaka. Im dritten Durchgang erhöhten beide das Tempo und den Druck und kämpften verbissener. In der vierten Runde ging bei beiden jegliche boxerische Linie verloren. Thiaka stürmte immer und immer wieder auf El Said zu und versuchte, ihn zu treffen, während El Said versuchte zu kontern. Schließlich stürmte auch El Said immer wieder, mit dem Kopf voran, tief in seinen Gegner herein. Es wurde gefightet, gekeilt und geklammert. Ringrichter Bernds hatte alle Hände voll zu tun, die beiden Kontrahenten immer wieder zu trennen. In der sechsten, sehr verfahrenen, aber hart umkämpften Runde, wurde Thiaka ein Punkt abgezogen, weil er wiederholt auf Break Kommandos nicht gehört hatte. Am Ende rettete dieser Punktabzug El Said vor einer Niederlage.
Unentschieden.
Den Hauptkampf des Abend bestritten im Cruisergewicht Tim Voessing (2 Kämpf, 2 Siege, 2 durch KO) und Cristea Cornel Paul mit einen Vierrunder. Paul bestritt sein Profidebüt. Beide Boxer begannen hektisch. Aber Mitte der Runde begann die boxerische Linie von Voessing sich langsam durchzusetzen. Paul hielt allerdings dagegen und so gestaltete sich dieses Kräftemessen heftig und unterhaltsam. In der zweiten Runde kam Voessing mehrfach schon mit Aufwärtshaken zum Kopf durch, die den Kopf von Paul zurückschnappen ließen. Dieser schlug über die Außenbahn. Ende der Runde wurde er dann selber mit einem rechten Cross abgekontert, der ihn sichtlich erschütterte. Es sah so aus, als hätte Paul erhebliche Konditionsprobleme. Dieser Eindruck verfestigte sich noch in der folgenden Runde. Paul schlug nur noch schnell und unkontrolliert. Es war das letzte Aufbäumen. Am Ende der Runde gab Paul auf.
Sieger durch TKO in Runde 3, nach 2:45 Minuten: Tim Voessing.
Voessing, ein Schützling von Trainer Sebastian Tlatlik, ist ein Boxer den man im Auge behalten sollte.
Wenn es bald eine weitere Veranstaltung im Recover Fight Club in Neuss geben sollte, würde mich das freuen.
© Uwe Betker

6 Kämpfe im Freudenreich Gym

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Bei der 7. House-Gala im Freudenreich Professional Boxing Gym in Düsseldorf gab es sechs Profikämpfe zu sehen. Den Anfang machten Patryk Wolke (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Jonas Paul (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Junior Weltergewicht. Wolke, der mit drei Niederlagen in Folge in den Kampf ging, machte von Anfang an Druck. Paul versuchte, mit Kontern zum Ziel zu kommen und hielt damit die erste Runde ausgeglichen. Der zweite Durchgang war ähnlich wie der ersten, nur dass Wolke den Druck weiter erhöhte und Paul mit einem harten rechten Schwinger zum Kopf durchkam. In der dritten Runde boxte Wolke noch aggressiver. Eine Linke zum Kopf brachte Paul zu Boden. Dessen Ecke hatte genug gesehen und warf das Handtuch. TKO 3 nach 1:56min
Im zweiten Profikampf des Abends bekam es Chris Herrmann (18 Kämpfe, 14Siege, 7 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO) im Mittelgewicht mit Marvin Meyer (3 Kämpfe. 3 Niederlagen, 3 durch KO) zu tun. Nach wenigen Sekunden war jedem Zuschauere und jedem der Beteiligten klar, dass Herrmann seinem Gegenüber überlegen war. Er ging bedächtig ans Werk, kam aber mehrfach mit harten Kombinationen zum Körper durch. Am Ende der ersten Runde schlug er sogar durch die Deckung zum Kopf durch, als ob sie gar nicht existieren würde. In der zweiten Runde zwang ein rechter Kopfhaken Meyer zu Boden. Er wurde bis acht angezählt, kam aber noch einmal hoch. Nach einem Körpertreffer musste er wieder zu Boden. Der Ringrichter fing an zu zählen und winkte dann den Kampf ab. Erst danach, und viel zu spät flattert dann das Handtuch von Meyers Ecke in den Ring. TKO 2 nach 1:21min
Im Junior Mittelgewicht trafen Akmal Sadullaev (2 Kämpfe, 2 Sieg, 2 durch KO) und Manuel Posada (7 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 4 durch KO) aufeinander. Auch dieser Kampf war ziemlich einseitig, Sadullaev war körperlich überlegen. Schon frühzeitig suchte er den KO-Erfolg. Posada versuchte, so gut er es eben konnte, sich mit seinen boxerischen Mitteln seiner Haut zu erwehren. Aber zu langsam und zu ungenau kamen seine Schläge. In der dritten Runde musste er dann schwere Kopf- und Körpertreffer nehmen. Seine Ecke warf dann das Handtuch.
TKO 3 nach 0:43min
In dem folgenden Kampf gaben zwei Boxerinnen im Leichtgewicht ihr Profidebüt, Derya Saki und Tanja Hengstler. Obwohl der Kampf nur sehr kurz war, war er doch sehr beeindruckend. Saki zeigte Schnelligkeit, Härte und Präzision. Sie variierte schön ihre Kombination. Eine abschließende Rechte zum Körper beendete den Kampf. Es würde mich nicht wundern, wenn Saki ihren Weg bei den Profis machen würde. TKO 1 nach 1: 15min
Den vorletzten Profikampf des Abend bestritten Kevin Still (3 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Ibrahim Mehrez (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) im Junior Mittelgewicht. Still ging kraftvoll ans Werk. Mit harten Schlägen suchte er den kurzrundigen Erfolg. Eine Linke zum Kopf zwang Mehrez bereits in der ersten Runde zu Boden.
TKO 2 nach 0:49min
Den Hauptkampf des Abends bestritten Robert Tlatlik (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Robert Cristea (27 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 22 Niederlagen, 5 durch KO) im Weltergewicht. Tlatlik stand vor dem Kampf auf Position 747 in der unabhängigen Weltrangliste und Cristea auf Position 185. Der ungeschlagene Tlatlik arbeitete variabel und ging auf Körper und Kopf. In der zweiten Runde begann der erfahrene Cristea mit seinen überfallartigen Angriffen, bei denen er seinem Gegner einen Schlagabtausch aufzwingen wollte. Nach einigen wenigen solcher intensiven Intermezzi verstand es Tlatlik, sich diesen Angriffen geschickt zu entziehen. Runde um Runde punktet er. In der vierten Runde verlor der Ringrichter ein wenig die Übersicht.
Nachdem sich Cristea über dem rechten Ohr ein Cut zuzog, zog er Tlatlik einen Punkt ab wegen Ellbogenschlagens und das, obwohl er kein Foul angezeigt hatte. In der fünften Runde wurde hart und verbissen gekämpft. Bei einem Schlagabtausch landete ein Schlag von Cristea etwas tief, was der Ringrichter zum Anlass nahm einen Punkt wegen Tiefschlagens abzuziehen, was wohl als Konzessionsentscheidung zu werten ist.
Insgesamt zeigte Tlatlik in dem 6-Runden Kampf eine starke boxerische Leistung. Die Punktrichter werteten 59-55, 59-57 und 58-54. Einstimmiger und absolut verdienter Punktsieg
© Uwe Betker