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Schülertheater (1.)

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Es erinnert schon ein wenig an eine Schülertheateraufführung in der Mittelstufe, und keine besonders gute, was uns im Vorfeld zum nächsten Kampf von Wladimir Klitschko am 11. Dezember in Mannheim so geboten wird. Erst gab es keinen Gegner für die Verteidigung der beiden WM-Titel. Dann gab es einen. Dann gab es wieder keinen. Dann wurde ein neuer präsentiert. Der will auch, aber ob er darf, steht noch nicht fest.
Am Anfang stand die Suche nach einem Gegner für Wladimir Klitschko. Logische Namen wie Alexander Povetkin und Nikolai Valuev fallen Verletzungs- oder Trainerbedingt aus. David Haye ist offensichtlich zu teuer und wohl zu gefährlich. Tomasz Adamek ist zu – keine Ahnung was. Verwirrt?
Lehnen wir uns doch einfach zurück und schauen uns die Aufführung an.
Der Vorhang geht auf:
Das Management des besten Schwergewichtlers der Welt kommt auf die Idee, wenn man schon keinen starken Gegner für einen Kampf zu ihren Bedingungen finden kann oder will, so könnte man vielleicht doch wenigstens einen klangvollen Namen als Kontrahenten engagieren. Ihre Wahl fiel auf David Tua.
Die Nummer 39 der unabhängigen Weltrangliste hat nun tatsächlich schon einen beeindruckenden Kampfrekord (55 Kämpfe, 51 Siege, 43 durch KO 43, 3 Niederlagen und 2 Unentschieden). Allerdings hätte man sich einen Klitschko-Tua-Kampf doch ein paar Jahre früher gewünscht. Aber damals waren die Klitschkos noch nicht so dominant wie heute und Tua viel gefährlicher. Aber wie es im Boxen so geht, man bekommt eben nicht immer das, was man sich wünscht. Klitschko-Kämpfe, die man sich wünscht, bekommt man noch viel seltener.
Aus dem Tua-Kampf wurde dann nichts. Angeblich wurden Tua 400.000 Dollar für den Kampf geboten. Für 400.000 Dollar muss zwar eine alte Frau lange stricken, aber als Angebot für einen WM-Kampf gegen einen Klitschko scheint die Summe doch ein wenig arg klein zu sein. So sah es jedenfalls auch Tuas Manager Cedric Kushner, denn der brach sofort die Verhandlungen ab.
Es ist schon ein seltsamer Zufall, dass so viele Verhandlungen mit potentiellen Gegnern der Klitschkos immer wieder platzen. Hier sei nur der Name David Haye nochmals erwähnt. Sollte etwa etwas an dem Gerücht dran sein, das den Gebrüdern Klitschko extreme Geldgier nachsagt?
Ende erster Akt.
© Uwe Betker