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Posts Tagged ‘Jennifer Retzke

Foto: Jennifer Retzke vs. Eva Halasi

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Written by betker

4. Juni 2011 at 23:59

Das nenne ich Mut: Das Rematch Jennifer Retzke gegen Eva Halasi

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Am 01. April gewann Jennifer Retzke (12 Kämpfe, 11 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) gegen Eva Halasi (13 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO) die Weltmeisterschaft der IBF im Junior Mittelgewicht. Der Kampf der Beiden war hoch dramatisch. Retzke kam boxerisch überhaupt nicht in den Kampf. Die im Rückwärtsgang boxende Halasi konterte die nach vorne stürmende Retzke immer wieder beeindruckend ab. Die jetzige Titelträgerin sah wie die sichere Verliererin aus. Dann kam die fünfte Runde. Retzke kam mit einem Haken zum Kopf durch und stellte den Verlauf des Kampfes komplett auf den Kopf. Siegerin durch TKO und neue Weltmeisterin wurde Jennifer Retzke.
Nun soll die frisch gebackene Weltmeisterin am 02. Juli erneut gegen Eva Halasi antreten. Das ist sehr mutig von Retzkes Management. Ich würde keine Wette darauf abschließen wollen, dass Retzke in einem Rückkampf besser aussieht. Aber eventuell ist sie ja mit dem Titelgewinn gewachsen. Auf jeden Fall ist dies eine außerordentlich gute und mutige Kampfansetzung und ich würde mir wünschen, dass auch andere, insbesondere die größeren Veranstalter in Deutschland, solch einen Mut hätten. Das kann man getrost „Back to Boxing“ nennen.
© Uwe Betker

Foto: Jennifer Retzke und Eva Rolle

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Written by betker

22. April 2011 at 23:59

Ein Rückblick: Back to Boxing – weiblich

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Arena Sports-Promotion und Prime Time Events & Entertainment hatten den Anspruch mit ihrer Show „Back to Boxing“ Boxkämpfe mit Paarungen auf Augenhöhe zu zeigen. Das ist ihnen, zumindest was die Frauenboxkämpfe angeht, vollständig gelungen.
In dem ersten Kampf des Abend wurde Jennifer Retzke (12 Kämpfe, 11 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) in einem dramatischen Gefecht Weltmeisterin der IBF im Junior Mittelgewicht gegen Eva Halasi (13 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO). Halasi boxte die ganze Zeit im Rückwärtsgang und beschränkte sich auf effektive Konter. Retzke ging immer vorwärts, zum Teil stürmte sie geradezu ihrer Gegnerin hinterher. Sie zeigte viel Willen, aber auch eine löchrige Deckung und kaum vorbereitende Schläge mit der Führhand. Immer wieder musste sie den Jab und Links-Rechts-Kombinationen zum Kopf nehmen. Dann kam die fünfte Runde. Retzke kam mit einem Haken zum Kopf durch und stellte den Verlauf des dramatischen Kampfes auf den Kopf. Eva Halasi erklärte später, sie hätte aufgrund einer Fußverletzung nicht weiter machen können. Für mich sah es eher nach Erschöpfung.
Der Kampf war, obwohl technisch nicht auf sehr hohem Niveau, doch unterhaltsam. Fraglich ist jedoch, ob ein solcher Kampf auch dann noch so unterhaltsam ist, wenn er im Fernsehen gezeigt wird. Wie ich am Ring hörte, war der Verantwortliche von Eurosport, der anwesend war, von diesem Kampf nicht angetan. Aber Boxen, und damit meinen ich nicht „Event“, ist life am Ring sowieso viel besser als vor dem Fernseher.
Den letzten Kampf des Abends, dessen Siegerehrung von den blutigen Geschehnissen in den Kabinen überschattet wurde, bestritten Asiye Özlem Sahin (13 Kämpfe, 12 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden) und Evgeniya Zablotskaya (8 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO). Der 8-Runder im Junior Fliegengewicht war ganz klar der beste Kampf des Abends. Zablotskaya startete furios und überrollte Sahin fast in der ersten Runde, indem sie Schlaghagel an Schlaghagel reihte.
Die folgenden Runden waren bis zur letzten Sekunde hart und erbittert umkämpft. Sahin trieb die größere Zablotskaya vor sich her. Immer wieder kam es zu einem sehr sehenswerten Schlagabtausch, in dem beide Boxerinnen variabel boxten. Sahin gewann schließlich verdient und deutlich nach Punkten. Dieser Kampf, der beste des Abends, war eine großartige Werbung für das Frauenboxen.
© Uwe Betker

Das Frauenboxen lebt

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Heute kann man in der BILD Zeitung lesen: „SUSI muss das Frauen-Boxen retten“. Weiter heißt es: „Diese kleine Frau muss ganz breite Schultern haben: Denn „Fliege“ Susi Kentikian (23) soll das Frauen-Boxen retten. Seitdem das ZDF den Vertrag mit dem Universum-Stall aufkündigte, sind die kämpfenden Damen nahezu komplett von der Bildfläche verschwunden.“
Offensichtlich reduziert hier die Sportredaktion der BILD Frauenboxen auf Frauenboxen im Fernsehen. Wenn man sich jedoch von der Vorstellung freimacht, dass eine Sportart nur dann existiert, wenn sie in der Flimmerkiste zu sehen ist, gibt es vieles zu entdecken.
Da gibt es eine Rola El-Halabi (11 Kämpfe, 11 Siege, 6 durch KO), die am 01.04.2011 in Berlin gegen Irma Balijagic Adler (13 Kämpfe, 12 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage) Weltmeisterin der IBF im Leichtgewicht werden will. Auf der gleichen Show schickt sich auch Jennifer Retzke (11 Kämpfe, 10 Sieg, 7 Durch KO, 1 Niederlage) gegen Eva Halasi (12 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) an, Weltmeisterin der IBF im Junior Mittelgewicht zu werden. An diesem Abend boxt außerdem die sehr viel versprechende Junior Fliegengewichtlerin Özlem Sahin (12 Kämpfe, 11 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden), eine Boxerin, von der ich persönlich sehr viel halte – und das nicht nur wegen ihres Aussehens.
Einen Tag später steigt die wohl beste Weltergewichtlerin der Welt, Jessica Balogun (19 Kämpfe, 18 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage), in Aachen wieder in den Ring. Dann bekommt sie es mit Leticia Cansal (7 Kämpfe, 6 Siege, 1 Niederlage, 1 durch KO) zu tun. Wer Frau Balogun schon einmal boxen gesehen hat, versteht warum die WBC und WBO Weltmeisterin Cecilia Braekhus sie gerne als Sparringspartnerin holt, aber nicht gegen sie boxen will.
Wiederum eine Woche später boxt in Magdeburg Ramona Kühne (18 Kämpfe, 17 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) gegen Michelle Larissa Bonassoli (16 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO). Dabei will sie den WM-Titel der WBO im Super Federgewicht erringen.
Es ist schon relativ schwer die boxenden Frauen zu übersehen. Im Augenblick gibt es zwar kein oder nur ganz wenig Frauenboxen im Fernsehen zu sehen, aber die Szene ist aktiver und vor allem besser als je zuvor. Einige der oben erwähnten Frauen sollten, meiner Meinung nach. durchaus im Fernsehen zu sehen sein – einfach weil sie guten und interessanten Sport zeigen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn die BILD ausgerechnet Frau Syuzanna Kentikyan (28 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO) zur Retterin des Frauenboxens stilisiert, obwohl sie doch in ihren letzten beiden Kämpfen und dann auch mit ihrem Verhalten nach den Kämpfen dem Frauenboxen in Deutschland, so wie es sich mit darstellt, erheblichen Schaden zugefügt hat.
© Uwe Betker