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Ein früher Sonntagabend in Krefeld

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Im Kaya Plaza in Krefeld finden mittlerweile schon traditionell Kampfsportveranstaltungen von Klaus Waschkewitz statt – auch am 05.02.2017. Wie immer gab es verschieden Kampfsportarten zu sehen. Insgesamt zehn Kämpfe wurden geboten, drei IKBO Boxkämpfe, zwei K1 Kämpfe und fünf Profiboxkämpfe. Bemerkenswert war die IKBO Weltmeisterschaft im Limit bis 79 KG, zwischen Benjamin Krasniqi und Alpan Yaman. Yaman gewann mit 2:1 Punktrichterstimmen. Aber Yaman und sein Trainer Waschkewitz sahen den Ausgang des Kampfes anders und überreichten Krasniqi im Ring den Gürtel und vereinbarten sofort einen Rückkampf – eine ganz große Geste.
Den ersten Profiboxkampf des Abends bestritten im Cruisergewicht Aziz Murad (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Royhat Bilgetekin (14 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO, 7 Niederlagen, 7 durch KO). Bilgetekin machte den Kampf. Er kreiste um Murad herum, der sehr passiv blieb. Kurz vor Ende der ersten Runde waren beide Boxer etwas irritiert und hörten auf zu boxen. Der GBA Ringrichter Jens-Uwe Baum wies sie dann an weiterzuboxen, weil der Gong noch nicht ertönt war. Der Kampf dauerte noch ein paar Sekunden. In der Ringpause gab Murat dann aus einem unerfindlichen Grund auf. Sieger durch TKO in Runde 1: Royhat Bilgetekin.
Hiernach maßen im Schwergewicht Yusuf Koc und Emrullah Kaya, die beide ihr Profidebüt gaben, ihre Kräfte. Kaya boxte die erste Hälfte der ersten Runde schön abgeklärt. Er zeigte schöne Graden. Mitte der Runde nahm er dann einen rechten Cross zum Kopf, der ihn aus dem Konzept brachte. Danach verlor er seine boxerische Linie und schlug mehr Schwinger. Am Ende deckte er Koc geradezu mit Schwingern ein und dieser ging zu Boden. Bei acht stellte sich Koc wieder, aber der Gong beendete die Runde. In der zweiten und dritten Runde boxte Kaya wieder. Er dominierte mit seiner Führhand den Kampf und punktet mit seiner Rechten. Koc versuchte ihn mit Schwingern in Keilereien zu verwickeln. Die letzte Runde war dann noch mal hart umkämpft. Kaya versuchte seine boxerische Linie zu halten. Koc wurde aber stärker und zwang ihm einige harte Schlagabtäusche auf. Am Ende der vier Runden stand ein eindeutiger Punktsieg für Emrullah Kaya.
Im Mittelgewicht trafen sodann Azad Dogru (13 Kämpfe, 13 Niederlagen, 13 durch KO) und Sahan Aybay (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) aufeinander. Aybay schickte gleich am Anfang der Runde seinen Gegner mit einer harten Linken zum Körper zu Boden. Danach war Dogru auf der Flucht. Eine weitere Linke zum Körper verlangsamte die Flucht dann. Aybay jagte ihn durch den Ring und Dogru versuchte nur, irgendwie jeden Kontakt zu dem sehr dominanten und beeindruckenden Aybay zu vermeiden. Zum Ende der Runde wurde er dann zum dritten Mal von Ringrichter Kornelius Bernds angezählt. Zur zweiten Runde trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 1: Sahan Aybay.
Den vorletzten Kampf des Abends bestritten im Schwergewicht Hasan Kurnaz (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Mehdi Faraj, der sein Debüt gab. Faraj dominierte die erste Runde. Er trieb seinen Gegner geradezu vor sich her. Er schlug viel und traf auch. Davon ließ sich Kurnaz aber nicht beirren. Zum Ende der Runde kam er dann auf und fightete zurück. In der folgenden Runde machte Faraj aber wieder Druck. Er stellte Kurnaz in der neutralen Ecke, wo er zu Boden ging. Er wurde angezählt. Wahrend der Ringrichter noch zählte, flog das Handtuch in den Ring. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 1:07: Mehdi Faraj.
Den Abschluss bildete die WBU Europameisterschaft im Cruisergewicht zwischen Haris Colakovic (16 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO) und Rami Ali (9 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage). Beide zeigten von Anfang an gutes und sauberes Boxen. Ali machte den Kampf und wirkte druckvoller. Colakovic boxte clever und zeigte schnelle Hände, von denen einige auch ihr Ziel fanden. In der zweiten Runde boxten beide etwas verhaltener, was Colakovic zugute kam; durch seine schnellen Hände konnte er sich den Gegner vom Hals halten. In der dritten Runde kam Ali. Er mochte sich dies nicht mehr gefallen lassen und machte Druck. Er kam dann auch mit einer Rechten zum Kopf durch, die Colakovic zu Boden schickte. Eine Linke zum Körper zwang ihn wieder runter. Nach dem nächsten Niederschlag, wieder durch einen linken Körperhaken, schaffte er es nicht mehr, rechtzeitig auf die Füße zu kommen. Der Ringrichter Kazim Kurnaz zählte ihn aus. Sieger durch KO in Runde 3 nach 49 Sekunde: Rami Ali.
Ich hoffe, dass bald wieder an einem Sonntagnachmittag, bzw. frühen Abend, in Krefeld Kampfsport zu sehen sein wird.
(C) Uwe Betker

Boxen an einem Pfingstmontag in Krefeld

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Das Kaya Plaza in Krefeld hat sich als Veranstaltungsort für Kampfsport etabliert. Am Pfingstmontag, dem 16.05.2016, stellte Klaus Waschkewitz wieder eine schöne Veranstaltung auf die Beine. Es gab acht K1, ein MMA und zwei Boxkämpfe, Version IKBO, zu sehen. Den Abschluss bildeten drei Profiboxkämpfe. Wie immer berichte ich nur von den letztgenannten. Habe ich schon erwähnt, dass das mit dem Treten nicht so meine Welt ist?
Als erste stiegen im Mittelgewicht Burak Cakir (9 Kämpfe, 9 Niederlagen, 7 durch KO) und Sahan Aybay (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) in den Ring. Aybay boxte, wie schon in seinem Profidebüt vor zweieinhalb Wochen, souverän. Er machte von Anfang an Druck und dominierte den Kampf. Er verteilte seine Schläge gut und schlug viel und hart zum Körper. Cakir hatte dem nichts entgegenzusetzen. Zwei Minuten lang hielt Aybay den Druck am Anfang konstant aufrecht. Dann nahm er ihn, nach einer Kampfunterbrechung, erst mal wieder heraus, um ihn ca. eine halbe Minute später erneut aufzubauen. Am Ende der Runde nahm Cakir einen rechten Aufwärtshaken, der ihn erstarren ließ. Erstaunlicherweise ließ Aybay dann von ihm ab. Kurze Zeit später war die Runde, bzw. der Kampf, zu Ende. Cakir trat zur zweiten Runde nicht mehr an: Sieger durch TKO in Runde 2: Sahan Aybay.
Im Super Mittelgewicht trafen danach Yusuf Kanguel (12 Kämpfe, 9 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Yesilat Berkta (32 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 27 Niederlagen, 12 durch KO) für einen Zehnrunder aufeinander. Kanguel war auf schnellen Beinen unterwegs, zeigte einen beweglichen Oberkörper und versuchte, seine Rechte ins Ziel zu bringen. Berkta verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte, sich an sein Gegenüber heranzuschieben, um dort zu explodieren. In der zweiten Runde ging Kanguel vermehrt zum Köper. Einer der Schläge ging sehr tief, mit der entsprechenden Wirkung. Nach einer relativ kurzen Unterbrechung stellte sich Berkta wieder zum Kampf. Am Ende der Runde ging er wieder zu Boden, diesmal nach einer Links-Rechts-Kombination zum Körper. Die folgende Runde war munter und hart umkämpft. Beide hatten ihre Momente, wenn sie ihren Gegner in der Ecke oder an den Ringseilen stellten. Kanguel hatte aber mehr solche Momente.
In der vierten Runde wollte Kanguel den KO. Immer wieder suchte er mit Links-Rechts-Kombination zum Körper den Erfolg. Jedoch war es eine Rechte zum Kopf, die Berkta auf die Bretter schickte. Kurz darauf musste er dann noch dreimal zu Boden: Das erste Mal durch Schlagwirkung, das zweite Mal durch einen Ausrutscher und das dritte Mal durch einen Tiefschlag. Zur fünften Runde trat Yesilat Berkta dann auch nicht mehr an. Er hatte sich seine Schlaghand verletzt. Später konnte man sehen, dass das Gelenk an seinem Daumen dick geschwollen war. Kanguel erschien mir unter der Führung von Trainer Werner Kreiskott technisch und taktisch sichtbar verbessert. Sieger durch TKO in Runde 5: Yusuf Kanguel.
Den Hauptkampf des Abends stellte die WBU-Europameisterschaft im Halbschwergewicht zwischen Badien Hasso (12 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO) und Remo Arns (21 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 15 Niederlagen, 9 durch KO) dar. Von der ersten Sekunde an war klar, der Kampf geht auf keinen Fall über die Distanz. Hasso machte Druck mit seiner Führhand und ging zum Körper. Arns versuchte sein Glück mit rechten Schwingern, gefolgt von einer Linken. Dabei konnte man das Gefühl bekommen, Arns, der eigentlich nicht den Kampf bestimmte, setzte mehr als Hasso auf einen vorzeitigen Sieg. In der zweiten Runde wurde das Gefecht intensiver. Hasso erhöhte deutlich den Druck, wobei er ruhig und konzentriert blieb. In der dritten Runde kam dann das plötzliche Ende. Nach einer Folge von schönen harten Jabs, setzte Hasso einen brutalen Leberhaken, der Arns fällte. Das Handtuch verhinderte, dass er ausgezählt wurde. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 50 Sekunden: Badien Hasso.
Wenn Klaus Waschkewitz im Kaya Plaza in Krefeld veranstaltet, dann muss man einfach hin. Wenn mir persönlich dort auch immer zu viele Kämpfe mit Tretern gezeigt werden, so sind seine Veranstaltungen doch immer wieder gut und definitiv einen Besuch wert. Ich warte schon auf die nächste Veranstaltung.
© Uwe Betker

Foto: Kaya Plaza

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(C) Uwe Betker

Written by betker

3. Juli 2015 at 23:59

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Ein schöner Sonntagnachmittag und Abend

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Ein schöner Sonntagnachmittag und Abend
Das Kaya Plaza in Krefeld, ist der Ort, an dem Klaus Waschkewitz, der Cheftrainer und Inhaber von Masters Gym, veranstaltet. Am Sonntag, dem 14. Juni, war es wieder soweit. Am Sonntagnachmittag und -abend gab es 11 Kämpfe zu sehen. Zwei IKBO Boxkämpfe, drei K1 Kämpfe und sechs Profikämpfe.
Den ersten Profiboxkampf bestritten im Super Weltergewicht Adnan Zilic (21 Kämpfe, 10 Siege, 10 durch KO, 11 Niederlagen 6 durch KO) und Branislau Dosenovic. Dosenovic, der wohl sein Debüt gab, war der klar bessere Boxer. In der ersten Runde, des auf vier Runden angesetzten Kampfe, zeigte er eine schöne linke Führhand. Immer wieder stellte er seinen Gegner an den Seilen und deckte ihn mit Kombinationen ein. Er wirkte sehr lässig dabei. Zum Ende der Runde schien Zilic bereits die Luft auszugehen. In der zweiten Runde kam dann auch sehr schnell sein Ende. Zweimal ging er nach Kombinationen zum Körper, die nicht gerade verheerend hart aussahen, auf die Bretter. Er wurde auf dem Boden liegend ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 2 nach 37 Sekunden: Branislau Dosenovic.
Es folgte die Begegnung von Ratko Draskovic (46 Kämpfe, 33 Siege, 21 durch KO, 11 Niederlagen, 7 durch KO, 2 Unentschieden) und Alen Saks, der wohl auch sein Debüt gab, im Schwergewicht. Sie war noch kürzer als der vorangegangene Kampf. Draskovic, Jahrgang 1966, also bereits 49 Jahre alt, war schlicht der bessere Mann. Saks war ohne Mittel und ohne Chancen. Nach einer Rechten zum Körper ging er runter und wurde angezählt, wenig später wiederholte sich die Szene. Hiernach wurde Saks in einer neutralen Ecke gestellt und ging nach einem Schlag in die Magengrube erneut zu Boden. Bevor er ausgezählt werden konnte, flog auch schon das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1 Minute 47 Sekunden: Ratko Draskovic.
Der folgende Schwergewichtskampf ging dann über die angesetzten vier Runden.
Serkan Ötztürk, der sein Debüt gab, boxte gegen Guerkan Basak (3 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden). Um es gleich vorab zu sagen: Der Kampf war sehr unterhaltsam. Ötztürk, vom Körperbau ein Modellathlet, musste gegen einen Mann boxen, der gelinde gesagt, nicht austrainiert aussah. Aber Basak war ein sehr unangenehmer Gegner. Er deckte seinen Kopf gut, und Schläge zum Körper absorbierte er, ohne mit der Wimper zu zucken. In der ersten Runde kam er immer wieder mit seinem rechten Kopfhaken durch. Ein ums andere Mal stellte er seinen Gegner an den Seilen und deckte ihn ein. Ötztürk machte es ihm dadurch noch zusätzlich leichter, dass er nahezu immer in seine Schlaghand hineinlief, anstatt von ihr weg.
In der zweiten Runde begann Ötztürk zu verstehen, dass er nicht durch KO gewinnen konnte und fing an zu boxen. Er arbeitete mehr und setzte seine Treffer. In der dritten Runde arbeitete er wieder weniger, wodurch Basak noch mal etwas stärker wurde. Die letzte Runde gehörte dann wieder Ötztürk. Am Ende stand dann eine knapper Punktsieg (40:39) für Ötztürk.
Noch ein paar persönliche Worte zu Basak: Ich mag seinen Stil. Ich mag, wie er es immer wieder schafft, hoffnungsvolle Anfänger schlecht aussehen zu lassen. Guerkan Basak ist ein toller Kämpfer.
Im Halbschwergewicht boxten Ali Rami (6 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage) und Timur Ocaktürk (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 durch KO) gegeneinander. Am Anfang der ersten Runde bestimmte Rami mit seiner Führhand das Geschehen im Ring, gleichzeitig wirkte er unsicher, was eventuell seiner ersten Niederlage in seinem letzten Kampf geschuldet war. Immer wieder sah es so aus, als ob er im Ring ausgleiten würde, was aber nicht der Fall war. So kam es dann auch, dass er sich nach einem nicht besonders harten Schlag auf dem Ringboden wiederfand und angezählt wurde. Die zweite und dritte Runde gehörten dann aber eindeutig wieder ihm. Er brachte sogar Ocaktürk in der zweiten mit einer Rechten zum Kopf zum Einknicken. In der letzten Runde waren beide am Ende ihrer Kräfte, aber Rami hatte noch einige Momente. Am Ende stand ein knapper Punktsieger (37:38) für Ali Rami.
Es folgte ein Titelkampf. Badien Hasso (8 Kämpfe, 8 Siege, 3 durch KO) und Mustafa Dogan (14 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 10 Niederlagen, 4 durch KO) boxten um die Junioren Meisterschaft im Halbschwergewicht der GBA. Hasso boxte in der ersten Runde etwas verhalten und verkrampft. Er punktete vorwiegend mit seiner linken Graden. Manchmal ließ er ihr auch eine Rechte folgen. Ab der zweiten Runde hatte er den Kampf vollends unter Kontrolle. Er boxte einen technisch und taktisch guten Kampf. Dabei wurde er von Runde zu Runde stärker. Er boxte lang und punktete. Gleichzeitig vermied er unkontrollierte Schlagabtäusche. Dogan versuchte zwar immer wieder, ihn in Keilereien zu verwickeln, aber Hasso boxte schlicht souverän. Nach zehn Runden werteten die Punktrichter: 100:90, 100:91 und 100:91. Punktsieger: Badien Hasso.
Den Abschluss bildete ein Achtrunder, bei dem Yusuf Kanguel (9 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Yesilat Berkta (29 Kämpfe, 3 Kämpfe, 2 durch KO, 22 Niederlagen, 7 durch KO) aufeinander trafen. Berkta, der erst unlängst überraschenderweise Christian Pawlak geschlagen hatte, war wie immer der Mann, der einfach nicht zu Boden gehen wollte. Kanguel versuchte alles in seiner Macht Stehende und Berkta nahm alles ungerührt und versuchte, scheinbar ohne müde zu werden, seinen Gegner in eine Keilerei zu verwickeln. Berkta ist schon ein Phänomen. Am Ende gewann Kanguel, der einen guten Kampf zeigte, nach Punkten (79:75).
Die Veranstaltungen von Klaus Waschkewitz, sind meiner Erfahrung nach, immer gut und unterhaltsam. Ich habe einen schönen Sonntagnachmittag und Abend in Krefeld verbracht.
© Uwe Betker

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16. Juni 2015 at 23:59

Foto: Kay Plaza

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(C) Uwe Betker

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21. August 2014 at 23:59

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Zehn gute Runden Profiboxen in Krefeld

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Das Kaya Plaza in Krefeld war 16.03.2014 ein schöner Austragungsort für 12 K1-, davon 3 Titelkämpfe, 2 MMA- und 4 Profiboxkämpfen. Es war eine gute Veranstaltung von Klaus Waschkewitz, obwohl die Boxkämpfe nur insgesamt 20 Runden dauerten.
In der ersten Begegnung traf im Mittelgewicht Badien Hassan (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 KO) auf Jan Joisten, der sein Profidebüt gab. Beide Boxer begannen hektisch und schlugen schnell und viel aufeinander ein. Dabei zeigte Hassan mehr Übersicht. Er verteilte besser und er traf besser. Zum Ende der ersten Runde kam er mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch die Deckung durch. Joisten ging in einer neutralen Ecke zu Boden und wurde angezählt. Hiernach ging alles sehr schnell. Hassan deckte sein Gegenüber mit einem Schlaghagel ein, der ihn erneut zu Boden zwang. Noch bevor der Ringrichter mit dem Zählen richtig angefangen hatte, flog schon das Handtuch: TKO in Runde 1 nach 2:49 min.
Der folgende Kampf im Weltergewicht war noch schneller zu Ende. Ali Rami, der sein Profidebüt gab, trat gegen Gerino Grell, (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) an. Kaum hatte Rami, direkt am Anfang des ersten Durchgangs, seinen Gegner am Seil gestellt, wurde der Kampf auch schon unterbrochen. Ein Schlag hatte das linke Auge von Greel verletzt. Er konnte damit nichts mehr sehen. Der Ringarzt brach den Kampf ab. TKO 1 nach 29 sec.
Im Schwergewicht trafen Werner Kreiskott (37 Kämpfe, 16 Siege, 10 KO, 19 Niederlagen, 8 KO, 2 Unentschieden) und Bekim Pagga (9 Kämpfe, 4 Siege, 2 KO, 5 Niederlagen, 3 KO) aufeinander. Kreiskott, der Kultboxer aus Wuppertal, zeigte wieder eine der Ringschlachten, für die er bekannt ist. In der ersten Runde boxte er noch verhalten. Der 43-jährige Pagga war in der ersten Runde der Aktivere. Immer wieder kam er mit seinen Schlägen durch. Es sah so aus, als hätte Kreiskott in der zweiten Rundenhälfte zweimal leicht gewackelt. In der zweiten Runde wurde Kreiskott dann stärker. Er übernahm das Kommando und zwang Pagga seinen Kampf auf. Zur dritten Runde trat dieser dann nicht mehr an. Er gab an, seine Schlaghand verletzt zu haben. TKO 3
Im letzten Kampf des Abends trafen in einem Sechsrunder im Super Mittelgewicht Yusuf Kangül (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage) und Arber Dodaj (5 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) aufeinander. Der Kampf wogte hin und her. Die ersten zwei Runden gingen an Dodaj; er war der Aktivere und schlug mehr. Kangül war in seinen Aktionen zu ungenau und traf meist mit seinen Haken nur die Deckung. Insbesondere in der zweiten Runde stellte Dodaj, der von Granit Shala trainiert wird, ein ums andere Mal seinen Gegner an den Seilen und deckte ihn mit Kombinationen ein.
Die nächsten beiden Runden gehörten dann Kangül. Er wurde stärker und traf auch besser. Es schien fast so, als ob die Treffer langsam Wirkung zeigen. Vor allem aber wurde er aktiver. In der fünften Runde kippte der Kampf dann noch mal. Obwohl Dodaj müde wirkte, ging er unermüdlich nach vorne. Die letzte Runde gehörte dann auch wieder klar Dodaj, der aktiver war und den Sieg mehr wollte.
Am Ende des erbittert geführten Gefechts wurde Dodaj knapp aber verdient mit 59:58 zum Sieger erklärt. An dieser Stelle möchte ich noch einige Worte zu dem GBA Ring- und Punktrichter Thomas Hakenberg sagen. Er zeigte nämlich gerade im letzten Kampf sehr viel Mut und Umsicht. Einmal warf er sich zwischen die Kämpfenden, als diese sein Brake-Kommando nicht hörten. Auch war seine Entscheidung, dem Gastboxer den knappen Sieg zuzusprechen, meiner Meinung nach, absolut richtig und vorbildlich.
© Uwe Betker