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Zehn Profiboxkämpfe in Gummersbach

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Am 01.12.2018 war die Schwalbe Arena in Gummersbach Austragungsort einer Veranstaltung von Sauerland Event. Es gab zehn Profiboxkämpfe und zwei nationale Boxverbände zu sehen. Die Mehrheit der Kämpfe wurde sanktioniert von dem Faustkämpferverband Austria. Die Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht und die zwei Kämpfe des „The Next Rocky“ Turniers wurden aber vom Bund Deutscher Berufsboxer sanktioniert.

Den Anfang machten zwei Damen im Bantamgewicht: Alicia Holzken gab ihr Profidebüt gegen Gabriella Mezei (30 Kämpfe, 9 Siege, 3 durch KO, 17 Niederlagen, 6 durch KO, 4 Unentschieden). Holzken versuchte immer wieder, mit weiten rechten Haken durchzukommen. Der Kampf war hektisch und wurde in der zweiten Runde unsauber. Man drückte einander runter, steckte durch, schlug auch nach dem „Break“ und schubste sich zu Boden. Der FVA Ringrichter Alexander Plumanns hatte alle Hände voll zu tun. In der dritten und vierten Runde wurde etwas sauberer geboxt und dadurch gab es dann auch mehr Schlagabtäusche, bei denen beide Boxerinnen harte Treffer nahmen. Einstimmige Siegerin nach Punkten: Alicia Holzken.

Es folgte ein Vierrundenkampf im Mittelgewicht mit Simon Zachenhuber (5 Kämpfe, 4 Siege, 1 durch KO) und Danail Stoyanov (7 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen). Zachenhuber boxte schön gerade und verteilte gut. Immer wieder bearbeitete er den Körper seines Gegenübers, um die Deckung herunterzuziehen. Ab der zweiten Runde blutete Stoyanov aus der Nase. Immer wieder wurde er in einer Ecke gestellt, aber er schaffte es, auch immer wieder rauszukommen. Einstimmiger Sieger nach Punkten (40:36, 40:36 und 40:36): Simon Zachenhuber.

Im Super Mittelgewicht bestritt Yusuf Kanguel (21 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) einen Sechsrunder gegen Slavisa Simeunovic (66 Kämpfe, 31 Siege, 28 durch KO, 35 Niederlagen, 27 durch KO). Kanguel machte von Anfang an sehr beherrscht und souverän Druck. Er verteilte gut und kam mehrfach mit harten Rechten zum Kopf durch. Ende der ersten Runde schien Simeunovic beeindruckt. In der zweiten Runde nahm er viele harte Schläge. Irgendwann ging er dann zu Boden und ließ sich von Ringrichter Bayasgalan Sandag ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:33 Minuten: Yusuf Kanguel.

Im Super Weltergewicht boxten Nick Klappert (29 Kämpfe, 26 Siege, 15 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und Sergej Wotschel (16 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 4 Niederlagen, 1 Unentschieden) gegeneinander. Wotschel beherrschte die Ringmitte. Klappert kreiste um ihn herum. Wotschel arbeitete mehr, Klappert hatte die saubereren Treffer. Am Anfang der zweiten Runde ging Wotschel zu Boden, aber es war nur ein Ausrutscher. In der dritten Runde wurde er mehrfach mit der Rechten zum Kopf abgekontert. Es bildete sich eine Schwellung unter dem linken Auge, die Runde für Runde größer wurde. Die folgenden Runden dominierte Klappert mit seinem Reichweitenvorteil. Im sechsten Durchgang schaffte es Wotschel mehrfach, sein Gegenüber in einen Schlagabtausch zu verwickeln. In der siebten knickte er dann nach einem harten Konter ein. Die achte Runde war nochmal hart umkämpft. Einstimmiger Sieger nach Punkten (79:73, 79:73 und 79:73): Nick Klappert.

Es folgten zwei Kämpfe aus dem „The Next Rocky“ Turnier. Beides waren Dreirunder – warum die Kämpfe des Turniers unter der Rundenzahl von Debütanten liegen müssen und daher auch nicht bei Boxrec eingetragen werden, erschließt sich mir nicht.

In dem ersten Dreirunder im Halbschwergewicht trafen Arton Berisha (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Serdar Kuran, der sein Profidebüt gab, aufeinander. Kuran trug seinem Gegenüber den Kampf an. Dieser versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen und zu kontern. Beide standen mit zunehmender Kampfdauer häufiger Fuß und Fuß und schlugen aufeinander ein. Die dritte Runde wurde sehr verbissen geführt. Kuran zog sich dabei einen Cut über dem linken Auge zu. Die Ringrichterin Jana Melanie machte einen guten Job. Sieger nach Punkten durch Mehrheitsentscheidung: 29:28, 28:29 und 29:28): Serdar Kuran.

Den zweite Dreirunder bestritten Ronny Lopez (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) und Enis Agushi (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) im Super Mittelgewicht. Agushi begann stark. Er konnte seine physische Überlegenheit zunächst gut nutzen und machte den Kampf. Dann aber wurde er von Lopez an den Seilen gestellt und nahm. In der zweiten Runde stellte nun Agushi Lopez in einer neutralen Ecke und deckte ihn ein. Lopez machte kaum Anstalten, daran etwas zu ändern. Er kam zwar wieder heraus, wurde aber direkt anschließend an den Seilen gestellt und weiter eingedeckt. Als er wieder keine Anstalten machte, sich zu wehren, nahm Ringrichterin Melanie ihn zu Recht aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:42 Minuten: Enis Agushi.

Serdar Kuran und Enis Agushi sind offenbar ins Finale „The Next Rocky“ in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse eingezogen. Sie werden im Januar wieder Dreirundenkämpfe bestreiten.

Es folgte ein Achtrunder im Halbschwergewicht mit Leon Bunn (12 Kämpfe, 12 Siege, 7 durch KO) und Yannick N’Galeu (10 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO). Bunn war dominant. Er trieb seinen Gegner vor sich her, zeigte schnelle Hände und eine gute Technik. Ende der zweiten Runde kam er mit einer schönen Rechten, gefolgt von einem linken Kopfhaken durch. Die nächste Runde gestaltete sich munter. Beide wollten den Schlagabtausch und nahmen die Angebote ihres Gegenübers an. Am Ende der Runde kam Bunn mehrfach mit einer harten Rechten zum Kopf durch. Die folgenden Runden erarbeitete sich Bunn immer wieder Vorteile. In der siebten Runde zog er sich dann einen kleinen Cut über dem rechten Auge zu. In der letzten Runde kam N’Galeu auf, konnte Bunn aber nicht gefährden. Der Ringrichter Jörg Milke hatte praktisch nichts zu tun. Einstimmiger Punktsieger (79:73, 79:73 und 79:73): Leon Bunn.

Im Mittelgewicht maßen sodann Denis Radovan (12 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 1 Unentschieden) und Ronny Mittag (36 Kämpfe, 30 Siege, 15 durch KO, 3 Niederlagen, 3 Unentschieden) in einem Zehnrunder ihre Kräfte. Es war der erwartet gute Kampf. Beide Boxer zeigten technisch gutes Boxen. Radovan war allerdings der Bessere. Mittag kompensierte das durch seine Physis. Beide beherrschten abwechselnd die Ringmitte und damit das Kampfgeschehen. Die dritte Runde begann und verlief spektakulär. Es begann mit einem harten Abtausch, den Mittag für sich entscheiden konnte. Dann kam Radovan und deckte Mittag mit mehreren langen und harten Kombinationen ein, bei denen vielen Hände ihr Ziel fanden. Es schien als wäre Mittag beeindruckt. Er ging auch zu Boden, aber dies war eher die Folge eines Stoßes. Intensiv ging es dann weiter. In der fünften Runde schien der Kampf zu kippen. Mittag kam auf. Gleichzeitig schwoll sein Gesicht immer mehr an. Unter seinem rechten Auge wurde die Schwellung immer größer und behinderte damit  auch immer stärker seine Sicht. Radovan kam dann wieder zurück und erarbeitete sich Vorteile in den nächsten zwei Durchgängen. In der achten Runde kam Mittag nochmal auf. In der neunten Runde konnte dann Radovan erhöhen und punkte mit langen Links-Rechts-Kombinationen zum Kopf durch die Mitte. Der verbissen und hart geführte Kampf wurde souverän von Ringrichter Alexander Plumanns geleitet. Die Punktrichter werten 96:94, 94:96 und 95:95 – Unentschieden. Ich sah den Ausgang des Kampfes anders.

Deniz Ilbay (22 Kämpfe, 21 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage) und  Denis Krieger (23 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 7 Niederlagen, 2 Unentschieden) boxten danach im Weltergewicht die vakante Deutsche Meisterschaft nach Version BDB aus. Beide zeigten Boxen auf hohem technischem Niveau. In der ersten Runde tastete man einander ab und es gab nur wenige Aktionen. Beide konnten zu gut antizipieren, was der jeweils andere vorhatte. Von Runde zu Runde wurde es dann aber munterer. In der vierten Runde setzte Ilbay Akzente durch die Geschwindigkeit seiner Hände. Ende der fünften Runde stellte er Krieger in den Seilen und deckte ihn ein. Krieger ging langsam runter und setzte sich auf das zweite Seil von unten. Ringrichter Mustafa Erenay zählte ihn an, worüber Krieger sich beschwerte. Aber bereits in der nächsten Situation wurde Krieger erneut gestellt und musste nehmen. Kurz vor dem Rundenende kam er nochmal zurück und es gab einen harten Schlagabtausch. Die sechste Runde war hart umkämpft. In der siebten Runde wurde Ilbay seinerseits mehrfach gestellt. Es sah sogar so aus, als sei er durchgeschüttelt worden. Auch die achte Runde war wieder hart umkämpft, ebenso die neunte. Hier blockte Krieger einige Schläge mit seinem Gesicht. Offensichtlich wollte er zeigen, dass die Schläge ihm nichts anhaben könnten. Aber auch Ilbay ließ sich ohne Not an Seilen und Ecken stellen. Er deckte sich aber. In der zehnten Runde versuchten beide noch einmal alles. Es war aber keiner dazu fähig, seinen Gegener zu fällen. Einstimmiger Punktsieger (96:91, 98:91 und 99:90): Deniz Ilbay.

Hauptkampf des Abends war ein Zehnrunder im Super Weltergewicht mit Abass Baraou (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO) und Sasha Yengoyan (48 Kämpfe, 41 Siege, 25 durch KO, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden). Bemerkenswert war, dass Baraou schon in seinem vierten Kampf einen Zehnrunder bestritt und dass er den Hauptkampf machte. Baraou boxte überlegen und systematisch. Er bereitete seine Aktionen schön mit seiner steifen linken Führhand vor. Besonders schön waren sein rechten Cross oder seine rechten Graden. Yengoyan hielt dagegen und hatte seine Momente, wenn er zum Körper durchkam. Ab der fünften Runde wirkte er jedoch hilflos. Er schob sich an Baraou heran, um Treffer zu setzten und nahm dabei Schlag um Schlag gegen den Kopf. In der sechsten machte Baraou weniger, wodurch sein Gegner wieder stärker wurde. Er ließ sich sogar an den Seilen stellen. Die Schläge von Yengoyan gingen jedoch auf die Deckung. Dann explodierte Baraou, drehte sich raus und schlug mehrere harte Haken zum Kopf. Einer öffnete einen Cut über dem linken Auge von Yengoyan. Die siebte und achte Runde waren hart umkämpft, die neunte sogar noch härter. Yengoyan nahm viele harte Treffer, aber er steckte niemals auf. In der zehnten und letzten Runde versuchte Yengoyan noch einmal den Kampf zu drehen, aber er schaffte es nicht. Einstimmiger Punktsieger (100:90, 100:90 und 100:90): Abass Baraou.

Wenn alle Punkrichter Baraou auch alle Runden gegeben haben, so heißt das noch nicht, dass es eine einseitige Sache gewesen wäre. Es war tatsächlich ein hart erarbeiteter Sieg über einen starken Gegner.

© Uwe Betker

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2. Dezember 2018 at 23:59

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Beginn eines neuen Zeitalters

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8Mit der Veranstaltung am 07.04.2017 in Wuppertal schaffte Werner Kreiskott den Beginn eines neuen Zeitalters. Bislang war Kreiskott selbst immer auch Hauptkämpfer oder agierte zumindest als möglicher Hauptkämpfer im Hintergrund. Nun aber, nachdem er seine Handschuhe an den berühmten Nagel gehängt hat, fungiert er „nur“ noch als Veranstalter. Die Veranstaltung am Samstag war nun die erste ohne Kreiskott als Boxer und – sie war ein voller Erfolg. Die verkleinerte Unihalle war mit 1.000 verkauften Karten restlos ausverkauft. Und, was das wichtigste ist, es gab guten Kampfsport zu sehen.
Der erste Profiboxkampf, den ich gesehen habe – und ich war relativ früh da – war ein Vierrunder im Leichtgewicht. Susan Kolukisa (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Unentschieden) traf auf die Debütantin Leila Chebabi. Die erste Runde wurde von beiden Frauen relativ verhalten geführt. Sie zeigten beide ein gutes technisches Boxen, wobei Kolukisa die besseren und härteren Treffer setzen konnte. Zur zweiten Runde trat Chebabi verletzungsbedingt nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Susan Kolukisa.
Danach stiegen, ebenfalls für einen Vierrunder Marc Dube (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Ziya Goekalp (17 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 16 Niederlagen, 11 durch KO) in den Ring. Die Begegnung im Super Weltergewicht wurde von Anfang an sehr intensiv geführt. Der Kampf war nichts für die Technikfreunde, sondern eher einer für Freunde der harten Keilerei. Mitte der ersten Runde war Dube etwas übereifrig. Er hörte nicht auf das Break Kommando von Goran Morawiec, was ihm eine Ermahnung einbrachte. In der zweiten Hälfte der Runde musste Goekalp viele Treffer nehmen. Immer wieder wurde er an den Seilen gestellt und steckte einen Schlag nach dem anderen zum Kopf ein. Zu diesem Zeitpunkt konnte er froh sein, dass er nicht vom GBA Ringrichter aus den Kampf genommen wurde. Auch die folgenden Runden verliefen ähnlich munter, wenn auch nicht ganz so einseitig. Goekalp verließ sich dabei mehr auf seine Nehmerfähigkeit als auf seine Deckung. Dube schaffte es jedenfalls nicht, ihn mit seinen Schwingern zu fällen. Einstimmer Punktsieger: Marc Dube.
Im Super Mittelgewicht gab sodann Edison Demaj sein Profidebüt gegen Yesilat Berkta (44 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 38 Niederlagen, 23 durch KO). Der Kampf wurde verbissen und hart geführt. Die beiden Kontrahenten standen Fuß an Fuß und deckten sich gegenseitig mit Schlägen ein. Zur zweiten Runde trat Berkta, verletzungsbedingt, nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Edison Demaj.
Anschließend gab es wieder einen Frauenboxkampf. Özlem Sahin (26 Kämpfe, 24 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) traf im Minimumgewicht auf Teona Pirosmanashvili (5 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO). Sahin trieb ihre Gegnerin vor sich her. Mehrfach kam sie mit schönen Treffern durch, so in der zweiten Runde mit einem schönen Körpertreffer und einem rechten Cross, die Pirosmanashvili beide deutlich gespürt haben dürfte. In der dritten Runde erhöhte Sahin dann den Druck. Mehrfach kam sie mit dem rechten Cross durch, der Pirosmanashvili immer wieder erschütterte. Zur vierten Runde trat Pirosmanashvili nicht mehr an. Angeblich hatte sei sich verletzt. Ich persönlich vermute eher, sie wollte nicht KO gehen. Später am Abend habe ich sie sogar tanzen gesehen; dabei schien sie mir auch keine Schmerzen gehabt zu haben. Der Ringrichter Jens-Uwe Baum hatte in dem Kampf nichts zu tun. Sieger durch TKO 4: Özlem Sahin
Im Mittelgewicht maßen Ercan Tuncel (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) und Emir Recepaga (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 1 durch KO) ihre Kräfte. Beide zeigten gutes und technisches Boxen. Tuncel präsentierte sich aber als der physisch stärkere und schnellere Boxer; vor allem war er der härtere Puncher. Ende der ersten Runde kam Tuncel dann mit einer Rechten zum Kopf durch, die Recepaga sichtlich beeindruckte. In der zweiten Runde erhöhte Tuncel langsam den Druck, aber Recepaga hielt dagegen. Die dritte Runde war geprägt von vielen Schlagabtäuschen. In der vierten Runde sah es sogar so aus, als könnte Recepaga den Kampf drehen. Dann aber kam Tuncel erst mit einer Rechten und später mit einer Linken zum Kopf durch, beides Volltreffer. Am Ende der Runde nahm Recepaga noch mehr harte Kopftreffer, ging aber nicht runter. In der fünften Runde spielte Tuncel ein wenig mit seinem Gegner und machte weniger Druck. In der sechsten Runde erhöhte Tuncel noch mal den Druck, stellte Recepaga und ließ ihn nicht mehr weg. Als Ringrichter Morawiec gerade den Kampf abbrechen wollte, weil Recepaga sich nicht mehr verteidigen konnte, flog auch ein Handtuch in den Ring. Sieger durch TKO in der 6. Runde, nach 2:26 Minuten: Ercan Tuncel.
Im Leichtgewicht gab Manuel Steffan gegen Attila Csereklye (20 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 13 Niederlagen, 7 durch KO) sein Profidebüt. Csereklye versuchte Steffan den Kampf kaputt zu machen. Überfallartig sprang er Steffan an, um ihm den Infight aufzuzwingen und/oder er versuchte zu klammern. Nur selten konnte Steffan ihn abkontern. In der zweiten Runde gelang es Steffan aber, mehr und mehr seinen Kampf zu etablieren. Er kam mehrfach mit Kontern zu Kopf und Körper durch, wodurch Csereklye langsamer wurde. In der dritten Runde hatte Steffan seinen Gegner dann im Griff. Er bestimmte das Kampfgeschehen. Csereklye kam nicht mehr an ihn ran. In der vierten Runde boxte Steffan schön lang und grade, ein vorzeitiger Sieg blieb ihm jedoch verwehrt. Punktsieger: Manuel Steffan.
Eine Gewichtklasse höher boxten Nawid Hakimsadeh (10 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) und Bilal Messoudi (9 Kämpfe, 5 Siege, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) in einem Vierrunder gegeneinander. Es war ein intensives Aufeinandertreffen. Beide wollten den KO. Hakimsadeh wollte ihn eher erboxen, Messoudi durch harte Schwinger erzwingen. Es gab viele harte Schlagabtäusche. In der zweiten Runde punktete Messoudi durch harte Körpertreffer. In der dritten Runde wurde Hakimsadeh in einer neutralen Ecke von Ringrichter Baum angezählt. Eine Rechte zum Kopf hatte ihn zu Boden gezwungen. Es war ein wüster Kampf. Messoudi wurde ein Punkt abgezogen, wegen mehrfachen Hinterkopfschlagens. Danach ging die Ringschlacht weiter. In der vierten Runde war von einer boxerischen Linie nichts mehr zu sehen. Es war ein ununterbrochener wilder Schlagabtausch, bei dem Hakimsadeh viele Schläge zum Kopf nahm. Punksieger: Bilal Messoudi.

(C) Andreas Bornewasser


Es folgte der Titelkampf des Abends. Dabei ging es um den vakanten World Boxing Federation International Titel im Super Weltergewicht. Marco Martini (18 Kämpfe, 15 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen) und Yaser Yüksel (6 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage). Es war das klassische Aufeinandertreffen eines Fighters und eines Boxers. Beide fingen sehr verhalten an. Es gab nur wenige Aktionen und nur wenige Hände fanden ihr Ziel. Martini beherrschte die Ringmitte, schob sich an seinen Gegner heran und suchte den Abtausch. Yüksel beschränkte sich aufs Kontern. In den folgenden Runden wurde das Tempo kontinuierlich höher. Die ersten Runden gehörten Martini. Er machte mehr und traf häufiger. In der vierten Runde konterte Yüksel Martini häufiger ab und kam dann auch häufiger mit seinen Schlägen durch. In der fünften machte Martini wieder mehr. Die sechste Runde war extrem eng. Hiernach wurde die Begegnung härter. In der siebten konnte Yüksel dann mehr Hände ins Ziel bringen. In der achten Runde wiederum erzielte Martini wieder mehr Treffer. Runde neun war wieder sehr eng und in der zehnten Runde suchte Yüksel den KO, der aber nicht kam. Die Punktrichter werteten 96:94, 98:92 und 98:92. Einstimmiger Punktsieger: Marco Martini.

(C) Andreas Bornewasser


Es folgte ein Sechsrunder im Weltergewicht. Sherif Morina (7 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO) boxte gegen Giorgi Gviniashvili (26 Kämpfe, 14 Siege, 10 durch KO, 11 Niederlagen, 4 durch KO). Morina setzte seinen Gegner von Anfang an unter Druck, obwohl er, wie so oft, der Kleinere ist. Ende der ersten Runde schien Gviniashvili durch einen Körperhaken, gefolgt von einem Kopfhaken, beeindruckt zu sein. In der zweiten Runde erhöhte Morina den Druck, aber Gviniashvili steckte nicht auf. Er versuchte, selber durch Körpertreffer und Schläge auf dem Hinterkopf Morina langsamer zu machen. Dafür wurde er dann auch zweimal von Ringrichter Baum ermahnt. Mitte der dritten Runde kam Morina mehrfach mit schönen Rechten zum Kopf durch, die Gviniashvili einknicken ließen. In den verbleibenden drei Runden versuchte Gviniashvili zu überleben. Er machte Faxen, er schlug Innenhände, er monierte Tiefschläge die nicht existierten. Morina suchte den KO. In der sechsten Runde knickte Gviniashvili nach schweren Treffern sichtlich ein, aber er erreichte den Schlussgong. Punktsieger: Sherif Morina.

(C) Andreas Bornewasser


Den letzten Kampf des Abends bestritten Timo Rost (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO) und Diego Shamatava (13 Kämpfe, 5 Siege, 2 durch KO, 8 Niederlagen, 1 durch KO) im Super Mittelgewicht mit einem Sechsrunder. Shamatava, der gut einen Kopf kleiner als Rost ist, stürmte auf seinen Gegner zu und schlug dabei wilde Schwinger. Rost nutzte seinen Reichweitenvorteil und deckte seinen Gegner mit Schlägen zum Kopf ein. Die erste Runde war extrem schnell. In der zweiten Runde normalisierte sich das Tempo, aber es war immer noch sehr hoch. Rost ließ sich von dem unsauber Boxenden Shamatava nicht provozieren und boxte seinen Kampf weiter. Shamatava nutzte jede Gelegenheit zum Klammern. In der vierten Runde zeigte Shamatava eine kleine Catcheinlage mit Schlagen auf den Hinterkopf. Dafür wackelte er dann nach einem Körper- und Kopftreffer. In den folgenden Runden nahm Shamatava unglaublich viele Schläge gegen den Kopf, aber er fiel nicht. Punktsieger: Timo Rost.
© Uwe Betker

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8. April 2018 at 23:59

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Vorweihnachtliches Boxen in Düren

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Kurz vor Weihnachten, am 16.12.2017, war es die Rurtalhalle in Lendersdorf/Düren, wo man als Freund des gepflegten Kampfsports gewesen sein sollte. Baktash Saidi hatte eine schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt. Es gab insgesamt 21 Kämpfe zu sehen, 8 K1-Kämpfe, 10 Amateurboxkämpfe und 3 Profiboxkämpfe. Den Anfang machten zwei K1-Kämpfer, die beide nur knapp die Höhe des zweiten Seils erreichten. Einer von diesen beiden war der Sohn des Veranstalters. Nach drei mal einer Minute gab es ein gerechtes Unentschieden.

Den Anfang bei den Boxprofis machten im Super Mittelgewicht Alpay Yaman und Mesud Guenay (6 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO) mit einem Vierrunder. Yaman schob sich, hinter einer Doppeldeckung verschanzt, heran und versuchte zu explodieren. Guenay, ein Schützling von Yusuf Kanguel
versuchte, dagegen seinen Reichweitenvorteil auszuspielen und sich seinen Gegner durch lange Hände und schnelle Beine vom Hals zu halten. Das machte er auch ziemlich gut. Yaman kam nur ganz selten mit seinem Jab durch. In der zweiten Runde erhöhte er dann den Druck. Es kam so auch zu mehr Schlagabtäuschen und Yaman kam nun auch mehrfach schön zum Kopf durch. In der dritten Runde ließ der Druck von Yaman wieder etwas nach, wodurch Guenay wieder besser mit seinen langen Händen punkten konnte. In der vierten Runde suchte Guenay den KO, den er allerdings nicht erreichte. Für meinen Geschmack ging er viel zu wenig zum Körper. Der GBA Ring- und Punktrichter Kazim Kurnaz wertete 40:37. „Einstimmiger“ Punktsieger: Alpay Yaman. – Ich haber den Kampf eher als Unentschieden gesehen.
Anschließend stiegen ebenfalls im Super Mittelgewicht Timo Rost (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Mohamed Boulahya (8 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 6 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) für einen Sechsrunder in den Ring. Die erste Runde, wie auch alle folgenden Runden, wurde extrem schnell und hart geführt. Boulahya machte Druck und versuchte Wirkungstreffer ins Ziel zu bringen. Rost war schnell auf den Beinen und ließ ihn oft in Leere laufen. Es gab nur wenige Treffer. In der zweiten Runde übernahm Rost das Kommando im Ring. Er bestimmte das Kampfgeschehen. Am Ende der Runde stellte er Boulahya in dessen Ecke und kam mit drei harten rechten Kopfhaken durch. In der dritten Runde gab es mehr harte Schlagabtäusche. In der folgenden vierten Runde nahm Rost, der Mann von Trainer Rüdiger May, die Jagd auf. Nach ca. einer Minute sah es so aus, als würde Boulahya nach einer Kombination zum Kopf einknicken und am Ende der Runde wurde ihm ein Punkt wegen Haltens abgezogen. In der fünften Runde tanzte Timo um Boulahya und punktete immer wieder mit Kontern. In der sechsten Runde wurde der Kampf etwas ruppig. Beide suchten den KO. Die Punktwertung: 57:56. Sieger nach Punkten Timo Rost.
Den letzten Kampf des Abends bestritt der Veranstalter Baktash Saidi (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) selbst. Er boxte im Super Weltergewicht gegen Suleyman Dag (99 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO, 89 Niederlagen, 61 durch KO), der ganz kurzfristig für den erkrankten Ersatzgegner eingesprungen war. Dag versuchte zu kreisen und zum Körper zu gehen. Baktash wartete zunächst ab, um dann zum Körper zu gehen. Er spielte mit Dag. In der zweiten Runde machte Saidi mehr Druck. Er ging mehr zum Körper und bewegte sich schneller. In der dritten Runde kam dann das erwartete Ende. Dag musste erst nach einer Linken zum Körper und dann nach einer rechten Graden zum Solarplexus zu Boden. Das Handtuch beendete dann den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:57 Minuten: Baktash Saidi.
Die Rurtalhalle in Lendersdorf/Düren war Austragungsort für eine kleine und schöne vorweihnachtliche Kampfsportveranstaltung. Es gab keine Geschenke, dafür aber Schläge. Dem Publikum gefiel es und am Ende wurden auch keine Weihnachtslieder gesungen.
(C) Uwe Betker

Eine gelungene Housegala in Euskirchen

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Austragungsort einer wirklich sehr gelungenen Housegala war am 02.09.2017 das BB5 Gym in Euskirchen. Es gab insgesamt 10 Kämpfe zu sehen. Es begann mit einem K1-Kampf und ging mit fünf unterhaltsamen Amateurboxkämpfen weiter. Dann kamen vier Profikämpfe.

Den Anfang bei den Profis machten im Super Mittelgewicht Mohamed Boulahya (5 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO) und Walid Iaaraj, der sein Profidebüt gab. Boulahya bestimmte das Kampfgeschehen. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Er verteilte gut. Besonders die Körpertreffer hinterließen Wirkung. Iaaraj fand nicht in den Kampf. Er machte zu wenig. Zu selten schlug er zurück. Boulahyan stellte ihn in seiner Ecke und kam mit einem sehr schönen harten Linken, durch die Mitte geschlagenen Aufwärtshaken zum Kopf durch. Der ließ Iaaraj die Ringecke runter rutschen. Kaum saß er auf dem Boden, warf seine Ecke auch schon das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:02 Minuten: Mohammed Boulahya.

Sodann stiegen Sabri Ulas Göcmen (29 Kämpfe, 11 Siege, 1 durch KO, 18 Niederlagen, 17 durch KO) und Dogan Kurnaz (14 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 11 Niederlagen, 10 durch KO) in den Ring für ein Kräftemessen im Super Leichtgewicht. Die erste Runde war munter. Göcmen dominierte zwar den Kampf, aber Kurnaz hielt gut dagegen. Göcmen hatte seine Momente, wenn er den Druck hoch hielt und die Schläge verteilte. Kurnaz konterte und punktete, wenn Göcmen den Druck etwas raus nahm. In der zweiten Runde erhöhte Göcmen das Tempo. Kurnaz versuchte, durch Klammern den Kampfrhythmus zu stören. Verletzungsbedingt gab Kurnaz nach der zweiten Runde auf. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 01 Sekunde: Sabri Ulas Göcmen.

Im Schwergewicht trafen Salvatore Aiello (35 Kämpfe, 33 Siege, 18 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Niko Lohmann (11 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 7 Niederlagen, 3 durch KO) für einen Vierrunder aufeinander. Beide zeigten gutes Boxen. Aiello bestimmte die ersten zwei Minuten des Kampfes. Er kam mit den härteren Treffern durch. Lohmann punkte mit seiner Führhand, die Aiello störte. In der zweiten Runde erhöhte der Lokalmatador Aiello den Druck. Er trieb Lohmann vor sich her und verwickelte ihn immer wieder in harte Schlagabtäusche, bei denen er deutlich mehr Treffer ins Ziel brachte. Dann stellte er Lohmann an den Seilen und kam mit einer Rechten zum Kopf durch, die diesen zeitverzögert, sehr langsam zu Boden gleiten ließ. Gerade als Aiello nachsetzten wollte, flog das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 2:15 Minuten: Salvatore Aiello.

Hauptkampf des Abends war die Begegnung zwischen Benjamin Blindert (5 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO) und Richard Hilgert (13 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) im Halbschwergewicht. Blindert, ein großer und physisch starker Boxer, war Hilgert in allen Belangen überlegen. Von der ersten Sekunde des Kampfes an roch es nach einem KO. Blindert stieg nicht in den Ring um sein boxerisches Können zu zeigen, sondern um seinen Gegner so schnell wie möglich KO zu schlagen. Und so boxte er dann auch. Hilgert hatte dem nur sehr wenig entgegen zu setzen. Er versuchte, durch Zurückweichen Zeit zu gewinnen und Blindert durch Cross` abzukontern. Blindert stellte Hilgert schließlich in dessen Ecke und Hilgert ging zu Boden. Es war nicht die Wirkung eines einzigen Schlages, sondern die Addition von ganz vielen. Hilgert kam wieder hoch und es ging weiter.
In der zweiten Runde boxte Blindert ruhiger und überlegter. Dabei trieb er aber weiter seinen Gegner vor sich her und der hatte nun auch noch mehr Probleme als in der vorangegangen Runde. Immer wieder stellte Blindert Hilgert an den Seilen. Irgendwann sackte Hilgert erneut zu Boden und wurde von dem sehr souverän und unauffällig agierenden Ringrichter vom Bund Deutscher Faustkämpfer, Christian Rösenl, ausgezählt.
Sieger durch KO in Runde 2 nach 41 Minuten: Benjamin Blindert.

Die Veranstaltung von Lothar Pinkernelle in Euskirchen war sehr gelungen. Sie war um 21 Uhr zu Ende, so dass die Zuschauer noch etwas von ihrem Samstagabend hatten. Ich bin schon auf die nächste Veranstaltung gespannt, für die wohl ein größerer Rahmen geplant ist. Und Benjamin Blindert sollte man im Auge behalten.
© Uwe Betker

 

Ein langer und unterhaltsamer Nachmittag/Abend in Wuppertal

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Bereits um 16 Uhr ging es in Fight Club Wuppertal los. Insgesamt gab es sage und schreibe 35 Kämpfe zu sehen. Es gab K1, IKBO-Boxen und Profiboxen. Mit fünf Kämpfen, waren die Profiboxer allerdings in der Minderheit.
Zwei Kämpfe, die am frühen Nachmittag stattfanden, habe ich schon verpasst. Deshalb hier nur kurz die Fakten: Sebastian Tlatlik (14 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) boxte im Super Federgewicht gegen Marc Schulz (9 Kämpfe, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Der auf acht Runden angesetzte Kampf erreichte nicht das Ende der ersten Runde. Ein Leberhaken fällte Schulz, woraufhin ihn Ringrichter Patryk nicht wieder antreten ließ. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:47 Minuten; Sebastian Tlatlik.
Im Super Mittelgewicht boxten Adam Peszko (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) gegen Hani El Jarie (11 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Zur dritten Runde trat Hani nicht mehr an. Sieger durch RTD in der zweiten Runde: Adam Peszko.

Nun zu dem, was ich gesehen habe:
Den dritten Profi-Kampf bestritten Nawid Hakimsahde (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO) und Loran Elyas (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 3 durch KO) im Super Leichtgewicht. Der Fight war kurz und knackig. Bereits bei der ersten Aktion fällte eine harte Links-Rechts-Kombination zum Kopf Elyas in der eigenen Ecke. Der GBA Ringrichter Jens-Uwe Baum zählte bis acht. Hakimsahde wollte nun nicht mehr locker lassen. In der nächsten Aktion rutschte Elyas, durch Schläge getrieben, durch die Lücke zwischen erstem und zweitem Seil aus dem Ring. Erneut wurde er angezählt. Kurze Zeit später sank er unter einem Schlaghagel zu Boden und Ringrichter Baum winkte den Kampf ab. Sieger durch KO in Runde 1 nach 1:21 Minuten: Nawid Hakimsahde.

Danach stiegen Philipp Kolodziej (13 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Konstantin Jawtschenko (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 1 durch KO) für einen Vierrunder im Super Mittelgewicht in den Ring. Der Rechtsausleger Kolodziej machte Druck. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Er zeigte eine gute Führhand und versuchte, mit der Rechten zum Köper Jawtschenko langsamer zu machen. In der zweiten Runde erhöhte Kolodziej, der physisch sehr stark wirkte, den Druck. In der dritten Runde wurde der Kampf dann härter. Kolodziej dominierte weiter, musste aber selber auch eine Rechte nehmen, die zu Nasenbluten führte. Nach einer Minute in der vierten Runde stellte Kolodziej Jawtschenko in einer neutralen Ecke. Der konnte sich aber wieder daraus befreien. Nach einer weiteren Minute gab es eine harten Schlagabtausch, mit anschließendem Klammern und abschließendem Zu-Boden-Sinken beider Boxer. Irgendwie zog sich Jawtschenko dabei einen Cut über einem Auge zu. Noch die letzte Minute war heiß umkämpft. Am Ende stand aber ein einstimmiger Punktsieg für Philipp Kolodziej.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Lokalmatador Marco Martini (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen). Er traf für einen Sechsrunder im Super Weltergewicht auf Artyom Babayan (7 Kämpfe, 2 Siege, 4 Niederlagen). Babayan versuchte sich mit langen Händen Martini vom Hals zu halten, wobei er seinen kleinen Reichweitenvorteil nutzte. Nur selten kam er mit seinen Schlägen durch. Die meisten trafen nur die kompakte Deckung von Martini. Der versuchte sich an Babayan heranzuschieben und ihn mit Haken einzudecken. Am Ende der ersten Runde kam er dann mit einem schönen rechten Kopfhaken durch. Ab der zweiten Runde beherrschte Martini die Ringmitte und gab sie nicht mehr her. Ansonsten verlief das weitere Kampfgeschehen nach dem gleichen, oben beschriebenen Muster. Babayan konnte dabei die zweite Runde aufgrund von Körpertreffern, die er landen konnte, ausgeglichen gestalten. Mitte der nächsten Runde öffnete sich ein Cut unter Babayans rechter Braue. Der Kampf wurde dann härter, was vor allem Martini zugute kam. In der vierten Runde versuchte Babayan, das Kommando zu übernehmen. Der Erfolg blieb aber aus. Vielmehr wurde er immer wieder schön abgekontert. In der vorletzten Runde trieb Martini Babayan geradezu vor sich her und setzte die härteren und präziseren Treffer. Zum Ende der letzten Runde wurde Martini zwar in den Ringseilen gestellt, aber die Schläge trafen nur die Deckung. Sieger durch einstimmigen Punktentscheidung: Marco Martini.

Die Veranstaltungen von Werner Kreiskott im Fight Club Wuppertal sind Kult. Schon zwei Wochen vorher sind sie ausverkauft. Aber mit acht Stunden war die letzte dann einfach doch zu lang. Alle Beteiligten, vom Veranstalter über die Delegierten bis hin zum Ringsprecher Thomas Bielefeld, waren am Ende nur erschöpft. Andererseits kann man natürlich auch sagen: Wo bekommt man schon für sein Geld so viel geboten? – Also ich gehe auf jeden Fall wieder hin.
© Uwe Betker

Internationaler Box Frühschoppen – “All For Eddy“

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Am Sonntag, dem 18.12.2016, gab es in Bielefeld einen Box-Frühschoppen. Das ist an sich schon etwas ziemlich Bemerkenswertes. Aber nicht genug damit, fungierte noch als Veranstalterin die gerade mal 14 Jahre alte Ranee Schröder, die damit wohl der/die jüngste Boxpromoter/in der Welt sein dürfte. Ein großesTransparent machte den Zweck der Veranstaltung deutlich. “Wir kämpfen gemeinsam für Eduard Gutknecht” bedeckte eine Wand des Sportpalastes in Bielefeld. “All For Eddy” war das Motto der Veranstaltung, wo Geld für den immer noch im Koma liegenden Boxer gesammelte wurde.
Im Vorfeld gab es offenbar ein paar seltsame Verwerfungen. So soll Winfried Spiering von Seiten des BDB dafür kritisiert worden sein, dass zwei seiner Boxer vom Wiking Boxteam auf einer GBA Veranstaltung boxten. Dabei wurde wohl übersehen, dass es sich um eine Veranstaltug zu Gunsten von Gutknecht handelte. Spiering hat, wie man hört, alle BDB Titel seiner Boxer nun zurückgegeben. Die GBA hat die Veranstalter- und Sanktionierungsgebühren Eddy Gutknecht gespendet.
Es gab fünf Profiboxkämpfe zu sehen. Den Anfang machten im Super Weltergewicht Angelo Frank (9 Kämpfe, 9 Siege, 6 durch KO) und Jan Balog (44 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO, 32 Niederlagen, 7 durch KO, 1 Unentschieden). Frank begann verhalten. Er schaute sich seinen Gegner in Ruhe an, während dieser versuchte, Treffer zu landen. Schon bald wurde jedoch der Kampf schnell und hart. Es gab viele Schlabtäusche, die meist nur die Deckung des Gegners prüften. Beide kamen nur selten durch, wobei Frank die klareren Treffer setzte. In der zweiten Runde schlug Balog vermehrt zum Körper, was Frank nicht weiter beeindruckte. Ende der Runde kam Frank mit einem schönen rechten Haken zum Kopf durch, der Balog zu Boden brachte. Ringrichter Thomas Hackenberg zählte ihn an. In der dritten Runde erodierte Balog sichtlich. Er versuchte noch, seine Schwäche durch Schwinger, die aber nur die stabile Deckung von Frank trafen, zu kaschieren. In der vierten Runde nahm Balog immer mehr Treffer. Immer und immer wieder kam Frank mit seinen Schlägen, besonders seinen Aufwärts- und Kopfhaken durch. Zur nächsten Runde trat Balog nicht mehr an. Er hatte sich wohl den Rücken verletzt. Sieger durch TKO in Runde 5: Angelo Frank.

Im nächsten Kampf ging es um den vakanten WBF International Titel und die UBO Intercontinental Meisterschaft im Leichtgewicht. Sie wurden ausgeboxt zwischen Jean Moraiti (29 Kämpfe, 14 Siege, 2 durch KO, 10 Niederlagen, 1 durch KO, 4 Unentschieden) und Nikoloz Berkatsashvili (43 Kämpfe, 27 Siege, 10 durch KO, 16 Niederlagen, 14 durch KO). Der Titelkampf der beiden war kurz und sehr kurzweilig. Der sehr bewegliche Moraiti trieb Berkatsashvili vor sich her und bestimmte das Kampfgeschehen. Er zeigte einen guten Jab und schnelle Hände. Aber am Anfang sah es so aus, als wären die Schläge von Berkatsashvili härter. Bei aller Dominanz von Moraiti, hatte Berkatsashvili doch auch seine Momente. In der zweiten Runde erhöhte Moraiti den Druck. Nach drei schönen Linken zum Kopf ging Berkatsashvili das erste Mal auf die Bretter. Kurz danach saß er erneut auf dem Ringboden. Diesmal war er gestolpert. Ein rechter Kopfhaken schickte ihn wieder runter. Er gab aber nicht auf, sondern stellte sich ein weiteres Mal, um kurze Zeit später wieder zu Boden zu gehen – diesmal nach einer Links-Rechts-Kombination. Er stellte sich erneut, aber nur, um direkt in der nächsten Situation zwei bis drei Kopftreffer zu nehmen, die ihn erneut fällten. Nun hatte Ringrichter Thomas Hackenberg genug gesehen und nahm den Verteidigungsunfähigen Berkatsashvili aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:55 Minuten: Jean Moraiti.

Es folgte ein auf sechs Runden angesetzter Kampf im Halbschwergewicht mit Elvis Hetimi (8 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO). Eigentlich hätte er ausfallen müssen, denn der eigentlich vorgesehene Gegner sagte ein paar Stunden vor dem ersten Gong ab. Kurzfristig sprang der Bielefelder Kickboxer Mario Schröder ein. Schröder stieg in den Ring und er hatte schon Probleme. Hetimi boxte abgeklärt und suchte den KO. Schröder zeigte aber viel Herz. Zum Ende der Runde hin zog er sich einen Cut über dem rechten Auge zu, den er selber verschuldet hatte. Nur mit viel Mühe erreichte er den Schlussgong. Nach den ersten beiden Runden, in denen Schröder noch versucht hatte mitzuboxen, versuchte er nun, nur noch über die Distanz zu kommen. Ich gebe zu, ich hatte gehofft, Schröder würde es schaffen. Aber am Ende der letzten Runde erwischte ihn ein harter Aufwärtshaken, der ihn fällte. Sieger durch KO in Runde 6 nach 2:15 Minuten: Elvis Hetimi.

Als nächstes war ein Kampf im Weltergewicht zu sehen zwischen Artur Müller (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Lukas Radic (14 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 11 Niederlagen, 7 durch KO). Müller hatte 2010 ein erfolgreiches Profidebüt gegeben, danach aber nicht mehr geboxt. Unter der Führung von Kai Gutmann machte er nun einen erneuten Versuch. Müller boxte in der ersten Runde noch etwas nervös und überhastet. Das führte dazu, dass es zum Ende der Runde zu einer munteren Keilerei kam. In den folgenden Runden boxte Müller dann abgeklärter. Er beherrschte die Ringmitte und dominierte den Kampf. Er zeigte ein schöne linke Führhand und eine gute und schnelle Beinarbeit. Immer wieder kam er mit seinem linken Cross durch. In der dritten Runde setzte er dann vermehrt seine Rechte ein. Radic nahm mehrere harte Rechte um Kopf, die ihn zum Wackeln brachten. In der vierten und letzten Runde suchte Müller den KO. Radic nahm viel, aber er erreichte, wenn auch mit Mühe, das Kampfende stehend. Sieger nach Punkten (40:36): Artur Müller.

Der Hauptkampf des Abends war ein boxerischer Leckerbissen. Malik Zinad (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO), der von Donny Lalonde gemanaged wird, verteidigte seinen WBF International Titel im Halbschwergewicht gegen Beka Aduashvili (28 Kämpfe, 19 Siege, 9 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO). Zinad boxte spektakulär. Er zeigte schnelle Hände, gute Reflexe und eine gute Übersicht. Die verlor er selbst beim wildesten Schlagabtausch, wie in Runde 2, nicht. Nahezu alle Schläge konnte er blocken und selber Treffer setzen. Er zeigte sehr gutes, sehr schönes Boxen. Das Ende für Aduashvili kam dann in der fünften Runde. Wie aus dem Nichts traf ihn ein Kinnhaken, der ihn zu Boden zwang. Kurze Zeit später schickte Zinad ihn erneut zu Boden. Der sehr souveräne Ringrichter Alexander Plumanns zählte ihn dort aus. Sieger durch KO In Runde 5, nach 1:53 Minuten: Malik Zinad.

Es war zu vernehmen, dass Malik Zinad und Elvis Hetimi im Februar oder März in Hamburg gegeneinander antreten sollen. Das würde ein Knallerkampf zu werden versprechen.
An einem Sonntagmorgen musste ich aufstehen wie an einem normalen Werktag und das, um zu einem Box Frühschoppen zu fahren. Aber der Weg hat sich gelohnt. Die Veranstalterin Ranee Schröder hat eine wirklich gute Show auf die Beine gestellt. Dabei muss ich erwähnen, dass als Show-Act Troy Afflick, ein unglaublich guter Soulsänger, auftat. Ich hoffe, Ranee Schröder macht als Veranstalterin weiter.
© Uwe Betker

Die zweite Profiboxveranstaltung im „Generation“ in Moers

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Der Veranstalter Hani ElJarie veranstaltete am 19.08.2016 zum zweiten Mal in der Diskothek Generation in Moers. Es gab 8 Profikämpfe zu sehen, von denen immerhin drei sehr sehenswert waren.
Der erste Kampf des Abends war kurz und seltsam. Im Cruisergewicht trafen Lars Kolecki (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Robert Szalach (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) aufeinander. Szalach ließ die linke Führhand lässig immer wieder fallen und versuchte, seinen Gegner mit von der Hüfte aus geschlagenen Führhänden und rechten Kopfhaken abzukontern. Kolecki versuchte, mit überfallartigen Angriffen, die in schneller Folge kamen, ans Ziel zu gelangen. Damit hatte er auch weitgehend Erfolg. Dreimal kam er mit seiner Rechten zum Kopf durch und es sah so aus, als hätte eine Szalach auch beeindruckt. Kolecki konnte aber seine Vorteile nicht nutzen. Zum Ende der Runde wurde Szalach stärker. Kolecki nahm Schlag um Schlag, der ihn erschütterte. Immer wieder drehte er sich ab. Dann hatte der GBA Ringrichter Kornelius Bernds genug gesehen und brach den ungleich gewordenen Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1 Minute 25: Robert Szalach, der den ersten Sieg seiner Profikarriere einfuhr.
Auch der folgende Kampf im Federgewicht zwischen Marc Schulz (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Emre-Han Semiz (10 Kämpfe, 9 Niederlagen, 7 durch KO, 1 Sieg, 1 durch KO) endete überraschend. Schulz war der technisch bessere Boxer. Semiz boxte unorthodox und versuchte es eher mit linken und rechten Schwingern. Manche fanden sogar ihr Ziel. Dennoch sah alles danach aus, als würde Semiz seine zehnte Niederlage in Folge kassieren. Am Ende kam er dann wieder mit einer Aktion durch, wobei er aber wohl den Kehlkopf seines Gegners traf. Die Ecke von Schulz warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2 Minuten 59 Sekunden: Emre-Han Semiz.
Der dritte Kampf im Leichtgewicht zwischen Sergej Vib (13 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO, 7 Niederlagen, 5 durch KO) und Lorans Elyas (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 durch KO) ging über die Distanz. Elyas wechselte immer wieder die Auslage und nahm zwischenzeitlich auch mal eine originelle Kampfstellung ein. In der ersten Runde konnte er sich aufgrund seines Reichweitenvorteils auch seinen Gegner vom Hals halten und punkten. Ab der zweiten Runde machte Vib dann mehr Druck und kam häufiger an Elyas ran. Der nahm immer wieder Treffer und versuchte durch Abdrehen, Faxenmachen und Weglaufen das Schlimmste zu verhindern. In der dritten Runde nahm Vib wieder Tempo raus. Er beschränkte sich darauf, seine Vorteile nicht zu verlieren. Am Ende der Runde musste er sogar eine Rechte zur Stirn nehmen, die Wirkung zeigte. Elyas sah seine Chance, stürmte auf Vib zu und fällte ihn mit einem unbeabsichtigten Kopfstoß. Der Rundengong ertönte, als Vib noch auf dem Boden kniete. Im letzten Durchgang passierte nicht mehr viel. Vib tat genug, um den Kampf zu bestimmen. Am Ende gab er noch mal Gas. Er versuchte noch zu einem KO Erfolg zu kommen, aber er schaffte es nicht. Einstimmiger Punktsieger: Sergej Vib.
Dann maßen die beiden Super Mittelgewichtler Dominik Tietz (9 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und der Debütant Ivan Vib ihre Kräfte. Der Kampf war kurz und einseitig. Tietz verteilte gut. Am Ende der Runde wurde Vib durch eine Rechte zum Körper gefällt. Er kam zwar noch einmal hoch und wollte sich auch wieder zum Kampf stellen. Aber der Ringrichter Michael Erdinc nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2 Minuten 51 Sekunden: Dominik Tietz.
Im fünften Kampf des Abends traten im Mittelgewicht Dogan Kurnaz (6 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO) und Alexander Mai gegeneinander an. Die erste Runde gehörte Mai. Er bestimmte das Kampfgeschehen, ohne aber entscheidende Akzente setzen zu können. Kurnaz beschränkte sich auf gelegentliche Konter. Mit Beginn der zweiten Runde übernahm dann Kurnaz das Kommando. Obwohl kleiner, machte er mehr und zwang Mai immer wieder Schlabtäusche auf. In der dritten Runde erhöhte Kurnaz weiter den Druck. Immer wieder ging er mit der Linken zum Körper, was Mai augenscheinlich nicht mochte, aber auch kein Rezept dagegen fand. Zum Ende pumpte er hart. Mit dem Gong zur vierten Runde gab Mai auf. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1 Sekunde: Dogan Kurnaz.
Danach trat das neue Schwergewichtstalent Patrick Korte (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) an. Er bekam es mit Ismael Altintas (28 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 21 Niederlagen, 8 durch KO, 4 Unentschieden) zu tun. Korte startete mit einem unglaublichen Tempo. Drei Minuten lang schlug er ohne Pause auf Altintas ein. Auch vom Rufen seines Trainers Sebastian Tlatlik ließ er sich nicht davon abhalten. Dieser schob sich hinter seiner Doppeldeckung verschanzt stoisch die ganze Zeit an Korte ran. Ich habe keinen einzigen Schlag von ihm gesehen. Aber er überraschte Korte, der es gewohnt ist, dass seine Gegner in der ersten Runde unter seinen Schlägen zusammenbrechen.
Zu Beginn der zweiten Runde änderte Altintas seine Taktik. Er fing nämlich an zurückzuschlagen, was lauten Szenenapplaus auslöste. Der Kampf wurde dann auch munterer. Korte deckte sein Gegenüber immer noch ein, reduzierte aber seine Schlagfrequenz. Altintas schob sich an seinen Gegner heran und versuchte zu kontern. Die vierte Runde war die beste und interessanteste, denn in ihr war zu sehen, was aus Patrick Korte werden kann, wenn er denn mal auf seinen Trainer hört und boxt. Korte arbeitete schön mit seiner steifen Führhand und zog bei Gelegenheit die Rechte nach. Er verteilte gut und hatte den Kampf vollkommen unter Kontrolle. Sieger durch einstimmigen Punktentscheid: Patrick Korte.
Ein paar Worte zu beiden Boxern. Altintas ist ein Prüfstein für jeden Schwergewichtler. Er lässt seine Gegner gerne schlecht aussehen und er kann unglaublich einstecken – so viel, dass man sich als Zuschauer schon Sogen macht. Aus Korte kann noch etwas werden. Er hat die physischen Voraussetzungen eines guten Schwergewichtlers. Er ist groß und explosiv. Die Frage ist nur, ob er seine Emotionen unter Kontrolle bekommen kann und auf seinen Trainer hört.
Auch die Leichtgewichtshoffnung Marek Jedrzejewski (10 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO) wurde geprüft. Er bekam es mit Bakhtiyar Isgandarzada (20 Kämpfe, 11 Siege, 4 durch KO, 9 Niederlagen, 5 durch KO) zu tun. Der Kampf der Beiden war ein Leckerbissen für Freunde der Boxtechnik, wobei immer noch genug Schlagkraft im Spiel war, so dass auch ein KO möglich war. Acht Runden lang war Boxen, Fintieren und harte und intensive Schlagabtausche zu sehen. Jedrzejewski gewann für mich bis auf die erste alle Runden. Er hatte bei den Schlagabtauschen immer eine Hand mehr im Ziel und seine Deckung war sehr gut. Einstimmiger Punktsieger: Marek Jedrzejewski.
Hauptkampf des Abends war die auf sechs Runden angesetzte Begegnung im Mittelgewicht zwischen Sahan Aybay (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Marco Martini (10 Kämpfe, 8 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen). Es war das Aufeinandertreffen von zwei Rechtsausleger. In gewissem Sinne war dieser Kampf das Gegenteil von des vorangegangenen. Es war nämlich eine hart umkämpfte Ringschlacht. Aybay konnte nur selten seinen Reichweitenvorteil nutzen und seinen Jab etablieren. Martini trug ihm immer wieder den Kampf an. Er konnte jedoch nicht so am Körper von Aybay explodieren, dass er hiermit den Kampf für sich hätte entscheiden können. So gab es viele harte Schlagabtäusche. Am Ende stand ein einstimmiger, für mich recht knapper, Punktsieg für Sahan Aybay.
Die Diskothek Generation in Moers scheint sich als Austragungsort für Profiboxveranstaltungen etabliert zu haben. Am 09. September findet die nächste statt.
© Uwe Betker