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Rezension: „The Golden Age of Boxing“ von Ian Welch

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Das World Wide Web mit seinen globalen Marktplätzen verführt mich immer wieder dazu, blind irgendwelche Boxbücher zu kaufen. So kam ich auch zu „The Golden Age of Boxing“ von Ian Welch, für etwas mehr als das Standardporto.
Das kleinformatige Büchlein mit vielen Fotos erwies sich dann mit seinen 130 Seiten als recht kurzweilig. In diesem Buch von 2010 findet sich eine kurze Abhandlung über „Die Geburt des modernen Boxens“. Hinzu kommen Kurzportraits von Muhammad Ali, Wilfred Benitez, Joe Calzaghe, Julio Cesar Chavez, Robeto Duran, Chris Eubank, George Foreman, Wilfredo Gomez, Rocky Graciano, Marvin Hagler, Larry Holmes, Roy Jones Jr., Jake LaMotta, Ray Leonard, Joe Louis, Rocky Marciano, Floyd Mayweather Jr., Manny Paquiao, Ray Robinson und Mike Tyson. Legendäre Kämpfe, Walcott vs. Marciano, Foreman vs. Ali, Ali vs. Frazier III, Duran vs. Leonard, Leonard vs. Hearns, Limon vs. Chacon, Hagler vs. Hearns, Tyson vs. Douglas, Chavez vs. Taylor, Benn vs. Eubank, Holyfield vs. Bowe, War vs. Gatti, Barrera vs. Gatti, Corrales vs. Castillo und Marquez vs. Vasques, werden auch kurz dargestellt. Hinzu kommen Zitate, Tabellen, Boxen im Kino und Fakten.
„The Golden Age of Boxing“ von Ian Welch ist isgesamt schon ein hübsches, kurzes und kurzweiliges Büchlein. Allerdings bringt es für einen Boxfan, der sich für Boxgeschichte interessiert, nichts Neues. Aber es macht Spaß, das Buch zu lesen oder auch nur durchzublättern. Wer also die globalen Marktplätze des World Wide Web durchstöbert, wird es mit ein wenig Glück erstehen können. Für den Preis eines Kaffees bietet es dann immerhin gute Unterhaltung für die Länge von zwei Tassen Kaffee.
(C) Uwe Betker

Rezension: Boxing in the Los Angeles Area: 1880-2005 von Tracy Callis und Chuck Johnston

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Los Angeles und seine Umgebung ist eines der großen Boxzentren der USA. Hier gibt es nicht nur viele Boxveranstaltungen. Aus Los Angeles und Umgebung kommen auch solche Boxer wie Jim Jeffries, Solomon “Solly” Smith, “Mexican” Joe Rivers, Bert Colima, Fidel La Barba, Ace Hudkins, Jimmy McLarnin, Henry Armstrong, Enrique Bolanos, Art Aragon, Bobby Chacon, Danny “Little Red” Lopez, Armando Muniz, Oscar De La Hoya, “Sugar” Shane Mosley und Armando “Mando” Ramos, einer meiner absoluten Lieblingsboxer.
Andere Boxer, die nicht in Los Angeles und Umgebung lebten aber beliebt bei den Fans waren, boxten hier immer wieder. Unter ihnen Tommy Burns, George Godfrey, Alberto “Baby” Arizmendi, Ricardo “Pajarito” Moreno, Jose Becerra, Raymundo “Battling” Torres, Jose Napoles, Carlos Zarate, Jose “Pipino” Cuevas, Julio Cesar Chavez und Ruben Olivares, auch einer meiner Lieblingsboxer.
Große Weltmeisterschaftskämpfe wie der von Tommy Burns gegen Marvin Hart (im Schwergewicht 1906) oder Ad Wolgast gegen “Mexican” Joe Rivers (im Leichtgewicht 1912) fanden hier statt. Und die beiden Local Heroes „Sugar“ Shane Mosley und Oscar De La Hoya kämpften in Los Angeles 2000 um den Weltergewichtstitel. Kaum ein Großer des Boxens hat nicht irgendwann an diesem Ort geboxt.
Boxing in the Los Angeles Area 1880-2005 ist ein Geschichts-/Geschichtenbuch und gleichzeitig ein Bilderbuch. Auf nahezu allen seinen 155 Seiten finden sich drei bis vier Fotos, Kampfplakate, Tickets, Zeitungsausschnitte oder sonstige Abbildungen. Das Buch hat sieben Kapitel, von denen jedes eine Epoche abdeckt. Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchliest. Es ist vielmehr ein Buch, das einlädt zum Blättern, zum Schauen und zum kapitelweisen Lesen.
Die beiden Autoren Tracy Callis und Chuck Johnston sind ausgewiesene Boxhistoriker. Callis beschäftigt sich bereits seit 45 Jahren mit der Geschichte des Boxens. Er ist Mitglied der International Boxing Research Organization, maßgebliches Mitglied für die historischen Forschungen der Website “The Cyber Boxing Zone”, die ich nur ausdrücklich empfehlen kann, und Juror der International Boxing Hall of Fame. Auch Johnston ist Mitglied der International Boxing Research Organization und einer der beiden Herausgeber der Website “Boxing Records Web”.
Boxing in the Los Angeles Area: 1880-2005 gehört in jede gute Bibliothek für Boxbücher.
© Uwe Betker

Felix Sturm, der Zauberlehrling

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Felix Sturm (39 Kämpfe, 36 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) erinnert mich mehr an einen Zauberlehrling, als an Leonidas, den König einer barbarischen und menschenverachtenden Militärdiktatur. Der WBA Super Champion im Mittelgewicht beschwört nämlich Geister, die er – und wir dann mit ihm – nun nicht mehr loswerden.
Erst beschwor er den Boxer Ronald Hearns herauf, den Sohn des großen Thomas „Hit Man“ Hearns. Hearns Jr. war und ist nur ein ganz schwacher Abklatsch von seinem Vater. Trotzdem boxte Sturm am 19.02.2011 gegen ihn. Und nun wird die Boxwelt ihn nicht mehr los. Obwohl Hearns in der siebten Runde TKO ging, war er ernsthaft als Gegner für Julio Cesar Chavez Jr. (45 Kämpfe, 43 Siege, 30 durch KO, 1 Unentschieden), den WBC Weltmeister im Mittelgewicht und sehr viel schwächeren Abklatsch des großen Julio Cesar Chavez Sen., im Gespräch. Wir erinnern uns: Chavez Jr. wurde am 04.06.2011 durch einen sehr umstrittenen Punktsieg über Sebastian Zbik Weltmeister. Hearns Jr., der sich sogar „The Chosen One“ nennt, wird uns wohl auch weiter im Boxen erhalten bleiben, und es würde mich nicht wundern, wenn er schon bald wieder einen WM-Kampf bekommt.
Einen Kampf später erschuf Sturm dann Matthew Macklin. Sturm, noch in der Kritik stehend, einen solch schwachen Gegner wie Hearns geboxt zu haben, erklärte, dass Hearns Macklin nach ein paar Runden KO schlagen würde. Das könnte man ja jetzt so verstehen, dass Sturm „Mack The Knife“ nicht ernst genug nahm. Auf jeden Fall sah Sturm gegen den Europameister nicht gut aus. Er machte dadurch aus ihm einen Top-Ten Boxer. Nun versucht er Macklin (31 Kämpfe, 28 Siege, 19 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) zu einem Rückkampf zu bewegen. Aber dieser ziert sich, denn nun kann er nämlich sehr viel mehr Börse verlangen, als die 180.000 Euro, die er wohl von Sturm für den ersten Kampf bekommen hatte, und er hat wohl auch noch andere mögliche Gegner im Auge.
© Uwe Betker