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Posts Tagged ‘Jürgen Doberstein

The new kid on the block

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Selten hat wohl die erste Veranstaltung eines neuen Veranstalters von Profiboxkämpfen ein solches Medienecho gefunden. Die BILD Zeitung berichte. RTL berichtete. SAT 1 berichtete – und noch viele andere mehr. Und das, obwohl FFM Box Promotion noch keine einzige Show auf die Beine gestellt hat. Aber offensichtlich hat der neue Veranstalter ein Konzept, das ankommt – zumindest aber regt es die Phantasie der Medien an. Am 26.07.2014 wird sich nun im Zoo Palais, Frankfurt zeigen, ob das Konzept aufgeht.
Nur zum Teil ist es das Profiboxen, das der Veranstaltung so viel Aufmerksamkeit beschert. FFM Box Promotion wirbt damit, Weltklasse-Boxen zeigen zu wollen. Die Kampffolge allerdings verspricht nicht Weltklasse, sondern eher solides Boxen.
Im Hauptkampf treffen Danny Williams (68 Kämpfe, 46 Siege, 35 durch KO, 22 Niederlagen, 11 durch KO) und Boris Estenfelder (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) in einem 10 Runder aufeinander. Der „Brixton Bomber“ Danny Williams schrieb Boxgeschichte, als er am 30.07. 2004 Mike Tyson in der 4. Runde KO schlug und damit dessen letzten Comebackversuch beendete. Hiernach stieg er gegen Vitali Klitschko, Audley Harrison, Matt Skelton, Albert Sosnowski, Dereck Chisora, Manuel Charr, Alfred Cole, Christian Hammer, Denis Bakhtov, Oleg Maskaev und noch einige andere in den Ring. Seine Kämpfe gewann er nur selten. Gleichwohl ist Williams einer der großen Schwergewichtler.
Sein Gegner, der ungeschlagene Boris Estenfelder, will nach einer über zweieinhalbjährigen Pause seiner Karriere noch einmal Schwung geben. Der Kampf verspricht Spannung. Man kann ihn als eine Art Tribut an Danny Williams sehen, als würdigen Abschiedskampf. So jedenfalls möchte der Veranstalter Nikolas Weinhart ihn verstanden wissen. Man kann den Kampf aber auch als Aufbaukampf für Estenfelder verstehen.
Ebenfalls im Schergewicht treffen Agit Kabayel (10 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO) und der „Highlander“ Marcel Zeller (35 Kämpfe, 24 Siege, 23 durch KO, 11 Niederlagen, 10 durch KO) aufeinander. Kabayel ist vermutlich so etwas wie die Schwergewichtshoffnung von FFM. Blerim Hajdari (Schwergewicht), Badien Hasso (Halbschwergewicht) und andere kämpfen auch noch. Alles in allem lässt die Kampffolge eine gute und solide Veranstaltung erwarten. Immerhin steigt auch Jürgen Doberstein (17 Kämpfe, 15 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden), der viel versprechende deutsche Supermittelgewichtler, in den Ring.
Aber diese Profiboxkämpfe sind es nicht allein, die die Medien elektrisieren. Was solche Medien wie Bild und RTL tatsächlich interessiert, ist wohl eher das Promiboxen. Da treten nämlich die zwei Rapper Toony und Bero Bass gegeneinander an. Natalia Osada boxt gegen Giorgina Fleur. Akay, Alberto, Sinan G, Maurice Glover, Andi Schmidt sollen auch boxen. Diese Namen mögen nicht allen Boxfans etwas sagen, aber das sind die Namen derjenigen Prominenten, für die sich ein Teil, vermutlich sogar ein erheblich größerer Teil als die reinen Boxfans, interessieren. Da macht es dann auch Sinn, dass nun Miss Schleswig Holstein, Alicia Melina, die, nebenbei bemerkt auch noch singt, nun Profiboxerin wird. Auch Betrüger Peter Mike Wappler alias Milliarden-Mike steigt als Profi in den Ring. Er soll gegen Frans Botha (63 Kämpfe, 48 Siege, 29 durch KO, 11 Niederlagen, 9 durch KO, 3 Unentschieden) boxen. Beide Kämpfe dürften in der Grauzone zwischen Profiboxen und Promiboxen anzusiedeln sein.
Ergänzt wird das Boxprogramm von Gästen wie Alexander Dimitrenko und die Familie Geissen. Showacts gibt es von Spanish Music Mafia, die DSDS Girlgroup Melody, Vanessa und Yassemine, Bahar, Iveta, Kalle Schwensen, Ralf Richter und Nitro.
Als Purist des Boxens kann man sich natürlich abzuwenden und den Kopf zu schütteln. Ich persönlich aber bin gespannt auf die Veranstaltung von FFM. Dieses Konzept ist in seiner Form nämlich neu und es verspricht zum einen, neue Zuschauer für das Boxen zu gewinnen, und zum anderen, neue Märkte zu erschließen. Wenn das Konzept „des Neuen“ aufgeht, kann das Profiboxen davon nur profitieren.
Solch ein „Boxentertainment“ scheint auch die Konkurrenz zu beunruhigen. Ein Mitbewerber hat offenbar das Gerücht gestreut, Promoter Nikolas Weinhart hätte die Angewohnheit, die Boxer bei seinen Veranstaltungen nicht zu bezahlen. Dieser Angstbeißer hat aber übersehen, dass Weinhart noch gar keine Show veranstaltet hat. Dies soll sich ja nun am 26.07.2014 ändern.
© Uwe Betker

Immer diese lästigen Besprechungen für Arthur Abraham

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Man kann sich vorstellen, wie Arthur Abraham (43 Kämpfe, 39 Siege, 28 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) am frühen Morgen des 04.05.2014 sein Hotelzimmer in Berlin betritt. Eine Frau liegt im Bett und fragt im Halbschlaf: „Schatz, wie war dein Tag?“ Er antwortet: „Du weißt doch, immer diese lästigen Besprechungen.“ So oder so ähnlich könnte sich eine idyllische häusliche Szene abspielen, nachdem er im Velodrom in Berlin seinen WBO Titel im Supermittelgewicht verteidigt haben wird.
Sein Gegner heißt Nikola Sjekloca (27 Kämpfe, 26 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage). Er ist der beste Supermittelgewichtler in Montenegro und auch der einzige. Er hat seinen vorletzten Kampf am 16.02.2013 gegen Sakio Bika nach Punkten verloren. Dies und die Tatsache, dass er nur einen schwachen Punch hat, haben ihn dafür qualifiziert, gegen Abraham zu boxen.
Sjekloca wird in der unabhängigen Weltrangliste auf Position 32 geführt und Abraham auf 4. Also sind vermutlich 28 Boxer besser als er und haben größere Chancen gegen Abraham als er. Sie wären demnach wohl als Gegner denn auch besser und damit für die Zuschauer interessanter:

Derek Edwards (31 Kämpfe, 27 Siege, 14 durch KO, ) 3 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden)
Jürgen Doberstein (17 Kämpfe, 15 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden
Jermain Taylor (37 Kämpfe, 32 Siege, 20 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden)
Christopher Rebrasse (26 Kämpfe, 21 Siege, 5 durch KO, 2 Niederlagen, 3 Unentschieden)
Rocky Fielding (18 Kämpfe, 18 Siege, 10 durch KO)
Stanyslav Kashtanov (32 Kämpfe, 31 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage)
Jonathan Gonzalez (18 Kämpfe, 17 Siege, 14 durch KO, 1 Unentschieden)
Callum Smith (9 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO)
Peter Manfredo Jr. (47 Kämpfe, 40 Siege, 21 durch KO, 7 Niederlagen, 3 durch KO)
Alexander Brand (23 Kämpfe, 22 Siege, 18 durch KO, 1 Niederlage)
Hadillah Mohoumadi (22 Kämpfe, 18 Siege, 13 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden)
J’Leon Love (17 Kämpfe, 17 Siege, 10 durch KO)
Marco Antonio Periban (22 Kämpfe, 20 Siege, 13 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden)
Maxim Vlasov (30 Kämpfe, 29 Siege, 14 durch KO, 1 Niederlage)
Brian Vera (33 Kämpfe, 23 Siege, 14 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO)
Ezequiel Osvaldo Maderna (22 Kämpfe, 20 Siege, 13 durch KO, 2 Niederlagen)
Fedor Chudinov (9 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO)
Brandon Gonzales (19 Kämpfe, 18 Siege, 10 durch KO, 1 Unentschieden)
Anthony Dirrell (27 Kämpfe, 26 Siege, 22 durch KO, 1 Unentschieden)
Sakio Bika (40 Kämpfe, 32 Siege, 21 durch KO, 5 Niederlagen, 3 Unentschieden)
Jose Uzcategui (22 Kämpfe, 22 Siege, 18 durch KO)
James DeGale (19 Kämpfe, 18 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage)
George Groves (20 Kämpfe, 19 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO)
Thomas Oosthuizen (24 Kämpfe, 22 Siege, 13 durch KO, 2 Unentschieden)
Edwin Rodriguez (24 Kämpfe, 24 Siege, 16 durch KO, 1 Niederlage)
Mikkel Kessler (49 Kämpfe, 46 Siege, 35 durch KO, 3 Niederlagen)

Oder gar
Robert Stieglitz (46 Siege, 26 durch KO, 4 Niederlagen, 2 dur-0

Da haben wir noch nicht von den drei Boxern gesprochen, die in der Rangliste über Abraham stehen.
Julio Cesar Chavez Jr. (50 Kämpfe, 48 Siege, 32 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden)
Carl Froch (34 Kämpfe, 32 Siege, 23 durch KO, 2 Niederlagen)
Andre Ward (27 Kämpfe, 27 Siege, 14 durch KO)

Arthur Abraham vs. Nikola Sjekloca – Wie schon gesagt: Immer diese lästigen Besprechungen.
(C) Uwe Betker

Gutes Boxen in Ravensburg

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Obwohl Ravensburg am 07. September 2013 unter dem Motto stand „Ravensburg spielt – überall in der Stadt wurde auf den Straßen gespielt -, gab es genau zu diesem Termin in der Stadt auch Menschen, die nicht spielten, sondern kämpften. Im Hotel/Restaurant Bärengarten gab es gutes Boxen und K-1 Kickboxen zu sehen. Vier K-1 Kämpfe und sieben Profiboxkämpfe wurden in dem schönen Biergarten ausgetragen. Ungefähr 1.000 Zuschauer verbrachten den lauen Spätsommerabend hier im Freien.
Kurzfristig übernahm die GBA die Aufsicht über die Veranstaltung, weil, wenn ich es richtig gehört habe, der BDB den Hauptkämpfer Joe Duffy aus England keine Notlizenz erteilen wollte. Sein Management hatte wohl ein Formular nicht fristgerecht eingeschickt.
Ich hatte das Glück, zwischen den Nummerngirls zu sitzen. Es war mir sogar vergönnt, in jedem Kampf eine andere junge Dame an meiner Seite zu finden. Zuerst saß eine ausgesprochen hübsche Dunkelhaarige neben mir, die auf dem rechten Oberschenkel eine Tätowierung in Form eines Strumpfbandes hatte. Auf ihrem rechten Bein war in verschlungener Schrift etwas geschrieben. Bevor ich entziffern konnte, was dort stand, war der erste K-1 Kampf schon vorbei. Artur Albrand wurde zum Punktsieger über Eyüp Sögüt in der Gewichtsklasse bis 72 kg erklärt. Hiernach saß eine junge und attraktive Brünette neben mir, die etwas kleines Schwarzes anhatte, was man früher Hot Pants nannte. Kaum hatte ich mich halbwegs an das Schwarze meiner Nachbarin gewöhnt, war auch dieser Kampf schon zu Ende. Nicolai Pinkers besiegte Patrick Friedrich in der Gewichtsklasse bis 85 kg durch DSC 1. Der Ringrichter stoppte den Kampf in der Pause nach der ersten Runde aufgrund einer Cutverletzung am linken Auge.
Auch von den ersten drei Runden des dritten Kampfes, in der Gewichtsklasse bis 75 kg, bekam ich nichts mit, weil neben mir eine außerordentlich aparte Blondine saß. Sie hatte pinke Zehennägel, die aus ihren Highheels herauslugten. Ihre Fingernägel hatten die gleiche Farbe. Ihr Top war auch pink. Da das Aufeinandertreffen von Evangelos Kalaitzis und Milan Stützle nach drei Runden unentschieden stand, gab es eine Verlängerungsrunde. In der kam Stützle mit einem Körperhaken durch, der seinen Gegner zu Boden und zur Aufgabe zwang.
Im letzten K-1 Kampf ließ ich mich nicht mehr durch meine Nachbarin ablenken und beobachtete das sehr kurzweilige Aufeinandertreffen von Konstantin Biegler und Köksal Orduhan (Gewichtsklasse bis 95 kg). Orduhan kämpfte spektakulär. Er zeigte Sprünge und Saltos. Biegler kämpfte konventionell aber effektiv. Am Ende musste Orduhan ganz tief in die Trickkiste greifen, absichtliche Kopfstöße und Tiefschläge, um den Schlussgong des mitreißenden Kampfes zu erreichen.
Dann wurden der Weltergewichtler Timo Schwarzkopf (12 Kämpfe, 12 Siege, 7 durch KO) und die deutsche Schwergewichtslegende Andreas Sidon (53 Kämpfe, 41 Siege, 34 durch KO, 11 Niederlagen, 6 durch KO) geehrt. Der anwesende Jens Plösser (8 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) nutzte die Gelegenheit. Er ließ es sich nicht nehmen, Sidon dazu herauszufordern, den unlängst ausgefallenen Kampf sofort nachzuholen – ein sehr unterhaltsamer Showact, bei dem auch noch Peter Althoff mitspielte. Es folgte noch ein weiter Act mit einem Sänger namens L-Cubano. Vermutlich bin ich nicht Zielgruppe seiner Musik, daher kann ich darüber auch nichts sagen. Aber seine beiden Tänzerinnen waren nett anzusehen.
Im ersten Boxkampf des Abends trafen im Halbmittelgewicht Uran Hadergjonaj (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Andy Thiele (30 Kämpfe, 1 Sieg, 27 Niederlagen, 15 durch KO, 2 Unentschieden) aufeinander. Der in Berlin lebende Thiele ist schon ein Phänomen. Von seinen bisher 30 Kämpfen konnte er nur einen einzigen gewinnen. Der 28-jährige Thiele steigt schlicht mit jedem in den Ring, macht sein Ding und verliert. In seinem Kampfrekord finden sich Namen wie Ronny Lopez, Nick Klappert, Ronny Mittag, Jürgen Doberstein und Mike Keta.
Diesmal gab es nur sehr wenig von ihm zu sehen. Bereits am Anfang der ersten Runde brachte ein Körpertreffer ihn zu Boden. Er kam zwar wieder hoch und stellte sich erneut, aber der Mann, der sich „Atomic Boy“ nennt, schickte ihn gleich noch mal mit einem Körpertreffer zu Boden. Der Ringrichter hatte genug gesehen und nahm Thiele aus dem Kampf.
Anschließend kämpfte im Halbschwergewicht Alis Sijaric (4 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) gegen Attila Korda (7 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Sijaric, der offenbar technisch bessere Boxer, punktete mit seiner Führhand. Korda versuchte es vor allem mit Kraft, was ihn für Konter anfällig machte. Der von Alexander Petkovic trainierte Korda ließ immer wieder seinem Jab einen weit ausgeholten Schwinger folgen, der aber nur selten sein Ziel fand. In der dritten Runde stellte Sijaric seinen müde werdenden Gegner am Seil und deckte ihn mit 10 bis 15 Kopfhaken ein, woraufhin Korda zu Boden musste. Zwar kam er wieder hoch und stellte sich noch mal dem Kampf, aber kurze Zeit später musste er wieder in die Knie gehen und gab auf.
Auch der folgende einzige Frauenboxkampf war gut. In ihrer eigentlichen Gewichtsklasse, dem Minimumgewicht, bestritt Özlem Sahin (16 Kämpfe, 15 Siege, 5 durch KO, 1 Unentschieden), die Interimsweltmeisterin im Junior Fliegengewicht der WIBF (Women’s International Boxing Federation), einen Kampf, um aktiv zu bleiben. Die Ludwigsburgerin Sahin war zuletzt im Dezember 2012 in den Ring gestiegen. Gegnerin in dem auf 4 Runden angesetzten Kampf war Mirela Baradzic aus Serbien, die bis dahin erst einen Kampf bestritten hatte. Am 06.07.2013 verlor sie gegen die Deutsche Steffi Schünke in Neuruppin durch Mehrheitsentscheidung.
Gegen Sahin hatte Baradzic keinerlei Chance. Soweit ich es gesehen habe, hat sie in den vier Runden ihre Gegnerin nur ein einziges Mal am Körper getroffen. Sehr schnell war ihr klar, dass es hier nur um ihr Überleben ging. Sahin jagte sie geradezu, und Baradzic war regelrecht auf der Flucht. Zum Teil legte die Serbin sogar Joggingeinlagen ein, um vor Sahin zu fliehen. Auch ihre Ecke tat alles, sie zu schützen und Zeit zu schinden: Ecke überfluten, Mundschutz vergessen, spät aus dem Ring klettern … – das volle Programm eben. Letztlich hatte Baradzic Erfolg: Stark verbeult, aber stehend erreichte sie den Schlussgong.
In Sahins Ecke stand nicht wie sonst üblich Conny Mittermeier, sondern der Mittelgewichtler Istvan Szili (18 Kämpfe, 17 Siege, 7 durch KO, 1 Unentschieden) zusammen mit Brigitte Gassert und Dietrich Wolter.
Im Mittelgewicht trafen sich Arton Dajakaj (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Arber Dodaj (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 durch KO) zu einer regelrechten Ringschlacht. Dodaj startete furios. Er ließ in der ersten Runde einen Schlaghagel auf Dajakaj, der von Timo Schwarzkopf und Istvan Szilla sekundiert wurde, herunterprasseln. Er deckte ihn mit Schlägen nur so ein. Dajakaj konnte nur selten kontern.
Im zweiten Durchgang fand Dajakaj in den Kampf und blieb Dodaj nichts schuldig. Die letzten drei Runden waren extrem hart und bestanden praktisch aus einem ununterbrochenen Schlagabtausch. Am Ende bekam Dodaj wohl konditionelle Probleme,die er mit Fouls zu kompensieren versuchte. Ein absichtlicher Kopfstoß blieb zunächst ungeahndet. Für den folgenden absichtlichen Tiefschlag musste er dann aber einen Punktabzug hinnehmen. Nach grandiosen vier Runden bekam Dajakaj den verdienten Sieg zugesprochen.
Im Cruisergewicht gab es eine bemerkenswerte Kampfansetzung. Der in Ravensburg lebende Osman Pehlivan gab sein Profidebüt. In seinem ersten Kampf stand er einem Gegner gegenüber, Iko „ Ilhan“ Dzafic (5 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO), der immerhin drei seiner vier Profikämpfe für sich entscheiden konnte. Der Mann der in Bosnien Herzegowina geboren wurde und in München lebt, boxt auch im Schwergewicht und keiner seiner Kämpfe ging über die Distanz. Umso überraschender war der Kampfverlauf.
Der Neuling Pehlivan überrollte seinen Gegner. Er drosch auf ihn ein, stellte ihn am Ringseil und brachte ihn mit Kopftreffern zu Boden. Beim Zu-Boden-gehen verdrehte sich Dzafic dann das Knie, so dass an ein Weitermachen nicht mehr zu denken war.
Der nächste Kampf bot Kontrastprogramm. Im Super Mittelgewicht boxten Anatoli „Toli“ Muratov (4 Kämpfe, 4 Siege) und Vasile Dragomir (32 Kämpfe, 21 Siege, 10 durch KO, 10 Niederlagen, 9 durch KO, 1 Unentschieden) gegeneinander. In der ersten Runde war technisch sauberes Boxen von beiden Kontrahenten zu bewundern. In der zweiten Runde erhöhte der erfahrene Dragomir den Druck, aber Muratov hielt Stand und boxte weiter gut mit. Die folgende Runde wurde härter und beide verloren etwas ihre boxerische Linie. In der vierten Runde ließ Dragomir seine Führhand fallen, um Muratov zu unüberlegten Aktionen zu verleiten, der sich aber nicht darauf einließ, sondern nun endgültig das Kommando im Ring übernahm. Zur fünften Runde trat Dragomir aufgrund einer Verletzung des rechten Ellebogens nicht mehr an. Muratov überzeugte. Es könnte sich lohnen, ihn im Auge zu behalten.
Dann kam der Hauptkampf des Abends. Ihn bestritten im Mittelgewicht Joe Duffy (6 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO) und Ionut Trandafir Ilie (33 Kämpfe, 14 Siege, 2 durch KO, 18 Niederlagen, 8 durch KO, 1 Unentschieden). Der in Irland geborene und in London lebende Joseph Duffy kam mit vielen Vorschusslorbeeren zum ersten Mal nach Deutschland. Aber aus dem einfachen Aufbaukampf wurde nichts. Der Mann aus Ploiesti, Rumänien dachte gar nicht daran, ihm den Sieg einfach zu überlassen. Die ersten zwei Minuten der ersten Runde gehörten Duffy. Er boxte schön an, variierte die Schläge und traf – alles nach Plan. Dann kam Ilie mit einem rechten Schwinger auf die Schläfe durch und Duffy rutschte an den Seilen zu Boden. Eine Sensation bahnte sich an. Er kam wieder hoch und kämpfte noch benommen, die Pause zu erreichen. Dabei musste er immer wieder Treffer nehmen.
Im nächsten Durchgang machte Ilie da weiter, wo er in der ersten Runde aufgehört hatte. Duffy wirkte immer noch nicht ganz klar und hatte keine boxerische Linie mehr. Seine Führhand kam praktisch überhaupt nicht und er ließ sich ein ums andere Mal auf Keilereien ein, die offensichtlich nicht seine Stärke sind. Zum Ende der Runde hin wurde er etwas besser. In der folgenden, dritten Runde kam er soweit in den Kampf zurück, dass er sie für sich entscheiden konnte.
In der Rundenpause kam es dann zu einem Zwischenfall: einige Personen im Publikum entschlossen sich, das Kämpfen nicht den Männern im Ring zu überlassen. Die Security behob dieses Problem schnell. Gleichwohl hatten die Boxer dadurch aber eine Pause von mehreren Minuten, die vor allem Duffy zugute kam.
Die nächsten zwei Runden gehörten dann auch Duffy. Die Verunsicherung blieb ihm aber anzumerken. In der sechsten und letzten Runde drehte Ilie auch noch mal wieder auf. Er zwang seinem 25-jährigen Gegner seinen Kampf auf. Er wollte nicht nur die Runde gewinnen, er wollte Duffy KO schlagen. Immer und immer wieder zwang er ihm Schlagabtäusche auf und Duffy schien zwischenzeitlich wieder zu wackeln.
Was dann aber folgte, war schon grotesk. Der Ringsprecher verkündete einen Punktsieg für Duffy. Mein Versuch, vor Ort die genaue Punktwertung zu erfahren, blieb ohne Erfolg. Zuerst fragte der Ringrichter, wer das denn wissen wolle. Dann beschied er allen Ernstes, die Wertung dürfe nicht sagen. Auf meinen Hinweis hin, dass eine Punktwertung öffentlich ist, versuchte er mich mit der Information abzuspeisen, dass ein Punkt den Kampf entschieden habe. Weitere Nachfragen blieben erfolglos. Ich wurde nur noch darauf verwiesen, die genaue Wertung auf boxrec.com nachlesen zu können.
Um es deutlich zu sagen: In meiner persönlichen Wertung lag Ionut Trandafir Ilie vorne. Ich halte es für eine Fehlentscheidung, dass Duffy zum Sieger erklärt wurde. Es war jetzt keine krasse Fehlentscheidung. Sie war bei Weitem nicht so schlimm wie bei dem letzten Kampf von Istvan Szili. Der Kampf war trotz Niederschlag schon eng. Aber es ist eben eine Fehlentscheidung!
Was mich aber wirklich wundert, ist der Umgang des German Boxing Association Kampfgerichts vor Ort mit der Situation. Unabhängig davon, wie der Duffy-Ilie-Kampf bewertet wurde, muss doch gesagt werden: Ein Kampfgericht, das sich nicht in die Punktzettel gucken lässt, setzt sich dem Verdacht aus, nicht sauber zu arbeiten.
Wenn ich richtig informiert bin, war dies die erste Veranstaltung von Benedikt Poelchau und Götz Bauer (Blanko Sports), bei der auch Profiboxen gezeigt wurde. Mein persönliches Fazit lautet: Es war eine gute und durch und durch solide Show – sieht man einmal von den unerfreulichen Geschehnissen am Ende ab. Erwähnt werden sollte vor allem das mutige Matchmaking, bei dem die Sieger nicht alle schon vorher feststanden und nicht alle Sieger aus der gleichen Ecke kamen. Boxen in Deutschland kann nur überleben, wenn es mehr Veranstalter gibt, die ehrliches und gutes Boxen zeigen, wie Blanko Sports es in Ravensburg gemacht hat.
(C) Uwe Betker

Written by betker

9. September 2013 at 23:59

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Arthur Abraham vs. Willbeforce Shihepo und Jürgen Brähmer vs. Stefano Abatangelo

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Am 24.08.2013 veranstaltet Sauerland Event in Schwerin. Auf dem Programm steht eine freiwillige Titelverteidigung von Jürgen Brähmer (42 Kämpfe, 40 Siege, 31 durch KO, 2 Niederlagen). Es ist zu erwarten, dass er seinen Europameistertitel im Halbschwergewicht gegen Stefano Abatangelo (20 Kämpfe, 17 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) wohl ohne Mühen verteidigen wird. Dieser Kampf soll der Hauptkampf des Abends werden.
Das ehemalige Jahrhunderttalent Jürgen Brähmer ist zurzeit auf Position 13 der unabhängigen Weltrangliste. Abatangelo ist immerhin die Nummer 1 in Italien und die Nummer 46 in der Welt. Natürlich trägt er auch einen richtig furchteinflößenden Kampfnamen: „The Hammer“. Leider ist dieser Kampfname aber etwas irreführend, weil einen wirklichen Hammer, nämlich einen Punch, hat er nicht. Seine KO-Rate beträgt nur 30%. Auch boxerisch ist er nicht gerade der Hammer. Da er auch noch 11 Zentimeter kleiner ist und aus Italien im Augenblick keine wirklich starken Boxer kommen – sollte das womöglich der Grund dafür sein, dass im Augenblick so viele italienische Boxer gegen deutsche ran dürfen? -, dürfte für den EBU Titel von Brähmer keine Gefahr bestehen. Damit besteht wohl aber auch keine Gefahr, dass irgendein Zuschauer einen Schweißausbruch oder gar einen Herzinfarkt vor Aufregung bekommen wird. Der Hauptkampf des Abends wird vermutlich überraschungsarm bis langweilig.
Auch der zweite Hauptkampf des Abends ist, meiner Einschätzung nach, von ähnlicher Qualität. Der Ex-Weltmeister Arthur Abraham (40 Kämpfe, 36 Siege, 28 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) bekommt es im Super Mittelgewicht mit Willbeforce Shihepo (26 Kämpfe, 20 durch KO, 6 Niederlagen, 1 durch KO) zu tun. Auch Shihepo schmückt sich mit einem angsteinflößenden Kampfnamen, nämlich dem der „Black Mamba“. Er ist auch die Nummer 1 in seiner Heimat, Namibia. In der unabhängigen Weltrangliste rangiert er auf Position 69. Er befindet sich damit ein paar Ränge hinter Jürgen Doberstein (16 Kämpfe, 14 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Khoren Gevor (41 Kämpfe, 32 Siege, 17 durch KO, 9 Niederlagen, 2 durch KO). Ich gehe davon aus, dass uns dieser Kampf reißerisch angekündigt werden wird, etwa in der Art von „Arthur Abraham Is Back“ oder „Arthur Abraham Back To The Top“ oder sonst einem Unsinn, dem man einen englischen Titel gibt, weil es sich dann besser anhört. (Wieso muss ich jetzt an Megaperls denken, diese dummdeutsche Wortschöpfung für Waschpulver?)
Sportlich erscheint mir diese Kampfansetzung, wie auch die von Brähmer, als eine langweilige Nullnummer. Jetzt würde mich aber schon noch interessieren, wie viel die ARD Sauerland für eine solche Veranstaltung zahlt, d.h wie viel von dem Geld, das zwangsweise von allen Haushalten der Bundesrepublik Deutschland eingetrieben wird, der berliner Veranstalter von Arthur Abraham vs. Willbeforce Shihepo und Jürgen Brähmer vs. Stefano Abatangelo konkret bekommt?
Ein Kampf aber verspricht doch Spannung an diesem Abend. Im Schwergewicht treffen
Kubrat Venkov Pulev (17 Kämpfe, 17 Siege, 9 durch KO) und Anthony Tyrone Thompson (41 Kämpfe, 38 Siege, 26 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO) aufeinander. Es geht dabei um den eigentlich unbedeutenden internationalen Titel der IBF, International Boxing Federation. Für den für Sauerland Event boxenden Bulgaren Pulev dürfte der Kampf gegen Thompson, der schon immerhin schon zweimal gegen Wladimir Klitschko angetreten ist, der erste wirkliche Härtetest sein. Wenn die Nummer drei auf die Nummer sieben der unabhängigen Weltrangliste trifft, dann ist das durchaus ein würdiger Hauptkampf.
© Uwe Betker

BDB verschenkt Titel

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Der immer mehr an Bedeutung verlierende Bund Deutscher Berufsboxer hat, ohne dass die Öffentlichkeit davon richtig Notiz genommen hätte, einen seiner Titel verschenkt. Der BDB machte Anfang 2012 Michael Wallisch (10 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO) einfach mal zum Deutschen Meister im Schwergewicht.
Damit tritt Wallisch die Nachfolge von Andreas Sidon an, der immer noch mit dem BDB einen Rechtsstreit um seinen Lizenzentzug im Jahre 2007 führt. Wallisch boxte am 01.04.2011 im Digibet Pferdesportpark in Berlin gegen Yakup Saglam. Er gewann nach Punkten und wurde dadurch Internationaler Deutscher Meister im Schwergewicht. Genau dieser Kampf wurde dann nachträglich zur Deutschen Meisterschaft erklärt.
Die rechtliche Grundlage für diesen „Upgrade“ ist allerdings meiner Meinung nach doch etwas dünn. BDB-Präsident Thomas Pütz erklärte: „Michael Wallisch hätte um den deutschen Meistertitel geboxt, wenn der nicht durch Andreas Sidon blockiert gewesen wäre.“ Weiter führt er aus: „Deshalb haben wir ihn per Vorstandsbeschluss zum Titelträger ernannt.“ Leider steht dieser Vorstandsbeschluss aber im krassen Gegensatz zu den Statuten. Hier heißt es unter Paragraph 27 Absatz 2: „Kein Meistertitel kann anders gewonnen werden, als in einem Kampf zu den vom BDB festgesetzten Bedingungen.“ Gemäß dem Regelwerk kann man also nur durch einen Kampf und nicht durch Vorstandsbeschluss Deutscher Meister werden!
Außerdem meine ich mich erinnern zu können, dass Yakup Saglam (31 Kämpfe, 29 Siege, 26 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) in Arsin, Türkei geboren wurde. Die Frage ist also, ob Saglam die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Ist er somit überhaupt berechtigt, um die Deutsche Meister zu boxen? Interessant wäre auch zu wissen, ob Herr Pütz und sein Vorstand, hätte Saglam gewonnen, ihn auch zum Deutschen Meister gemacht hätten.
Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, sanktionierte der BDB nun auch noch den Kampf von Wallisch gegen Alexander Kahl (28 Kämpfe, 18 Siege, 16 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO, 1 Unentschieden) am 13.07.2013 in Dresden als seine erste Titelverteidigung. Kahl, der sich in der unabhängigen deutschen Rangliste nur auf Position 17 befindet, qualifizierte sich dafür wohl, indem er in seinen letzten beiden Kämpfen bereits in der ersten Runde KO ging. Nun kann man ja verstehen, dass der Veranstalter Ulf Steinforth seinem Schwergewichtsneuzugang erst mal einen einfachen Gegner vorsetzt. Ähnlich machte er es ja auch mit seinem frischgebackenen Weltmeister im Super Mittelgewicht nach Version WBO Robert Stieglitz (48 Kämpfe, 45 Siege, 26 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO). Der bekam es mit Yuzo Kiyota (28 Kämpfe, 23 Siege, 21 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden), der Nummer 65 der unabhängigen Weltrangliste, zu tun. Aber, dass der BDB eine Kampfansetzung Wallisch gegen Kahl als Deutsche Meisterschaft sanktioniert, empfinde ich als Skandal.
Es muss ja wohl kaum noch erwähnt werden, dass sowohl Wallisch als auch Stieglitz ihre Kämpfe ohne Probleme gewonnen haben. Kahl ging erwartungsgemäß nach 47 Sekunden KO und Stieglitz gewann durch eine technische Punkteentscheidung in Runde 10.
Ein persönliches Wort: Herr Pütz, wenn Sie schon Titel verschenken, wieso geben Sie mir keinen? Machen Sie mich doch einfach zum Deutschen Meister im Super Mittelgewicht. Der Titel dürfte vakant sein, weil ihn Jürgen Doberstein (16 Kämpfe, 14 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden), der letzte Titelträger, seit einem Jahr nicht mehr verteidigt hat. Außerdem hat er sich mittlerweile zwei andere Titel erkämpft. Ich bin noch ungeschlagen und mit ein bisschen Disziplin schaffe ich es auch, das Limit zu bringen. Das dürfte doch wohl genug an Qualifikation sein, um von Ihnen zum Deutschen Meister gemacht zu werden. Natürlich bin ich dann auch bereit, Mitglied des Bund Deutscher Berufsboxer e. V. zu werden, denn ein bisschen muss man sich an die Regeln schon halten. Dass ich noch nie als Profi geboxt habe, dürfte wohl kein Problem sein. Wofür gibt es schließlich Verbandsbeschlüsse?
© Uwe Betker

Das berliner Sommertheater

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Die Sommerpause im Boxen hat noch nicht angefangen, aber das Sommertheater ist schon im vollen Gange. In der größten deutschen Boulevardzeitung wird der Streit, den Ex-Weltmeister Arthur Abraham (40 Kämpfe, 36 Siege, 28 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) mit seinem Veranstalter Sauerland Event um die Kampfbörse für den nächsten Abraham-Kampf führt, öffentlich ausgetragen.
Die Ausgangssituation ist die: Abraham verlor seinen letzten Kampf am 23.03.2013 gegen Robert Stieglitz (47 Kämpfe, 44 Siege, 25 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO) durch TKO und verlor damit auch seinen WBO Titel im Super Mittelgewicht. Wann er wieder einen WM Kampf bekommt, ist unklar. Noch unklarer ist, ob er überhaupt noch einmal Weltmeister werden kann. Da aber Abraham zurzeit mit dem Weltmeister der WBO im Cruisergewicht, Marco Huck (39 Kämpfe, 36 Siege, 25 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden), der einzige Boxer des berliner Veranstalters ist, der gute Einschaltquoten bringt, will man Abraham wieder aufbauen.
Abraham soll nun am 24. August in Schwerin gegen Willbeforce Shihepo (26 Kämpfe, 20 durch KO, 6 Niederlagen, 1 durch KO) boxen. Shihepo schmückt sich mit dem angsteinflößenden Kampfnamen Black Mamba. Er ist aktuell immerhin die Nummer 1 in Namibia. Er hat eine furchteinflößende KO-Quote von 57.69%. – Abraham hat 70%. – Er ist auf Position 67 der unabhängigen Weltrangliste zu finden, also nur ein paar Ränge hinter Jürgen Doberstein (16 Kämpfe, 14 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden), der auf Position 64 steht, und Khoren Gevor (41 Kämpfe, 32 Siege, 17 durch KO, 9 Niederlagen, 2 durch KO), der sich auf Position 55 befindet.
Sportlich ist diese Kampfansetzung, so wie ich das sehe, eine Nullnummer. Sie macht eigentlich nur Sinn, wenn man die Herausnahme von Abraham in seinem letzten Kampf durch Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Walter Wagner als das interpretiert, als was sie Augen- und Ohrenzeugen auch tatsächlich sahen, nämlich als Aufgabe.
Leider wird nicht veröffentlicht, wie viel Sauerland Event von dem Geld, das sie von den Rundfunkgebühren der ARD bekommen, Abraham für diesen Kampf bereit sind zu geben. Abraham ist es jedenfalls zu wenig. Er droht: „Wenn Sauerland Event sich nicht mit meinem Anwalt einigt, boxe ich nicht. Nicht am 24. August und auch später nicht mehr. Ich brauche nicht mehr zu boxen, kann sofort aufhören. Mit einem Sportler muss man fair umgehen.“
Abraham droht also damit, seine Handschuhe an den Nagel zu hängen. Was das aber wirklich zu bedeuten hat, lassen wir einfach mal dahingestellt sein.
Wie in einem richtigen Sommertheater jedenfalls geht die mediale Auseinandersetzung zwischen den beiden Parteien noch weiter. Da wird auf der einen Seite behauptet, Abraham sei bis zum 1. Juli im Urlaub. Abraham aber sagt: „Ich mache keinen Urlaub, trainiere im Gym und im Fitnessstudio.“ – Sommertheater.
© Uwe Betker